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HMI-Lampen

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In diesem Artikel stellen wir euch HMI Lampen vor. Bei einer HMI Lampe handelt es sich um eine spezielle Tageslichtlampe. An sich wurde die HMI Technik von Osram entwickelt. HMI bedeutet Hydragyrum Medium arc iodide oder auf deutsch „Quecksilber + mittlere Bogenlänge + Jodide“. Heute wird der Begriff HMI Lampe als Gattungsbegriff für Tageslichtlampen verwenden, ähnlich wie die Kinoflo Lampen als Gattungsbegriff für Filmlampen mit Leuchtstoffröhren verwendet werden.

Funktion

Eine HMI Lampe ist eine Halogen-Metalldampflampe und funktioniert anders wie eine „klassischer Glühlampe“. Bei einer Glühlampe wird ein dünner Draht zum Glühen gebracht. Dieses Glühen sehen wir als Licht. Jedoch wird nur ein geringer Teil (ca. 10-30% je nach Lampe) in Licht umgewandelt, der Rest geht als Wärme verloren.

Bei einer HMI-Lampe funktioniert die Lichterzeugung auf eine andere Art. Das Licht wird von einem Lichtbogen, der zwischen zwei Elektroden entsteht, erzeugt. Die beiden Elektroden befinden sich in einem mit Gas gefülltem Glaskolben. Im kalten Zustand passiert nichts mit dem Gas und auch wenn man die typischen 230V Netzspannung aus einer Steckdose anschließen würde, würde nichts passieren. Das Gasgemisch braucht eine viel höhere Spannung, um elektrisch leitend zu werden. Daher verwendet man bei einer HMI Lampe ein sogenanntes Vorschaltgerät. Dieses Gerät erzeugt für die Zündung eine Hochspannungsentladung (einen Blitz) und diese Entladung ionisiert das Gas zwischen den beiden Elektroden. Das Gas isoliert nun nicht mehr den Raum zwischen den Elektroden, sondern ist elektrisch leitend und der Lichtbogen zwischen den beiden Elektroden kann entstehen. Der Zündvorgang ist sehr kurz, aber die Füllsubstanzen müssen dann erst verdampfen, dies dauert ca. 2-3 Minuten. Erst nach dieser Zeit hat die HMI Lampe die komplette Leistung (Lichtleistung und Farbtemperatur) erreicht. In diesem Aufwärmvorgang sollte die Lampe nicht ausgeschaltet werden, um den Brenner (Leuchtmittel) nicht zu beschädigen.

HMI zünden

Ihr seht, der technische Zündungsprozess einer HMI Lampe ist nicht so einfach wie bei einer Glühlampe. Die Einschaltprozedur ist dies ebenfalls nicht. Da man bei einer HMI Lampe mit Hochspannung arbeitet, sollte man sich genau an die Einschaltprozedur, die der Hersteller angibt, halten, um die Lampe und sich selbst nicht zu beschädigen. Bitte auch immer vor dem Einschalten die Lampe und den Brenner überprüfen.

An sich muss man zunächst die Lampe am Vorschaltgerät anschließen und dann das Vorschaltgerät am Strom. Dann schaltet man die Lampe am Lampenkopf ein und zündet die Lampe dann über das Vorschaltgerät. Beim Zünden sollte man außerdem darauf achten, dass die Lampe auf der „Spot-Position“ ist, so ist der Brenner am weitesten vom Schutzglas entfernt.

Nach dem Ausschalten sollte man darauf achten, dass man die Lampe nicht sofort wieder einschaltet, außer die Lampe und das Leuchtmittel hat eine sogenannte Hot-Striking-Funktion. Mit der Hot-Striking-Funktion kann man eine Lampe nach dem Ausschalten sofort wieder Einschalten. Da das Gas im Brenner noch nicht abgekühlt ist, braucht man eine höhere Spannung beim Zünden, als bei kaltem Gas, dies reduziert die Lebensdauer vom Brenner enorm. Die meisten Lichttechniker empfehlen eine heiße HMI-Lampe nicht sofort wieder zu zünden. Am besten zündet man die Lampe beim Dreh so wenig wie möglich. Man sollte also darauf achten, dass die Lampe mit genügend Kabellänge ausgestattet ist, falls man sie auf dem Set neu positionieren muss.

Licht

Die HMI Lampe hat einer effizientere Lichtausbeute und kann bis zu 95Lumen pro Watt erzeugen. Sie strahlt dadurch deutlich weniger Wärme ab. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Lampe so „kühl“ bleibt wie eine LED. Das Gehäuse der Lampe und das Vorschaltgerät werden auch warm. HMI Lampen erzeugen Tageslicht, haben also eine Farbtemperatur von ca. 5500K – 6000K. Da wir hauptsächlich mit Tageslicht arbeiten, können wir bei HMI Lampen direkt mit dem Licht der Lampe arbeiten und müssen es nicht erst durch mithilfe von Folien umwandeln.

