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braucht man einen Imagefilm?

Braucht man einen Imagefilm/Unternehmensfilm

Im letzten Artikel für Kunden und Auftraggeber habe ich beschrieben, wie man eine Ausschreibung/Briefing für einen Imagefilm erstellt. In diesem Artikel möchte ich etwas allgemeiner darauf eingehen, warum man überhaupt einen Imagefilm für sein Unternehmen braucht oder brauchen kann.

Inhaltsverzeichnis

Vorstellung DIE LICHTFÄNGER

Zunächst stelle ich mich und meine Filmproduktion DIE LICHTFÄNGER vor.

die lichfänger Josef Sälzle

DIE LICHTFÄNGER habe ich vor ca. 10 Jahren noch im Studium (Informationsmangement- und Unternehmenskommunikation) gegründet. Am Anfang waren wir ganz klar eher Videodienstleister. Wir haben bestehende Ideen umgesetzt und wenig eigene Ideen entwickelt. Der Fokus hat sich ganz klar verschoben, wir warten nicht mehr auf gute Bilder (gerade bei Events), sondern schaffen sie selbst (Werbefilm + Imagefilm). Konzeption, Regie, Kamera, Licht usw. gehören zu unseren Leistungen. Natürlich kann ich das selbst nicht alles alleine leisten, das habe ich auch in den letzten Jahren gelernt.

Teamwork

Am Anfang denkt man, dass man alles noch selbst machen kann. Aber als One-Man-Show kommt man über einen bestimmten Punkt nicht raus. Habe daher meine Fühler ausgestreckt und mittlerweile ein gutes Netzwerk aus Regisseuren, Kameraleute, Beleuchtern, Tonmeistern, Cuttern, VFXler und Musikproduzenten.

Einführung

Machen wir uns nichts vor – wir schauen einfach gerne Filme. Wenn wir auf Facebook, Instagram oder Twitter unterwegs sind, dann springen uns Filme sofort an (natürlich, wenn das Vorschaubild gut gewählt ist) und wir werden höchstwahrscheinlich auf das Thumbnail klicken und den Film starten. Daher hat sich bei vielen Plattformen auch das Autoplay so schnell durchgesetzt.

Wenn wir uns über ein neues Produkt oder einen Hersteller informieren möchten, dann schauen wir meistens als Erstes einen Film über das Produkt und den Hersteller. Potenzielle Bewerber informieren sich über das Unternehmen, bevor eine Bewerbung geschrieben wird. Die meisten schauen auf der Webseite den Film über das Unternehmen (wenn es einen gibt). Die Meinung zum Unternehmen kann dabei sehr stark vom gezeigten Film beeinflusst werden.

Wir schauen also viele Filme aus unterschiedlichen Gründen. Zur Unterhaltung oder zur Informationsgewinnung. Der klassische Imagefilm dient hier eher der Informationsvermittlung. Aber brauchen die Interessenten noch mehr Informationen?

Braucht man überhaupt noch einen Imagefilm

Diese Frage lässt sich nicht so einfach beantwortet. Ich würde sagen ja und nein. „Nein“, man braucht keinen „klassischen“ 90er Jahre Imagefilm mit 15min Laufzeit mehr. Und „Ja“ zu neuen spannenden, kürzeren, hoch emotionalisierten Imagefilmen. Die reine Informationsvermittlung hat meiner Meinung nach ausgedient.

Kurze Aufmerksamkeitsspanne der Zuschauer

Ich bin kein Fan von Multitasking und schnellem klicken durchs Netz und Videos, aber ich erwische mich selbst oft dabei. Bei einem Imagefilm mit mehr als 5 Minuten Laufzeit, überlege ich mir, ob ich den Film jetzt sehen will. Und bei diesem Phänomen geht es nicht nur mir so. Laut einer Studie von Vidyard ist optimale Länge für ein Video 2 Minuten. Videos, die länger als 20 Minuten sind, werden nur noch von 25 % zu Ende geschaut. Aber wir wollen uns jetzt nicht mit Statistiken herumschlagen.

Filme mit mehr als 5 Minuten Laufzeit müssen schon in den ersten paar Sekunden durch die Qualität und die Story überzeugen. So bleibt man auch am Ball.

