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Filmen mit Spiegelreflex: Teil 4 Audio

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Guter Ton macht einen guten Film aus. Im Gegenzug bedeutet das, schlechter Ton ruiniert einen Film, egal wie schön die Bilder sind. Gerade bei Interviews oder Dialogen ist ein guter Ton entscheidend.
Beim Filmen mit einer DSLR gilt in der Regel, das interne Mikrofon so wenig wie möglich zu benutzen. Zum einen ist das Mikrofon sehr schlecht von der Aufnahmequalität. Tonaufnahmen klingen schnell blechern. Zum anderen haben die meisten Kameras einen automatischen Audiopegel (AGC = Automatik Gain Control). Die Kamera regelt laufend die Empfindlichkeit des Mikrofons, bei einem leisen Signal wird die Empfindlichkeit zum Beispiel erhöht. Hierdurch können ungewollte Störungen eingefangen werden. Allgemein kann man sagen, dass die Kamera keinen hochwertigen Ton aufzeichnet.
Um guten Sound aufzunehmen, braucht man meistens zusätzliches Equipment in der Form von Mikrofonen oder Audiorecordern.

Mikrofontypen

Mikrofone haben unterschiedliche Richtcharakteristiken, um unterschiedliche Tonquellen aufzunehmen. Wir wollen euch drei Typen vorstellen: die Kugel (Omnidirectional), die Superniere (Supercardioid) und die Niere (Cardioid). Detaillierte Grafiken findet ihr hier:

Niere (Cardioid):
Cardioids werden meistens in Innenräumen verwendet, bei Außendrehs werden zu viele Nebengeräusche mit aufgenommen.

Superniere (Super Cardioid):
Mikrofone mit einer Super Cardioid Richtcharakteristik werden auch als Shotgun-Mics bezeichnet und meisten für Außenaufnahmen, Close-Ups und auf Tonangeln verwendet.

Omnidirectional (Kugel):
Omnidirectional nehmen Ton aus allen Richtungen auf. Ansteckmikrofone (Lavaliers) haben oft eine Kugelcharakteristik und werden benutzt um Sprache aufzunehmen.

Mikrofone

Shotgun-Mic:
Das Rode-Videomic ist ein typisches Shotgun-Mic. Es wird an dem Blitzschuh der Kamera angebracht. Das Rode-Videomic ist ein gutes Mikrofon für Leute, die alleine unterwegs sind und alles selber machen müssen. Eine Kamera mit manueller Tonaussteuerung wie die 5D Mark III oder 60D (550D mit Magic Lantern) erhöht natürlich die Soundqualität. Das Rode Video-Mic Pro ist von der Soundqualität noch einmal besser wie das normale Video-Mic.

Lavalier:
Das Rode Lavalier ist ein kabelgebundenes Ansteckmikrofon. Wenn man eine Totale aufnehmen will und die Mikrofone (Tonangel) nicht sehen will, dann eignen sich Ansteckmikrofone. Die Mikrofone sollten so angebracht werden, dass sie nicht an der Kleidung oder Haut reiben (Störgeräusche). Das Rode Lavalier ist kabelgebunden und ein günstige Alternative zu einem kabellosen System.

Als kabelloses System können wir das Sennheiser G3 empfehlen. Das System ist sehr flexibel, hat aber seinen Preis. Für den Preis eines Sennheiser G3 bekommt man drei Rode Lavaliers. Wir würden empfehlen, für den Anfang das Rode zu verwenden. Meistens hat man Interviews an einer Position, man nutzt also den Vorteil der Sennheiser G3 nicht.

Fieldrecorder

Wenn man guten Sound mit einer DSLR aufnehmen will, so kommt man an externen Recordern fast nicht vorbei. Der Zoom H4n oder der Tascam DR-100 sind professionelle Recorder. Man kann weitere Mikrofone (z. B. ein Shotgun-Mic) an die Recorder anschließen und so sehr hochwertigen Sound aufnehmen. Der Zoom H1 ist eine günstige Alternative zum H4n, bietet aber nicht die professionellen Anschlussmöglichkeiten. Wenn man mit Fieldrecordern arbeitet, muss man später im Schnitt die Tonaufnahmen wieder mit dem Bild synchronisieren. Am besten nimmt man zusätzlich zum Fieldrecorder noch mit der Kamera den Ton auf. Mit der Software Pluraleyes kann man dann die Aufnahmen (Video + Ton) von der DSLR mit den Aufnahmen vom Fieldrecorder (Ton) synchronisieren. Bei diesem Video haben wir den Zoom H1 sowie das Rode Videomic verwendet.

Es gibt noch XLR-Adapter, die direkt an der Kamera angeschlossen werden können und so die DSLR mit XLR Anschlüssen ausstatten. Typische Geräte sind der BeachTek DXA-SLR XLR Adapter oder JuicedLinks’s Preamp DT454.

Tonangel

Eine Tonangel (Boompole) wird verwendet, um z.B. Sprache aufzunehmen. Das Mikrofon soll ja möglichst nah an der Quelle sein, sollte jedoch nicht im Bild erscheinen, daher wird es am Ende einer Angel befestigt und von oben an die Tonquelle gehalten. Das Mikrofon kann zum Beispiel an einen Zoom H4n angeschlossen werden.

Achtung: Derjenige der die Tonangel hält, sollte sie möglichst ruhig und vor allem auch lange halten können. Jedes Geräusch an der Angel (Kratzen, Hände umpositionieren) wird meistens an das Mikrofon weitergegeben. Es entstehen Störgeräusche.

Tipp: Wenn man die Stimmen mehrerer Personen angelt, zum Beispiel in einem Interview, dann sollte man vorsichtig das Mikrofon auf die sprechende Person richten. Man kann beispielweise leicht die Angel drehen und so das Mikrofon neu ausrichten. Hier ist Fingerspitzengefühl und Voraussicht gefragt.

Windschutz

Zusätzlich zu den Mikrofonen muss man bei Außenaufnahmen an Windschutz denken. Es gibt Windschutz aus Fell (auch Deadcat genannt) oder Windkörbe. Windkörbe sollten bei sehr starkem Wind eingesetzt werden.

Wie immer zum Schluss der allgemeine Teil. Für jede Situation gibt es unterschiedliches Equipment, wenn man alleine unterwegs ist, so wird man wahrscheinlich nur das Rode-Videomic einsetzen. Sinnvoll wäre noch ein Fieldrecorder für Sprachaufzeichnungen. Wenn man mehr Leute zur Verfügung hat, dann sollte einer nur für den Ton zuständig sein. Durch einen Tonangler kann die Tonqualität enorm gesteigert werden. Der Ton sollte bereits am Set richtig aufgenommen werden, spätere Korrekturen in der Post sind mühsam und bringen oft nur mittelmäßige Ergebnisse.

Teil 5 wird sich mit Licht beim Filmen beschäftigen.
DSLR-Ton und externen Ton nicht synchron? Lest hier unseren QuickTip zu diesem Problem

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