Kodak Vision3 250D im Test: Belichtung, Look & Farbtemperatur
Heute gibt es mal wieder einen eher theoretischen Artikel zum Filmstock Kodak Vision3 250D. Wir schauen uns den Filmstock mit unterschiedlichen Belichtungen in unterschiedlichen Szenarien an. Einen ähnlichen Artikel zum 500T habe ich ja bereits gemacht.
Ich teste derzeit sehr viele Filmsimulationsplugins für DaVinci Resolve, unter anderem Dehancer, Spektrafilm und ColorFoundry, und bin mit den Ergebnissen nie so ganz happy. Daher hatte ich mir überlegt, einfach mal die echten Filmstocks mit meiner analogen Kamera zu schießen und parallel mit allen digitalen Kameras auch noch die Aufnahmen zu machen. Dadurch habe ich jetzt eine sehr große Testreihe von unterschiedlichen Kameras. Als Nebenprodukt entsteht jetzt auch dieser Blogartikel, damit ich meine Ergebnisse irgendwo für später archivieren kann.
Zusätzlich packe ich euch auch wieder die RAWs von der Fuji und vom iPhone in diesen Artikel. Wie beim 500T Artikel gilt, falls ihr selbst den 250D nachbauen wollt, könnt ihr dafür gerne meine RAWs verwenden. Schreibt mir kurz eine Mail, wenn ihr es geschafft habt, das interessiert mich auch.
Hier noch schnelle meine Aufschriebe zum Test. Teilweise steht auf der Klappe ein falscher Wert, habe ich hier in der Tabelle vermerkt.
Beispielbilder






1. Keller – Colorchecker – Tageslicht
Fangen wir wieder im Keller an. Ich habe meine Aputure 300X auf Tageslicht, also 5600K, gestellt und die Belichtungsreihe gemacht. Es fällt auf, dass sich die Bilder trotz der unterschiedlichen Belichtungen recht ähnlich sehen. Der 250D kann einfach viel ab. Mir gefällt sogar -1 besser als +1 und 0. Bei +1 ist mir das Bild hier wirklich etwas zu hell.



2. Keller – Colorchecker – Kunstlicht
Jetzt habe ich die Aputure 300X auf Kunstlicht gestellt. Leider ist mir links oben ein Stück von der Lampe ins Bild gerutscht, das habe ich beim Dreh gar nicht gesehen. Dadurch gibt es in den Originalen ein paar Farbverschiebungen. Bei diesen Bildern habe ich den Weißabgleich deshalb leicht angepasst. Bei -1 bekommt das Bild einen deutlichen Blaustich und wirkt kontrastärmer, was mir nicht so gut gefällt.



3. Keller – Colorchecker – Kunstlicht mit CTB Folie
Jetzt kommt noch ein etwas ungewöhnlicher Test, der zumindest für die Jüngeren unter euch etwas seltsam wirken könnte. Ich habe meine BiColor LED auf Kunstlicht, also 3200K, gestellt und dann wieder eine volle CTB Folie vor die Lampe gespannt. Teilweise verhalten sich LED Lampen unterschiedlich bei 3200K und 5600K. Die Lampen haben oft mehr Leistung bei 5600K, aber eine bessere Farbwiedergabe bei 3200K. Daher lasse ich die Lampe auf 3200K und bringe die Farbtemperatur mit der CTB Folie wieder auf 5600K. Die Belichtung habe ich etwas angepasst, weil die CTB Folie natürlich auch wieder etwas Licht schluckt.



4. Garten – Colorchecker – Tageslicht
Zurück im Garten bei Tageslicht. Ich sitze bewusst im Schatten und bekomme etwas Backlight von der Sonne durch die Bäume. Hier fällt auch wieder auf, wie ähnlich sich die Bilder sehen. Bei -1 nimmt der Kontrast aber wieder etwas ab.



5. Fazit
Wie schon der Kodak Vision3 500T ist auch der 250D ein sehr guter Filmstock. Ich muss aber sagen, dass ich persönlich etwas mehr zum 500T tendiere, die kühlere Ästhetik gefällt mir einfach etwas besser. Genau wie der 500T verzeiht der 250D aber sehr viel bei der Belichtung. In allen vier Szenarien sehen sich die Bilder über die Belichtungsreihe hinweg erstaunlich ähnlich, selbst bei -1 gehen kaum Bildinformationen verloren. Das macht den Film im Set deutlich entspannter, man muss die Belichtung nicht auf die Nachkommastelle treffen, um am Ende ein brauchbares Ergebnis zu haben.
Interessant fand ich vor allem den direkten Vergleich zwischen Kunstlicht und Tageslicht. Während der 250D im Tageslicht seine Stärken voll ausspielt, merkt man beim Kunstlicht Test, dass eine saubere Lichtsetzung wichtiger wird, kleine Fehler wie die Lampe im Bild verzeiht der Film zwar farblich noch ganz gut, ein sauberer Weißabgleich bleibt aber Voraussetzung für ein stimmiges Ergebnis. Der CTB Test hat mir zusätzlich gezeigt, dass sich auch mit einfachen Mitteln wie einer Farbfolie ordentliche Ergebnisse erzielen lassen, wenn man die passende Ausrüstung gerade nicht zur Hand hat.
Für mich persönlich bleibt der 500T weiterhin der Favorit, aber der 250D ist eine sehr solide Wahl, wenn man tagsüber dreht und nicht ständig zusätzliche Filter mitschleppen will. Sobald ich mit dem Vergleich der Filmsimulationsplugins fertig bin, folgt dazu ein eigener Artikel, in dem ich die digitalen Looks direkt gegen diese Testreihe antreten lasse.
6. Wofür eignet sich der Kodak 250D
Als mittelempfindlicher Tageslichtfilm eignet sich der 250D natürlich für viele Szenarien. Er ist nicht ganz so poppig wie Kodak Gold, dafür aber deutlich zurückhaltender und näher an dem, was man von echtem Filmmaterial erwartet. Für Außenaufnahmen bei Tageslicht, ruhige Portraits oder dokumentarische Projekte im Freien ist er eine gute Wahl. Wer ohnehin viel bei Kunstlicht dreht, ist mit dem 500T vermutlich besser bedient, wie dieser Test zeigt, ist der 250D aber flexibel genug, um auch dort mit ein wenig Vorbereitung noch brauchbare Ergebnisse zu liefern.
Das war der Artikel zum Kodak Vision3 250D. Die RAWs von Fuji X100V und iPhone findet ihr hier.