Neuer Formen des Imagefilms

Das heißt nicht, dass man überhaupt keine Filme mehr mit mehr als 5 Minuten Laufzeit machen soll. Man könnte auch nur den „Hauptimagefilm“ etwas kürzer halten. Zusätzlich kann man noch weitere Film erstellen lassen und hier mehr speziellere Informationen oder Gesichtspunkte vermitteln. Der Imagefilm dient hier mehr als Appetitmacher. Wenn einen Zuschauer/Interessenten der Film überzeugt, dann wird er höchstwahrscheinlich auf der Webseite/Kanal bleiben und weiterschauen.

Diese zusätzlichen Filme kann man bei der Videomarketingstrategie direkt mit einplanen und auch in das Briefing übernehmen. Wenn man einen Imagefilm produziert, hat man auch immer mehr Material, als man schlussendlich für den Imagefilm braucht. Dieses Material kann man natürlich noch für andere Filme nutzen. Man sollte aber unbedingt während der Planung schon darauf achten. Aus wahllos gefilmten Material einen guten Film zu schneiden ist nicht gerade leicht.

Habe hier einen unserer ersten Imagefilme verlinkt. Da wir hier uns auch für einen etwas andere Form entschieden haben. Wahrscheinlich würde ich den Film heute etwas kürzer halten, aber ich denke, dass er trotzdem noch spannend ist.

Neue Kanäle für den Imagefilm

Wie bereits geschrieben hat man früher einen Imagefilm produziert und diesen dann auf der Webseite gezeigt. Heute kann man natürlich ganz andere Kanäle für den Imagefilm nutzen und ich rede nicht nur von YouTube. Gerade Instagram und Instagram-Stories sind neue Kanäle, auf denen sich viele Leute tummeln. Hier kann man auch neue Formate ausprobieren und so noch mehr Aufmerksamkeit für sein eigenes Unternehmen generieren.

Aus diesen Gründen kann ich sagen, dass man 2020 immer noch einen Imagefilm braucht. Im nächsten Abschnitt schauen wir uns an, was ein Imagefilm kann und was er nicht unbedingt kann.

Was kann ein Imagefilm

Schauen wir uns an, was ein Imagefilm leisten kann.

Unternehmen vorstellen

Die ursprünglichste Aufgaben von einem Imagefilm war die Vorstellung des Unternehmens. Daran hat sich bis heute auch nicht unbedingt etwas geändert. Mehr hat sich die Art der Vorstellung verändert. Früher ist man noch mehrere Minuten auf die Geschichte eingegangen. Meistens mit Slideshows von alten Bildern, die von einem Sprecher kommentiert werden. Das kann man heute natürlich auch noch machen, man kann es aber deutlich kürzer halten und vor allem kann man heute auch alte Bilder animieren und so dem Geschichtsteil etwas mehr Leben einhauchen. Vorbei sind die Zeiten von Powerpoint Slideshows.

Es muss auch nicht immer nur der Sprecher die Geschichte vorstellen, vielleicht hat man ja einen etwas älteren Mitarbeiter, der von den Anfängen erzählt (somit macht man gleichzeitig auch noch etwas EmployerBranding). Natürlich kann der Geschäftsführer auch durch den Film führen, aber vielleicht nicht ganz so steif am Schreibtisch. Ich weiß, bei unserem Film für Beiselen sitzen beide Geschäftsführer am Schreibtisch 😀 Würde ich heute auch anders machen. Oft haben die Geschäftsführer nur sehr wenig Zeit und so ist das Interview am Schreibtisch die optimale Wahl.

Tätigkeitsfeld und Leistungen zeigen

Natürlich möchte man auch als Unternehmen zeigen, was man eigentlich macht. Hierbei ist es egal, ob man im Produktions- oder Dienstleistungsgewerbe ist. Man kann die Produktionsstraßen zeigen, die Qualitätsprüfung oder die Entwicklung. Ältere Großraumbüros eignen sich nicht so für Filmaufnahmen, oft vermittelt es ein eher verstaubtes Bild vom Unternehmen.

Bei den Produkten kann man sich natürlich auch austoben. Vielleicht zeigt man erst den Entstehungsprozess in der Produktionsstraße und dann das fertige Produkt gut ausgeleuchtet im Studio.

Werte transportieren

Mit einem Imagefilm transportiert man natürlich auch Werte. Diese Werte kann man aber nicht nur durch einen Sprecher verdeutlichen (Sprecher: „Wir stehen für Nachhaltigkeit, Qualität usw.“), sondern der ganze Filme wird diese Werte verdeutlichen. Und daher ist die Qualität des Filmes auch so wichtig. Meiner Meinung nach kann man nicht von einem hohen Anspruch an Qualität sprechen und dann hobbymäßig gefilmte Szenerien zeigen. Das Gesamtbild muss einfach passen.

