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Filmequipment optimieren

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Heute geht es mal wieder um Equipment – genauer um das Optimieren des Equipments. Beim Dreh ist Zeit der kritische Faktor und oft „vertrödelt“ man wertvolle Zeit, weil etwas beim Equipment nicht passt und man erst kompliziert umbauen muss.

Schulter-Rig optimieren

Als erstes geht es an Schulter-Rin (das Schulter-Rig bietet den sicheren Halt der Kameraausrüstung auf der Schulter). Wir haben euch ja schon in unserem Artikel über das Schulter-Rig beschrieben, wie ihr eins aufbauen könnt. Wir empfehlen immer, klein zu beginnen und zunächst nur das nötigste beim Schulter-Rig zu kaufen: Eine Baseplate und einen Handgriff, mit diesen beiden Teilen kann man ein Rig bereits verwenden. Damit sollte man eine Weile arbeiten, bei der Arbeit merkt man dann, was gut funktioniert und was noch optimiert werden kann. Die benötigten Teile, wie zum Beispiel eine zusätzliche Batterielösung am Rig oder eine Halterung für den Monitor, können dann dazugekauft werden. Nicht mehr benötigte Teile sollte man wieder verkaufen. Mit diesem Optimierungsverfahren vermeidet man, zu Beginn zu viel Geld auszugeben. Keine Frage, es macht Spaß mit viel Equipment zu hantieren, aber man sollte es wirklich auf das Minimum reduzieren. Oft sind es kleine Details, die die Arbeit erleichtern. Wo ist zum Beispiel der Monitor befestigt? Zu Beginn war unser Regiemonitor an der hinteren Seite vom Rig, der Akku war aber so etwas schwerer zu erreichen, durch ein kleines Teil ist der Monitor jetzt nach vorne verlegt worden und man kann ihn deutlich schneller als Focus-Monitor verwenden.

Ein weiteres kleines Teil verhindert das Verdrehen des Monitors. Ihr kennt bestimmt die typischen Monitorarme mit 1/4 Zoll Gewinde, oft ist hier das Problem, dass sich die Schraube ab und zu leicht löst und so der Monitor sich verdrehen kann. Mit dem Zicro Micro von Zacuto kann dies nicht passieren.

Stative optimieren

Ein gutes Stativ ist eine der wichtigsten Investitionen. Man kann hier getrost zu Beginn etwas mehr Geld ausgeben und lieber in ein gutes Sachtlerstativ investieren, die Lebensspanne von einem guten Stativ kann leicht über 20 Jahre gehen. Wir empfehlen auch Stative vom gleichen Typ zu haben, so muss man sich beim Dreh nicht immer umgewöhnen, wenn man vom normalen Stativ auf ein High-Hat oder auf den Kran wechselt. Wenn man nicht die gleiche Marke verwenden möchte, dann sollte man wenigstens darauf achten, dass alle Stative die gleiche Stativplatte verwenden. So kann man die Stativplatte einmal an der Kamera anschrauben und kann dann beliebig die Stative wechseln ohne die Platte wechseln zu müssen. Außerdem sollte man darauf achten, dass alle Stative die gleiche Last tragen können.

Zu Beginn unserer Filmarbeit Filmkarriere haben wir zwei bis drei unterschiedliche Stativplatten verwendet und mussten bei jedem Wechsel (Stativ auf Kran oder Stativ auf Slider) auch die Kameraplatte wechseln, das hat enorm viel Zeit gekostet und wie bereits beschrieben hat man meistens eher weniger Zeit auf dem Dreh und sollte diese nicht noch mit dem Wechseln der Stativplatten verschwenden. Gerade sind wir dabei, die kleineren Stative durch etwas größere zu ersetzen, damit wir bei allen Stativen das gleiche Gewicht der Kamera verwenden können. Für unser Hi-Hat verwenden wir einen etwas älteren Vinten Vision 8 Kopf. Leider ist die Vinten-Stativplatte etwas breiter als die Sachtler- und Manfrottoplatte, daher verwenden wir einen Adapter auf der Vinten-Stativplatte.

Lichtzubehör optimieren

Neben den Kamerastativen gibt es natürlich auch noch Lichtstative, auch hier kann man mit drei bis vier guten Lichtstativen anfangen. Wir haben festgestellt, dass man deutlich mehr Lichtstative braucht, als man denkt. Zu Beginn haben wir oft mit Walimex-Lampen gearbeitet und meistens war hier sogar bereits ein Stativ dabei. Diese kann man aber getrost vergessen, da sie einfach nur minderwertig verarbeitet sind. Mittlerweile benutzen wir die Lichtstative von Manfrotto in drei verschiedenen Größen und mehrere C-Stand in zwei Größen. Ihr könnt für jedes Stativ einen Griphead von Avenger kaufen und einen Extensionarm, so könnt ihr nicht nur Lampen auf das Stativ packen, sondern auch Flags oder einen Diffusor.

