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Blackmagic URSA Mini Pro – Teil 1

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Blackmagic hört nicht auf. In der Artikelserie zur Blackmagic Micro haben wir euch ja bereits das Portfolio von Blackmagic vorgestellt. Mittlerweile hat sich aber einiges bei Blackmagic getan, einige Kameras sind nicht mehr im Sortiment und es gibt ein paar Neuzugänge.
Die Ur-Blackmagic Cinema Camera (BMCC), die Production Camera (BMPC) und die große URSA (BMU) erscheinen nicht mehr auf der Webseite von Blackmagic. Dafür gibt es eine neue Blackmagic URSA Mini und zwar die Blackmagic URSA Mini Pro. Blackmagic geht hier den Weg, den viele Hersteller machen, es wird ein ähnliches Kameramodell mit neuen Features vorgestellt und bekommt den Beinamen Pro (Sony hat das mit der PS4 und PS4 Pro ähnlich gemacht). Blackmagic hat bei der Vorstellung der Kamera auch dazu gelernt. Und so wurde die Kamera erst vorgestellt, wenn sie auch wirklich erhältlich ist. Wogegen viele Käufer bei der URSA Mini noch oft über ein Jahr warten mussten, hielten die meisten Käufer die URSA Mini Pro sehr schnell in den Händen.

In dieses Artikelserie wollen wir euch nun die Blackmagic URSA Mini Pro (BMUP) vorstellen. Wir hatten die Kamera als Leihgabe von den Kollegen von cinematicz und wir konnten die Kamera ein paar Tage testen. Wir müssen die Kamera aber auch erst bei einer richtigen Produktion einsetzen, um die Kamera richtig einschätzen zu können.

Erster Eindruck

Blackmagic bleibt sich beim ersten Eindruck von ihren Kameras auch treu, die Kamera sieht einfach hochwertig aus. Das einzige was sofort auffällt ist, dass das Wort „Mini“ nicht wirklich passt. Aber im Gegensatz zur alten 8Kg URSA ist die URSA Mini natürlich „mini“. Laut Blackmagic wiegt der Body ca. 2,3Kg, Drehfertig würden wir die Kamera auf ca. 6 Kilo, je nach Zubehör und Objektiv schätzen. Wir würden uns nicht wundern, wenn Blackmagic über kurz oder lang das Mini einfach weg lässt und die Kamera nur als URSA bezeichnet.

Die Kamera hat ein stabiles Metallgehäuse. Auf der Oberseite kann mit 1/4 Zoll Schrauben Zubehör angebracht werden. Die meisten werden hier einen Haltegriff anbringen. Ein großer Unterschied zur normalen URSA Mini sind die Knöpfe auf dem Gehäuse. Die normale URSA hat 8 Knöpfe auf dem Display und dann noch einige Bedienelemente innen, diese sind nur erreichbar, wenn das Display geöffnet ist. Beim Drehen ergeben sich hier einige Nachteile, bestimmte Funktionen können nur über das Menü erreicht werden und man braucht deutlich länger, um z. B. die ISO zu ändern. Bei der BMUMP kann nun fast jede Funktion über einen Button oder Kippschalter auf dem Gehäuse erreicht werden. Die Knöpfe fühlen sich gut an und haben einen angenehmen Druckpunkt. Das Klappdisplay ist etwas kleiner geworden.

Die Pro hat ein 4 Zoll Display, die normale URSA einen 5 Zoll Monitor. Dafür hat die Pro noch ein zusätzliches Display auf der äußeren Seite des Klappdisplays bekommen, hier kann man auch noch einige Werte ablesen. Was nicht sofort auffällt aber für uns es­sen­zi­ell ist, sind die internen ND-Filter. Über ein kleinen Drehschalter kann man 3-stufig ND-Filter zuschalten. Blackmagic hört auf seine Kunden oder es ist einfach nur schlaues Marketing.
Der erste Eindruck überzeugt schon einmal, Blackmagic hat sich gewandelt, wenn man die URSA Mini Pro mit der ersten Cinema Camera vergleicht, dann sieht man deutlich die Entwicklung. Folgende Bilder zeigen die URSA Mini Pro im Vergleich zur Canon C300.

