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DLF EagleEye Gehäuse

Pilotfly EagleEye – günstige HDMI Videofunkstrecke

In diesem Artikel stelle ich euch die günstige Videofunkstrecke EagleEye von Pilotfly vor. Los gehts.

Mit dem praktischen Inhaltsverzeichnis könnt ihr auch direkt zur Vorstellung des EagleEyes springen, wenn ihr meine Einführung zu HDMI-Funkstrecken nicht lesen wollt … shame on you. 

Inhaltsverzeichnis:

Einführung

Am Anfang meiner Karriere war ich oft eher als One-Man-Band unterwegs oder höchstens zu Zweit mit meinem damaligen Geschäftspartner. Damals gab es noch nicht wirklich günstige Videofunkstrecken und so kommt man natürlich auch erst mal gut ohne zurecht. 

Gerade, wenn man die Kamera hoch oben an einem Kran positioniert hat oder an einem Ort, an dem man das Display nur schwer sieht, hätten wir uns schon eine Funkstrecke gewünscht. Wir haben dann aber einfach immer ein langes HDMI-Kabel gezogen und konnten so das Bild beurteilen. 

Größere Sets, mehr Augen auf den Bildschirm

Spätestens, wenn die Sets aber größer werden und man mit mehr Personen zusammenarbeitet, sollte man über eine Videofunkstrecke nachdenken. 

So bald man mit einem Regisseur oder Agentur zusammenarbeitet, ist es sinnvoll, dass diese einen eigenen Vorschaumonitor erhalten und so nicht immer direkt bei der Kamera stehen müssen.

Gerade in Covid-Zeiten ist es noch einmal sinnvoller, wenn man generell mehr Abstand auf dem Set dadurch einhalten kann.

Außerdem fühle ich mich immer stark beobachtet, wenn 5 Personen hinter mir stehen und noch auf den Kameramonitor schauen wollen. Diesen Stress will ich nicht. 

Ich selber habe aber auch gemerkt, dass ich immer mehr eine Videofunkstrecke wollte, besonders wenn man seinen eigenen Kameraoperator hat und sich selbst komplett auf das Licht und die Bildgestaltung konzertiert (Amerikanisches DOP-Modell). Mit einer Videofunkstrecke kann man dann schnell selbst ein paar Lampen ändern und sieht direkt das Bild auf dem Smartphone. 

HDMI-Funkstrecke

Mit den etwas neueren HDMI-Sendern kann man das Signal, wie der Name schon sagt, über HDMI an den Empfänger übertragen. Es gibt natürlich noch weiterhin die SDI-Funkstrecken, aber gerade in Zeiten, in denen man viel mit DSLRs oder DSLM filmt, macht eine SDI-Funkstrecke nicht unbedingt Sinn, da die Kameras überhaupt keinen SDI-Ausgang mehr haben. Man bräuchte hier dann wieder einen HDMI auf SDI-Wandler und so wird das Setup wieder deutlich größer. 

Latenz bei der Übertragung

HDMI ist zwar praktisch, hier können aber auch Latenzen entstehen. Dies muss auch nicht unbedingt an der Funkübertragung an sich liegen, sondern kann schon bei der Kamera entstehen. Oft hat ein latenzfreies Signal von den Kameraherstellern beim HDMI-Out keine hohe Priorität. Wenn man zum Beispiel einen externen Monitor über HDMI anschließt, dann hat man hier oft schon eine kleine Latenz, obwohl das Kabel direkt angeschlossen ist. 

Oft braucht man hier erst eine etwas größere Kamera (Cinema Camcorder oder ähnliches), um ein latenzfreies Signal zu erhalten. 

Wenn man aber keine Schärfe über die Funkstrecke ziehen muss, dann macht das leicht verzögerte Signal nichts. Das Bild kommt ja trotzdem ruckelfrei an, lediglich ein paar Millisekunden später. 

Pilotly EagleEye

So schauen wir uns jetzt mal den kleinen HDMI-Transmitter von Pilotfly an.

Verpackung und erster Eindruck

Der kleine HDMI-Transmitter kommt auch in einer kleinen Verpackung, leider aber ohne separates Case. Im Lieferumfang ist ein Akku, verschiedene HDMi-Kabel, ein USB-C Ladekabel, eine Blitzschuh-Halterung und natürlich der Transmitter enthalten. Die Blitzschuh-Halterung fühlt sich übrigens richtig hochwertig an, oft bekommt man ja so billige Halterungen, die den Namen nicht verdient haben. Pilotfly liefert hier aber eine gute nützliche kleine Halterung. 

DLF EagleEye Box
DLF EagleEye Box
DLF EagleEye Lieferumfang

Ich hätte mir natürlich noch ein kleines Hardcase gewünscht, aber so etwas sprengt natürlich den sehr günstigen Anschaffungspreis. Im Moment liegt das EagleEye zusammen mit der Powerbank so im Airport Security. 

Der Transmitter an sich macht einen guten ersten Eindruck. Alle Ecken sind leicht abgeschrägt, so liegt er gut in der Hand, fühlt sich aber nicht zu scharfkantig an. Die Akku-Klappe rastet sauber ein, könnte für meinen Geschmack aber noch einmal etwas fester sitzen. Bei mir fällt die Klappe öfters mal ab, wenn ich das HDMI-Kabel abziehe und ich an die Klappe komm. 

DLF EagleEye Gehäuse
DLF EagleEye Gehäuse
DLF EagleEye Gehäuse

Am Gehäuse hat man einen Ein- und Ausschalter, das wars auch schon mit Schaltern, aber mehr braucht man auch nicht. Hier hätte man das Gehäuse aber auch beschriften können, ich habe das selbst mit einem Labelgerät gemacht. Oft lieft der Transmitter nämlich unbemerkt und hat direkt den Akku leer gesaugt. 

