Wie beauftragt man einen Imagefilm: Ausschreibung/Briefing erstellen

Wie beauftragt man einen Imagefilm: Ausschreibung/Briefing erstellen

Wenn man sein Marketing auf ein neues Level bringen will und sein Unternehmen vorstellen möchte. Dann ist ein Imagefilm ein gutes Werkzeug. 

Seit 2011 realisieren wir Imagefilme für Konzerne, sowie große und kleine Unternehmen. Durch die langjährige Arbeit haben wir natürlich auch schon viele Ausschreibungen und Briefings erhalten. Im folgenden Artikel stellen wir fünf Punkte vor, die essentiell für eine gute Ausschreibung sind. 

Je genauer eine Ausschreibung/Briefing ist, desto verlässlicher sind die Zahlen auf dem Angebot. Am Ende geht es darum, dass beide Parteien offen und ehrlich miteinander kommunizieren: das Briefing ist der erste Schritt.  

1. Welche Kernbotschaft hat der Film 

Dieser Punkt wird leider sehr oft vergessen, aber ein Film braucht eine Kernaussage. Eine Message, die sich durch den ganzen Film zieht und jedes Gewerk (Story, Regie, Kamera, Licht, Darsteller, Ton, etc.) beeinflusst. Die Kernbotschaft muss sich auch nicht unbedingt mit dem Slogan oder Produktnamen decken. Es geht viel mehr um die ganzheitliche Ausrichtung des Unternehmens. Warum macht das Unternehmen was es macht? Diese Frage muss sich jeder Auftraggeber am Anfang einer Ausschreibung für einen Imagefilm stellen. Das hört sich viel komplizierter an, als es ist. Folgendes Beispiel soll das etwas besser verdeutlichen.

die lichtfänger Imagefilm beauftragen Kernbotschaft
Beispiel für eine Kernbotschaft mit Filmidee

Ein Versicherer könnte zum Beispiel als Kernbotschaft haben „Mit uns sind sie auf der sicheren Seite.“ oder „Auf uns können Sie sich verlassen.“ Mit dieser Kernbotschaft will der Versicherer jetzt seine neue Autoversicherung „Clever+“ bewerben. Die Kernbotschaft wird mit der Filmproduktionsfirma besprochen und diese erarbeitet dann auf dieser Basis alles Weitere. Zum Beispiel sollte die Kameraarbeit in diesem Szenario dann natürlich auch zu dieser Kernbotschaft passen, ein hektische Kamera oder schnelle Schnitte wären somit eher unangebracht. Es wird zwar nur das Produkt „Clever+“ erwähnt, aber die Kernbotschaft (Ruhe und Sicherheit ausstrahlen) schwingt immer mit. 

Mann kann aber auch mit einem Kontrast spielen

„Das Leben ist hektisch“ Wir sehen hektische Bilder aus dem Alltag, die Kamera ist sehr nahe am Protagonisten, der durch den Arbeitsalltag hetzt, wir spüren praktisch die Eile. Der Protagonist fährt zur Arbeit – Stau – Hupen – ein Unfall (nur ein Blechschaden). Wenn dann die Aussagen über die Versicherungen kommen, könnte der Charakter sich erleichtert auf einer Bank niederlassen. Er hat keinen Stress durch den Unfall, da die Versicherung alles einfach für ihn erledigt. Die Kamera wird dann auch sehr ruhig und unterstreicht somit die Veränderung in unserem Charakter. 

Kernbotschaft für einen Filmen finden

Die Kernbotschaft ergibt sich oft auch aus den Werten eines Unternehmens. Als Auftraggeber sollte man sich auch auf die Ideen der Filmproduktion einlassen, oft ergeben sich neue Stilrichtungen, an die man nicht sofort gedacht hat. Wie so oft gilt, gemeinsam können gute Ideen erarbeitet werden. 

2. Welche Inhalte sollen gezeigt werden

Infos zum Unternehmen

Hier kann man erstmal grob alle Infos, die einem zum Unternehmen einfallen, sammeln und priorisieren. Mögliche Themen könnten sein: Geschichte, Produkte, Werte, Mitarbeiter, Recruiting, Blick in die Zukunft, Forschung & Entwicklung etc.

