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Praxisbeispiel – Materie

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In dieser CaseStudy stellen wir euch die Entstehungsgeschichte unseres Films „Materie“ vor.

Wir müssen etwas in die Geschichte ausholen und auch sonst ist der Artikel etwas länger als sonst, aber ihr bekommt eine Menge Informationen und Tipps. Und ihr seht, wie eine etwas andere Filmproduktion bei uns abläuft.

Ich (Josef) war schon immer von rein visuellen Filmen fasziniert. Keine Schauspieler, keine Interviews, keine Produkte, nur Farben, Formen, Strukturen und Bewegung. Die ersten Experimente habe ich bereits mit meiner VX1000 vor über 10 Jahren gemacht, einfach in der Natur drauf losfilmen und dann mit der Musik etwas Interessantes machen. Über die Jahre hinweg habe ich dann diese Filme etwas aus den Augen verloren.

10 Jahre später – 2015 – sind wir mit „die lichtfänger“ fest in Ulm als Filmproduzenten etabliert und realisieren zusammen mit unseren Kunden sehr viele Projekte. Bei diesen Projekten handelt es sich in der Regel um Imagefilme, Anwendungsfilme und Werbefilme. Zusätzlich zu unseren „normalen“ Filmen hatten wir beschlossen, mehr freie Projekte und abstraktere Filme zu machen.

Durch ein paar Filme auf Vimeo sind wir dann wieder auf die Visuals gekommen und wir hatten auch die Motivation, dieses Thema wieder näher zu betrachten und selber wieder mehr Filme in diesem Bereich zu machen. Besonders angetan waren wir von den Filmen von Susi Sie und ShankFX. Wir fasten den Entschluss, es Auszuprobieren und haben direkt einige Chemikalien (Ferrofluid, H2O2, Lebensmittelfarbe) und Utensilien (Spachtel, Pipetten, Petrischalen, etc.) bestellt.

ARBEITSFLÄCHE

Bei diesen ersten Versuchen ging es noch nicht um eine konkrete Filmidee, wir wollten zunächst die Materialien kennenlernen und den Versuchsaufbau optimieren. Unsere Arbeitsfläche ist eine Glasscheibe, so kann man auch von unten Licht verwenden. Besonders die Höhe der Arbeitsfläche ist entscheidend.

Wenn man auf dem Boden arbeitet, kann man das Stativ relativ niedrig halten und hat somit die Kamera noch gut im Blick, leider kommt man etwas schwerer unter die Arbeitsplatte. Für einige Experimente muss man die Magnete von unten an die Petrischale halten. Außerdem ist es schwieriger bei einer niedrigen Arbeitsfläche Licht von unten zu verwenden. Wenn die Arbeitsplatte auf Schreibtischhöhe ist, dann kann man die Unterseite gut erreichen, das Stativ muss aber dann deutlich höher sein und unter Umständen verliert man den Blick aufs Display. Und je höher das Stativ ist, desto instabiler wird es und anfälliger für kleine Wackler. Im Makrobereich ist dies leider sehr nervig.

Schlussendlich sind wir bei einer Höhe der Arbeitsplatte von ca. 50cm angekommen. Man kann noch wunderbar unter die Platte kommen und die Kamera ist noch nicht so hoch, dass man nicht mehr das Display sieht. Zusätzlich verwenden wir aber noch einen Monitor an der Kamera. Diesen platzieren wir relativ nahe zur Petrischale. So kann man die Arbeitsfläche und das Kamerabild gleichzeitig sehen.

MAGNETE UND WEITERE UTENSILIEN

Kurz zu den Magneten. Unsere Magnete sind ca. 1cm3. Sucht einfach mal nach Neodym. Mit kleineren Magneten braucht man auch weniger Ferrofluid und kann so das teure Material länger verwenden. Durch die sehr kleinen Magneten hat man aber auch kleinere Figuren und muss daher mit der Kamera näher ran.

Ein kleiner Tipp, man kann es nicht oft genug sagen. Die Magnete sind zwar klein, haben aber eine enorme Kraft. Passt wirklich damit auf, wenn ihr mit Ferrofluid arbeitet.