Bedienung und Technik

Buttons, Schalter, Hebel
Die Kamera kann wie schon angesprochen über die zahlreichen Buttons, aber auch über den Touchscreen bedient werden. Das Menü der URSA Mini Pro ist leicht zu verstehen und man findet sich sehr schnell zurecht. Wenn man im Aufnahmemodus eine Einstellung wie z. B. die Farbtemperatur ändern will, dann klickt man einfach auf die Kelvinanzeige auf dem Touchdisplay und kann mit einem Schieber nun den Weißabgleich einstellen. Es ist wirklich fast alles selbsterklärend. Uns sind bis jetzt noch keine größeren Probleme bei der Bedienung passiert, aber man muss die Kamera auch einfach mal eine Zeit lang einsetzen.

Wenn man die Kamera auf dem Stativ hat, dann kann man sehr gut den internen Monitor verwenden. Auf der Schulter ist der interne Monitor aber nicht mehr benutzbar, da die Kamera für das optimale Gewicht eben genau auf der Schulter sitzen muss, der Kopf ist einfach für den Klappmonitor im Weg. Hier braucht man einen externen Sucher. Blackmagic hat diesen auch im Angebot. Wir wollten die Kamera erstmal mit einem fremden Sucher verwenden und zwar mit dem SmallHD 502 und Sidefinder. Man braucht fast zwingend den 502, da die BMUMP keine HDMI-Ausgang hat. Die Verbindung zum Monitor macht man über SDI. Es gibt natürlich auch SDI-HDMI-Adapter, aber dann hat man wieder ein zusätzliches Gerät an der Kamera hängen. Direkte SDI ist dann natürlich angenehmer.

Wie bereits angesprochen kann man den internen Monitor nicht wirklich verwenden, wenn die Kamera auf der Schulter ist. Mit Hilfe des kleinen Drehrades kann man aber trotzdem auf die wichtigsten Kameraparameter zugreifen. Man drückt einfach das Drehrad und auf dem externen Monitor wird dann die jeweilige Funktion erleuchtet, die man gerade bearbeitet. Leider kann man nicht das komplette Menü über das Drehrad bedienen, obwohl das Rad eindeutig mit Menü gekennzeichnet ist. Aber evtl. wird das in einem Firmwareupdate nachgeliefert.

Es gibt noch ein weiteres Wahlrad (vertikal) an der Kamera, mit diesem kann man zum Beispiel die Blende bei einer Kamera mit elektronischer Blende (EF) verstellen.

Der Handgriff der UMP ist minimalistisch gehalten, es gibt nur 3 Buttons (AutoIris, DisplayZoom für Fokus und den Recordbutton). Hier wäre es schön, wenn man noch einen kleinen Joystick hätte. Der Handgriff der C300 ist hier deutlich besser.

Die ND-Filter werden über einen mechanischen Drehregeln zu- oder weggeschaltet. Es gibt vier Stellungen für die ND-Filter, bei 1 ist kein Filter aktiv und bei 4 der Filter mit dem stärksten Wert, folgende Werte haben die Filter:
1 = ND0 = 0 Blenden
2 = ND2 = 2 Blenden
3 = ND16 = 4 Blenden
4 = ND64 = 6 Blenden

Wir müssen noch genauer testen, ob die IR-Pollution dann ein Thema der Vergangenheit bei Blackmagic Kameras ist.

Sensor, Auflösung und Formate
Die Kamera hat einen Super35 Sensor mit einer maximalen Auflösung von 4,6K und 15 Stops Dynamic Range. Das liest sich natürlich schon einmal sehr gut. Aber genauere Tests werden zeigen, ob die 15 Stops auch wirklich stimmen.

