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DJI Ronin M

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Heute stellen wir euch einen Zweihand-Gimbal von DJI vor, nämlich den DJI Ronin M. Zunächst war DJI im Drohnensektor bekannt, vor allem durch die kleinen, handlichen und einfach zu bedienenden Phantomdrohnen. Mit dem Inspire One– und Inspire Pro-Systemen ist auch für die professionellen Piloten etwas dabei und mit der Mavic besitzt man eine Drohne, die man praktisch in einer Handtasche transportieren könnte. Zusätzlich zu den Drohnen hat DJI aber noch Gimbal-Systeme im Sortiment. Der OSMO ist ein kleiner Einhand-Gimbal mit eingebauter Kamera, die Ronin-Modelle sind Zweihand-Gimbals für unterschiedlich schwere Kameras. Es gibt drei Ronin Modelle, den normalen Ronin, den Ronin MX und den Ronin M.
Wir haben uns kürzlich den Ronin M zugelegt und gehen daher auf diesen Gimbal ein.

Entscheidung für den Ronin M

Es gibt einige Hersteller auf dem Gimbal-Markt. Die bekanntesten sind wahrscheinlich DJI (Ronin), Freefly Systems (Movi), Filmpower (Nebula) und Came-TV. Wie ihr bereits wisst, haben wir mit dem Gimbal von Came-TV keine guten Erfahrungen gemacht und der Support von Came-TV war mehr als fragwürdig. Freefly Systems hat kürzlich den MOVI Pro vorgestellt, aber dieser liegt mit knapp 7000€ deutlich über unserem Budget, außerdem ist dieser Gimbal für andere Kameras ausgelegt. Mit dem kleinen Nebula haben wir gute Erfahrungen gemacht, leider ist die Software zum Kalibrieren etwas gewöhnungsbedürftig, man muss genau wissen was man einstellen muss. Schlussendlich haben wir uns auch für den DJI Ronin M entschieden. Wir hatten den Gimbal für zwei Wochen ausgeliehen und haben den Gimbal auf Herz und Nieren bei Drehtagen getestet und wir sind sofort warm geworden mit dem System.

Erster Eindruck

Der Ronin M kommt in einer normalen Verpackung und nicht in einem Transportkoffer wie der große Bruder. Bei einem Preis von ca. 1600€ kann man dies aber noch verschmerzen. Am besten legt man sich gleich noch einen Transportkoffer (von DJI ca. 200€, es gibt aber auch günstigere Modelle) zu.

Der erste Eindruck des Ronin M ist sehr gut, alle Teile machen einen hochwertigen Eindruck. Der Aufbau des Gimbal inkl. Haltegestell ist sehr einfach. Man steckt den Ronin einfach zusammen und schraubt diverse Teile fest.

Balancieren der Kamera

Wir verwenden die kleine Sony A6300 in Kombination mit dem Ronin M. Die Kamera wird unten auf dem Kameraschlitten befestigt. Wir verwenden auf der Schnellwechselplatte von DJI noch einen Manfrotto Schnellwechseladapter. So hat die Kamera eine Manfrotto-Stativplatte und kann somit auch schnell vom Gimbal auf Stativ gewechselt werden. In unserem Artikel Equipment optimieren gehen wir näher hierauf ein.

Wir bereits in unserem Artikel zum Nebula 4000 Lite beschrieben, müssen die drei Achsen des Gimbal mit der Kamera kalibriert werden. Am besten geht man dies Schritt für Schritt laut Anleitung durch. Wir haben zwar festgestellt, dass der Ronin Out of the Box schon sehr gut funktioniert. Aber um die Kraft, die die Motoren zum Ausgleich brauchen, möglichst gering zu halten, sollte die Kamera wirklich perfekt ausbalanciert sein. Lieber investiert man hier deutlich mehr Zeit. Nachdem die Kamera ausbalanciert ist, kann man den Gimbal anschalten. Nach dem Anschalten kalibriert sich der Gimbal noch einmal schnell selber. Dann kann man eigentlich loslegen.

