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Blackmagic Micro Cinema Camera Teil 1

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Blackmagic legt nach. Wir haben euch ja schon ausführlich die Blackmagic Pocket Cinema Camera (Teil1, Teil2, Teil3, Teil4, Teil5) vorgestellt. Heute geht es um die BlackMagic Micro Cinema Camera (BMMCC). Kommt ihr langsam auch durcheinander mit den ganzen Abkürzungen? Wir haben deshalb alle Kameras und die jeweiligen Abkürzungen von Blackmagic einmal zusammengefasst:

BMPCC – Blackmagic Pocket Cinema Camera
BMMCC – Blackmagic Micro Cinema Camera
BMMSC – Blackmagic Micro Studio Camera
BMCC – Blackmagic Cinema Camera
BMPC – Blackmagic Production Camera
BMSC – Blackmagic Studio Camera
BMU 4K – Blackmagic Ursa 4K
BMU 4,6K – Blackmagic Ursa 4,6K
BMUM 4K – Blackmagic Ursa Mini 4K
BMUM 4,6K – Blackmagic Ursa Mini 4,6K
BMUMP – Blackmagic Ursa Mini Pro

Blackmagic hat mittlerweile ein beachtliches Kameraportfolio für unterschiedliche Einsatzzwecke. Wenn man bedenkt, dass die erste BMCC erst 2012 vorgestellt wurde, dann ist das ein sehr schneller Entwicklungszyklus. Von den Lieferzeiten wollen wir mal nicht sprechen. Die Kameras haben viel gemeinsam, in ihrer Klasse gibt es fast nicht günstigeres und die Qualität der Bilder ist für den Preis super. Die Features sind dafür manchmal sehr seltsam. Der Formfaktor der ersten Cinema Camera war mehr als seltsam, wirklich arbeiten konnte man ohne viel Zubehör nicht, die Pocket hat eine grauenhafte Akkulaufzeit, die URSA ist ein 8Kg-Monster usw. Aber Blackmagic wird auch deutlich besser und das sieht man den Kameras auch an. Die URSA Mini wirkt deutlich durchdachter als die Cinema Camera.

Update Juni 2017: Wir haben die neue URSA Mini Pro ausgeliehen und grob getestet, hier gehts zum Test

Die BMMCC ist nicht unbedingt der Nachfolger der BMPCC, aber trotzdem auch eine günstige B- oder C-Kamera. Als Einsteigerkamera würden wir die Kamera nicht unbedingt empfehlen, weil sie out-of-the-Box nicht drehfertig ist. Aber dazu später mehr. Die BlackMagic Micro hat ein komplett anderes Gehäuse wie die Blackmagic Pocket und erinnert eher an einen kleinen Würfel. Das Gewicht von Body ohne Speicherkarte und Akku wurde noch einmal reduziert auf ca. 312g. Die Micro gibt es für ca. 1000€.

BMMCC auspacken

Erster Eindruck

Die Kamera macht, wie alle Kameras von Blackmagic, einen soliden Eindruck. Sie hat ein Metallgehäuse mit drei Stativgewinden an der Unterseite und einem an der Oberseite. An den Seiten hat sie kleine Lüftungsrippen zur Kühlung. Wenn man die Kamera als zum ersten Mal in die Hand nimmt, dann bemerkt man sofort dass etwas fehlt. Man dreht die Kamera und sucht, wird aber nichts finden. Was wir meinen ist der Bildschirm. Genau, ihr habt richtig gehört, die BMMCC hat keinen internen Bildschirm, mit dem man das Bild sehen kann. Aber zur Arbeit mit der Blackmagic Micro kommen wir später.

Die Bedienelemente der Kamera sind auf die Seite gewandert, lediglich der Recordbutton befindet sich noch an der oberen Seite. Blackmagic bewirbt die Kamera mitunter auch als Drohnenkamera. Wenn eine Kamera auf einer Drohne befestigt ist, dann kommt man mitunter nur schwer an die oberen Bedienelemente, daher hat sich Blackmagic bei der BMMCC entschieden, die Knöpfe auf die Vorderseite zu legen. Die Bedienung der Kamera ist nicht unbedingt leichter geworden, die Knöpfe sind sehr klein und man kann sie blind kaum unterscheiden. Dafür fühlt sich der Druckpunkt sehr gut an. Die Knöpfe sind deutlich besser verarbeitet als die Knöpfe der BMPCC auf der Rückseite. Blackmagic hat auch beim Akku dazugelernt und ihn auf die Rückseite befördert. Vorne über dem Objektivbajonett gibt es eine kleine LED, die anzeigt, ob die Kamera gerade aufnimmt oder nicht (die Helligkeit der LED kann man im Menü einstellen, man kann die LED auch komplett ausschalten).

Noch ein schneller Vergleich zur BMPCC.

Bedienung und Technik

Wie auch die BMPCC ist die BMMCC eine reine Filmkamera. Bei der BMPCC waren noch einige von unseren Kunden überrascht über die fehlende Fotofunktion, da die Pocket eher noch wie eine Kompaktkamera aussieht, die Blackmagic Micro sieht nicht mehr wirklich wie eine Fotoapparat aus, sondern fast eher wie eine Actionkamera. Es überrascht also weniger, wenn nur ein Filmmodus zur Verfügung steht. Beim Einschalten hört man kurz die Lüfter der Kamera und beim Betrieb auch leicht.

