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Blackmagic Micro Cinema Camera Teil 2

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Die Blackmagic Micro Cinema Camera geht bei uns in Runde 2. Letztes mal in Teil 1 haben wir euch die BMMCC vorgestellt. In Teil 2 wird es jetzt konkret, alle wollen ja schließlich wissen, was diese kleine Kiste so leistet und ob sich das Upgrade von der BMPCC lohnt.

Das Bild

Die Blackmagic Pocket haben wir damals mit der 5D Mark 3 verglichen und die 5D ist wirklich nicht gut weggekommen. Man merkt ihr einfach ihr Alter an. Canon muss langsam mal wieder etwas aufholen … vielleicht ja mit der Canon 1DX MK2.

Wir vergleichen die BMMCC mit der BMPCC. Beide Kameras haben die gleiche Sensorgröße und den gleichen Cropfaktor, man kann also sehr gut den Look und die Dynamik vergleichen. Die BMPCC wurde leider sehr stark von Aliasing und Moiré geplagt. Gerade das Wasser von Seen sieht nicht so schön aus mit den Bildfehlern. Blackmagic hat hier nachgebessert und die Micro zeigt deutlich weniger dieser Bildfehler. Anscheinend soll auch das Rauschverhalten verbessert worden sein, wir haben bei unseren Tests aber noch keine Veränderung feststellen können.

Test I ProRes

Wie bereits beschrieben haben wir in einem kleinen Test die BMMCC mit der BMPCC verglichen. Bei beiden Kameras kam das Olympus 12mm mit einem 0,9ND Filter zum Einsatz. Wir haben in ProRes LT aufgenommen. Wir haben ein einfaches Setup aufgebaut. Keylight von Links, Flag von Rechts und eine Spitze von Rechts. Die ISO lag beides mal bei 800 und der Shutter auf 180°. Zunächst haben wir bei beiden Kameras eine Blende von f4,8 festgelegt und beim zweiten Test eine Blende von f3,2.

Der Lichtmesser hat uns beim Keylight ca. f3,2 bis 3,6 angezeigt, das Spitzlicht lag bei einer Blende von f1,4 und die Schattenseite bei f0,8. Keylight war eine 575W HMI und das Spitzlicht haben wir mit einer Kinoflo gemacht.
Erkennt ihr was mit welcher Kamera gedreht wurde? Mit einem Klick auf die Bilder bekommt ihr übrigens das Bild in voller Auflösung. 

BMMCC LUT AUS

BMPCC LUT AUS

Auflösung: Das erste Bilder wurde mit der Blackmagic Micro aufgenommen und das zweite Bilder mit der Blackmagic Pocket.

Bei der Farbkorrektur haben wir nicht viel gemacht und nur eine LUT auf das Bild gelegt, etwas die Belichtung angepasst und etwas das Grün mit Hilfe der RGB-Kurven entfernt.

BMMCC LUT AN

BMPCC LUT AN

Wir können nicht wirklich einen Unterschied zwischen der BMMCC und der BMPCC feststellen. An sich sollte die BMMCC etwas besser aussehen, da hier ein neuerer Sensor verbaut wurde. Bei beiden Kameras sieht man etwas Moiré in den Haaren und Bart. Vielleicht gibt es etwas weniger Moiré bei der BMMCC, aber das könnte auch an der anderen Position des Kopfes liegen.

Den zweiten Test haben wir vor einem Fenster gemacht und ohne zusätzliches Licht gearbeitet. Wir wollten einfach schauen, welche Details noch in den Schatten vorhanden sind. Zum Spaß haben wir auch noch eine Aufnahme mit der 5D gemacht.
BMMCC LUT AUS

BMPCC LUT AUS

5D LUT AUS

Beim ersten Bild haben wir wieder die Blackmagic Micro verwendet, beim zweiten Bild die Blackmagic Pocket und beim dritten Bild die 5D. Besonders fällt die fehlende Dynamik der 5D auf, der Himmel ist einfach nur weiß.

