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Came-TV Mini 1

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Heute gibt es einen etwas anderen Testartikel von uns. Wir haben leider überhaupt keine Bilder oder Videos von dem eigentlichen Gerät, weil wir das Gerät nicht mehr besitzen, aber beginnen wir am Anfang der Geschichte.

Wir haben euch ja schon eines unserer Lieblingssetups vorgestellt – die BlackMagic Pocket auf dem Nebula4000 Gimbal. Das System ist leicht und handlich und man fällt nicht unbedingt auf. Bei Konzertdrehs oder Events ist dies enorm von Vorteil, leider sind wir des Öfteren hier auch an die Grenzen des Gimbals gekommen. Er ist einfach nicht so stabil wie ein Gimbal, der mit zwei Händen gehalten wird. Wir haben uns auf dem Markt umgeschaut und wollten einen etwas größeren Gimbal, der mit zwei Händen bedient und mit Monitor verwendet werden kann. An sich wäre der DJI Ronin-M perfekt für uns, wir wollten jedoch erstmal nicht so viel Geld ausgeben und schauen, ob uns die Arbeit mit dem größeren Gimbal so viel mehr Vorteile bringt wie wir es uns erhoffen. UPDATE November 2016: Mittlerweile haben wir uns für die DJI Ronin M entschieden.

Unser Nebula4000 ist ein etwas günstigeres Modell von einer Firma aus China, der Einsteiger ZweiHand-Gimbal von Filmpower kostet ca. 900 Dollar. Der Konkurrent Came-TV hat ein Vergleichsmodell für 688 Dollar. Nach vorwiegend positiven Stimmen im Internet zum Came-TV Gimbal haben wir uns auch für diesen entschieden.

Bestellung und Versand

Die Bestellung ist unkompliziert über die Webseite, man bekommt eine normale Bestell- und Versandbestätigung. Da wir hier Ware aus China importieren, muss diese auch verzollt werden. Dies kann DHL übernehmen. Wir haben unsere Telefonnummer bei der Bestellung angegeben (ist auch wirklich zu empfehlen) und ca. 5 Tage nach der Bestellung haben wir einen Anruf von DHL Custom Services erhalten. Es fehlten noch ein paar Informationen für die Verzollung. Wir haben die fehlenden Daten übermittelt und DHL hat alles weitere geregelt. Oft gerät ja DHL in Kritik (wir mussten uns auch schon öfters um „verlorene Pakete“ kümmern), aber der Zollservice ist wirklich sehr gut.

Wenn man übrigens öfters Sachen aus China importiert, dann sollte man eine EORI-Nummer beim Zoll beantragen, dies beschleunigt den Prozess auch noch einmal. Nach ca. einer Woche klingelt DHL Express und wir halten das Paket mit dem Came-TV-Gimbal in unseren Händen.

Verpackung

Die Verpackung ist gut gepolstert und der Gimbal wird in einem extra Case geliefert. Das Case macht einen soliden Eindruck und schützt den Gimbal vor Stößen. Im Lieferumfang sind der Gimbal, eine Gimbalhalterung, Akkus, das Akkuladegerät, jede Menge zusätzliche Schrauben und die Bedienungsanleitung enthalten. Im Großen und Ganzen macht alles erst einmal einen soliden Eindruck, bei näherem Hinsehen merkt man die ungenaue Produktion aus, gerade bei der Gimbalhalterung, aber dennoch solide.

Die Gimbalhalterung braucht man zum Ausbalancieren des Gimbals und sie muss zunächst zusammengebaut werden. Die Gimbalhalterung ist nicht wirklich durchdacht, der Zusammenbau ist etwas umständlich.  Das Ladegerät sieht bei genauerem Hinsehen eher schlecht verarbeitet aus. Man sieht deutlich, dass auf das Zubehör eher weniger Wert gelegt wird.

Gimbal

Der Gimbal macht im Gegensatz zum Zubehör auch bei genauerer Betrachtung einen guten und soliden Eindruck. Der Hersteller gibt an, dass er direkt „out of the Box“ funktionieren soll und wir haben dies natürlich gleich getestet. Der Gimbal wird auf der Gimbalhalterung platziert und die Kamera wird auf der Kameraplatte am Gimbal befestigt. Dann beginnt das etwas mühsame Ausbalancieren der Kamera. Alle Achsen der Kamera müssen im Wasser sein, so dass die Kamera in jeder Position auch in dieser bleibt, wenn der Gimbal nicht läuft. Umständlich wird das Ausbalancieren durch die fehlenden Schnellspanner, für jede Achse müssen einige Schrauben gelockert werden, erst dann kann man die Kameraplatte verschieben. Beim Nachfolgemodell des Gimbals hat Came-TV dazu gelernt und man braucht hier keine Werkzeuge mehr.