DLF EagleEye Schalter

An der Vorderseite gibt es fünf kleine blaue LEDs, die die Signalstärke anzeigen. An der rechten Seite an man einen Micro-USB Anschluss und einen vollwertigen HDMI Eingang. An der linken Seite befindet sich ein USB-C Anschluss und einen Status LED. 

DLF EagleEye HDMI
DLF EagleEye USB-C

Mit dem EagleEye arbeiten

So schauen wir uns die Funktionsweise des HDMI-Transmitters an. Ich verwende das EagleEye mit meiner Blackmagic Pocket 4K Kamera. Ich gebe das HDMI Signal oft nicht direkt von der Kamera an den Transmitter weiter, sondern von einem externen Monitor aus. 

Da die BMPCC4K ja keinen Klappmonitor hat, arbeite ich eigentlich immer mit einem externen Monitor. Der Transmitter sitzt auf dem Tophandle. 

Mein AndyCine Monitor bekommt also das Signal von der BMPCC4K und gibt dieses über den HDMI-Out an den EagleEye Transmitter weiter. Hier entsteht auch eine leichte Latenz und manchmal auch etwas Kabelgewirr.  

DLF EagleEye BMPCC4K Signal
EagleEye macht Wifi auf

Wenn das EagleEye läuft, dann kann man sich mit einem Smartphone oder Tablett in das EagleEye-Wifi einwählen (das klingt so 90iger) und braucht dann nur noch die App von Pilotfly und ist dann mit dem HDMI-Transmitter verbunden. In der App sieht man dann das Bild. 

Akkulaufzeit 

Pilotfly gibt eine maximale Akkulaufzeit von bis zu 4 Stunden an. Diese Zeiten habe ich aber nicht hinbekommen, bei mir gibt der Transmitter oft schon nach einer Stunde oder maximal 2 Stunden den Geist auf. Das stört mich enorm, weil ich keine Lust habe dauernd an einem Drehtag die Akkus zu wechseln. Bei den Akkus handelt es sich auch nicht um „normale“ AA Akkus, man braucht 3,7V Akkus, die ihr ja schon vom Nucleus-Nano kennt.

Das schöne am Pilotfly EagleEye ist aber, dass man auch eine Powerbank anschließen kann und somit den Transmitter den ganzen Drehtag mit Strom versorgt. 

Daher habe ich auch am Gehäuse ein Klebeklettband angebracht, und an der Powerbank das Gegenstück. So kann man die Powerbank einfach an das Pilotfly kletten. 

DLF EagleEye Klett
Reichweite

Laut Hersteller funktioniert die Übertragung mit bis zu 100 m (auf freiem Feld), in der Praxis muss ich aber sagen, dass die Übertragung je nach Umwelt oft schon nach 20 m oder früher zusammenbricht. Das liegt einfach an der Beschaffenheit von Signalen und wie sich diese in der Umwelt brechen. Bäume, Mauern, Zimmer, andere Signale machen es dem Signal nicht einfach. 

Wenn man aber in der Nähe des Senders bleibt, dann funktioniert die Übertragung gut und läuft stabil, dazu gleich mehr.

Stabilität der Übertragung

Die Übertragung läuft erstaunlich stabil, normalerweise erwartet man von so einer kleinen günstigen Funkstrecke nicht so viel, aber das EagleEye hat mich hier wirklich überrascht. Es funktioniert sogar ein direktes Playback über den Transmitter, wenn ich bei der Pocket4K den aufgenommenen Clip abspielen lasse. Manchmal funktioniert hier aber der Wechsel zurück zur Aufnahme nicht mehr so gut und das EagleEye zeigt dann kein Bild mehr an. Hier hilft es eigentlich fast immer, wenn man das HDMI-Kabel kurz zieht und wieder einsteckt. 

EagleEye iPhone App

Mit der iPhone App kann man nicht nur das Bild anschauen, sondern man hat auch noch ein paar andere nützliche Funktionen. Ich werde jetzt nicht auf alle eingehen, aber das für mich sinnvollste Feature ist die Aufnahmefunktion. Man kann nämlich den HDMI-Stream direkt mit der App aufzeichnen und die Regie kann somit direkt ihr eigenes Playback aufzeichnen. 

Die App bietet zusätzlich noch FalseColor, FocusPeaking, Zebras, CenterMarks und vieles mehr, schaut euch einfach beim Hersteller die weiteren Features an. Man kann sogar LUTS (.cube) in der App anzeigen. Dieses Feature habe ich bis jetzt aber nicht gebraucht, da ich meine REC709 LUT sowieso immer auf das HDMI-Out Signal lege. Ich möchte einfach nicht, dass irgendjemand das LOG-Bild sieht und sich an diesen sehr flachen (unschönen) Look gewöhnt.

Zusammenfassung

Das EagleEye von Pilotfly ist ein kleiner zuverlässiger HDMI-Transmitter. Ich empfehle euch aber unbedingt zusätzlich eine Powerbank zu verwenden. 

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die lichtfänger Josef Sälzle
Josef Sälzle // Gründer und Filmemacher

Hi, ich bin Josef, Kameramann und Filmemacher.
Ich schreibe in meinem DIE LICHTFÄNGER Blog über Kamera– , Lichttechnik und über alles was das Filmemachen angeht.
DIE LICHTFÄNGER machen Imagefilme, Werbefilme und Produktfilme. Bei Fragen könnt ihr mir gerne eine Mail schreiben.

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