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Stative zum Filmen

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Wir bekommen des Öfteren die Frage „Welches Stativ soll ich mir zum Filmen kaufen?“. Dabei fragt man sich oft, ob man überhaupt noch ein Stativ kaufen soll, denn mehr und mehr Filme werden „aus der Hand“ gefilmt.
Stabilisierungssysteme (Gimbals und Steadycams) werden immer günstiger und viele Objektive haben meistens noch einen Bildstabilisator, die Kameras werden immer kleiner und leichter, so dass man diese ohne Probleme in der Hand halten kann. Wir sprechen uns dennoch für den Kauf eines Stativs aus. Wenn man mit dem Filmen anfängt, sollte man sich viel mehr auf den Bildausschnitt als auf die Kamerabewegung konzentrieren. Arbeitet man am Anfang ohne Stativ, neigt man dazu, die Kamera fortwährend zu bewegen. Eine konstante (vielleicht wacklige) Kamerabewegung kann beunruhigend auf den Zuschauer wirken und so erzielt man vielleicht einen Effekt, den man überhaupt nicht erzielen will.

Ein anderes Szenario ist ein längeres Interview. In unserer Filmserie „Menschen in Ulm“ interviewen wir unsere Protagonisten im Schnitt eine Stunde. So lange die Kamera aus der Hand zu halten, kann nicht gut gehen. Man ermüdet und verwackelt/verpasst vielleicht einen wichtigen Moment. Daher haben wir die Kamera bei einem längeren Interview eigentlich immer auf einem Stativ.

Kommen wir also zur Ausgangsfrage zurück „Welches Stativ kauft/braucht man zum Filmen?“
Leider ist diese Frage nicht so einfach zu beantworten. Wie immer gibt es eine schier endlose Auswahl an Stativen und Anbietern in jedem Preissegment. Zum Glück halten sich die anständigen und etablierten Anbieter in Grenzen. Zunächst sollte man auf das Gewicht seiner Kamera achten, die meisten Stative sind nur für ein bestimmtes maximal Gewicht ausgelegt, das bedeutet nicht, dass das Stativ bei mehr Gewicht zusammenbricht. Aber die Kamera lässt sich nicht mehr so gut darauf ausbalancieren und dann schwenken. Als nächstes kann man entscheiden ob man eine Mittelspinne oder eine Bodenspinne beim Stativ möchte. Stative mit Bodenspinne stehen deutlich stabiler, sind aber für den Außendrehs nicht so gut geeignet, wie Stativ mit Mittelspinne. Wir verwenden häufiger das Stativ mit Mittelspinne. Wer erst einmal einen Überblick über verschiedene Stative und Stabilisierungssysteme haben möchte, der kann sich unseren Artikel Filmen mit der Spiegelreflex: Teil 6 Stative und Stabilisierungssystem

Kleines Budget

Für ca. 60€ kann man nicht viel erwarten und doch überzeugt das Velbon Stativ. Es tut was es soll, man die Kamera auf das Stativ schrauben. Der Kopf lässt sich stufenlos einstellen, somit kann man das Stativ etwas härter stellen. Leider ist der größte Teil des Stativs aus Plastik. Dadurch ist es zwar leicht, aber auch nicht so robust. Wer ein leichtes, kleines Stativ braucht und ab und zu ein paar Videos macht, der kann sich das Velbon Videomate-638-Stativ zulegen. Wer aber ernsthaft Interesse an Video hat, der sollte etwas mehr investieren. In der Regel überlebt das Stativ mehrere Kameras.

Mittleres Budget

Bei einem mittleren Budget kann man auf namhafte Hersteller wie Manfrotto und Sachtler setzen. Was bekommt man für den Aufpreis? Man kann mehr Gewicht auf die Stative packen und trotzdem noch ruhige Schwenks machen, außerdem sind die Stative deutlich besser verarbeitet und man hat viele Jahre Freude an Ihnen, wenn man sie ordentlich behandelt und pflegt. Gerade für DSLR-Filmer sind Stative im mittleren Preissegment geeignet. Mit standardisierten Stativplatten kann man mehrere Stative verwenden und muss nicht immer die Stativplatten wechseln.