Wenn die Kamera stabilisiert ist, kann man den Gimbal über einen Druckknopf am Querbalken einschalten. Der Gimbal springt an, kalibriert kurz die Sensoren, ist eigentlich einsatzfähig und läuft erstaunlich ruhig. Wir haben den Gimbal mit der BlackMagic Pocket und dem Olympus 12mm Objektiv verwendet. Mit einem kleinen Joystick an der Querstrebe kann der Gimbal gesteuert werden. Mit dem Joystick kann man die Kamera schwenken und neigen. Beim nach Unten-Neigen hat bei uns der Gimbal plötzlich stark zu vibrieren angefangen. Alles funktioniert dann doch nicht „Out of the Box.“

Der Gimbal verwendet eine Gimbalsteuerung von BaseCam. Hierfür gibt es vom Hersteller eine Software (SimpleBGC) um den Gimbal noch weiter und detailreicher einzustellen. Achtung, bitte nur die Software verwenden, wenn man sich etwas eingelesen hat und weiß was man tut. Außerdem sollte man aufpassen, dass man nicht die Firmware vom Gimbal mit der Software auf den neusten Stand bringt, CameTV schreibt, dass man dies unterlassen soll, da sonst die Garantie erlischt.

Der Gimbal verwendet ein 32bit Board von BaseCam. Unserer Nebula hat noch das etwas ältere 8bit Board. Dank dem 32bit Board kann man das AutoTune-Feature von SimpleBGC nutzen und so den Gimbal automatisch kalibrieren lassen. Die Software hilft einem dabei und gibt an, wie der Gimbal ausgerichtet werden muss. Man muss einfach ein paar Positionen (+X,-X,+Y,-Y,+Z,-Z) mit dem Gimbal durchgehen und so der Software zeigen, wie der Gimbal in der Halterung hängt und ob dies richtig ist. Danach drückt man auf AutoTune und der Gimbal fängt an, sich leicht zu bewegen und sich zu kalibrieren. Beim Kalibrieren piept der Gimbal sehr unangenehm, das Piepen kann man aber auch über die Software ausschalten. Nach dem Kalibrieren sollte man noch einmal bestimmte Positionen testen um alle Vibrationen zu beseitigen. Wir haben den Gimbal mit dem Joystick wieder nach Unten geneigt und wieder diese starken Vibrationen erhalten. Beim AutoTune-Feature muss man dann einstellen, dass man nicht mit neuen Werten beginnen soll, sondern an dieser Position weiter Kalibrieren soll. Nach der etwas mühsamen Kalibrierung läuft der Gimbal aber in jeder Lage rund. Mit unterschiedlichen Profilen kann man noch den Gimbal in unterschiedlichen Modi verwenden. Man kann zum Beispiel festlegen, dass kleine Bewegungen am Gestell (durch das Halten) ignoriert werden sollen, dadurch wird das Bild noch einmal ruhiger. Oder man möchte, dass der Gimbal sofort jede Bewegung nachmacht, dadurch reagiert der Gimbal schneller, das Bild wirkt aber auch etwas wackeliger. Des Weiteren kann man mit der Software auch die Signaltöne ausschalten, gerade wenn man auf einer Veranstaltung ist, möchte man nicht jedes Mal das Piepen hören, wenn man den Gimbal anschaltet.

Akkus

Der CameTV Mini 1 verwendet vier Akkus, diese befinden sich im horizontalen Balken, an dem der Gimbal aufgehängt ist. Der Hersteller gibt an, dass die Akkus bei normalem Betrieb ca. vier Stunden reichen. Achtung, man braucht für den Gimbal die 18650 Akkus. Bis zu diesem Zeitpunkt waren uns diese Akkus unbekannt. Leider scheint CameTV hier keine genormten Akkus zu verwenden. Wir hatten noch einmal Zusatzakkus bestellt, diese waren aber ca. 2-4mm größer als die Akkus des Herstellers. Das ist schon sehr nervig, weil man beim Kauf wirklich darauf achten muss, wenn man die größeren Akkus verwendet, dann kann man die Akkuabdeckkappen nicht mehr komplett aufschrauben.

Unsere Originalakkus waren nach ca. zwei Stunden aufgebraucht, wahrscheinlich waren die Akkus beim Transport nicht komplett voll und die Kalibrierung verbraucht auch deutlich mehr.

