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Filmen mit Spiegelreflex: Teil 2 Welche Kamera

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Der Kauf einer Kamera steht immer noch bevor. In Teil 1 haben wir die verschiedenen Sensorgrößen, sowie die daraus resultierenden Vor- und Nachteile, besprochen.

Teil 2 geht näher auf die unterschiedlichen Kameramodelle ein. Dieser Artikel wird sich wieder mehr mit den Kameras von Canon befassen. 2011 war Canon noch vorne beim Thema Filmen mit Spiegelreflex, daher sind wir seit dem Beginn mit Canon unterwegs.
Inzwischen haben die spiegellosen Kameras aufgeholt und sind auf dem gleichen Niveau beim Filmen, wenn nicht sogar besser. Wir sind immer noch mit der Canon C300 unterwegs. Die 5D Mark 3 ist zwar bei jedem Job dabei, wird aber nur noch als C-Kamera verwendet. Die kleine BlackMagic Pocket hat sich inzwischen bei uns zur B-Kamera entwickelt. Da die 5D nur noch eine weniger wichtige Rolle hat, haben wir uns auch entschlossen, Magic Lantern auf der 5D zu installieren.

Heute können wir uns zwischen verschiedenen Systemen entscheiden: die klassische Spiegelreflex, die spiegellose Kamera und die reine Filmkamera.

Spiegelreflex

5D Mark III
Die aktuelle 5D Mark III erweitert die Funktionen der Mark II. Sie bietet nun einen Kopfhörerausgang, Audiopegel während der Aufnahme und einen deutlich verbesserten Sensor. Der neue Sensor schwächt die typischen DSLR-Nachteile deutlich ab. Der Moiré-Effekt und das Aliasing sind nicht mehr so stark wie in den älteren DSLRs. Ein Nachfolger der Mark III ist noch nicht bestätigt. Es wurde zwar bereits eine 5D S herausgebracht, diese richtet sich aber komplett an Fotografen, da die Videofunktionen nicht verbessert wurden.

Es gibt für die 5D Mark III auch Magic Lantern und hier ist sogar auch RAW-Video möglich. Im h.264-Modus überzeugen die Bilder der 5D nicht mehr wirklich. Hier ist die Konkurrenz einfach deutlich stärker. Im RAW-Modus ist die Qualität der Bilder super, leider muss man aber den Umweg über MagicLantern gehen.

Vorteile:
– Vollformatsensor
– Robustes Gehäuse aus der Pro-Linie (Zwei Displays, Großes Einstellungsrad, …)
– Manuelle Tonaussteuerung
– Magic Lantern

Nachteile:
– H264 Codec (eher ungünstig für die Post)
– technisch eher veraltet (mit Standardfirmware)

7D Mark II
Die Canon 7D ist ein hervorragender Fotoapparat. Die 7D hat ein sehr robustes Gehäuse und ist sogar wetterfest, Regen ist kein Problem. Mit der Mark 2 betreibt Canon etwas Modellpflege. Die Videofunktion ist eine sinnvolle Bereicherung für die Kamera. Videoaufnahmen können in MP4 oder AVCHD angenommen werden. Mit Hilfe des Kopfhörereingangs kann man den Ton abhören. Ein entscheidender Vorteil der 7D ist, dass sie auch während der Aufnahme ein Full HD Signal ausgeben kann. Dies ist besonders wichtig, wenn man einen externen Monitor zum Filmen benutzt. Kleine Modelle geben bei der Aufnahme nur ein SD Signal aus. Das beeinträchtigt natürlich nicht die Full HD Aufnahme auf dem Speichermedium, aber wenn man einen externen Monitor verwendet, so sieht man das Bild auf dem Monitor nur in SD. Wenn man also einen externen Monitor verwenden will, ist die 7D eine gute Wahl.

Vorteile:
– Robustes Wetterfestes Gehäuse aus der Pro-Linie (Zwei Displays, Großes Einstellungsrad, …)
– FullHD Ausgangssignal bei der Aufnahme über HDMI
– Video/Foto Schalter

Nachteile:
– H264 Codec (eher ungünstig für die Post)

60D
Die 60D ist ähnlich aufgebaut wie die 7D. Sie hat nicht dasselbe robuste Gehäuse wie die 7D, jedoch im Vergleich zur 550d ist es um einiges hochwertiger. Ein Vorteil der 60D ist der ausklappbare LCD-Monitor. Hierdurch lässt sich mit der 60D fast wie mit einem normalen Camcorder filmen. Filmen über dem Kopf oder auf dem Boden sind kein Problem, da der Monitor angepasst werden kann.

