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Kameramonitor

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Heute geht es um zusätzliche Kameramonitore. Die meisten digitalen Kameras (wir schreiben bewusst die meisten, da Leica eine digitale Kamera ohne Bildschirm herausgebracht hat) haben einen integrierten Monitor und die neueren (z. B. Sony A7S) auch einen digitalen Sucher. Der interne Bildschirm ist oft aber nur ca. 3,2 Zoll groß, bei dieser Größe fällt es sehr schwer, das Bild (Bildgestaltung) und die Schärfe des Bildes zu beurteilen. Daher kann man hier einen zweiten externen Monitor verwenden.

Einsatzgebiet

Ein externer Monitor kann auf verschiedene Arten eingesetzt werden: in Kombination mit einer Lupe als externer Viewfinder für den Kameramann, als Focusmonitor für den Focuspuller oder als Regiemonitor für den Regisseur oder bei manchen Kameras (BlackMagic Micro) als einziger Monitor. Einen hochwertigen Monitor kann man für mehrere Zwecke verwenden.

Welche Bildschirmgröße

5 Zoll, 5,6 Zoll, 6 Zoll, 7 Zoll oder doch 10 Zoll? Bei vielen Herstellern kann man mehrere Monitorgrößen auswählen. Bei der Größe muss man den Einsatzzweck im Hinterkopf behalten. Wenn man einen kleinen Zusatzmonitor für die Run’nGun-Arbeit braucht und weniger einen Regiemonitor, dann sollte man eher zu den kleineren Modellen (5 Zoll) greifen, wenn man einen zusätzlichen Regiemonitor an der C300 betreiben möchte, dann sollte man eher im 7 Zoll oder 10 Zoll Segment schauen. Man darf nicht vergessen, dass die größeren Bildschirme auch mehr Gewicht haben und so die Kamera schwerer wird, gerade wenn man sehr viel von der Schulter arbeitet, merkt man jedes Kilo.

Bei unserem ersten Monitor haben wir uns für 7 Zoll entschieden, dieser Monitor ist aber auch schon in die Jahre gekommen und beim Kauf vor vier Jahren gab es noch nicht so viel Auswahl bei den Größen. Damals waren auch die Gehäuse deutlich größer. Kürzlich haben wir auf einen 5,6 Zoll Monitor reduziert, das Gehäuse ist aber auch noch einmal ein gutes Stück kleiner und somit konnten wir deutlich mehr Platz gut machen und Gewicht reduzieren. Mit dem 5,6 Zoll Monitor hat man noch eine akzeptable Größe als Regiemonitor und kann auch gut die Schärfe beurteilen.

Es gibt aber noch die Möglichkeit einen zweiten ext. Monitor zu verwenden, man kann dann hier einen 5 Zoll Monitor für den Bildausschnitt verwenden und dann noch einen 7 Zoll als Regiemonitor. Die Kamera muss natürlich mehrere Videoausgänge (HDMI + SDI) unterstützen, oder ein Monitor kann das Signal an einen zweiten Monitor weitergeben. Natürlich wird dann das Kamerapaket wieder schwerer und größer, oder man entkoppelt den Regiemonitor komplett von der Kamera und arbeitet kabellos. Mittels Funkübertragung kann man dann das Signal von der Kamera an den externen Monitor übertragen. Bei einer HD-Übertragung sind die Sende- und Empfangsgeräte aber deutlich teurer und man muss hier auch die Reichweite beachten.

Vergleich Walimex 7 Zoll Monitor und SmallHD DP6

Jetzt stellen wir euch noch zwei verschiedene Monitore vor. Wie bereits gesagt, hatten wir zunächst den Walimex 7 Zoll Monitor und diesen hatten wir auch ca. 4 Jahre im Einsatz.

Walimex 7 Zoll Monitor
Der Walimex Monitor stammt noch aus unserer DSLR-Zeit. Wir brauchten einfach einen zusätzlichen Monitor, um das Bild besser beurteilen zu können. Besonders wenn die Kamera sehr niedrig (Beanbag) oder sehr hoch (Kran) war, brauchten wir einen Monitor, da man das Kameradisplay einfach nicht mehr gut gesehen hat.

Für diese Zwecke war der Monitor völlig ausreichend. Auch die Peakingfunktion war ein nettes Feature, man durfte sich aber nicht zu 100% darauf verlassen. Der Monitor wird mit den typischen Sony Akkus betrieben und durch die frühere Arbeit mit der Sony VX1000 hatten wir hier auch noch etliche übrig. Der Monitor hat für seine Größe ein relativ großes Gehäuse und wenn der Sonyakku angeschlossen ist, dann ist der Monitor auch schon sehr sperrig.

