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Hyperlapse erstellen

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In diesem Artikel geht es um eine spezielle Art von Zeitrafferaufnahmen – die Hyperlapse und wie man eine Hyperlapse erstellt. Wir gehen kurz auf den Unterschied zu einer normalen Timelapse ein und erklären euch dann, wie man eine Hyperlapse anfertigt.

Mini-Update: Nach einem freundlichen Hinweis auf Twitter kann man die Hyperlapse auch noch etwas genauer unterteilen, wenn man nur eine kurze Strecke zurücklegt, dann kann spricht man auch von einer Motion-Timelapse. Erst bei größeren Strecken wird es dann zur Hyperlapse. Die Frage ist jetzt wieder, wann gilt eine Strecke als größer?

Was ist eine Hyperlapse?

Eine Hyperlapse ist eine Zeitraffer-Technik, bei der zwischen den einzelnen Aufnahmen die Kamera neu positioniert wird, um eine Bewegung im Film zu schaffen.
Die Timelapse (Zeitraffer) und die Hyperlapse gehören beide zur Art des Zeitraffers, doch während die Timelapse ein Motiv über eine lange Zeit unbewegt abbildet, bewegt sich die Kamera beim Hyperlapse und gibt dem Bild somit eine weitere Komponente, die Bewegung, also eine bewegte Zeitraffer Aufnahme.

Was brauche ich alles für eine Hyperlapse?

Natürlich brauchen wir für eine Hyperlapse eine Kamera, die besten Ergebnisse bekommt man mit einer Fotokamera mit einer möglichst hohen Megapixelanzahl. Wir erklären später, warum hier eine Fotokamera besser geeignet ist. Für die erste Hyperlapse reicht es, ohne Intervalometer zu arbeiten, aber danach ist es sinnvoll und funktioniert schnell und gut.
Mit einem Intervalometer könnt ihr die Kamera zu bestimmten Zeitpunkten (z. B. alle 10 Sekunden) automatisch auslösen lassen. Viele Kameras haben bereits einen Intervalometer integriert, bei einer Canon DSLR muss man ein kleines Gerät kaufen oder MagicLantern verwenden.
Mit diesem Intervalometer könnt ihr dann den Abstand einstellen, wann ein Foto gemacht werden soll.
Zusätzlich zum Intervalometer empfiehlt sich ein Stativ, wir verwenden in der Regel ein normales Fotostativ von Manfrotto. Man kann den Hyperlapse zwar auch aus der Hand aufnehmen, durch das Stativ werden die Aufnahmen aber deutlich stabiler. Mit diesen beiden Tools könnt ihr bereits sehr gute Hyperlapses machen.
Wer etwas mehr Zeit und Geld in Hyperlapses stecken möchte, der kann sich einen motorisierten Slider, wie den Philipp Bloom Pocket Dolly, anschaffen. Mit dem motorisierten Slider könnt ihr längere Zeiträume abdecken, man kann zum Beispiel dem Slider sagen, dass er 50 Zentimeter in 8 Stunden fahren soll, solch geringe Bewegungen bekommt man aus der Hand nicht hin. Eine weitere Investition ist ein Remote-Head, hier kann man noch zusätzlich die Ausrichtung der Kamera innerhalb eines bestimmten Zeitraums steuern. Die zusätzlichen Tools machen die Hyperlapse aber nicht einfacher, man muss sich mit viel mehr Parametern beschäftigen und die Aufnahmen genau im Voraus planen. Wie bereits geschrieben, fängt man am besten mit einer Kamera und einem Stativ an.

Wie mache ich eine Hyperlapse und was gilt es zu beachten?