KAMERA + OBJEKTIV

Die ersten Aufnahmen (Mitte 2015) haben wir mit der 5D und dem Canon 100mm Macro Objektiv gemacht. Zu diesem Zeitpunkt haben wir noch mehr mit der 5D gearbeitet und noch nicht so viel mit der BlackMagic Pocket.

Beim Stativ haben wir ein Fotostativ von Manfrotto verwendet, da man mit diesem die Kamera senkrecht von oben auf die Petrischale ausrichten kann, unsere C300 ist leider zu schwer für dieses Stativ. Das Fotostativ haben noch mit Sandsäcken beschwert.

Zusätzlich zum Makroobjektiv haben wir sogenannte Macrotubes und einen Reversefilter eingesetzt. Mit den Macrotubes kann man die minimale Fokusdistanz noch einmal reduzieren.

Der Reversefilter funktioniert etwas anders und sieht auf den ersten Blick sehr unorthodox aus. Mit dem Reversefilter kann man ein anderes Objektiv am Makroobjektiv aufschrauben, das andere Objektiv wird dabei verkehrt herum auf das Makroobjektiv geschraubt und man kann es sich wie eine Art Lupe auf dem Objektiv vorstellen. Die Nahstellgrenze wird dabei auf weniger Millimeter reduziert. Natürlich leider hier auch die Bildqualität etwas, aber bei unseren Makroaufnahmen fällt dies kaum auf.

Bei den späteren Aufnahmen haben wir dann die BlackMagic Pocket mit einem Canon EF Adapter verwendet. Da wir bereits das Canon 100mm Macro haben, wollte wir nicht noch zusätzlich ein Makroobjektiv für MicroFourThirds kaufen. Wir brauchen nur einen Adapter für die BMPCC. Da der Metabones Speedbooster für die BMPCC verhältnismäßig teuer ist und wir nicht unbedingt den Vorteil eines Speedbooster brauchen, haben wir uns komplett für die entgegengesetzte Richtung beim Adapter entschieden und einen sehr günstigen Adapter bei enjoyyourcamera gekauft. Man kann hier lediglich das Objektiv anschließen. Der Adapter hat zwar eine Art mechanische Blende, diese kann man aber getrost vergessen, weil sie die Bildqualität nur deutlich schlechter macht. So können wir mit diesem Adapter nicht die Blende steuern. Hier gibt es aber einen Trick. Einfach das Objektiv an eine Canonkamera anschließen, die Blende wählen, den Blendenknopf drücken und dann das Objektiv wieder von der Kamera entfernen. So muss man nicht die ganze Zeit mit offener Blende filmen.

In der Regel verwenden wir eine Blende zwischen 5,6 und 11, so hat man noch etwas Tiefenschärfe und muss nicht andauernd die Schärfe nachjustieren. Der Adapter ist von der Qualität ausreichend, er sitzt nicht wirklich fest auf dem Bajonett der BMPCC, aber wenigstens ist er komplett aus Metall. Da wir die Kamera aber nicht bewegen und einfach nur Ein- und Ausschalten reichte dieser Adapter fürs erste vollkommen aus.

BELICHTUNG

Da wir in der Regel mit einem 180° Shutter filmen wollen, die ISO (400, 800, 1600) bei der BMPCC eher zweitrangig ist und die Blende durch den Adapter auch fix ist, verändern wir die Belichtung lediglich über die Entfernung der Lichtquelle und über unseren Tiffen Variable ND-Filter. Durch den höheren Dynamikumfang und den besseren Codec der BMPCC haben wir auch deutlich mehr Spielraum in der Postproduktion. Die Belichtung der 5D lief hierbei ähnlich ab, die ISO lag meistens zwischen 400 und 800.

LICHT

Beim Licht haben wir zunächst unsere kleine Walimex LED verwendet. Wir haben ja schon des Öfteren geschrieben, dass wir nicht so begeistert von der Lichtqualität von LEDs sind, aber bei den ersten Tests reichte dieses Licht völlig aus. Außerdem kann man die Lampe sehr einfach unter die Arbeitsfläche legen und erhält somit ein schönes Backlight.