Zum Beispiel:
Manfrotto Video Set inkl. MVH502A
Manfrotto Stativ Kit 504HD,546GBK
Sachtler ACE M

Der Kameramarkt hat in den letzten Jahren eine schöne Wendung gemacht, man bekommt immer bessere Bildqualität in immer kleineren und leichteren Kamerabodys. Wir sind ja hellauf begeistert von der Blackmagic Pocket Cinema Camera. Wem so eine kleine Kamera (auch Sony RX100 IV, etc.) reicht, der braucht auch kein großes Stativ. Zusammen mit der BlackMagic Pocket verwenden wir ein kleines Dreibein-Stativ von Manfrotto den Kugelkopf haben wir durch einen Manfrotto Videokopf ersetzt. Achtung, ihr müsst bei der Videokopfauswahl darauf achten, dass ihr einen mit flachem Boden kauft, ein Kopf mit Halbkugel passt hier nicht. Der Kopf ist bis ca. 4kg ausgelegt, die Pocket wiegt mit Objektiv ca. 1kg, es kommt natürlich darauf an, welches Objektiv man verwendet. Aber wählt den Kopf immer etwas größer, so habt ihr noch Gewichtsreserven für FollowFocus, Monitor, Rig.
Das Manfrottostativ hat keine Mittel-oder Bodenspinne, es steht somit nicht ganz so stabil wie ein Stativ mit Spinne. Dafür kann man die Stativbeine sehr breit spreizen und so sehr bodennahe Aufnahmen machen, man hat also auch gleichzeitig ein High-Hat. Für den Gesamtpreis von ca. 300€ bekommt man hier ein schönes Set, dass auch noch etwas Spielraum nach Oben (im Bezug auf das Gewicht) lässt. Vom Handling und von der Robustheit gefallen uns die Stative von Sachtler mehr, aber irgendwo muss man bei diesem Preis Abstriche machen.

Großes Budget

Wer gleich richtig investieren will, der sollte sich die Profistative von Sachtler, Miller oder Vinten anschauen. Bei den folgenden Modellen sind wir schnell im vierstelligen Bereich und somit oft teurer als eine Spiegelreflexkamera. Die Stative sind aber auch ihren Preis wert: exzellente Verarbeitung, leichte Materialien (Carbon), hervorragende Schwenkeigenschaften (individuell auf das Gewicht der Kamera einstellbar) und untereinander kompatible Schnellwechselplatten. Wir setzen auf Sachtlerstativ, Qualität und Leistung haben uns überzeugt und uns gefällt die Sachtler Sideload Platte besser als das System von Manfrotto. Wenn man zukunftssicher investieren will, dann sollte man sich für ein hochwertiges Stativ entscheiden, wir haben auch den Wechsel von DSLR auf Großchipcamcorder gemacht und musste nicht erneut in das Stativ investieren. Ein Stativ kauft man oft einmal im Leben.

Zum Beispiel:
Sachtler FSB-6
Sachtler FSB-8

High-End

High-End-Stative sieht man meistens nur im Onlineshop oder auf Filmsets. Diese werden nötig, wenn man noch mehr Gewicht auf das Stativ packen möchte. Eine Arri Alexa mit Zubehör ist nunmal deutlich schwerer als eine Canon C100. Falls man nicht täglich mit einer Alexa oder Red Epic dreht, dann kann man sich überlegen, ob man sich dann immer die entsprechenden Stative dazu leiht. Es gibt hier nicht nur die Stativ mit dem typischen Schwenkarm, sondern auch mit Kurbeln für die Pan- und Tiltachse. Durch die Kurbeln kann man noch genauere Bewegungen machen.

Zum Beispiel:
Sachtler System 12 SB
Sachtler System CINE 30

Zusammenfassung

Mit diesem Artikel wollten wir euch einen kleinen Überblick über die unterschiedlichen Stative zum Filmen geben. Wer oft Filmen will und nicht nur ab und zu, der sollte sich ein Stativ aus dem mittleren Budget zulegen. Wer ernsthaft überlegt professionell in das Filmgeschäft einzusteigen, der kann in ein Sachtler FSB8 investieren, dieses Stativ enttäuscht nicht und ist langlebig.

In unserer Kategorie Equipment stellen wir euch zum Teil unsere Ausrüstung, aber auch Equipment, das wir des Öfteren im Einsatz haben, vor.

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