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Filmen mit der Spiegelreflex: Teil 1 Welcher Sensor

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Zunächst steht der Kauf einer Kamera bevor. Wir gehen davon aus, dass wir eine Kamera mit großem Sensor anschaffen wollen. Somit fallen Kompaktkameras (Sensor kleiner als der Sensor der BlackMagic Pocket) hier heraus. Wir selbst verwenden eine Canon C300, Canon 5D und zwei BlackMagic Pockets, deswegen nehmen wir Canon und BlackMagic als Beispiele. Es kommt aber immer auf den Einsatzzweck der Kameras an, wenn ich nur VLogs für Youtube produzieren will, dann werde ich mit einer BlackMagic Pocket nicht glücklich werden. Wenn man aber Werbe- und Industriefilme machen will, dann sollte man sich Kameras aus dem Cinemabereich anschauen.

Der Sensor

Digitalkameras verwenden einen Sensor, um das Bild einzufangen. Es gibt unterschiedliche Sensorgrößen (vergleichbar mit den unterschiedlichen Filmen von früher: 8mm, 16mm, 35mm), wir stellen drei Arten vor: Vollformat, APS-C und Micro 4/3. Es gibt noch mehr Sensorgrößen, aber wir wollen es hier erst einmal einfach halten. Allgemein kann man sich merken: großer Sensor = lichtstärker, geringere Tiefenschärfe (kommt natürlich auch auf das Objektiv und gewählte Blende an). Kleiner Sensor = weniger Lichtstärke, höhere Tiefenschärfe, höherer Cropfaktor.

Beispiel

Die folgenden Bilder wurden mit identischen Kameraeinstellungen (Blende, ISO, Entfernung zum Objekt) und dem gleichen Objektiv aufgenommen. Der Unterschied zwischen Vollformatsensor und APS-C Sensor ist sehr gut zu erkennen. Bei einer Kamera mit Cropfactor wird nur ein Teil des Bildes eines Vollformatsensors aufgenommen.

Vollformat

Das Bildformat einer Vollformatkamera und einer analogen Kamera für Kleinbildfilm (ca. 24 × 36 mm) stimmen ungefähr überein. Eine digitale Vollformatkamera mit Videofunktion ist zum Beispiel die 5D Mark III von Canon und die Sony A7s Mark 2. Bei einem Vollformatchip bleibt der Bildwinkel eines Objektivs gleich. Das heißt ein 50mm Objektiv bleibt auch ein 50mm. Das klingt zunächst banal, aber im Zusammenhang mit APS-C oder Micro 4/3 Kameras wird der Unterschied klar.

Vorteile:
– Durch den größeren Sensor und somit die größeren Pixel ist die 5D sehr lichtempfindlich. Bei schlechten Lichtverhältnissen zeigt sie weniger Bildrauschen (Noise). Die Sony A7s hat die Messlatte für lichtempfindliche Kameras um ein Vielfaches höher gelegt. Hier kann man fast in völliger Dunkelheit drehen und bekommt ein normal rauschendes Bild.
– Das Bildformat entspricht dem eines Kleinbildfilmes. Die Brennweite eines Objektivs bleibt gleich und man muss die Brennweiten nicht immer umrechnen. Man kann hier viel leichter in den Weitwinkelbereich kommen.

Nachteile:
– Mit ca. 2000€ ist die 5D sehr teuer, wenn man Vollformat nicht unbedingt braucht, kann man viel Geld sparen.
– Durch den Vollformat Sensor kann man offenblendig eine sehr geringe Schärfentiefe erreichen ( weniger als ein 1cm). Im Filmbereich wird es deutlich schwieriger, die Schärfe zu verfolgen. Man muss sich genau Fokuspunkte setzen und am besten mit einem FollowFocus und einer Cinemaoptik arbeiten.
– Im Doku-Bereich empfiehlt sollte man wegen der geringen Schärfentiefe nicht unbedingt einen Vollformatsensor verwenden

APS-C

Kameras mit einem APS-C Sensor haben eine Sensorgröße von ca. 22,5 × 15,0 mm. Typische APS-C Kameras im Cinebereich sind die Canon C300 oder die Sony FS7. Im DSLR-Sektor haben wir die 7D oder die 700D. Durch die Größe des Chips ergibt sich ein Cropfaktor von 1,6 (Formatfaktor) im Vergleich zum Vollformat. Das heißt ein 50mm Objektiv wird zu einem 80mm Objektiv . Eine Kamera mit einem APS-C Sensor hat nicht so eine ausgeprägte Schärfentiefe wie eine Kamera mit Vollformatsensor.

