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Nebula 4000 Lite

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Heute stellen wir euch einen Gimbal für kleinere Kameras (max. 1kg) vor, den Nebula 4000 Lite von Filmpower. Wir verwenden den Gimbal mit einer BlackMagic Pocket und geben euch unsere Erfahrungen mit diesem Kamerasystem weiter. Viele verwenden den Gimbal mit einer Panasonic GH4 oder Sony A7s, für diese Kamera + Gimbal Kombination können wir euch leider keine Infos geben, die Panasonic und Sony werden sich aber ähnlich auf dem Gimbal verhalten.

Gimbals werden immer häufiger als Ersatz für eine Steadycam verwendet und sind in bestimmten Bereichen der Steadycam überlegen. Gerade wenn man Luftaufnahmen macht, ist ein Gimbal unbedingt notwendig, oder wenn man mit der Kamera durch Objekte hindurchlaufen will (z .B. durch ein offenes Fenster, hier übergibt man den Gimbal einfach, mit einer Steadycam ist so ein Shot nicht möglich).

Funktionsweise

Es gibt unterschiedliche Arten von Gimbals. Die meisten sind jedoch Drei-Achsen-Gimbals. Hierbei werden die Horizontale-, Vertikale- und die Gier-Achse (roll-pitch-yaw) stabilisiert. Durch Elektromotoren werden die Bewegungen und die Erschütterungen ausgeglichen. Diese können so genau durch die Software gesteuert werden, dass praktisch keine Verwacklungen mehr zu sehen sind. Ein weiteres Unterscheidungskriterium ist, ob es sich um einen Einhand- oder Zweihandgimbal handelt. Der Nebula 4000 Lite ist ein Einhandgimbal, da man ihn mit einer Hand bedienen kann. Der DJI Ronin M ist ein Zweihandgimbal, der Gimbal wird an einem Querbalken aufgehängt, an diesem Querbalken befinden sich zwei Griffe für die Hände. Zusätzlich zu den Griffen kann man an dem Gimbal noch die Gimbalsteuerung und FollowFocus-Steuerung anbringen. Zweihandgimbals kann man deutlich ruhiger führen, durch das höhere Gewicht ermüdet man jedoch schneller. Zweihandgimbals sind auch für mehr Gewicht bei der Kamera ausgelegt.

Handhabung

Der Nebula 4000 ist aus Metall gefertigt und macht einen soliden Eindruck. Mit einem Gewicht von ca. 1 kg kann man den Gimbal inkl. Kamera auch über einen längeren Zeitraum sehr gut in einer Hand halten. Hier liegt auch ein großer Vorteil beim Nebula. Andere Gimbalsystem sind deutlich schwerer und man ermüdet dadurch deutlich schneller.

Die Montage ist sehr einfach. Der Gimbal kommt praktisch Ready-to-Go. Man muss lediglich die Kamera auf der Platte, austarieren, also „ins Wasser bringen“ und kann eigentlich direkt loslegen. Unser Gimbal war vom Werk schon sehr gut eingestellt und lieferte sofort ausgezeichnete Ergebnisse. Man kann den Gimbal auch noch Kalibrieren. Das geschieht entweder am Gimbal selber (Knopf 4x und 5x drücken) oder am Rechner über eine separate Software. Mit der Software sollte man allerdings nur arbeiten, wenn man wirklich weiß, was man tut.

Objektive

Bei Steadycam empfiehlt man in der Regel eher weitwinklige Objektive zu nehmen, da man hier Wackler deutlich weniger sieht. Bei Gimbals verhält es sich ähnlich. Wir verwenden derzeit das Panasonic 14mm und das Olympus 12mm auf der BlackMagic Pocket und bekommen damit sehr gute Ergebnisse mit dem Gimbal. Wir haben aber auch schon ein 28mm m42 Objektiv auf dem Nebula 4000 Lite verwendet.

Kamera ausbalancieren

Bevor man mit dem Gimbal filmen kann, muss die Kamera zunächst ins Wasser gebracht werden. Dafür muss man die Kamera auf der Platte mittels einer Stativschraube befestigen. Wenn man von oben auf die Platte schaut, dann kann man die Kamera nach links, rechts, oben und unten verschieben.

