Tipps zum Filmen: ND-Filter

Bei den letzten Tipps zum Filmen haben wir euch unsere Kameraeinstellungen vorgestellt. Heute geht es um ND-Filter.
Es ist Frühling und endlich scheint die Sonne. Aber zu viel Sonne ist gerade beim Filmen eher lästig.
Wie wir bei dem Artikel Kamera-Check bereits geschildert haben, drehen wir in der Regel mit 1/50 Belichtungszeit. Wenn man jetzt an einem schönen sonnigen Tag mit ISO 100 und 1/50 drehen will, dann kann man die Belichtung der Kamera nur noch über die Blende steuern. Oft wird man feststellen, dass man die Blende sehr weit schließen muss (f8 oder noch kleiner), um überhaupt etwas filmen zu können. Mit einer kleinen Blendenöffnung verliert man aber Tiefenunschärfe. Wenn man jedoch ein Objekt (zum Beispiel eine Person) vom Hintergrund abheben will, dann sollte der Hintergrund unscharf sein. Man sollte also mit einer offenen Blende (z. B. f 2.8) filmen.
Die Lösung für das Problem ist ein ND-Filter. Im Prinzip ist ein ND-Filter ein Neutralgraues Glas, welches eine bestimmte Lichtmenge schluckt.
Camcorder, wie Canon C300 haben einen zuschaltbaren ND Filter. DSLRs müssen darauf leider verzichten. Wir verwenden daher bei unseren DSLRs einen Lightcraft Fader ND Filter. Der ND-Filter kann das Licht von 2 bis 8 Blenden reduzieren.
ND Filter minimal

ND Filter maximal

Wir waren in Ulm an der Donau unterwegs und haben einen kurzen Clip für euch aufgenommen. Folgende Screenshots aus dem Film zeigen den Unterschied zwischen 1/400 und 1/50 Belichtungszeit.

Bei 1/400 haben wir deutlich schärfe Einzelbilder (1.Bild). Bei 1/50 haben wir ein deutlich unscharfes Einzelbild (2.Bilder). Das mag zunächst als Nachteil erscheinen, wenn man sich aber den Film anschaut, dann sieht man wie sich die Belichtungszeit auf die Bewegungsschärfe auswirkt. Generell ist 1/50 deutlich näher an der menschlichen Wahrnehmung und wird als angenehmer empfunden.

Es gibt unterschiedliche Arten von ND-Filter, fixe und variable.
Mit einem variablen ND-Filter ist man deutlich flexibler und schneller, sie sind aber schlechter bei der Abbildeleistung. Fixe ND Filter dagegen haben eine bestimmte Stärke (zum Beispiel eine Reduzierung von 3 Blenden).

Wenn wir ein Teleobjektiv (ab ca. 100mm) mit dem variablen ND-Filter verwenden, dann wird das Bild deutlich milchiger (verwaschener). Der Filter hat leider keine harten Endpunkte, man kann die ganzen Zeit drehen. Der Fader ND Filter von LCW kostet je nach Variante zwischen 60€ und 150€ und ist somit sehr günstig, daher sollte man auch nicht so viel erwarten.

Wer gerne mit einer digitalen Spiegelreflex in der Natur filmt kommt um einen ND Filter fast nicht herum. In diesem kurzen Clip seht ihr den Unterschied zwischen 1/400 und 1/50.

 

Update: Wir haben uns einen Variablen ND Filter von Tiffen gekauft. Der Filter kostet das dreifache zum LCW Filter. Man darf aber nicht vergessen, dass wir uns für den Filter mit 82mm entschieden haben. Wir wollen den Filter auf möglichst allen Objektiven verwenden und das Objektiv mit dem größten Filterdurchmesser hat 82mm. Kleiner Objektive können mit Step-Up-Ringen adaptiert werden. Wir werden euch den Filter in einem seperaten Artikel vorstellen.

Weitere Tipps zum Filmen gibt es hier:
Tipps zum Filmen: Richtig Schwenken 
Tipps zum Filmen: Kamera-Check
Tipps zum Filmen: 3-Shots
Tipp zum Filmen: NLE-Projektorganisation