Vorteile:

– Gehäuse aus der Pro-Linie (zwei Displays, großes Einstellungsrad, …)
– Ausklappbarer und verstellbarer LCD-Monitor
– Magic Lantern

Nachteile:
– Keine manuelle Tonaussteuerung
– Ca. 12 Minuten Aufnahmelimit
– Kein FullHD Ausgangssignal über HDMI bei der Aufnahme
– Trotz Pro-Gehäuse Aufnahme auf SD-Karten

550D/600D/650D/700D
Die 550D, 600D,650D und die neue 700D haben den gleichen Sensor wie die 7D. Sie liefern also ein ähnlich gutes Bild, bei der Hälfte des Preises. Diese Kameras zählen zu den Einsteigermodellen. Das Gehäuse ist aus hochwertigem Plastik, aber es steht in keinem Vergleich zum Gehäuse der 7D. Außerdem fehlt das große Einstellungsrad, Blende und Belichtungszeit können nicht separat durch zwei Wahlräder verstellt werden. Um die Blende zu verstellen muss ein zusätzlicher Knopf gedrückt werden. Wenn man aber nur manuelle Objektive (Blende wird am Objektiv eingestellt) verwendet, so stört dieser Umstand überhaupt nicht mehr. Für 550D/600D, 60D und die 5D gibt es eine optionale Firmware (nicht offizielle von Canon). Diese schaltet bei der Kamera weitere Funktionen frei (zwischen ISOs, manueller Audiopegel, usw.). In einem weiteren Artikel werden wir diese Firmware (Magic Lantern) vorstellen.

Vorteile:
– Günstige Einstiegskamera
– Gleicher Sensor wie 7D (ähnliche Videoqualität)
– Sehr hochwertiges LCD-Display (Auflösung ist besser als 7D Display)
– Magic Lantern

Nachteile:
– Keine Manuelle Tonaussteuerung (außer 650d + neuere Modelle)
– Ca. 12 Minuten Aufnahmelimit
– Kein FullHD Ausgangssignal über HDMI bei der Aufnahme

Beispiel
Bei diesem kurzen Clip könnt ihr euch ein Bild von 7D und 550D im Vergleich machen.

Man kann nicht genau sagen, welche Kamera nun die beste ist. Jedes Modell hat Vor- und Nachteile. Es kommt auf das Umfeld an. Wenn man zum Beispiel viele Aufnahmen in freier Natur machen will und auch die Kamera mal im Regen stehen lassen will, dann ist die 7D hierfür am besten geeignet.

Wenn man einen günstigen Einstieg in die HDDslr-Welt sucht, dann ist man mit der 550D oder dem Nachfolger 600D am besten beraten. Die neue 650D ist gerade frisch auf dem Markt, der Preis ist dementsprechend noch etwas höher. Für die 600D und 650D spricht das Ausklappdisplay (ähnlich  zur 60D). Man sollte sich vor dem Kauf einer Kamera das jeweilige Modell erst im Fachhandel anschauen und ein paar Funktionen und das Handling testen. Leute mit großen Händen könnten sich zum Beispiel mit dem kleinen Body der 550D nicht anfreunden. Das kann man aber nur herausfinden, wenn man die Kameras in die Hand nimmt.

Spiegellose Kameras

Panasonic GH4
Die Panasonic GH4 ist das aktuelle Modell der GH-Reihe und war eine der ersten 4K-Kameras, die auch ohne externen Recorder intern 4K aufzeichnen können. Mittlerweile gibt es weitere Modelle, die das beherrschen. Aber Panasonic treibt hier den Markt voran. Die Kamera nimmt echtes 4K und UHD auf, der neue Sensor reduziert durch eine schnelleres Auslesen der einzelnen Zeilen außerdem den Rolling-Shutter-Effekt.