Es ist erst einmal egal, wie diese Inhalte im Film (Sprache, Bild, Texteinblendung) dann dargestellt werden. Hier kommt die Filmproduktion ist Spiel. Zusammen werden dann die einzelnen Punkte analysiert. Dann wird abgewogen – was muss unbedingt dargestellt werden und was kann mitschwingen.

Was soll gezeigt werden

Welche Locations, Produkte, Menschen, Grafiken, Abteilungen sollen gezeigt werden. Für die Konzeption ist es wichtig, dass die Filmproduktion weiß, welche Möglichkeiten sie überhaupt hat. Es macht keinen Sinn sich die tollste Konzeption zu überlegen, wenn es keine passende Location für diese Idee gibt. Hier gerne auch im ersten Schritt etwas mehr auswählen. Gemeinsam können dann die zu Verfügung stehenden Elemente nach Wichtigkeit sortiert und auf die Kernbotschaft abgestimmt werden.

Weitere Elemente des Imagefilms

Natürlich besteht der Imagefilm nicht nur aus Bildern. Die Musik, die Soundeffekte und ein Sprecher geben dem Film eine weitere Ebene. Bild und Ton haben eine Wechselwirkung aufeinander und sollten deshalb ganz bewusst gewählt werden. Hier spielt wieder das Vertrauen eine wichtige Rolle. Wir haben es schon oft erlebt, dass eine bestimmte Musikrichtung vom Auftraggeber gewählt wird, die überhaupt nicht zur Kernbotschaft passt. Mit einer eindeutigen Kommunikation kann man diese Diskrepanz aber beseitigen.

3. Wer ist die Zielgruppe

Deine Zielgruppe (Kunden, Stakeholder, Interessierte…) kennst du bereits sehr gut. Du kennst oft auch die Eigenheiten deiner Zielgruppe. Für die Filmproduktion ist es enorm wichtig ein umfangreiches Bild von der Zielgruppe zu bekommen. Je besser man den Zuschauer kennt, desto besser kann man den Imagefilm darauf anpassen. 

  • Ansprache der Zielgruppe: sachlich, nüchtern, emotional, etc.
  • Alter der Zielgruppe
  • Hintergrundwissen der Zielgruppe: B2B oder B2C, kann der Imagefilm detailreiche Informationen vermitteln oder reicht es ein Thema grob anzureißen.
  • Wann und wo sieht die Zielgruppe den Film

4. Wo soll der Imagefilm gezeigt werden

Der Ort, an dem ein Imagefilm gezeigt werden soll ist enorm wichtig und kann auf folgende Punkte einen maßgeblichen Einfluss haben: 

Inhaltlicher Einfluss

Wenn ein Imagefilm im Kino gezeigt werden soll, dann wird zum einen die Länge des Films bereits über das Kino definiert. Da man hier meistens nur Filme mit maximal 30 Sekunden buchen kann. Zum anderen wird aber auch die technische Anlieferung definiert (Frames, Soundabmischung, etc.)
Bei einem Film, der nur im Web gezeigt werden soll, ist man primär an keine Länge gebunden. Zum anderen kann der Abspielort auch die Sprache, den Schnitt und die Musik beeinflussen. Je mehr Infos man bekommt, desto besser. 

Hieraus können sich auch Filmkampagnen (Kino, Web, Messe) entwickeln. 

Gestaltung

Wenn die Zielgruppe den Imagefilm primär auf dem Smartphone sieht, oder sehen soll, dann muss man bei der Gestaltung von Texten dies berücksichtigen. Texteinblendungen müssen deutlich größer sein, damit man sie noch gut auf dem Smartphone lesen kann. Ein Messefilm muss oft ohne Ton auskommen, da die Filme auf den Messen in der Regel ohne Ton abgespielt werden. 

Gestaltung

Wenn die Zielgruppe den Imagefilm primär auf dem Smartphone sieht, oder sehen soll, dann muss man bei der Gestaltung von Texten dies berücksichtigen. Texteinblendungen müssen deutlich größer sein, damit man sie noch gut auf dem Smartphone lesen kann. Ein Messefilm muss oft ohne Ton auskommen, da die Filme auf den Messen in der Regel ohne Ton abgespielt werden. 

