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Lichtspieler: Lichtarten und Lichtmodifikation

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Wenn es um das Visuelle geht ist Licht eines der wichtigsten, wenn nicht das wichtigste Element beim Film. Auf den ersten Blick ist das Licht notwendig, damit die Fotozellen auf dem Sensor oder der Analogfilm belichtet werden können und man nicht nur Schwarz sieht. Ein weiterer Aspekt von Licht ist die Stimmung. Ein Kameramann spielt mit dem Licht, um eine bestimmte Stimmung zu erhalten (düster, mysteriös, warm, etc.).
In Teil 5 unserer Serie „Filmen mit Spiegelreflex“ haben wir euch einen groben Überblick über verschiedene Scheinwerfer und Lichtformer gegeben.
In diesem Artikel sind wir Lichtspieler und erklären euch, wie man das Licht einsetzen kann und welche Scheinwerferarten es grob gibt.

Lichtcharakteristik: weiches Licht und hartes Licht
Licht kann weich, hart oder eine Mischung dazwischen sein. Eine harte Lichtquelle wirft einen harten Schatten (der Schatten ist klar begrenz, man kann die Linie fast mit einem Lineal nachziehen) und ein weiches Licht wirft praktisch keinen Schatten (der Schatten ist sehr weich, man hat einen weichen Verlauf von Licht zu Schatten).
Eine kleine Lichtquelle wirft harte Schatten, eine große Lichtquelle dagegen wirft weiche Schatten. Ein Beispiel hierfür ist das Sonnenlicht an einem wolkenlosen Sommertag. Die Sonne wirft hier harte klare Schatten. Im Gegensatz dazu haben wir an einem bewölkten Tag (Hochnebel, die Leute aus Ulm kennen das ja gut) überall ein sehr weiches Licht und deswegen sehr weiche Schatten.

Lampenarten
Über die Jahre wurden unterschiedliche Arten von Filmlampen entwickelt, um unterschiedliche Lichtcharakteristiken zu erhalten. Wir wollen euch hier nur einen groben Überblick geben. (Tipp: Wenn ihr mehr über die verschiedenen Lampenarten erfahren wollt, dann empfehlen wir euch das Buch „Die chinesische Sonne scheint immer von unten„) Wir haben zum Bild der Lampe jeweils Bilder vom ausgestrahlten Licht der Lampe erstellt.

Fresnel (Arri Junior 650 Plus)

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Eine Fresnellampe wird oft auch als Stufenlinsenscheinwerfer bezeichnet.
Die Fresnellinse (benannt nach dem französischen Physiker Augustin Jean Fresnel) ist eine Linse, die aus mehreren Teilringen besteht. Das Licht von einem Stufenlinsenscheinwerfer ist gleichmäßig und läuft an den Rändern weich aus. Die meisten Fresnelscheinwerfer haben eine Fokussierfunktion, der Abstand zwischen Leuchtmittel und Spiegel kann verändert werden. So wird der Lichtkreis mehr oder weniger scharf abgegrenzt. Der Lichtkreis kann durch Flügeltore (Barndoors) noch einmal beeinflusst werden.

Flächenleuchte (Arri Arrilite 750 Plus)

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Bei einer Flächenleuchte wird das Licht nicht durch eine Fresnellinse fokussiert. Der Lichtkreis läuft viel weicher aus. Eine Flächenleuchte hat eine höhere Lichtausbeute als ein Stufenlinsenscheinwerfer, da das Licht nicht mehr durch eine Linse abgeschwächt wird.

Leuchtstofflampen (Kinoflo)

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Leuchtstofflampen werden oft als Kinoflos bezeichnet, obwohl es sich bei „Kino flo“ um einen Hersteller handelt. Kino flo ist bekannt durch die Leuchtstofflampen, die perfekt für den Film und Videobereich geeignet sind. Lest hier unseren Artikel zu unseren Kinoflos. Leuchtstofflampen haben eine kompakte Bauart und geben sehr weiches Licht ab. Die Leuchtmittel von Leuchtstofflampen sehen wir herkömmliche Neonröhren aus. Bei Haushaltröhren kann es jedoch zu Farbstichen kommen. Wir haben die Walimex Flächenleuchte zum testen gekauft und haben einen deutlichen Grünstich festgestellt. Dieser lässt sich aber leicht in der Postproduktion korrigieren.

LED

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LEDs sind auf dem Vormarsch. Sie sind dimmbar, robust und haben einen geringen Stromverbrauch und entwickeln im Lichtstrahl praktisch keine Hitze. Klingt ideal für den Einsatz beim Film.
Aber das Licht von herkömmlichen LEDs (z. B. Walimex Pro LED 1000) ist sehr schwer zu kontrollieren. Die Barndoors verändern das Licht kaum. Lest hier unseren Test und Meinung zur Walimex LED 1000.
Arri hat mit der L-Series einen kontrollierbaren LED Scheinwerfer entwickelt, der eine ähnliche Bauform und Lichtausstrahlung wie ein Fresnelscheinwerfer hat.
LEDs decken auch nicht das gesamte Farbspektrum des ausgesendeten Lichts ab. Die Farben können also in der Kamera nicht zu 100% aufgenommen werden. Wer mehr über die Nachteile von LEDs erfahren will, der sollte sich dieses Interview mit Dedo Weigert anschauen.

Licht kontrollieren
Über die Jahre wurden viele unterschiedliche Werkzeuge entwickelt um Licht zu kontrollieren. Wir stellen euch hier nur eine kleine Auswahl vor:

Flags

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Wie der Name schon sagt, sind Flags Abschattungsflaggen. Flags gibt es in verschiedenen Größten.
Man kann Flags an einen C-Stand befestigen und so ungewünschtes Licht abschatten. Wir haben einen ausführlichen Artikel über die Flag geschrieben.

Softboxen

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Softboxen gibt es in vielen verschiedenen Größen. Die Softbox kann mit Hilfe einer Vorrichtung am Scheinwerfer angebracht werden und softet das Licht je nach Diffusionsstärke ab. Viele Softboxen haben im Inneren weitere Klettverschlüsse, um weiteres Diffussionsmaterial anbringen zu können.

Eggcrates
Eggcrates werden oft bei weichem Licht (z. B. Kinoflos) verwendet. Eggcrates richten das Licht, somit kann man das weiche Licht steuern.

Reflektieren
Eine einfache Möglichkeit, hartes Licht weicher zu machen, ist, es von einer Wand oder der Decke auf das gewünschte Objekt zu reflektieren. Man kann das Licht auch auf eine Styroporplatte richten und so das Objekt indirekt beleuchten.

Es gibt unzählige Möglichkeiten, Licht zu setzen und es zu modifizieren: der Kameramann ist ein Lichtspieler. Am Ende sollte das Licht aber auch immer zur gewünschten Stimmung passen. Einen düsteren Film mit hellem weichen Licht auszuleuchten, ist nicht sehr sinnvoll. Hier gibt es natürlich Ausnahmen.

Einen Punkt haben wir in diesem Artikel weggelassen, das Messen von Licht. Wenn ihr mehr über Lichtmesser und Messmethoden erfahren wollt, dann lest euch einfach unseren Artikel Lichtmesser durch.

In unserer Kategorie Equipment stellen wir euch zum Teil unsere Ausrüstung, aber auch Equipment, dass wir des Öfteren im Einsatz haben, vor.

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