Vorteile:
– Die 550D gibt es bereits ab ca. 600€. Man kann also sehr günstig in das HDDsrl-Filmen einsteigen
– Man kann den Cropfaktor auch ausnutzen, zum Beispiel bei Teleobjektiven, so wird aus einem 135mm ein 216mm.
– Geringere Schärfentiefe, dadurch deutlich vielseitiger im Filmbereich einsetzbar

Nachteile:
– Durch den Cropfaktor ist es schwerer in den Weitwinkelbereich zu kommen. Ein 35mm Objektiv wird zu einem 56mm und somit eher eine Normalbrennweite.

Micro 4/3 (M43, Mirco Four Thirds)

Der Sensor einer Micro 4/3 Kamera hat meistens eine Größe von 17,31 × 12,98 mm. Hierdurch entsteht ein Cropfaktor von 2. Ein 50mm wird also zu einem 100mm. Eine sehr bekannte Micro 4/3 Kamera ist die Panasonic GH4. Durch den kleineren Sensor haben wir noch weniger Schärfentiefe. Aber dadurch kann man auch deutlich einfacher die Schärfe ziehen. Der kleinere Sensor ist nicht ganz so lichtstark, da nicht so viel Licht auf dem Sensor gelangt. Aber durch die höhere Schärfentiefe kann man deutlich offenblendinger arbeiten und so die Lichtstärke der Objektive ausnutzen. Wenn man mit der 5D mit einem 50mm 1.4 dreht und die maximale Blende von 1.4 eingestellt hat, dann wird man kaum ein scharfes schönes Bild erhalten. Hier müssen wirklich alle Bewegungen genau geplant werden. Dieser Look war in den vergangenen Jahren sehr modern, mittlerweile entfern man sich aber wieder etwas mehr vom komplett offenblendigem Drehen.

Beispiel – 50mm 1,4 + 25mm 1,8

Vorteile:
– Der Cropfaktor verstärkt Teleobjektive um den Faktor 2.

Nachteile:
– Wie bei APS-C Sensoren ist es schwieriger in den Weitwinkelbereich zu kommen. Das Normalobjektiv ein Micro 4/3 ist ein 25mm. Ein beliebtes Objektiv ist das Nokton 25mm 0.95. Das Objektiv kostet ca. 1000€ und ist somit nicht ganz billig.
– Nicht so lichtstark wie Vollformat oder APS-C

Kleinere Sensoren

Kürzlich haben wir euch die BlackMagic Pocket vorgestellt. Die BlackMagic Pocket hat einen kleineren Sensor als Micro Four Thirds. Die Maße sind 12,48mm x 7,02mm. Dieses Format wird auch auf als Super-16 bezeichnet. Bei der Pocket haben wir einen Crop-Faktor von ca. 2,8, ein 50mm Objektiv wird also zu einem 140mm Objektiv. Filmen im Telebereich ist also weniger ein Problem. Beim Weitwinkel tun wir uns etwas schwerer. Wenn wir auf 35mm im Kleinbildbereich kommen wollen, dann brauchen wir 12,5mm Objektiv.

Vorteile:
– Der Cropfaktor verstärkt Teleobjektive um den Faktor 2,8
– sehr kleiner und handlicher Body

Nachteile:
– sehr hoher Cropfaktor, dadurch ist es schwerer in den Weitwinkelbereich zu kommen.
– Weitwinkelobjektive sehr teuer

In Teil 2 werden wir etwas genauer auf die unterschiedlichen Kameramodelle eingehen.

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