Bei der Farbkorrektur haben wir bei den Blackmagic Kameras wieder nur eine LUT hinzugefügt und die Belichtung leicht angepasst. Bei der 5D haben wir den Kontrast etwas erhöht und die Belichtung etwas angepasst.
BMMCC LUT AN

BMMCC LUT AN

BMMCC LUT AN

Durch die unangepasste LUT wird das Bild sehr kontrastreich und man kann nur noch sehr wenig im Gesicht erkennen. Hier sieht man auch gut, dass eine LUT nicht ohne nachzudenken auf alle Clips gelegt werden kann. Eine LUT ist oft nur ein Startpunkt für weitere Anpassungen. Bei folgenden Bildern haben wir die Belichtung nach der LUT etwas angepasst.
BMMCC LUT angepasst

5D LUT angepasst

Man sieht deutlich, dass die 5D mit den unterbelichteten Schatten nicht gut zurecht kommt, es entsteht ein deutliches Rauschen. Natürlich rauschen die BMMCC und die BMPCC auch, da auch hier die Schatten unterbelichtet sind. Durch die höhere Dynamik der Blackmagickameras hat man aber mehr Spielraum bei der Belichtung.
Natürlich müsste man dieses Szenario ausleuchten, wenn man ein gut belichtetes Gesicht und einen nicht ausgebrannten Himmel haben möchte.

Noch kurz zur BMPCC. Wir mussten bei diesem Minitest zweimal den Akku der BMPCC wechseln, obwohl diese jeweils immer nur für eine Minute an war und aufgenommen hat. Einmal haben wir vergessen die Kamera auszuschalten. Bei der Micro mussten wir den Akku nicht wechseln.

Test II RAW

Beim zweiten Test verwenden wir nur die Micro Kamera in den zwei verschiedenen RAW-Modi. Ihr könnt wieder auf die Bilder klicken für die volle Auflösung.
RAW
BMMCC_RAW

RAW 3:1
BMMCC_RAW_3:1

Jetzt haben wir noch schnell die Farben und den Kontrast in DaVinci Resolve angepasst.
RAW CC
BMMCC_RAW_CC

RAW 3:1 CC
BMMCC_RAW_3:1_CC

Man erkennt nicht wirklich einen Unterschied zwischen RAW und RAW 3:1. Ein RAW DNG verbraucht ca. 2MB und ein RAW 3:1 DNG nur ca. 1,1MB Speicherplatz auf der SD-Karte. Das RAW DNG konnten wir übrigens ohne Probleme beim Mac (El Capitan 10.11.6 ) mit Quicklook, Vorschau, Photoshop und Premiere (CC 9.2) öffnen. Das RAW 3:1 DNG wird dagegen von keinem der Programme angezeigt. Man bekommt eine Fehlermeldung. DaVinci Resolve zeigt beide DNG Dateien ohne Probleme an. Dies sollte man im Hinterkopf behalten, wenn man mit RAW 3:1 drehen will.

Test 3: Rolling Shutter
Laut Blackmagic wurde der Sensor der BMMCC überarbeitet und zeigt weniger Moiré und der Jello-Effekt durch den RollingShutter soll auch geringer sein als bei der BMPCC. Leider konnten wir eine Verminderung des Jello-Effekts nicht feststellen. Wir haben beide Kameras mit dem gleichen Objektive getestet. Das erste Bild wurde mit der BMPCC gemacht und das zweite Bild mit der BMMCC.

BMMCC Rolling Shutter BMPCC

BMMCC Rolling Shutter BMMCC

Fixed Pattern Noise
Kürzlich ist uns bei einem Dreh der Bildfehler Fixed Pattern Noise aufgefallen. Dieser scheint bei der BMMCC nur bei ISO1600 aufzutreten.

Handhabung

Die Blackmagic Micro Cinema Camera ist noch einmal kleiner wie die Blackmagic Pocket und wie bereits beschrieben noch einmal leichter, mit einem kleinen Objektiv ist sie optimal unter eine Drohne oder sogar als Actioncamera geeignet. Mittlerweile verwenden wir lieber die Blackmagic Pocket oder Micro als Actionkamera und nicht die GoPro 4. Die Blackmagic Kameras sehen einfach cineastischer aus und haben nicht so ein verzerrtes Bild wie die GoPro. Man darf aber auch nicht vergessen, dass GoPro einen ganz anderen Markt anspricht, eher Personen, die sich nicht so viel mit dem Filmen beschäftigen möchten und eher einfach Sachen aufnehmen wollen. Blackmagic zielt ganz klar auf professionelle Filmemacher ab. Leider fehlt der Blackmagic noch die Möglichkeit für SuperSlowmotion.