Vergleich zum Came-TV Mini 1

Bei den Zweihand-Gimbals haben wir leider nur Erfahrung mit dem Came-TV Single und können den Ronin M daher nur mit diesem Gimbal vergleichen. Was sofort auffällt, ist die deutlich bessere Verarbeitung. Hier merkt man einfach den Unterschied. Came-TV hat natürlich auch dazu gelernt und ihre Produkte eher an DJI orientiert. Beim alten Mini-Gimbal befanden sich die Akkus noch in den horizontalen Rohren, die neueren Modelle sehen fast wie ein Ronin aus.

Als zweites ist uns die deutlich einfachere Kalibrierung beim Ronin aufgefallen, beim Came-TV Gimbal waren wir deutlich länger mit der Ausrichtung der Kamera beschäftigt. Im Betrieb läuft der Ronin auch deutlich ruhiger als der Came-TV Mini.

Arbeiten mit dem Ronin M

Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell man mit Gimbals schöne Kamerafahrten erzeugen kann. Natürlich muss man sich etwas in das System einarbeiten, aber es reagiert schnell und man kann sehr intuitiv damit arbeiten. Komplexe Kamerabewegungen oder die Übergabe des Ronin an einen anderen Operator während der Aufnahmen muss man natürlich üben.
Was uns nach drei Drehtagen aufgefallen ist, ist das Gewicht des Gimbals, inkl. Kamera liegt dies zwar nur bei ca. 3kg, aber diese 3kg merkt man schnell nach ein paar Shots. Man hält den Gimbal meistens mit dem Armen fast ausgestreckt vor sich, einen kompletten Tag hält man dies kaum durch. Hier wird einem immer wieder schnell bewusst, dass ein Gimbal kein Ersatz für alle anderen Werkzeuge (Stativ, Schulterrig, etc.) ist, sondern nur ein weiteres Werkzeug für sehr spezielle Aufnahmen.
Bei einigen Aufnahmen ist uns aufgefallen, dass der Gimbal bei bestimmten Neigungen einfach ausgegangen ist. Wir haben noch nicht herausgefunden, an was dies liegt, aber wahrscheinlich muss man einfach den Gimbal noch genauer mit der Software einstellen, oder irgendeine Funktion noch aktivieren.
Wir sind gerade am Überlegen, ob sich ein EasyRig bei längeren Dreharbeiten lohnen würde, wollen aber den Ronin M erstmal fest in unsere Arbeitsweise integrieren.

Verschiedene Modi

Underslung-Mode
Den Underslung-Mode werden die meisten kennen, es ist die typische Arbeitsweise mit einem Gimbal. Der Gimbal wird mit beiden Armen vor der Brust gehalten.

Upright-Mode
Upright-Mode wird der Gimbal umgedreht und man kann so einfacher Überkopfaufnahmen realisieren. Bei unserem Testmodell hat dieser Modus irgendwie nicht funktioniert, aber wahrscheinlich haben wir hier auch etwas falsch gemacht.

Briefcase-Mode
Im Briefcase-Mode wird der Gimbal seitlich wie ein Aktenkoffer getragen. In diesem Mode ist der Gimbal sehr schmal und somit optimal für enge Räume geeignet.

Umbau des Ronin M

Bei der Arbeit mit dem Ronin M sind uns einige Sachen aufgefallen, die man wahrscheinlich noch verbessern könnte, gerade wenn man den Gimbal über den Kopf halten möchte, dann muss man die Arme sehr stark nach oben strecken, was sehr schnell ermüdet. Auch der Upright-Mode hilft hier nicht vollkommen. Freefly System verwendet beim MOVI Pro einen Ring, hier kann man die Haltepunkte für die Hände selbst wählen und so genauer anpassen. Wir werden wahrscheinlich den Ronin M mit so einem Ring kombinieren und dann unsere Erfahrungen damit in einem neuen Artikel posten.

Zusammenfassung

Zunächst zum Preis, für uns ist der höhere Preis zu anderen günstigeren Gimbalsystemen gerechtfertigt, der Ronin M ist sehr gut verarbeitet und erledigt einfach seinen Job. Mit dem Came-TV Gimbal hatten wir nicht so viel Spaß und bei einem Job wäre uns sicher nicht so wohl gewesen, wenn man sich nicht 100% auf den Gimbal verlassen kann. Das Gesamtangebot von DJI überzeugt hier einfach.

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