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Filmen mit Spiegelreflex: Teil 3 Welches Objektiv

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Die Kamera wurde nun gekauft, jetzt geht es an die Objektive. Gerade die Möglichkeit unterschiedliche Objektive beim Filmen mit einer Spiegelreflex zu verwenden ist für viele ein großes Plus. Camcorder haben festeingebaute Zoomobjektive. Diese Objektive lassen meistens keine weit geöffnete Blende zu, so kann man nur sehr wenig mit der Schärfentiefe spielen. Viele Fotografen und Kameramänner empfehlen lieber etwas mehr in gute Objektive zu investieren, da diese mehrere Kamerabodies überdauern. Objektive können in zwei Kategorien unterteilt werden: Zoomobjektive und Festbrennweiten.

Zoomobjektive
Zoomobjektive können mehrere Brennweitenbereiche abdecken. Das Tamron SP AF 17-50mm f2.8 kann zum Beispiel von 17mm im Weikwinkelbereich bis zu 50mm im Normalbrennweitenbereichen eingestellt werden. Entscheidend ist die Blendenzahl von 2.8. Das Objektiv kann bei jeder Brennweite die Blende auf max. f2.8 (Kleine Zahl = große Blende) öffnen. Dagegen kann das Canon EF-S Zoomobjektiv 18-55 mm f3.5-5.6 (auch Kitobjektiv) nur weitwinklig die Blende von 3.5 erreichen. Bei 55mm kann man die Blende nur noch bis f5.6 öffnen.
 Für Fotografen ist das zunächst kein großes Problem (Schärfentiefe wird vernachlässigt), sie belichten einfach länger. Beim Filmen ist aber normalerweise die Belichtungszeit fest bei 1/50 und wird nicht verändert (Doppelte Zahl der Framerate). Filmt man nun eine Szene bei 18mm f3.5 und die nächste auf 50mm f5.6, so wird das Bild dunkler. Man kann sagen, dass man beim Filmen mit Objektiven, ohne durchgehende Blende, nur die kleinere Blende zur Verfügung hat, um Belichtungsschwankungen zu vermeiden. Empfehlenswert sind also Objektive mit einer durchgehenden Blende (z. B. Sigma 18-50mm 2.8). Wir verwenden sehr oft das Canon 24-70mm 2.8.
Vorteile:
– Weniger Gewicht, da man oft nur 1 Objektiv braucht
- Man ist schnell und flexibel. Gerade wenn man Events filmt muss man oft schnell näher an das Objekt ohne den Standort zu wechseln
Nachteile:
– Gute Zooms mit durchgehender Blende sind sehr teuer
- Zoomobjektive sind nie so lichtstark wie die jeweiligen Festbrennweiten
- Oft zoomt man unbedacht und vergisst, dass der ganze Bildeindruck sich ändert.

dielichtfanger-filme-mit-spiegelreflex-tele

dielichtfanger-filme-mit-spiegelreflex-weitwinkel

Beide Bilder zeigen ungefähr den gleichen Bildausschnitt, das 1. Bild wurde mit einem Tele und das 2. mit einem Weitwinkel aufgenommen.

Festbrennweiten
Festbrennweiten sind Objektive mit nur einer Brennweite, z. B. Canon EF 85mm f1,8 USM oder das Canon 50mm f1.4. Festbrennweiten sind meistens sehr lichtstark (f1.4 oder f1.8) und sind daher sehr gut für Aufnahmen mit wenig Licht, oder wenn man den Hintergrund komplett unscharf machen will. Festbrennweiten haben meistens auch eine höhere Abbildungsqualität, da sie auf die jeweilige Brennweite optimiert sind. Ein weitere Vorteil von Festbrennweiten ist, dass man gezwungen wird seinen Standort zu wechseln, wenn man zum Beispiel näher an das Objekt möchte. Dadurch erhält man unterschiedliche Einstellungen.
Vorteile:
– Lichtstark
– Bessere Abbildungsqualität
Nachteile:
– Man ist nicht so flexibel (Objektive tauschen kostet Zeit)

Lest hier unseren Artikel zum Canon Macro 2.8.

Manuelle Objektive
Autofokus ist in der Fotografie fast nicht mehr wegzudenken, mühsames Scharfstellen fällt weg und so kann man sich besser auf das Motiv konzentrieren. Beim Filmen mit einer DSLR dagegen hat man keinen Autofokus (die GH2 hat einen halbwegs brauchbaren) während der Aufnahme, man muss also ständig die Schärfe selbst einstellen. Moderne Fotoobjektive wie das schon oft genannte Canon 50mm 1.8 II sind für den Autofokus optimiert, im Videomodus erkennt man aber schnell wie schwer es ist, mit solchen Objektiven genau scharf zu stellen. Aus diesem Grund verwenden wir beim Filmen zusätzlich manuelle Objektive. Entscheidend ist, dass das Objektiv einen möglichst weichen Schärfering und einen langen Weg von Unendlich zu Nah hat, so kann man die Schärfe optimal einstellen und mitziehen (z B. bei bewegten Objekten). Durch spezielle Adapter können Fremdoptiken wie von Nikon an die Canon angeschlossen werden.