Die Kamera ist im Wasser, wenn die Platte inkl. Kamera nicht mehr in eine Richtung kippt. Wenn die Kamera zum Beispiel etwas nach vorne kippt, dann muss man sie weiter hinten festschrauben. Beim Austarieren ist Fingerspitzengefühl gefragt. Da die BlackMagic Pocket sehr leicht ist, reichen oft nur wenige Millimeter aus und die Kamera ist nicht mehr im Wasser. Was man auch noch beachten muss, ist, dass die Kamera unbedingt komplett drehfertig sein muss. Falls der Objektivdeckel noch auf dem Objektiv ist, oder keine Akku in der Kamera ist und die Kamera dann im Wasser ist, dann ist sie es nicht mehr, wenn man filmen will. Entfernt man den Objektivdeckel ändert sich folglich das Gewicht.

Einschalten und loslegen

Am besten hält man den Gimbal gerade oder man stützt den Griff auf einem Tisch ab. Dann schaltet man den Gimbal an. Der Gimbal sollte sich nun kurz selber kalibrieren und die Kamera dann stabilisieren.

Es kann sein, dass der Gimbal die Kamera nicht stabilisiert und wild umher dreht. Dann ist die Kamera entweder nicht im Wasser oder die Software hatte ein Problem. Dann am besten kurz den Gimbal wieder ausschalten, die Justierung der Kamera kontrollieren und den Gimbal wieder einschalten.
Wenn die Kamera stabilisiert ist, kann man mit dem Filmen loslegen. Die Lernkurve beim Gimbal ist sehr niedrig. Schon nach kurzer Einarbeitungszeit kann man ruhige Kamerafahrten und Verfolgungen ausführen.
Falls der Gimbal stabilisiert ist und man dennoch bei der Verwendung leichte Vibrationen verspürt, kann man den Gimbal noch feinjustieren. Andere Benutzer schreiben, dass gerade der YAW-Motor dazu neigt, etwas zu stark zu sein und dann diese Vibrationen auslöst. Hier kann man in der Software die Stärke etwas reduzieren. Hier muss man einfach ausprobieren und testen.

Wenn man mit dem Gimbal geht, dann sollte man etwas in die Knie gehen und so seine Schritte abfedern, denn wenn man normal läuft, dann sieht man unter Umständen ein leichtes Wackeln (rauf und runter) im Bild. Noch stabilere Fahrten bekommt man auf einem Skateboard hin.

Modi

Der Gimbal hat verschiedene Modi. Über die Profiltaste können diese aktiviert werden. Profil 1 wird beim Einschalten geladen, durch zweimaliges Drücken der Profiltaste wird auf Profil 2 umgeschaltet. Profil 1 ist der Verfolgermodus, man kann den Gimbal über den Griff steuern. Wenn man den Griff nach links dreht, dann dreht sich der Gimbal nach rechts und wenn man den Griff nach unten neigt, dann folgt der Gimbal auch nach unten, usw. Im Profil 2 wird der Gimbal „gelockt“, er bleibt auf der letzten Position. Mit Profil 2 kann man zum Beispiel Kranfahren nachahmen.
Im Inverted-Mode kann man den Gimbal kopfüber bedienen und so sehr tiefe Kameraeinstellungen erreichen. Für den Inverted Mode hält man seinen Arm mit Gimbal ausgestreckt und geht dann langsam nach unten, bis der Gimbal auf dem Kopf steht, und man kann den Gimbal kopfüber verwenden.

Akku

Der Akku ist leider fest verbaut. Es gibt einige Bastler, die den Akku bereits austauschbar gemacht haben. Hierfür muss man sich aber etwas mit Elektronik und Löten auskennen. Für uns war der fest verbaute Akku noch kein Problem. Der Nebula 4000 Lite hat bei einem kompletten Drehtag im Run n’ Gun Stil komplett durchgehalten.

Fazit

Wir werden den Nebula 4000 Lite fest in unser Repertoire aufnehmen. Wie immer am Schluß noch unser Tipp zu Equipment: Nur weil man einen Gimbal hat, heißt es nicht, dass man ihn Nonstop verwenden muss. Es muss zum jeweiligen Film oder zur Szene passen. Wahllose Gimbalshots wirken nach einiger Zeit nur noch langweilig.

Update Juni 2016

Kürzlich wollten wir auf einen Zweihandgimbal umstellen und haben den Came-TV Mini 1 Gimbal ausprobiert unsere Erfahrungen könnt ihr in unserem Artikel zum Came-TV Mini Gimbal 1 lesen.

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