Cage
Um die Kamera noch vielseitiger zu machen, empfiehlt es sich einen Cage zu verwenden. Man erhält einfach noch mehr Mountingoptionen (zum Beispiel für den Monitor) und noch einen Schutz für die Kamera.

Wir verwenden einen kleinen Cage ohne Rods, wir haben einfach bei der Arbeit mit der BMPCC gemerkt, dass wir meistens nur den Cage benötigen und nicht noch Rods für einen FollowFocus oder anders Zubehör. Die BMPCC oder die BMMCC bleiben so auch unauffälliger.

Leider gibt es noch nicht sehr viele Cages für die Blackmagic Micro Cinema Camera und auch beim 8Sinn Cage ist nicht alles perfekt. Den Zugang zum USB-Anschluss an der unteren Seite könnte man auch weglassen und den gewonnen Platz wieder mit 1/4 Zoll Gewinden füllen, oder man tauscht das 3/8 Zoll Gewinde mit einem 1/4 Zoll Gewinde und platziert das 3/8 Zoll Gewinde bei dem gewonnen Platz. So hat man zwei Fixierpunkte für eine Stativplatte. Zwei Fixierpunkte verhindert das Verdrehen der Stativplatte.
Außerdem wird durch den Cage der Zugang zur SD-Karte etwas erschwert. Personen mit großen Fingern sollten besser immer eine Pinzette oder ähnliches dabei haben.

Handhabung

Es gibt noch eine kleine Besonderheit, wenn man das Material auf der BMMCC betrachten will. Wenn man in den Abspielmodus wechselt, dann werden nur die Clips aus dem jeweiligen fps-Modus gezeigt. Wenn man zum Beispiel Videos mit 50p aufgezeichnet hat und dann die Kamera wieder auf 25p stellt, dann erscheinen im Wiedergabemodus die Videos, die mit 50p aufgenommen wurden nicht, sondern nur die Videos, die mit 25p aufgenommen wurden. Am Anfang denkt man, dass da doch Clips fehlen müssen und dass die Kamera nichts aufgezeichnet hat. Später am Rechner sieht man, dass alle Aufnahmen vorhanden sind. Dieses Problem könnte man wahrscheinlich mit einem Firmware-Update beheben, wir hoffen auf baldige Nachbesserung von Blackmagic.

Darstellung der Kamera

Noch ein Hinweis, die Kamera wird auf der Webseite von Blackmagic und auf anderen Seiten in der Regel mit dem Panasonic 14mm Objektiv gezeigt. Das Panasonic Objektiv ist ein Pancake-Objektiv und sehr flach. Dadurch wirkt die Kamera natürlich auch sehr klein und handlich. Wir haben bei der BMPCC standardmässig das Olympus 12mm verwendet, die zusätzlichen 2mm sind gerade bei der Arbeit auf einem Gimbal sehr hilfreich. Mit dem 12mm wirkt die BMMCC irgendwie komisch und ist auch nicht mehr wirklich ausbalanciert. Mit dem 14mm liegt der Schwerpunkt ungefähr bei der Stativschraube, mit dem 12mm wandert der Schwerpunkt deutlich weiter nach Vorne und hier wird man wahrscheinlich Probleme auf dem Gimbal bekommen.

Fazit

Blackmagic hat mit der Micro Cinema Camera eine interessante kleine Alternative zur Pocket Cinema Camera herausgebracht. Ein besseres Rauschverhalten, weniger Moiré und weniger Aliasing ist uns nicht aufgefallen, aber laut Blackmagic sollte dies deutlich besser sein. Das Material aus der Micro ist angenehm im Schnitt und man bekommt schnell gute Ergebnisse bei der Farbkorrektur. Ein kleiner Nachteil ist der fehlende LCD-Bildschirm, man braucht einfach noch einen zusätzlichen Monitor für das Gerät und kann sie nicht direkt out of the Box betreiben. Aber die BMMCC ist die kleinste und günstigste Kamera auf dem Markt die 1080p 50p RAW Video kann. An die Bedienung muss man sich erst gewöhnen, die Navigation über die Menüs ist etwas umständlich, die Menüs sind aber übersichtlich und man weiß immer wo man ist. Der Formfaktor ist zunächst auch ungewohnt, man muss sich wirklich erst an den kleinen Würfel gewöhnen.

In Teil 3 unsere Blackmagic Micro Cinema Camera Serie zeigen wir euch unterschiedliche Konfigurationen der Kamera.

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