Wenn man den Film selbst mit dem Smartphone produzieren möchte, dann kann man sich auch meine Tipps hierzu durchlesen.

Neue Vertriebswege erschließen

YouTube ist heute eine genauso wichtige Suchmaschine wie Google. Natürlich gehören beide Zusammen aber viele starten bei ihrer Suche inzwischen bei YouTube direkt. Als Unternehmen kann man dies auch nutzen und so potenzielle Interessenten oder Bewerber direkt über YouTube abgreifen.

Der YouTube-Kanal sollte daher auch aufgeräumt sein und die Zuschauer zu den gewünschten Landingspages leiten. Auch innerhalb der Videos kann man noch zusätzliche Informationen über YouTube-Studio einblenden und so den Zuschauer zu einer gewünschten Aktion ermutigen.

Employer-Branding bei Imagefilmen

Mit einem Imagefilm transportiert man aber nicht nur Werte, sondern kann auch ganz klar Employer Branding betreiben. Die Werte eines Unternehmens sind natürlich auch ein Gesichtspunkt des Employer Branding. Im Imagefilm kann man aber auch ganz gezielt potenzielle Bewerber ansprechen. Diese Kombination aus klassischem Imagefilm und Employer Branding Spot ist heute sehr gängig. Man stellt zunächst das Unternehmen und das Tätigkeitsfeld vor und kann dann noch Mitarbeiter zu Wort kommen lassen. Am Ende hat man dann nicht nur das Unternehmenslogo, sondern kann auch noch „Bewirb dich jetzt“ einblenden. Dies ist natürlich nur ein Beispiel und muss nicht immer so gemacht werden.

Wie setzt man einen Imagefilm ein

Unterschiedliche Kanäle

Natürlich kann man einen Imagefilm überall zeigen. Auf Messen (Messeversion ohne Ton, evtl. mit Untertiteln), bei Schulungen, beim Vertrieb, auf der Webseite usw.

Man sollt aber bedenken, dass jede Präsentation des Imagefilms ein etwas unterschiedliches Publikum haben kann. Auf einer Messe bleiben die Interessenten wahrscheinlich etwas länger stehen und schauen sich den gesamten Film an (wenn er ansprechend ist). Daher könnte eine Messeversion etwas länger sein. Bei Schulungen verhält es sich ähnlich. Die reine Webversion könnte eine kürzere Version sein, damit man nicht sofort wieder wegklickt.

Ein Imagefilm ist keine Einzelmaßnahme

Für mich steht ein Imagefilm nicht alleine da. Es reicht heute nicht mehr den Imagefilm bei YouTube hochzuladen und ihn dann auf der Webseite einzubinden. Außer man sagt ganz klar, dass der Imagefilm nicht mehr sein muss.

Wenn man aber alle oben genannten Vorteile haben will, sollte man sich eine Kommunikationsstrategie für den Imagefilm (oder Videomarketing) überlegen. Dies kann schon ein YouTube- oder Instagram-Kanal sein. Jetzt hat man natürlich einen Vorteil, wenn man bei der Planung direkt an mehrere Filme gedacht hat.

Wer sollte den Imagefilm produzieren

Jetzt wissen wir ungefähr, was ein Imagefilm heute alles leisten kann. Jetzt müssen wir noch überlegen, wer den Imagefilm produzieren soll. Jetzt hat man zwei Möglichkeiten. Man lässt den Imagefilm produzieren oder man produziert den Film selbst im Unternehmen.

Imagefilm selbst produzieren

Gerade kleinere Unternehmen wollen Imagefilm und Unternehmensfilme oft selber produzieren, um die Kosten möglichst gering zu halten. Meiner Meinung sollte man hier auf keinen Fall den benötigten Aufwand unterschätzen. Ich gebe ja öfters Workshops für Unternehmen und hier machen wir auch viele praktische Übungen und die meisten Teilnehmer sind immer wieder erstaunt, wie aufwendig es ist, einen Film zu produzieren. Auch bei meinen szenischen Produktionen arbeitet man immer wieder mit Statisten und ich habe es wirklich noch nie erlebt, dass jemand sagt „Das geht jetzt aber schneller als gedacht.“ Filmproduktion ist aufwendig und man braucht sehr viel Kenntnisse in unterschiedlichen Themengebieten (Konzeption, Storytelling, Regie, Kamera, Licht, Ton, Schnitt, Animation, Vertonung, Vertrieb). Oft werden ja die Mitarbeiter aus dem Marketing oder der Unternehmenskommunikation mit dem Thema Imagefilm konfrontiert und viele fühlen sich hier natürlich erst einmal überwältigt. Wer sich mehr für den Prozess interessiert kann diesen Artikel lesen.

