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Interviews drehen

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Viele Werbefilme, Imagefilme oder Produktfilme profitieren von Interviews oder kleinen Statements. Informationen und Emotionen können über Personen besser vermittelt werden, als über Texte. Ein Sprecher wirkt oft etwas distanzierter, daher wollen wir nicht auf persönliche Statements verzichten. Eine Kombination aus persönlichen Statements und Sprecher ist natürlich auch möglich.

Damit man gute Interviews bekommt, haben wir einige Tipps für euch.

Unerfahrene Personen

Am häufigsten führt man Interviews mit Personen, die noch nicht viele oder keine Interviews vor der Kamera gegeben haben. Es gibt Naturtalente, die den Auftritt vor der Kamera sofort beherrschen, die meisten brauchen aber meistens eine Zeit, bis sie „auftauen“.

Wir lassen unsere Interviewpartner die Statements nicht auswendig lernen. Wenn man in einem Film ein Interview anschaut, dann merkt man in der Regel sehr schnell, ob diese Aussagen frei gesagt oder auswendig gelernt wurden. Der Tonfall und die Melodie der Sprache sind nicht so vielfältig bei auswendig gelernten Sachen. Oft wird der Text einfach nur „herunter gebetet“. Sprache kann aber viel mehr, sie kann laut, leise, dynamisch oder mit vielen Pausen sein. Diese Facetten sollte man der Sprache nicht rauben. Wir führen ein normales Gespräch und lenken die Fragen so, dass unser Interviewpartner die gewünschten Antworten selbst vor der Kamera formuliert. Wenn man es mit den eigenen Worten sagt, dann wirkt es authentischer. Dies hat zur Folge, dass man deutlich mehr Filmmaterial sammelt und später im Schnitt die passenden Aussagen auswählen muss. Kleiner Tipp: Man kann sich während dem Dreh aufschreiben, wann eine potentielle gute Aussage gemacht wurde. Hierfür einfach kurz den Timecode der Kamera aufschreiben.

Zwei Kameras

Wir drehen bei unseren Interviews mit zwei Kameras. Ab und zu können es auch drei sein, aber wir bleiben bei diesem Beispiel bei zwei. Mit zwei Kameras hat man mehr Spielraum in der Nachbearbeitung. Eine Kamera fängt die Szenerie in der Totalen ein und die andere Kamera die Nahaufnahmen. Bei wichtigen Aussagen, kann man dann auf die Nahaufnahme schneiden.

Exkurs zum Thema Interviews mit 4K Kameras. Ein oft angesprochener Vorteil von 4K ist, dass man digital ohne Verlust in das Bild hineinzoomen kann und somit den Bildausschnitt in der Postproduktion ohne Probleme ändern kann. Das funktioniert natürlich nur, wenn man mit 4K-Material auf einer 1080p-Timeline arbeitet. Das Material muss einfach eine höhere Auflösung als die Auflösung der Timeline haben. Trotz 4K verwenden wir immer noch zwei Kameras und zwar aus dem einfachen Grund der Perspektive. Mit einer Kamera hat man nur eine Perspektive und wenn man jetzt digital hineinzoomt, dann ändert sich nur die Einstellungsgröße, die Richtung bleibt die selbe. Für uns fühlt sich dieser Schnitt wie ein JumpCut an. Der Betrachter wird hier sehr auf den Schnitt aufmerksam gemacht. Bei zwei Kameras ändert man immer etwas die Perspektive und wenn man jetzt noch in der Bewegung schneidet, bleibt der Schnitt etwas subtiler. Wenn man mit der zweiten Kamera jetzt noch die Position und den Bildausschnitt beim Dreh ändert, dann kann man hier viele spannende Close-Ups einfangen. Mit einer Kamera ist dies nicht so einfach möglich. Wenn es wirklich schnell gehen muss, dann kann man nur mit einer 4K-Kamera ein Interview drehen. Im Newsbereich wird dies wahrscheinlich eine gängige Methode werden. Unsere Interviews sind aber nie ein „Schnellschuss“, sondern genauer geplant (eine bestimmte Location, eine bestimmte Person, etc.), daher werden wir nie auf die zweite Kamera verzichten.

BRoll

Man sollte zusätzlich zum Interview noch Schnittbilder oder BRoll aufnehmen. Diese Schnittbilder kann man zusätzlich zum Interview einblenden und so den Schnitt etwas auflockern. Man kann zur Aussage passende Situationen schneiden oder auch Details von den Händen (Gestik) zeigen. Wenn man mit zwei Kameras arbeitet und gleichzeitig noch BRoll von der Person aufnehmen will, dann muss man wohl oder übel eine Perspektive öfters verlassen. Wir lassen in der Regel die Totale fest und die Close-Up kann frei gewählt werden. Wenn wir mit drei Kameras arbeiten, dann kann eine Kamera komplett für BRoll verwendet werden. BRoll ist ein wichtiger Bestandteil von Interviews, kostet aber natürlich zusätzlich Zeit und Ressourcen.

Dies waren ein paar Tipps zum Drehen von Interviews. Im nächsten Artikel gehen wir dann genauer auf den Schnitt von Interviews ein.

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