Menü
Das Menü der Micro wurde überarbeitet und glänzt mit neuen Icons für die Menüpunkte. Die Micro hat neue Menüpunkte wie RemoteControl oder AutoExposure und Automatic Gain Control. Bei Autoexposure steht eine automatische Belichtungskorrektur zur Verfügung und man kann einstellen ob die Blende, der Shutter oder beides von der Kamera automatisch geregelt werden sollen. Man darf hier aber keine Wunder erwarten, die Kamera regelt die Belichtung sehr ruckartig und man sieht deutlich Belichtungssprünge. Bei dem Punkt Automatic Gain Control kann man einstellen ob die Kamera den Audiopegel selbst regeln soll.

Der BMMCC stehen die gleichen Aufnahmemodi (RAW + ProRes) wie der BMPCC zur Verfügung. Darüber hinaus kann man im RAW Modus uncompressed und compressed (RAW 3:1) auswählen. Compressed RAW kann man sich zum Teil wir REDRaw vorstellen. Es werden einfach komprimierte RAW-Daten aufgezeichnet. Für viele wahrscheinlich neben RAW das interessanteste Feature ist die Möglichkeit 50p in FullHD aufzeichnen zu können. Die Blackmagic Micro Cinema Camera kann also leichte SlowMotionaufnahmen in 1080p machen.

Sensor
Die Kamera verwendet auf den ersten Blick den gleichen Sensor wie die BMPCC, einen Super 16mm Sensor (12,48mm x 7,02mm) und hat einen aktiven MFT-Anschluss. Es handelt sich jedoch um eine neuere Version des Sensors, der etwas weniger Moiré und Aliasing zeigt und laut Blackmagic allgemein ein besseres Bild.
Der Cropfaktor hat sich natürlich bei der gleichen Sensorgröße nicht geändert und beläuft sich wieder auf ca. 2,8. Das schöne ist, wenn man bereits einige Objektive und Adapter für die BMPCC gekauft hat, dann kann man diese ganze einfach weiter an der BMMCC verwenden.

Externer Monitor
Die Bedienung der Kamera ist nur über einen externen Monitor möglich. Außer man kennt die Menüs und Einstellungen von Blackmagic schon auswendig und kann die Kamera blind bedienen. Aber mit dem Monitor hat man dann doch eine bessere Kontrolle und irgendwie muss man ja auch das Bild beurteilen können.

Mit einem Monitor unterscheidet sich die Bedienung der Kamera nicht zur BMPCC, man muss sich aber erst an die sehr kleinen Knöpfe gewöhnen. Personen mit großen Händen werden hier wahrscheinlich etwas mehr fluchen. Die Menüs sind gewohnt übersichtlich, aber man braucht eine Weile bis man die Navigation über die vier Knöpfe verstanden hat. Leider fehlen auch wieder frei belegbare Buttons, aber bei dieser Größe ist dies wahrscheinlich schwierig. Eine Steuerung über Touchscreen wäre noch ein sinnvolles Feature, der Video Assist Monitor von Blackmagic hat ein Touchscreen Display, man kann die Micro aber nicht damit steuern. Über HDMI werden die Informationen nicht übertragen.

Aber die BMMCC hat noch ein anderes Ass im Ärmel, den Expansion-Port. Aber dazu gleich mehr. Die Firmware unterstützt ein Histogramm und Peaking. Aber wenn man einen guten Monitor verwendet, dann braucht man dies fast nicht, weil man auf die Funktionen des Monitors zurückgreifen kann. Man kann es sich natürlich trotzdem anzeigen lassen.

Speicherkarten
Die Daten werden wieder auf eine SD-Karte aufgezeichnet und dieses mal muss man noch mehr darauf achten, welche SD-Karten man verwendet. Compressed RAW in 50p braucht nämlich sehr schnelle Karten.

Akku
Wie bereits beschrieben wurde Akku auf die Rückseite gelegt, man kann den Akku nun deutlich einfacher erreichen. Bei der BMPCC war es oft schwierig den Akku aus der Kamera zu bringen, da die Akkus sich manchmal bei Hitze etwas ausdehnen und sich so im Kamerabody verklemmen. Bei der BMMCC ist dies kein Problem mehr. Was aber viel wichtiger ist, es werden nicht mehr die Nikon EN-EL20 Akkus verwenden sondern Canon LP-E6 Akkus. Viele kennen diese Akkus aus der 7D oder 5D. Wir können nun endlich unsere ganzen Canon 5D Akkus wieder verwenden. Mit den neuen Akkus kann die Kamera ca. 60-90min betrieben werden, dies ist noch nicht optimal, aber eine Verdreifachung zur BMPCC.

Anschlüsse
Die Anschlüsse fallen auch wieder übersichtlich aus, es gibt einen Mikrofonanschluss (Klinke), einen HDMI-out, den angesprochenen Expansion-Port und einen Usb-Port für Firmwareupdates.

Der Expansion Port ist ein Standard DB-HD15 Anschluss (vgl. VGA) und man kann wirklich eine Menge Signale mit dem Expansion Port verwenden: S.Bus, Analog Servo, Strom, Lanc, Composite Video. Hört sich jetzt erstmal nicht so spannend an, aber gerade die vier Analog Servo Ports sind für Drohnenflieger sehr interessant. Man kann damit die Kamera (z. B. die Funktionen Start/Stop, Weißabgleich, Blende und Shutter) über eine Futaba Fernbedienung steuern. Wenn die Kamera auf einem Stativ ist, dann kann man über LANC eine Stativsteuerung anschließen. Man merkt, dass Blackmagic die Kamera für RemoteControl ausgelegt hat.

Das war der erste Überblick über die BMMCC, in Teil 2 gehen wir wieder etwas genauer auf das Bild ein und vergleichen die Kamera mit der BMPCC.

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