Zwischendurch haben wir einige Aufnahmen mit unseren Kinoflos gemacht, leider sind die Kinoflos durch ihre Größe etwas unhandlich und schlussendlich haben wir für die Aufnahmen unsere kleine HMI Lampe von Kobold verwendet. Die HMI haben wir auf einem C-Stand mit Ausleger befestigt, den Ausleger mit HMI haben wir dann auf Bodennähe gebracht und konnten somit die Szenerie entweder von unten oder von der Seite (Spitzlicht) beleuchten.

1. Erste Versuche mit Ferrofluid

Ferrofluid ist ein magnetisches Öl. Mit einem Magneten (wir verwenden Neodym) kann man die Flüssigkeit beeinflussen und abstrakte, fremdartige Formen schaffen. Man bekommt hier relativ einfach spannende Ergebnisse. Man tropft etwas Ferrofluid in einer Petrischale und hält von unten einen Magneten dagegen, schon hat man die ersten Formen. Mit der Bewegung des Magneten kann man das Ferrofluid beeinflussen. Am beeindruckendsten sieht zunächst das kleine „Stachelmonster“ aus, viele haben so etwas noch nie gesehen und in der Tat wirken diese Figuren wie aus einer anderen Welt. Man kann aber noch weitere Zutaten hinzufügen. Mit Wasser ergeben sich auch interessante Figuren, da sich das Öl nicht sofort mit Wasser mischt.

Wie vorhin bereits geschrieben, man muss unbedingt aufpassen, wenn man mit Ferrofluid und Magnetismus arbeitet. Wenn man einmal den Magneten falsch hält, kann es sein, dass das Ferrofluid aus der Petrischale „springt“ und sehr schnell alles dreckig macht. Dann ist erstmal putzen angesagt. Wir haben übrigens auch die Kamera mit einem Müllbeutel abgedeckt und einen reinen Glasfilter als Schutz für das Objektiv verwendet.

2. Weitere Versuche mit unterschiedlichen Materialien

In der zweiten Session haben wir dann die übrigen Materialien ausprobiert. Wir haben etwas Milch mit Lebensmittelfarbe gemischt und dieses Gemisch dann in eine Petrischale gegeben. Dann haben wir etwas Wasserstoffperoxid hinzugegeben. Dadurch kann man die Milch etwas aufspalten (nicht unbedingt die korrekte chemische Erklärung) und erhält interessante Formen.

Zusätzlich kann man dann noch Ferrofluid hinzufügen und alles mit dem Magneten beeinflussen. Gerade mit dem Ferrofluid kann man die Flüssigkeiten etwas besser „steuern“, ohne Ferrofluid ist man nur auf die Eigenbewegung der verschiedenen Flüssigkeiten angewiesen. Man sollte hier aufpassen, dass man nicht zu viel Milch verwendet. Wenn man zu viel Flüssigkeit in der Petrischale hat, wirken die Bewegungen zu „normal“ und man verliert etwas den Effekt. Man sieht einfach sofort, dass es sich um eine Flüssigkeit handelt.

3. Noch mehr Experimente

In weiteren Versuchen haben wir dann noch die Flüssigkeit aus Knicklichtern hinzugefügt, jedoch blieben hier spannende Effekte ohne Schwarzlicht aus. Dann haben wir eine neue Richtung eingeschlagen und nur zwei Zutaten verwendet, Seifenblasenflüssigkeit und Ferrofluid. Die Seifenblasenflüssigkeit haben wir auf der Petrischale stark aufgerührt, so dass viele kleine Seifenblasen entstehen, dann haben wir etwas Ferrofluid am Rand hinzugefügt und das Ferrofluid langsam zur Seifenblasenflüssigkeit gezogen. Wenn man den Magneten sehr langsam bewegt, kann man beobachten, wie sich das Ferrofluid durch die Seifenblasen bewegt.

Wie ihr seht, haben wir ausgiebig mit den verschiedenen Materialien experimentiert. Diese Experimente passierten nicht jeden Tag, sondern waren über mehrere Wochen verteilt. Aber irgendwie ist der Funke nicht richtig übergesprungen, irgendwie hat noch eine wichtige Komponente gefehlt. Diese Komponente war die Geschichte. Ohne Geschichte sieht man nur „schöne Bilder“ und uns wollte einfach keine Geschichte einfallen. Wir haben beschlossen, die Flüssigkeiten für eine Zeit lang ruhen zu lassen.