Kontakt mit Kundenservice

Jetzt beginnt die schlechte Erfahrung, die wir mit CameTV gemacht haben.
Wie gesagt, die Akkus befinden sich in der horizontalen Stange, jeweils zwei links und zwei rechts beim On/Off-Schalter. Wir wollten die Akkus zum Laden entnehmen und haben versucht die Kappe beim On/Off-Schalter abzuschrauben, leider ohne Erfolg. Auf der anderen Seite funktionierte es problemlos. Wir haben dann mit einer Zange versucht die Kappe abzuschrauben, haben aber sofort gemerkt, dass wir hier Abschürfungen auf dem Metal machen würden und wir dachten uns, dass wir es dann nicht mehr ohne Probleme zurückgeben können, wenn hier deutliche Gebrauchsspuren sind.

Wir haben es dann dabei gelassen und den CustomerSupport von CameTV angeschrieben. Es gibt eine eigene Email-Adresse für Kunden aus Europa. Wir haben auch sehr schnell eine Antwort erhalten (man muss die Zeitverschiebung beachten, der Kundenservice sitzt wahrscheinlich auch in China). Die Antwort war verständlich und in einem guten Englisch. Wir sollten die Handgriffe lösen und es dann noch einmal versuchen, leider hat uns dies auch nicht weitergeholfen. Nach mehreren E-Mails zwischen uns, haben wir etwas deutlicher unserer Unmut geäußert, CameTV hat dann geschrieben, dass wir einfach mehr Kraft aufwenden sollen und uns kooperativ zeigen sollen („pls kindly use more force, the switch will get off, we never met this kind of problem before. and this is a problem could be solved easily, if you don’t cooperate with us“). Da hat sich unserer Meinung nach der Kundenservice etwas im Ton vergriffen, man sollte seinen Kunden nicht sagen, dass sie einfach mehr Kraft aufwenden sollen, gerade bei so einem empfindlichen Produkt wie einem Gimbal. Leider hat CameTV den Fehler einfach nicht eingesehen und so haben wir eine Rückgabe einfordert. CameTV hat uns geantwortet, wir können den Gimbal natürlich sehr gerne zurückschicken, aber die Versandkosten und die Verzollung nach China müssen wir selber bezahlen, einfach wäre es für uns, wenn wir selber das Produkt in Deutschland verkaufen würden. Ein Hersteller, der solche Tipps gibt, ist schon sehr fragwürdig. Natürlich hätten wir den Gimbal auch in Deutschland verkaufen können, durch den leichten Defekt bei der Batteriekappe aber nicht als „neu, ungebraucht und defektfrei“. In den AGBs von CameTV steht auch, dass keine Kosten für die Rücknamen übernommen werden, bei einem Fehler von Werksseite hätte man aber unserer Meinung nach ein Ausnahme machen können. Schlussendlich haben wir den Gimbal für ca. 44€ zurückgeschickt, die Kosten von der Verzollung bekommen wir noch. Nach ca. 6 Wochen haben wir dann unser Geld zurückerhalten, aber erst nach der erneuten Aufforderung an CameTV.

Fazit

Unser Fazit zum CameTV Mini 1 fällt sehr gemischt aus. An sich ist es ein schönes Produkt zu einem günstigem Preis, leider hinterlässt die schlechte Erfahrung mit dem Kundenservice einen bitteren Nachgeschmack. Wenn der Gimbal top verarbeitet ist, dann wird man sicherlich lange damit arbeiten können, aber sobald ein Produktionsfehler auftritt, hat man ziemliche Probleme. Man kann mit Chinaprodukten Glück haben und es läuft alles ohne Probleme, unser Nebula4000 ist das beste Beispiel hierfür. Er läuft ohne Probleme und die Verarbeitung ist auch super. Bei DJI hätte es wahrscheinlich auch nicht solche Probleme gegeben.

Man kann aber auch Pech haben und ein fehlerhaftes Produkt erhalten. Ich bin mir sicher, dass es auch andere Firmen in China gibt, die mit ihren Kunden nicht so rücksichtslos umgehen, CameTV gehört wahrscheinlich eher weniger dazu. Uns würde hier interessieren ob es bereits ähnliche Fälle mit CameTV gibt. Im Internet liest man ja an sich nur Gutes, aber meist positive Sachen über die Produkte und nicht über die Firma oder den Kundenservice an sich. Der Verkauf über eBay wäre wahrscheinlich stressfreier gewesen, aber wir hätten weniger Geld für den Gimbal erhalten. Bei eBay bekommt man im Durchschnitt nur noch 50% des Originalwerts und das war es uns einfach nicht Wert, da der Gimbal ja neu war.

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