Wenn ihr viel mit akkubetriebenen LEDs arbeitet, dann könnt ihr euch auch überlegen, gleich rollbare Stative zu kaufen, durch das fehlende Stromkabel ist man deutlich freier auf dem Set und kann die Stative bequem auf dem Set bewegen.

Zusätzlich zu Lichtstativen solltet ihr euch zum Beschweren der Lichtstative auch Sandsäcke kaufen, am besten kauft ihr gleich ein paar mehr, man weiß ja nie.

Kamerazubehör optimieren

Beim Kamerazubehör sollte man auch wieder klein beginnen und zunächst mit minimalstem Equipment drehen (z. B. Kamera + Objektiv + Stativ). Beim Dreh kann man dann wieder schauen, was einem fehlt. Klar – genügend Akkus und Speicherkarten braucht man immer. Langsam kann man dann sein Rig optimieren und nach und nach das benötigte Equipment dazukaufen.

Aber braucht man direkt einen zweiten Monitor oder ein großes Schulter-Rig mit FollowFocus. Wenn man einen zweiten Monitor braucht, muss dieser unbedingt wireless sein oder reicht ein kabelgebundener Monitor. Braucht man unbedingt einen 10Zoll Monitor oder reicht ein 5Zoll. Das gleiche gilt beim FollowFocus, für den Anfang braucht man keinen wireless FollowFocus. Wenn man mit einer Mattebox arbeitet, dann sollte man schauen, dass alle Filter die gleiche Größe haben oder einfach adaptiert werden können. Bei rechteckigen Filtern braucht man spezielle Filterhalter, wenn man eine 4×5,65 Mattebox hat, dann kann man trotzdem mit einem speziellen Filterhalter 4×4 Filter verwenden. Wenn man mit Schraubfiltern arbeitet, dann sollte man schauen, dass man alle Filter mit allen Objektiven verwenden kombinieren kann und wenn dies nicht so ist, dann muss man die entsprechenden Step-Up oder Step-Down Ringe dazu kaufen und sich am besten auch noch aufschreiben welche Adapterkombination für bestimmte Filter und Objektive notwendig sind. So muss man nicht immer erst rumprobieren.

Kamera optimieren (wenn möglich)

Natürlich kann man die Kamera an sich auch optimieren. Einige Kameras bieten die Möglichkeit, individuelle Menüs zu erstellen, Bildprofile abzuändern und Presets zu erstellen. Am Anfang sollte man bei den Standardeinstellungen bleiben und die Kamera zunächst kennenlernen. Bei der Arbeit mit der Kamera wird man dann immer vertrauter mit dem Gerät und kann auch besser einschätzen, welche Funktionen man auf einem Hotkey braucht und welche Funktionen man mit einem individuellen Menü schneller erreichen möchte. Wir haben bei unserer C300 auch ein CustomMenü und kommen so schneller auf folgende Funktionen: Karten formatieren, Simultan Aufnahme auf zwei Karten, Timecode zurücksetzen. Mit individuellen Bildprofilen kann man noch mehr aus einer Kamera herausholen, viele Kameras bieten ein Log-Profil und bei manchen Herstellern kann man dieses Profil auch noch anpassen. Mit unterschiedlichen Presets kann man die Kamera noch weiter anpassen, man könnte zum Beispiel ein Preset für Eventfilm erstellen und ein Preset für Imagefilm, da man wahrscheinlich unterschiedliche Funktionen bei unterschiedlichen Drehs braucht.

Fazit

An sich geht es beim Equipment optimieren oft um das Reduzieren von Zeitbedarf. Ihr könnt euch das Equipment wie ein großes Puzzle vorstellen, alles soll möglichst gut zusammenpassen. Man kann hier auch nicht unbedingt eine allgemeine Empfehlung für einen bestimmten Typ aussprechen, da jeder meistens etwas anders arbeitet. Man sollte beim Dreh einfach immer genau darauf achten, was einen bei einem bestimmten System stört und dann nach dem Dreh überlegen, ob man dieses Problem lösen kann. Aber am wichtigsten ist, dass man mit dem Equipment arbeitet, so lernt man die Sachen am besten kennen.

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