Loading...

BlackMagic Pocket – Teil 4 – Objektive

Home / Allgemein / BlackMagic Pocket – Teil 4 – Objektive

Im letzten Artikel haben wir die Belichtung der BlackMagic Pocket genauer angeschaut. Kurze Wiederholung: Die Zebras auf 100% stellen und ETTR. Es sollten dabei keine Zebras zu sehen sein. In diesem Artikel geht es nun um mögliche Objektive für die Pocket. Der Micro-Four-Thirds-Anschluss ist enorm vielseitig und somit können viele verschiedene Objektive an der Pocket verwendet werden. Wir stellen euch hier unsere Objektive und Systeme vor.

M4/3-Objektive

Die Kamerahersteller Olympus und Panasonic sind für ihre MFT-Objektive bekannt und hier hat man auch eine gute Auswahl an Zooobjektiven und Festbrennweiten.
Wenn man die Kleinbildbrennweite von 50mm erreichen will, dann braucht man ein 25mm MFT Objektiv. Der Cropfaktor von MFT auf Vollformat ist 2.
Leider ist das bei der Black Magic Pocket nicht so, der Sensor der BlackMagic Pocket ist etwas kleiner als MFT, der Crop-Faktor liegt ca. bei 2,8. Man braucht bei der Pocket eher ein 17mm. Es gibt auch ein 17mm von Olympus, aber je mehr wir in den Weitwinkelbereich kommen, desto teurer werden die Objektive.

Wenn wir die beliebte Brennweite 35mm auf der Vollformat auch an der Pocket verwendet möchten, dann brauchen wir ca. ein 12mm MFT Objektiv. Bei Olympus gibt es wieder eine passende Festbrennweite. Wir verwenden das 12mm mit unserer Drohne. Hier haben wir die perfekte Kombination aus Weitwinkel und Lichtstärke.

Panasonic bietet auch eine Menge Objektive für das MFT-Bajonett. Wir verwenden ein 14mm 2,5 Pancake in Kombination mit dem Nebula 4000. Das 12mm Pancake ist besonders leicht und klein, man hat also nicht so viel Gewicht auf der Hand, wenn man den Gimbal inkl. Kamera und Objektiv hält.

M42

Aus der Zeit des Filmens mit Spiegelreflex haben wir noch einige alte M42-Objektive. Mit einem passenden Adapter kann man diese auch an der BlackMagic Pocket verwenden. Diese alten Objektive haben einen besonderen Charme und geben dem Bild einen bestimmten Look. Wenn man einen Vintagelook haben möchte, dann sollte man sich mit alten Objektiven beschäftigen und direkt in diesem Look drehen. So kann man Zeit in der Postproduktion sparen.

Die Objektive sind nicht so gut vergütet wie heutige Objektive und manchmal sind sie schon etwas eingetrübt, aber gerade das macht den Reiz aus. Man sollte aber aufpassen, dass die Objektive sich vom Look nicht zu sehr unterscheiden, am besten verwendet man mehrere Objektive aus einem Set. Wenn man zu unterschiedliche Objektive verwendet, dann ändert man zwischen einzelnen Einstellungen den Look. Es wirkt komisch, wenn sich innerhalb einer Szene (Totale -> CloseUp) der Look des Films ändert. Zwischen unterschiedlichen Orten kann man den Look eher ändern (z. B. Schlafzimmer in einem warmen Sonnenlicht dunkler, kalter Keller).
Wir haben unsere M42 meistens bei eBay gekauft. Vor ein paar Jahren konnte man hier noch deutlich bessere Schnäppchen machen, mittlerweile muss man etwas mehr Zeit investieren. Alte Linsen sind wieder mehr im kommen und gerade durch die gute Adaptierbarkeit sehr begehrt bei vielen Filmemachern.

C-Mount

Der C-Mount wurde im Bereich der 16mm Filmkameras eingeführt und wird auch noch heute dort verwendet. Die BlackMagic Pocket hat ungefähr einen Super 16mm Sensor (Super 16mm = 12,35 x 7,42mm, BMPCC = 12,48mm x 7,02), dadurch lassen sich viele alte C-Mount-Objektive mit einem Adapter an der Pocket verwenden.