Leider mussten wir sehr schnell feststellen, dass der Monitor ein komisches Verhalten bei der Bildübertragung gezeigt hat. Ab und zu war das Bild gestochen scharf (kein FullHD scharf, aber ok), dann nach einer Zeit wurde das Bild eher schwammig, als hätte man einen leichten Weichzeichner über das Bild gelegt. Die Ursache haben wir aber nicht entdeckt, wahrscheinlich war das Panel einfach nicht hochwertig genug. Für den Preis darf man einfach nicht zu viel erwarten. Die Walimex Produkte bieten in der Regel ein gutes Preis-Leistungsverhältnis, aber man darf hier keine Wunder erwarten.

SmallHD DP6
Da der Walimex Monitor die gerade angesprochenen Schwächen zeigte, wir uns nicht 100% auf den Monitor verlassen konnten und der Monitor langsam auch deutliche Abnutzungserscheinungen durch viele Drehs zeigte, haben wir kürzlich auf den SmallHD DP6 gewechselt. Es handelt sich um die Version mit HDMI und SDI. Der DP6 ist auch schon etwas in die Jahre gekommen und hat noch kein FullHD Display. Wenn man ein FullHD Display braucht, dann kann man sich den SmallHD 501/502 und 701/702 anschauen, leider sind diese beiden Modell nicht ganz so günstig. Wir haben unseren DP6 günstig bei eBay erstanden.

Bereits beim Auspacken bemerkt man die deutlich bessere Verarbeitung und die angenehmere Haptik. Außerdem ist das Gehäuse nur etwas größer als das Display, der Monitor braucht also nicht so viel Platz.

Die Funktionen des SmallHD unterscheiden sich nicht viel zum Walimex Monitor, bei beiden kann man Helligkeit, Kontrast, Schärfe, etc. einstellen. Bei den Kontrollmonitoren kann der Walimex sogar mehr, er hat ein Histogramm und ein FalseColor. Bei der Arbeit mit dem SmallHD merkt man aber schnell, dass man eigentlich überhaupt kein Histogramm braucht und man das FalseColor vom Walimex getrost vergessen kann, auf das FalseColor von SmallHD kann man sich wirklich verlassen.

Der ausschlaggebendste Grund für den SmallHD ist aber das Display an sich, es ist um Längen besser als das Display des Walimex Monitors und nicht nur bzgl. der Auflösung. Klar, man vergleicht hier zwei unterschiedliche Preisklassen, aber man sieht deutlich, dass es sich meistens lohnt, etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen. Auf der anderen Seite muss man aber auch sagen, dass der Walimex Monitor uns ein paar Jahre treue Dienste geleistet hat und sei es nur, dass der Kunde ein etwas größeres Bild auf dem Set sehen konnte. Was uns beim SmallHD fehlt, ist eine LUT-Funktion. Bei den neueren Modellen von SmallHD kann man verschiedene LUTs auf dem Monitor anzeigen lassen und man kann so das Bild etwas besser beurteilen. Gerade wenn man mit sehr flachen Bildprofilen ohne LUT arbeitet, muss man bei der Belichtung sehr aufpassen. Wenn man die Kamera neu hat, dann testet man am besten unterschiedliche Belichtung mit eingeschaltetem LOG-Profil und vergleicht dann die Ergebnisse in der Postproduktion.

BlackMagic Video Assist
Wir sind ja ziemliche Fans von unseren BlackMagic Pocket Cinema Cameras und es gibt auch zwei Monitore/Recorder von BlackMagic, den kleinen Video Assist (5Zoll) und den großen Video Assist 4K (7 Zoll). Die beiden Monitore sind nicht nur Monitore, sondern können auch auf SD-Karte das gefilmte Material aufzeichnen. Man kann zum Beispiel von der Kamera RAW aufzeichnen lassen und vom Recorder ProRes, so spart man sich die Umkonvertierung und hat direkt ProxyFiles. Die beiden Monitore haben noch weitere interessante Features wie zum Beispiel Peaking, nur fehlte uns leider eines, ein guter Kontrollmonitor. Leider hat man wieder einmal nur ein Histogramm. Vielleicht bringt ja BlackMagic ein Firmware-Update heraus, mit dem man dann Waveform oder FalseColor auf dem Monitor verwenden kann.

Bei der Anschaffung von einem neuen Monitor mussten wir uns zwischen dem SmallHD DP6 eBay Deal und dem BlackMagic Video Assist entscheiden und der eBay Deal war einfach so gut, dass wir zuschlagen mussten.

Zusammenfassung

Überlegt euch vor dem Kauf eines Monitor für welchen Zweck ihr den Monitor genau braucht, FocusMonitor, RegieMonitor oder Viewfinder. Am Anfang haben wir auch gedacht, dass der zweite Monitor so groß wie möglich sein muss, aber man vergisst oft das Gewicht und dass der Monitor ja noch irgendwie nicht störend am Rig befestigt werden muss. Welche Features soll der Monitor haben? Peaking, LUTs, FalseColor, Waveform, Recorderfunktion. Je mehr Funktionen der Monitor hat, desto teurer wird er meistens.

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