Rechte

Je nach Spielort werden auch die Nutzungsrechte (und somit auch indirekt die Kosten) eines Imagefilm beeinflusst. Jede künstlerisch tätige Person verlangt unterschiedliche Sätze, je nach Nutzung des Films. Wenn der Film nur intern auf einem Unternehmensportal laufen soll, dann kann man günstigere Lizenzen für die Musik buchen. Wenn man dagegen den Film deutschlandweit im TV zeigen möchte, werden hier deutlich höhere Kosten für Lizenzen fällig. Die Künstler leben oft von diesen Einnahmen und man sollte hier vor allem fair kommunizieren. 

5. Wie viel darf der Imagefilm kosten

Geiz ist nicht mehr geil

Leider ist es bei vielen Unternehmen zum Standard geworden, dass man viele Filmproduktionen anschreibt und sich ein Angebot zuschicken lässt. Da jede Filmproduktion die Kosten und die Leistungen oft unterschiedlich berechnet ist das Vergleichen von Angeboten nicht so leicht. Viele Auftraggeber nehmen dann verständlicherweise den Preis als erstes Kriterium. Mit dem Motto „Je billiger, desto besser“ bekommt man aber oft nur Filme die in ihrer Durchschnittlichkeit, keine oder sogar negative Effekte haben können. Gerade wenn die Qualität des Films nicht den Anspruch des Unternehmens widerspiegelt. 

Transparent kommunizieren

Wenn man einen Imagefilm beauftragen möchte und alle vorherigen Schritte gemacht hat, dann sollte man auch ein grobes Budget für den Film definieren und diesen im Briefing festhalten. Die Filmproduktion bekommt somit einen groben Kostenrahmen und dann dementsprechend das Angebot genauer kalkulieren. Oft findet man auch Unstimmigkeiten im Briefing. 

Der Auftraggeber möchte zum Beispiel mehrere Filialen im Ausland gefilmt haben, im Briefing wurden aber keine Reisekosten und zu wenig Drehtage einkalkuliert. Eine gute Filmproduktion wird den Auftraggeber auf dieses Problem hinweisen und gemeinsam kann man dann eine Lösung finden.

Wenn man jetzt im Briefing das grobe Budget nicht definiert hat, dann wird man oft überrascht von den Kosten (Auslandsdreh, Reisetage, etc.) und schließt die Filmproduktion direkt aus. Eine andere Filmproduktion, die die Reisekosten nicht direkt im Angebot einkalkuliert hat, erhält den Zuschlag und rechnet am Ende die Reisekosten ab. Der Auftraggeber wird dann wieder von den Zusatzkosten überrascht und es können Konflikte entstehen.

In einem gesonderten Artikel werden wir noch genauer auf die Kosten eines Imagefilms eingehen. 

Zusammenfassung

Also zunächst sollte man sich als Auftraggeber eine Kernbotschaft überlegen. Diese kann man anhand der Unternehmenswerte erarbeiten. 

Dann überlegt man sich welche Inhalte gezeigt werden sollen und erstellt eine Liste (ohne Gewichtung). Im nächsten Schritt macht man sich Gedanken über seine Zielgruppe, kann man bestimmte Personenkreise ausschließen oder gibt es bestimmte Gruppen, an die man sonst nie denkt. Wo soll der Film gezeigt werden? Im Internet, Kino oder TV? Mach dir dazu Gedanken. Gerade wenn man eine Kinoausspielung plant, sollte man die Kosten für die Schaltung nicht vergessen. Jetzt muss man noch ein grobes Gesamtbudget für den Imagefilm festlegen.

Wenn man diese Schritte bei der Ausschreibung eines Imagefilms beachtet, werden die Ausschreibungen übersichtlicher, genauer und fairer. Du erhältst verlässlichere Angebote und kannst somit besser planen.

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die lichtfänger Josef Sälzle

Hi, ich bin Josef und schreibe bei die lichtfänger über Kamera– , Lichttechnik und über alles was das Filmemachen angeht. Bei Fragen könnt ihr mir gerne eine Mail schreiben.