Die C-Mount Objektive sind eine gute alternative zu M42. Sie wurden für 16mm Filmkameras entwickelt, sind also direkt für Filmaufnahmen gedacht, die Blendenringe sind entklickt, man kann also während der Aufnahme die Blende stufenlos regeln. Die Fokuswege sind etwas länger, eine Schärfenverlagerung gelingt auch deutlich leichter und die C-Mount Objektive sind deutlich kleiner und leichter als M42 Objektive. Wenn man Gewicht sparen will, weil man zum Beispiel die Pocket auf einem Gimbal verwendet oder an einem Auto befestigen will, dann sollte man sich eine paar C-Mount Objektive anschauen. Das Kern-Paillard Zwitter 10mm soll ein sehr guter Weitwinkel für die Pocket sein, wir konnten leider noch keines testen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass es deutlich mehr Objektive im Weitwinkelbereich gibt. Bei M42 ist es sehr schwierig gute Objektive unter 20mm ohne Fisheye zu finden, bei C-Mount gibt es 8mm oder 10mm ohne Fisheye-Verzerrung.

Man sollte sich vor dem Kauf informieren, ob das jeweilige Objektiv auf die Pocket passt. Trotz Adapter kann es sein, dass der Bildkreis des Objektivs nicht passt. Dann kann eine deutliche Vignette und starke Verzerrung entstehen. In diesem Beitrag gibt es eine umfangreiche Liste über passende C-Mount Objektive für die BMPCC.

Focal-Reducer

Eine weitere Möglichkeit, Objektive an der Black Magic Pocket zu verwenden, ist über Focal Reducer. Diese Adapter funktionieren wie umgekehrte Telekonverter. Sie erhöhen also nicht die Brennweite, sondern reduzieren die Brennweite. Verwendet man zum Beispiel ein 35mm Objektiv von Canon mit einem normalen Adapter auf der BlackMagic Pocket, dann erhält man ca. ein 100mm Objektiv. Nicht vergessen, die Pocket hat einen Crop-Faktor mit dem Faktor 2,8. Mit einem Focal-Reducer wie dem Metabones Speedbooster wird aus dem 35mm auf der Pocket ca. ein 55mm Objektiv. Der Speedbooster verkleinert die Brennweite mit dem Faktor 0,58. Dabei wird die Blende um ca. 1 Blende 2/3 erhöht.
Mit einem Focal-Reducer kann man ein Objektiv zweimal verwenden, einmal ohne Focal-Reducer mit einem normalen Adapter und einmal mit Focal-Reducer. Man kann also mit einer einmaligen Investition seine passenden Objektive doppelt verwenden.
Es gibt in der Regel zwei Arten von Focal-Reducer-Adaptern. Die elektronischen und die nicht-elektronischen. Für Canon EF-Objektive brauchen wir elektronische Adapter, da diese Adapter noch die Blende steuern müssen. Canon Objektive haben eine elektronische Blende, die über die Kamera gesteuert werden. Durch den Adapter verschwindet die Verbindung und der Adapter muss die Steuerung der Blende übernehmen und an die Kamera weitergeben. Normale Focal-Reducer können wir bei manuellen Objektiven verwenden, zum Beispiel mit M42-Objektiven. Diese haben einen eigenen Blendenring, der Adapter muss also nicht eingreifen. Ein Vorteil von den nicht-elektronischen Adaptern ist der Preis. Der Metabones Speedbooster für die BlackMagic Pocket kostet ca. 600€. Ist aber auch sehr oft nicht erhältlich und geht daher für deutlich mehr bei eBay über den Ladentisch. Für einen normalen Focal-Reducer kann man ca. ein Drittel vom Preis rechnen.

Die BlackMagic Pocket ist enorm vielseitig, wenn es um Objektive geht. Über unterschiedliche Adapter können wir viele Objektive verwenden und müssen uns nicht unbedingt auf ein System beschränken. Für einen Indie-Vintagefilm können wir M42-Objektive mit einem alten Look verwenden und für einen High-Key-Werbespot die hochvergüteten Objektive von Olympus oder mit einem Focal-Reducer unsere Canon-Objektive, die wir eh schon an der C300 verwenden.

Comments(0)

Leave a Comment