4. Ein neuer Anfang

Aber so ganz haben uns die visuellen Filme nicht losgelassen. Mit neuer Motivation haben wir wieder losgelegt, doch diesmal nicht mit Flüssigkeiten sondern mit Modellsand. Diesen haben wir auf einen Lautsprecher gelegt und über den Lautsprecher Töne abgespielt.

Durch die Schallwellen werden die Sandkörner in Schwingungen versetzt. Die Bewegungen waren chaotisch, aber ein Anfang. Bei den Tönen haben wir verschiedene Methoden verwendet, einmal haben wir nur Töne (Sinus, z. B. 40Hz) abgespielt, ein anderes mal Musik. Bei weiteren Experimenten haben wir sogenannte Websynthies verwendet. Ein Websynthie ist einfach ein Synthesizer Simulator, der auf einer Webseite läuft. Man kann hier einfach Töne durch den Klick mit der Maustaste generieren und durch die Mausbewegung die Tonhöhe verändern. Da der Sand auf die Töne unterschiedlich reagiert, kann man also in Echtzeit den Sand beeinflussen. Der Sand war aber leider doch noch zu groß für die Filmaufnahmen, man sah keine schönen Formen. Wir haben dann weitere Experimente mit Salz, Zucker, Graphit und Farbpartikeln gemacht. Hier ergaben sich bereits sehr schöne Muster. Zusätzlich zum Materialwechsel haben wir hier auch, wie oben schon genannt, einen Kamerawechsel (5D zur BMPCC) gemacht.

Nebenbei haben wir uns auf Musiksuche gemacht und natürlich erst einmal unsere Creative Commons Musikseiten und Stockmusikseiten durchforstet und wir haben auch einige passende Titel gefunden und schon kleine Rohschnitte mit dem bestehenden Material angefertigt. Wie bereits in unserem Artikel „Musik auf den Film anpassen“ geschrieben, verwendet man aber am besten komponierte Musik. Über ein Forum sind wir auf den polnischen Sounddesigner Maciej Kulesza aufmerksam geworden. Er hat viele von seinen älteren Liedern kostenlos (auch für kommerzielle Projekte) zur Verfügung gestellt und wir hatten bereits einen seiner Titel für einen anderen Film verwendet.
Wir haben ihn angeschrieben und gefragt ob er an einer Kooperation interessiert ist. Er war sofort begeistert von der Idee und hat auch sofort losgelegt. Wir haben ihm zur Inspiration bestehende Rohschnitte und Clips von unseren Experimenten geschickt. Maciej hat dann uns das Musikstück für Materie in einer Rohfassung geschickt, diese war aber schon sehr detailliert und hörte sich schon fast final an. Mit dieser Rohfassung haben wir dann weitergearbeitet.

Weitere Arbeit mit Bärlappsporen

Wir hatten unser Medium gefunden – Kymatik – bis jetzt haben wir auf unseren normalen Lautsprechern, die wir im Büro für die allgemeine Musikbeschallung haben, gearbeitet. Der Nachtteil hier ist natürlich, dass die Boxen verdreckt werden und erst mühsam vor jeder Filmsession aufgebaut werden müssen. Die Boxen müssen flach liegen, damit die Membran nach oben zeigt. Daher haben wir bei eBay einen günstigen Lautsprecher gekauft und mit einer Anleitung von Instructables eine Vorrichtung für den Lautsprecher gebaut. Mit der Vorrichtung kann man den Lautsprecher genau ausrichten. Auf den Lautsprecher haben wir den unteren Teil eines Plastikeimers geklebt. Dieser dient als Träger für die Bärlappsporen. Zum Kleben haben wir laut Anleitung Sugru verwendet. Sugru ist eine Art Knetmasse, die über Nacht trocknet und dann zwei Teile fest zusammenhält. Den Plastikeimer haben wir dann noch mit schwarzer Farbe eingesprüht. Erklärung folgt gleich.