Vorteile
– kleiner, handlicher Body
– viele Aufnahmemodi, inkl. Slowmotion
– Micro-Four-Thirds-Sensor mit allen Vor- und Nachteilen (siehe Teil 1)

Nachteile
– 8-Bit-Aufzeichnung intern (nur 10-Bit über externen Recorder)

Sony A7s II
Mit der Sony A7s hat Sony ein neues Kapitel der spiegellosen Kameras eingeleitet. Ein sehr empfindlicher Vollformat-Sensor in einer kleinen spiegellosen Kamera, eine exzellente FullHD-Aufzeichnung und 4K-Video via Recorder.
Mit der A7s II legt Sony noch einmal nach und verpasst der kleinen Kamera einen 5-Achsen-Bildstabilisator und internes 4K in 4:2:0 und 8Bit. Die maximale ISO wird auf 409600 erhöht. Schon allein dieser ISO-Wert ist ein Statement für sich. Die A7s gilt als wahres Nachtsichtgerät und die A7s II wird diesem Ruf auch gerecht. Zusätzlich kann man in S-Log2 und S-Log3 aufnehmen. Das gibt dem Coloristen noch einmal mehr Spielraum in der Farbkorrektur.

Vorteile:
– Vollformatsensor in einem sehr kleinen Body
– internes 4K

Nachteile:
– nur 4:2:0 und 8Bit bei internem 4K

Filmkameras

Canon C-Serie
In unserem Artikel HDDSLR GENERATION ZWEI haben wir bereits die C-Serie von Canon vorgestellt. Wir wollen in diesem Artikel generell auf Filmkameras eingehen. Der größte Unterschied zu den HDDslr und spiegellosen Kameras ist wahrscheinlich der Body. Filmkameras haben deutlich größere und stabilere Gehäuse und sind direkt auf das Filmen ausgelegt. Man darf nicht vergessen, dass viele HDslrs in erster Linie ein Fotoapparat sind und nur als Zusatzfunktion Videos aufnehmen können. Panasonic und Sony verfolgen hier eine etwas andere Linie als Canon und packen ihre Fotoapparate voll mit Video-Features und die Filmcommunity dankt es Ihnen. Canon geht hier einen anderen Weg und verbaut die besseren Video-Features in die reinen Filmkameras. Jeder Weg ist legitim. Die kleine GH4 und Sony A7S, ist weder ein Fotoapparat noch eine Filmkamera. Die Aufnahmen sind super, aber das Handling lässt zu wünschen übrig, der Autofocus im Fotomodus ist bei weitem nicht so schnell wie der Autofokus einer 5D Mark III. Dafür hat die 5D Mark 3 nicht die Möglichkeit, Slow-Motion in FullHD aufzunehmen. Man muss hier immer einen Kompromiss eingehen. Spezielle Filmkameras haben in der Regel interne ND-Filter, das fehlt bei den meisten spiegellosen Kameras. Beim Kauf sollten man sich überlegen, was man unbedingt braucht. Für uns sind interne ND-Filter fast ein muss und wir könnten eher noch auf einen 5-Achsen-Bildstabilisator verzichten als auf interne ND-Filter. Aus diesem Grund sind wir auch bei der Black Magic URSA-Mini 4,6K hin- und hergerissen. Die Bilder der Kamera sehen sehr gut aus und das Gehäuse wirkt durchdacht und, wie ihr wisst, sind wir ja von der kleinen Black Magic Pocket begeistert. Leider fehlen bei dem größeren Modell die internen ND-Filter. Die C300 Mark 2, hat die ND-Filter und noch weitere interessante Features, wie das neue Autofokus-Modul. Leider kostet die Kamera fast doppelt so viel.

Am Ende darf man nicht vergessen, es gibt nicht DIE perfekte Kamera. Eine Kamera wird immer Schwächen haben … die neue Canon C300 Mark II wird wieder eine super Kamera werden, leider zu einem sehr stolzen Preis. Die BlackMagic URSA Mini hört sich traumhaft an, hat aber leider keine internen ND-Filter und wird wahrscheinlich verspätet auf den Markt kommen. Es gibt immer etwas zu meckern. Man muss sich einfach für ein Modell entscheiden und dann vor allem mit dieser Kamera arbeiten und so viele Filme wie möglich machen. Wenn man erst dann mit dem Filmen anfängt, wenn man die perfekte Kamera hat, dann wird man nie mit dem Filmen anfangen.

In Teil 3 werden wir uns mit Objektiven beschäftigen.

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