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Filmen mit Spiegelreflex: Teil 7 Herausforderungen und Einschränkungen

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Eine Dslr ist in erster Linie ein Fotoapparat. Wie bereits in Filmen mit Spiegelreflex: Teil 6 erklärt, sind die Kameras nicht unbedingt für das Filmen optimiert. Zunächst muss man aber wissen, mit welchen Einschränkungen man rechnen muss.

Moiré

Der Moiré Effekt ist keine Neuheit beim Filmen. Er tritt auch in der realen Welt auf, wenn zum Beispiel Rasterstrukturen übereinander liegen. Wenn man darauf achtet, so sieht man den Effekt sehr häufig im TV. Die Moiré Struktur tritt auf, wenn man sehr feine Muster (z. B. ein feinkariertes Hemd oder einen Nadelstreifenanzug) filmen will. Bei einer Dslr tritt dieser Effekt noch stärker auf. Viele Kameras können Fotos mit 20 Megapixel machen, der Sensor ist für diese Größe ausgelegt. Beim Filmen wird aber meistens nur ein Teil dieser Auflösung verwendet (1080p sind ca. 2 Megapixel). Unter anderem werden nicht alle Zeilen des Sensors gelesen. Durch dieses Verfahren und die Bildkomprimierung (h.264) können stärker Moiré- und Aliasing-Fehler auftreten. Daher ist eine DSLR mit einer sehr hohen Megapixelzahl nicht so gut für das Filmen geeignet. Die Sony A7s hat zum Beispiel nur 12 Megapixel und zeigt daher nur sehr gering Moiré.

Beim Filmen sollte man darauf achten, dass die Schauspieler keine Kleidung tragen, die Moiré begünstigen. Außerdem sollte man auch auf die Umwelt achten, Backsteinhäuser oder Dächer können auch einen Moiré Effekt hervorrufen. Oft kann man auch durch Schärfeverlagerung den Effekt abschwächen. Da man mit einer Dslr sehr gut den Hintergrund unscharf machen kann, bekommt man auch oft den Moiré Effekt in den Griff.

Es gibt aber auch andere Hilfsmittel. Philip Bloom hat kürzlich auf seinem Blog einen Anti-Moiré- und Anti-Aliasing-Filter für die 5d vorgestellt. Auf Software-Seite hat Jorg Escher eine Anti-Moiré Plugin für Final Cut Pro entwickelt. Das Plugin entfernt die Bildfehler nicht komplett, kann sie aber sehr gut, wie man in den Bildern oben sieht, abschwächen. Bei den größeren Filmkameras ist Moiré nicht mehr so ein Problem, die C300 zeigt diesen Bildfehler nur äußerst selten. Die Technik entwickelt sich hier auch weiter und die nervigen Bildfehler werden in Zukunft auch verschwinden.

Rolling Shutter

Der Rolling Shutter Effekt kann beobachtet werden, wenn man mit einer Dslr sehr schnell hin und her schwenkt. Vertikale Linien (z. B. Straßenlaternen) werden verzerrt. Oft spricht man hier auch vom Jello-Effekt. Der CMOS Sensor tastet das Bild von oben nach unten ab, dieses Youtube-Video zeigt sehr gut den Effekt.

Man kann den Effekt abschwächen, wenn man einfach nicht schnell hin und her schwenkt. Aber in der Regel sollte man eh sowieso nicht unbedacht sehr schnell schwenken. Wenn man gerade nicht Flugzeug Propeller filmt, kann man den Rolling Shutter Effekt gut in den Griff bekommen. Durch Erhöhung der Auslesegeschwindigkeit des Sensors kann der Rolling-Shutter-Effekt deutlich vermindert werden. Ganz wird man den Rolling-Shutter mit einem Rolling-Shutter-Sensor nicht vermeiden können. Das liegt einfach an der Auslese-Technik. Es gibt aber auch Kameras, die einen Global-Shutter verwenden. Das Bild des Sensors wird nicht zeilenweise ausgelesen, sondern auf einmal. Mit dieser Technik gibt es über keine Probleme beim Schwenken und schnellen Bewegungen, man verliert aber etwas an Dynamik.

Überhitzung

Ein anderes Problem der Dslrs ist die Überhitzung. Beim Fotografieren ist beim Sensor nur die Belichtungszeit aktiv. Beim Filmen ist der Sensor die ganze Zeit aktiv und wird dadurch sehr schnell heiß. Es kann sein, dass die Kamera nach einer bestimmten Zeit abschaltet. Bei der 550d erscheint am Bildschirm ein kleines Warnsymbol, wenn der Sensor zu heiß wird. Die 7d warnt den Benutzer leider nicht und schaltet einfach ab. Eine Dslr eignet sich daher nicht unbedingt für sehr lange unbeaufsichtigte Aufnahmen.
Außerdem neigen Dslrs dazu, mehr Bildrauschen zu produzieren je heißer der Sensor wird. Viele Profis verwenden auf einem Dreh mehrere Kameras und können sehr schnell durchwechseln. Im Privat- oder Low-Budget-Bereich hat man leider oft nicht den Luxus, mehrere Kameras zu Verfügung zu haben.

Aktuelle DSLRs sind hier deutlich besser geworden, bei der 5D Mark 3 hatten wir bis jetzt kaum ein Überhitzungsproblem. Die Kamera hat sich einige Mal bei der Aufnahme abgeschaltet, weil wir in RAW mit Hilfe von Magic Lantern aufgenommen haben und die Speicherkarte etwas zu langsam war und nicht mit dem Schreibe der Datenmengen hinterher gekommen ist. Wir haben dann einfach die Speicherkarte gegen eine schnellere ausgetauscht und das Problem trat nie wieder auf.

Sony hat bis vor kurzem auch noch ein Überhitzungsproblem mit der neuen Sony A7R II und der A7S II, aber ein Firmware-Update hat dieses Problem auch behoben.

Wenn ihr noch tiefer in die Welt der HDDslr einsteigen wollt, dann schaut euch doch Teil 8 an. Hier empfehlen wir Bücher, Blogs, Foren und Videos.

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