Aus dieser Erfahrung kann ich sagen, dass es nicht unbedingt günstiger ist, wenn man den Imagefilm selbst produzieren möchte. Wenn die komplette Videomarketingstrategie natürlich so aufgebaut ist, dann ist das ein anderes Thema. Vielleicht möchte man ja als Unternehmen einen lebhaften YouTube-Kanal gestalten und plant hierfür extra einen Filmemacher/in einzustellen.

Wenn man aber „nur“ einen Imagefilm haben möchte und meint, dass der Kollege (der auch nebenher Hochzeiten filmt) geeignet für den Job ist, der wird oft leider sehr negativ überrascht werden. Wenn der Kollege natürlich nebenher kleine Produktvideos oder auch Imagefilme macht, dann kann man den Imagefilm natürlich auch intern produzieren lassen. Evtl. ja mit zusätzlicher Beratung durch einen externen Dienstleister.

Imagefilm produzieren lassen

Wenn man den Imagefilm produzieren lassen möchte, dann sollte man sich nach einer guten Filmproduktion umschauen. Man kann natürlich auch den Film über eine Werbeagentur produzieren lassen. Hierbei sollte man aber darauf achten, dass die Agentur schon Erfahrung im Bewegtbildbereich hat.

Als Interessent sollte man sich die Referenzen anschauen und entscheiden, ob die gezeigte Qualität dem eigenen Anspruch gerecht wird. Man muss auch selbst entscheiden, wie viel man bereit ist für noch höhere Qualität auszugeben.

Als Filmlaie ist dies besonders schwierig, da man oft nicht abschätzen kann mit welchen Mitteln man welche Qualität erreicht.

Mögliche Entscheidungskriterien:

– spricht mich das Gezeigte an?

– weiß ich nach dem Film um was es geht und was beworben wird?

– sehen die Aufnahmen gut aus? (Besonders schwierig, da Geschmäcker unterschiedlich sind)

– wie wirkt die Filmproduktion? (Ich schaue mich hier natürlich auch bei den Kollegen um und schaue wie die Webseite aussieht, die Referenzen und wie die Filmproduktion im Allgemeinen wirkt. Schwer tue ich mir, wenn man auf der Webseite keine Fotos vom Team oder Making-Of Aufnahmen sieht. Natürlich kann man sich auch bei Bekannten erkundigen, ob jemand schon mit der ausgewählten Filmproduktionsfirma gearbeitet hat)

Ich versuche immer möglichst transparent bei allen Produktionsschritten zu sein. Es ist am Anfang natürlich etwas schwerer den benötigten Aufwand einzuschätzen. Aber je mehr Informationen ich vom Interessenten bekomme, desto besser kann ich meine Leistungen kalkulieren. Daher empfehle ich gerne noch meinen Artikel „Wie erstellt man ein Briefing für einen Imagefilm“.

Zusammenfassung

Der Begriff Imagefilm hat mittlerweile ein bisschen angestaubtes Image (Wortspiel ;-)). Man kann den Film natürlich auch Unternehmensfilm, Vorstellungsfilm, Wertefilm oder EmployerBranding Maßnahme nennen, aber schlussendlich bleibt es ein Imagefilm. Bei einem Imagefilm denke ich nicht mehr an langweiligen 15 Minuten Präsentationen mit Fahrstuhlmusik. Ein Imagefilm kann heute so viel mehr sein und auch simpel aufgebaut sein.

Um die Artikelfrage „Wann brauche ich einen Imagefilm?“ zu beantworten – Sofort.

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Hi, ich bin Josef und schreibe bei DIE LICHTFÄNGER über Kamera– ,
Lichttechnik und über alles was das Filmemachen angeht.
DIE LICHTFÄNGER machen Imagefilme, Werbefilme und Produktfilme.
Bei Fragen könnt ihr mir gerne eine Mail schreiben.

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