Zunächst sucht man sich eine geeignete Szenerie für eine Hyperlapse und legt ungefähr das Bild fest. Je schwieriger der Weg ist, den ich zurücklegen muss, desto schwieriger wird auch die Hyperlapse. Am besten beschränkt man sich am Anfang auf einfache Bewegungen. Dann stellt man alles in der Kamera ein, Weißabgleich, Blende, ISO etc. Wir nehmen Hyperlapses in raw auf, so haben wir mehr Spielraum in der Postproduktion.
Man schaut sich zunächst an, welchen Weg kann ich gehen und was will ich bzw. soll die Kamera dabei sehen. Im Gegensatz zu der Timelapse, bei der das Motiv fix ist, muss man sich bei der Hyperlapse überlegen, wie sieht das erste Bild aus und wie das letzte nach der Bewegung. Bei der Wahl der Brennweite kommt es daraus an, was man zeigen möchte. Mit einem Weitwinkel kann man die Bewegung der Hyperlapse noch einmal mehr verstärken und muss geringere Strecken zurücklegen um ein schönes Ergebnis zu erhalten. Im Telebereich muss man deutlich mehr Wegstrecke zurücklegen um eine Bewegung in der Hyperlapse zu erhalten.
Wenn die Kamera eingestellt ist und der Weg für die Hyperlapse abgesteckt ist, können wir mit der Hyperlapse beginnen.
Für die Hyperlapse sucht man sich dann im Sucher/Display der Kamera einen Fixpunkt. Bei jedem Bild sollte die Kamera wieder auf diesen Fixpunkt ausgerichtet werden. Hier muss man auch etwas experimentieren. Wenn die Hyperlapse sich um ein bestimmtes Objekt bewegen soll, dann funktioniert die Fixpunkt-Methode sehr gut. Bei einer Hyperlapse, die sich seitlich entlang eines Objektes (zum Beispiel ein Fluss) bewegt, empfiehlt sich die Fixpunkt-Methode nicht, hier kann man eher mit der Horizontlinie arbeiten und diese immer auf der gleichen Höhe im Bild behalten. Nun fängt man an, mit kleinen Abständen, maximal 30 cm, Bild für Bild aufzunehmen. Man stellt die Kamera ein, macht über den 2 Sekunden-Auslöser ein Bild und verschiebt dann die Kamera um 30 cm, dann stellt man wieder die Kamera ein usw. Für unseren Skatepark-Ulm-Film haben wir auch mehrere Hyperlapse angefertigt (siehe Eingangs .gif). In diesem Beispiel konnten wir uns sehr gut an der Rundung des Pools entlang arbeiten und stets die Jump-Box (in der Mitte des Pools) in der Mitte behalten.
Eine Hyperlapse ist sehr aufwendig und man muss genau arbeiten, je genauer man arbeitet, desto schöner werden die Ergebnisse.
Dann geht man seine gewünschte Strecke ab. Nicht zu vergessen: 25 Bilder sind später gerade mal eine Sekunde im Film.

Postproduktion

Wir haben jetzt unsere Bilder für die Hyperlapse in der Kamera gesammelt und freuen uns schon auf das Ergebnis. Jetzt müssen die Bilder nur noch zu einem Film zusammengerechnet werden.
Zunächst importieren wir die Raw-Bilder in Lightroom und entwickeln die Bilder grob, wir machen hier nur eine grobe Entwicklung, weil wir noch nicht genau wissen, wie die Hyperlapse später im Film aussehen soll. Dann werden die Bilder in voller Auflösung als .jpg exportiert. Wir exportieren mit voller Auflösung, da wir dann noch kleine digitale Zoomfahrten einbauen können, wenn wir wollen.
Hier kommt der Vorteil mit der hohen Megapixelzahl zu tragen. Bei einer 1080p Timeline und einem 22,4 Megapixelbild, können wir das Bild auf 33% seiner normalen Größe reduzieren. Das FullHD-Bild braucht also nur ca. ein Drittel des Fotos. Wir haben also noch genügend Material um digitale Zoomfahrten zu machen. Beim Exportieren müsst ihr darauf achten, die Bildsequenz umzubenennen und eine durchlaufende Nummerierung zu haben. After Effects erkennt jpeg-Bildsequenzen, falls hier ein Bild fehlt, dann interpretiert After Effects dies als Fehler und zeigt an, dass ein Bild fehlt. Vielleicht habt ihr aber nur ein Bild bei der Aufnahme gelöscht, weil es verwackelt war. Also am besten die Bilder immer umbenennen.

Die fertige exportierten JPGs werden dann in After-Effects importiert (JPEG-Sequenz auswählen) und After-Effects erstellt eine Komposition mit den Bildern. Ihr könnt den Film jetzt noch bearbeiten (Farbkorrektur, Zoomfahrten, oder andere Animationen). Die fertige Komposition könnt ihr dann in After Effects als Quicktime exportieren und in eurem Premiere-Projekt einbauen. Fertig ist eure Hyperlapse.

Wann funktioniert eine Hyperlapse und wann eher weniger?

Eine Hyperlapse funktioniert sehr gut wenn man eine lange Strecke in einer bestimmten Zeit zurück legt. Wenn man den Himmel auf dem Bilder hat, dann sieht man hier schön die Bewegungen der Wolken, zusätzlich zur Bewegung der Kamera ergibt sich ein schöner Effekt. Objekte mitten auf einem belebten Platz eignen sich auch sehr gut für Hyperlapses. Bei einem Bild, auf dem weniger passiert, ist eine Hyperlapse nicht wirklich spannend.

Hyperlapse-Apps

Es gibt zahlreiche Hyperlapse-Apps für Smartphones. Die bekannteste ist vielleicht Hyperlapse von Instagram. Diese Apps, machen automatisch alle paar Sekunden ein Foto und erstellen dann automatisch die fertige Hyperlapse und stabilisieren dabei auch noch das Material. Wir haben die App auch schon ausprobiert und die Aufnahmen überzeugen. Wenn man aber etwas mehr einstellen möchte und komplexe Kamerafahrten realisieren will, der kommt um professionelles Equipment nicht herum.

Mit diesem Schritt-für-Schritt-Tutorial könnt ihr jetzt raus in die Natur und eine Hyperlapse erstellen.

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