dielichtfanger-filme-mit-spiegelreflex-135mm

dielichtfanger-filme-mit-spiegelreflex-nikon

Bei manuellen Objektiven muss die Blende direkt am Objektiv eingestellt werden. So kann man die Belichtung auch während der Aufnahme korrigieren. Hierfür eignen sich besonders Objektive mit einer weichen Blende (Keine Klicks) wie das Helios-44m. Es gibt Unternehmen, die extra bei manuellen Objektiven die Blende „entklicken“. Im Filmbereich werden meistens nur solche Optiken eingesetzt (z. B. Zeiss Primes).
Für den Anfang wird oft empfohlen sich drei Objektive zu kaufen. Ein Weitwinkel (z B. 20mm), ein Normal (z. B. 50mm)- und ein Teleobjektiv (z. B. 100mm). Vergesst den Cropfaktor nicht. Mit diesen drei Brennweiten kann man schon sehr viel machen. Eine gute Übung ist, einen Film nur mit einem Objektiv zu drehen. Man lernt so jedes seiner Objektive besser kennen. Mit der Zeit kann man fehlende Brennweiten oder Zooms dazu kaufen. Dieser kurze Clip wurde zum Beispiel nur mit dem Helios-44m gedreht.

Update 2014

Cinelinsen
Neben den normalen Fotoobjektive gibt es noch speziell für den Filmbereich Filmobjektive oder auch Cinelinsen. Diese Objektive sind nur für den Filmbereich optimiert und haben daher einige spezielle Eigenschaften. Die Blende der Cinelinsen wird nicht f-Stops, sondern in T-Stops gemessen. T-Stops ist die reale Lichtstärke eines Objektives, f-Stops sind nur der errechnet Wert. Wir werden das in einem gesonderten Artikel genauer erklären.
Die Blende kann, wie bei den alten M42-Objektiven über einen Ring eingestellt werden. Der Blendenring ist aber „declicked“. Das bedeutet, dass der Blendenring nicht bei den einzelnen Werten (2.0, 2.8, 5.6, etc.) einrastet sondern „weich“ sich drehen lässt. Somit kann man bei einem Wechsel von einer Indoorlocation zu einer Outdoorlocation die Blende ohne sichtbare Sprünge während dem Take anpassen.
Der Fokusring, der Blendenring und der Zoomring (falls es ein Cinezoom ist) sind mit Zahnkränzen ausgestattet, so kann man FollowFocus und weitere Steuerungssysteme an die Objektive anschließen. Bei Fotoobjektiven muss man die Zahnkränze nachrüsten.
Cinelinsen sind in der Regel deutlich größer als das Pendant als Fotolinse. Bei vielen Herstellern haben die Cinelinsen innerhalb einer bestimmten Brennweite (z.B. 24mm Objektive bis 135mm Objektive) das gleiche Gehäuse. Die Gehäusegröße orientiert sich am größten Objektiv (z. B. 135mm). Das hat den Grund, dass man bei einem Objektivwechsel nicht den FollowFocus, die Mattebox, etc. neu justieren muss, sondern das neue Objektiv an der Kamera befestigt und alle Accessoires wieder an der gleichen Stelle hat. Das spart Zeit am Set.
Die Abstandsmarkierungen (Fokusentfernung), sowie die gewählte Blende sind so angebracht, dass man die Zahlen von der Seite abliest und nicht von Oben.

Compact Prime CP.2 15/T2.9 PL

Vor drei Jahren gab es nur wenige Hersteller, die Cinelinsen angeboten haben. Mit dem aufkommen von HDDslrs haben die Hersteller erkannt, dass die Filmer lieber mit Cinelinsen filmen und nicht mit Fotolinsen. Weitere Hersteller haben dann Cinelinsen in ihr Objektivsortiment mitaufgenommen. Wir haben euch eine kleine Auswahl an Herstellen zusammengestellt:
Zeiss
Schneider-Kreuznach
Cooke
Canon  
Samyang/Rokinon/Walimex

Cineoptiken gibt es in jeder Preisklasse. Einstiegslinsen von Walimex gibt es bereits ab ca. 300€.
Teil 4 wird sich mit dem Audiobereich beim Filmen beschäftigen.

Wir haben einige Objektive getestet und unser Fazit in eigenen Blogartikeln zusammengefasst:
Canon 24-70mm 2.8 II USM
Canon 24-105mm f/4
Canon 100mm Macro 2.8 L
Canon 16-35 2.8l II USM L
Canon 50mm 1.4
Canon 85mm 1.8

Wenn ihr die im Artikel genannten Objektive kaufen wollt, dann besucht doch einfach unseren Shop.
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