Ein kurzer Ausflug in die Arbeit mit Glühlampen: Bei einer Glühlampe hat man eine Farbtemperatur von 3200K und muss diese erst mit einer CTB-Folie in Tageslicht umwandeln, wenn man mit Tageslicht drehen will und kein Mischlicht haben möchte. Bei dieser Umwandlung verliert man aber ca. 50% der Leistung, eine 1000W Arri T1 wird also zu 500W. Kurz zum Vergleich, die Bilder zeigen eine ARRI T1 und die Kobold DFR200, beide Lampen haben fast die gleiche Leistung.

HMI Lampen machen ein sehr schönes gleichmäßiges Licht, dass sich ähnlich wie bei einer Glühlampe über das gesamte Farbspektrum verteilt. Das Licht der Lampe ähnelt sehr dem Sonnenlicht und HMI Lampen haben auch einen Teil UV-Licht, daher sollte man HMI Lampen nie ohne eine spezielle UV-Schutzscheibe betreiben.

HMI Dimmen

Man kann eine HMI nur bis ca. 50% dimmen. Beim Dimmen geht die Farbtemperatur der HMI Lampe etwas nach oben, sie wird also kälter (Bei einer Glühlampe ist dies genau entgegengesetzt, wenn man eine Glühlampe nimmt, dann nimmt die Farbtemperatur ab und die Lampe wird wärmer).

In engen Räumen ist man also mit einer HMI-Lampe etwas eingeschränkt, wenn man weniger Lichtleistung haben möchte. Es empfiehlt sich also zusätzlich noch Scrims als Zubehör für die HMI Lampe zu kaufen. Scrims haben eine Gitterstruktur und werden vor die Lampe bei den Flügeltoren eingesetzt. Durch die Gitter wird ein Teil des Lichts nicht durchgelassen und somit die Lichtintensität verringert. Scrims gibt es in unterschiedlichen Stärken.

Lichtformer und Lampentypen

Bei HMI Lampen gibt es die gleichen Lampentypen wie bei Halogen Glühlampen. Man kann wählen zwischen OpenFace, Fresnel oder Par-Lampen. Als Lichtformer kann man Softboxen, Filter oder Scrims verwenden.

Brennertypen

Es gibt zwei unterschiedliche Typen von Brennern, einen einfach gesockelten und einen doppelt gesockelten Brenner. Einfach gesockelt kann man nicht so gut sofort wieder zünden, da die beiden Elektroden zu nahe im Glaskolben sind, bei den doppelt gesockelten funktioniert dies besser, aber wie oben bereits beschrieben, solltet ihr überprüfen, ob eure Lampe die HotStriking-Funktion hat. Das erste Bild zeigt einen doppelt gesockelten Brenner und das zweite Bild einen einfach gesockelten Brenner.

Bitte überprüft auch vor jedem Dreh eure Brenner auf Kratzer oder Sprünge im Glas. Der Brenner sollte euch beim Dreh nicht um die Ohren fliegen. Folgende Bilder zeigen einen kaputten Brenner.

Unsere HMI Lampen

Wir verwenden zwei HMI Lampen von Kobold. Eine DFR 200 mit einer Fresnellinse und eine DLF 575W Openface. Die DLF kann man zum Beispiel als Keylight verwenden und sie durch einen Diffusor etwas absoften. Die kleinere DFR kann man als hartes Spitzlicht verwenden.

Lichttest

Wir haben für euch mit drei verschiedenen Lampen einen Mini-Lichttest gemacht. Es geht hier nur um die jeweilige Leistung der Lampe. Zum Einsatz kamen unsere HMI-Lampen und unsere Arri T1. Die Lampen wurden mit zwei Meter Entfernung zum Lichtmesser platziert und einmal auf „Flood“ und einmal auf „Spot“ gestellt. Nach dieser Messung haben wir die Lampen durch einen großen Diffusor auf den Lichtmesser gerichtet. Bitte schaut euch die Messwerte auf dem Lichtmesser an und nicht die allgemein Helligkeit des Bildes.

ARRI T1

Kobold DLF 475

Wenn man den HMI Fluter durch den Diffusor strahlen lässt und die Fokussierung ändert, dann gibt es kaum einen Unterschied bei der Lichthelligkeit. Der Fluter hat keine Fokussierlinse und kann einfach nicht so stark fokussiert werden. Ohne Diffusor fällt dieser Unterschied noch stärker aus, daher auch die Änderung beim Lichtmesser.

Kobold DFR 200

Zusammenfassung

Bei der Bedienung von HMI Lampen muss man etwas aufpassen. Wenn man die etwas komplizierte Einschaltprozedur beherrscht und sich an die Sicherheitsregeln hält, dann kann man eine HMI Lampe ähnlich wie eine Glühlampe einsetzen. Ein kleiner Nachteil bei HMI Lampen ist das zusätzliche Vorschaltgerät, da man einfach noch ein zusätzliches Gerät zum Betrieb der Lampe braucht und somit ein Gerät mehr auf dem Set steht. Ein weiterer Nachteil ist die Flexibilität von HMI Lampen in Bezug auf schnelle Setwechsel. Die Lampe braucht erst eine Zeit bis sie „warm“ gelaufen ist, in dieser Zeit sollte man die Lampe nicht ausschalten und zu große Bewegungen vermeiden. Für Run ‘N Gun Drehs sind HMI Lampen nicht geeignet, hier fährt man mit Akkubetriebenen LED-Lampen deutlich besser.

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