Es stehen zahlreiche Aufnahmemodi und Formate zur Verfügung.
Auflösung:
4,6K – 4608 x 2592 (30p)
4K 2.4:1 – 4608 x 1920 (50p)
4K 16/9 – 4096 x 2304 (50p)
4K DCI – 4096 x 2160 (50p)
UHD – 3840 x 2160 (60p)
3K Anamorphic – 3072 x 2560 (60p)
2K 16/9 – 2048 x 1152 (60p – 120p Windowed Sensor)
2K DCI – 2048 x 1080 (60p – 120p Windowed Sensor)
HD – 1920 x 1080 (60p – 120p Windowed Sensor)

Die 120p muss man etwas umständlich einschalten und zwar muss man im Aufnahmenmenü auf die zwei Seite gehen und „Window Sensor“ anwählen. Dann verlässt man das Menü und drückt links Oben am Monitor auf „FPS“, jetzt muss man rechts Unten „OFF Speed Frame Rate“ anwählen und dann kann man schließlich die Framerate auf maximal 120fps stellen. Nun kann man über den Button HFR (High Frau Rate) zwischen 25p und 120p wechseln, aber Achtung beide Frameraten sind dann im Windowed-Mode.

Formate
RAW – Lossless, 3:1, 4:1
ProRes – XQ, 444, HQ, 422, LT, Proxy
DNxHR (konnten wir nicht testen)

Man sollte sich einfach durch alle Aufnahmemodi durchklicken und sich die Auflösung genau anschauen. Es wird relativ schnell klar, welche Modi man für sich selbst brauchen wird. Schön wäre noch, wenn man die nicht benötigten Modi aus der Auswahl entfernen könnte, dann wäre das Menü noch übersichtlicher.

Aufnahme

Die Kamera nimmt entweder auf SD-Karten oder auf CFast-Karten auf. Wenn man nicht die volle Auflösung und die hohen Bitraten braucht, dann kann man die günstigeren SD-Karten nehmen, wer alles haben möchte, der muss die teuren CFast-Karten verwenden. Der Preis fällt hier aber von Monat zu Monat. Leider muss man sich für einen Kartentyp entscheiden, man kann nicht gleichzeitig auf CFast-Karten und SD-Karten aufzeichnen. Vielleicht gibt es das auch mal in einem Firmwireupdate, die Frage ist, ob die URSA hierfür genügend Rechenkapazität hat.

Wir haben drei Karten getestet, eine Komputer Bay 256GB 3700x Karte, eine SanDisk Extreme 64GB 45MB/S und eine SanDisk Extreme 32GB 90MB/s. Wie zu erwarten macht die CFast-Karte keine Probleme. Dann haben wir die beiden SD-Karten getestet. Achtung, man muss oberhalb der Kartenslots den Schalter auf SD-Card stellen, sonst erkennt die Kamera die Karten nicht. Bei beiden Kameras haben wir in RAW Lossless Probleme. Nach der Aufnahme bekommt das RECODS Symbol ein rotes Ausrufezeichen, dies deutet auf Dropped Frames hin. In ProRes hatten wir keine Probleme. Hier muss man auf jeden Fall noch etwas mehr testen, wir haben die SD-Karten nur kurz ausprobiert, weil wir uns eigentlich schon sicher waren, dass die Karten nicht ausreichen werden. Bei 4,6K(4608 x 2592) bekommt man übrigens mit der 32GB Karten in ProRes drei Minuten Aufnahmezeit, in 1080p ca. 20 Minuten. Die UMP ist speicherhungrig, aber ProRes oder RAW sind einfach speicherintensive Aufnahmeformate.

Audio

Die Kamera hat zwei XLR Eingänge hinter dem Handgriff auf der oberen Seite. Die Audioeingänge kann man außen am Display regeln. Weitere Audioeinstellungen gibt es bei geöffnetem Display. Über den Touchscreen kann man die Audioeingänge auch noch separat regeln.
Wir müssen die Audioeingänge noch testen, wir können daher noch keine Aussage über Audio geben.

Fazit

Das war der erste Überblick über die neue Blackmagic URSA Mini Pro, die Kamera macht insgesamt einen guten Eindruck. Sie sieht aus wie eine normale EB-Kamera und eignet sich daher nicht unbedingt zu unauffälligem Arbeiten. Die Bedienung geht locker von der Hand und man kann relativ schnell schon mit dem Drehen loslegen. Einige Sachen verstecken sich etwas in den Menüs und man sollte sich hier wirklich überall mal durchklicken.

In Teil 2 gehen wir wieder etwas genauer auf das Bild ein.

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