Mit der Musik von Maciej haben wir weitergearbeitet und auch das Material gewechselt. Von Modellsand, Salz und Graphit sind wir zu Bärlappsporen gewechselt. Die anderen Partikel waren einfach noch zu groß. Die Bärlappsporen werden oft auch von Feuerspuckern verwendet, da sie sehr fein zerstäuben. Perfekt für unsere Kymatik-Experimente.
Die Bärlappsporen haben eine leicht gelbliche Färbung. Auf dem weißen Eimer hätte man die Sporen nur sehr schwer gesehen, daher wollten wir eine schwarze Trägerfläche für die Sporen und mussten daher den weißen Eimer schwarz einsprühen.

Wir haben ein paar Tage mit der selbstgebauten Chladni-Plate experimentiert und viel Material gesammelt. Das Sugru hat sich teilweise abgelöst, der Eimer stand einfach unter zu starken und kontinuierlichen Vibrationen. Daher haben wir den Eimer noch zusätzlich mit Gaffatape fixiert. Aber es gab einen interessanter Effekt durch den nur teilweise angeklebten Eimer. Man kann mit der Hand die Spannung des Eimers beeinflussen und so die Vibrationen auf die Sporen beeinflussen und so quasi selbst ein Instrument spielen.

Noch ein paar Angaben zu den Tonfrequenzen, wir haben mit Tönen zwischen 30Hz und 120Hz gearbeitet und zusätzlich noch die Amplitude angepasst. Beim Erzeugen der Muster sind wir wieder auf zwei Arten herangegangen, ab und zu haben wir wieder den Song von Maciej über die Lautsprecher abgespielt und so die Sporen im Takt zur Musik bewegt, manchmal haben wir aber einfach nur wieder mit dem Sinusgenerator selbst Töne kreiert.

Schnitt

Inzwischen haben wir auch mit dem Schnitt angefangen und den Film schon einmal grob strukturiert. Einige Teile passten schon zu einem ganz bestimmten Teil in der Musik. Den Zwischenstand konnten wir dann immer direkt zu Maciej schicken. Es macht einfach Spaß, mit einem Sounddesigner zu arbeiten, er kann sich genau auf die Bilder einstellen, wird von diesen inspiriert und wir werden wiederum vom Sound inspiriert und können so wieder neue Bilder erschaffen. Durch dieses ständige Hin-und-Her konnten wir atemberaubende Bilder schaffen.

Ein paar Tage später haben wir dann den finalen Song von Maciej erhalten, er war etwas kürzer und so haben wir den Schnitt etwas anpassen müssen. Nach einer Weile haben wir aber gemerkt, dass ein paar Dinge nicht mehr so genau zusammenpassen und so haben wir den bestehenden Schnitt komplett gelöscht und von neuem angefangen. Manchmal ist man schon in bestimmten Bildfolgen festgefahren und man kann sich nur schwer lösen, dann ist es sinnvoll, wirklich komplett neu mit dem Schnitt zu beginnen.

Der neue Schnitte fühlte sich auch schon viel besser an, einige Elemente aus dem alten Schnitt haben wir übernommen und der Film nahm Gestalt an. Die Musik gibt hierbei die Bilder des Films vor, wenn die Musik ruhiger ist, dann sind auch die Bilder etwas ruhiger, gegen Ende wird die Musik etwas wilder und der Schnitt wird das auch. Es fehlte nur noch ein Anfang. Dann kamen wir auf die Idee, die Sporen mit einem Staubsauger einzusaugen. Im Schnitt haben wir dann diese Szene einfach rückwärts abgespielt und schon werden die Sporen auf die Fläche geblasen.

Farbkorrektur und Filmlook

Beim Filmlook haben wir uns schon früh für ein dunkles kontrastreiches Bild entschieden.
Mit viel Kontrast wirkten die Sporen einfach am besten. Der Schwarz-Weiß Look entstand eher aus Zufall. Bei unseren Experimenten mit Graphit war das Bild im Prinzip schon schwarzweiß und man musste nur etwas Kontrast hinzufügen. Das Bild hat uns so gut gefallen, dass wir beschlossen, den Schwarzweiß-Look beim gesamten Film anzuwenden.

Fazit

Manchmal dauert es etwas, bis man das Thema für einen Film gefunden hat, aber es lohnt sich, dran zu bleiben. Das war unsere CaseStudy zum Film Materie. Derzeit experimentieren wir wieder mehr mit Flüssigkeiten und unser nächster Film wird dann wahrscheinlich auch mit Flüssigkeiten realisiert werden.

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