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BlackMagic Pocket – Teil 1 – Übersicht

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Heute stellen wir euch ein kleines Juwel vor, die BlackMagic Pocket Cinema Camera (BMPCC). In unserem Artikel „Das Erbe der HDDslr“ haben wir euch ja schon kurz die erste Kamera von BlackMagic vorgestellt. Mittlerweile hat BlackMagic sieben Kameras, für unterschiedliche Einsatzzwecke auf dem Markt.
Die BMPCC ist eine günstige B oder C-Kamera für den Profi, oder eine günstige Einsteigerkamera für Personen, die mit dem bewussten Filmen anfangen wollen. Die Kamera wird des öfteren als Einsteigerkamera beworben und der günstige Preis lässt sie auch so erscheinen. Die Kamera ist aber definitiv nicht für Einsteiger oder Gelegenheitsfilmer geeignet. Wir kamen auf einem Umweg beim Bau unserer Drohne auf die BlackMagic Pocket. Wir wollten ursprünglich mit einer Olympus OMD an der Drohne filmen. Leider hat Olympus keinen richtigen Video-Out. Daher haben wir eine ähnlich leichte Kamera gesucht. Wir hatten die BlackMagic Pocket nicht in der engeren Auswahl, weil man vom Aussehen nicht davon ausgeht, dass die Kamera so leicht ist. Der Kamerabody ohne Objektiv und Akku wiegt ca. 350g.

Die Kamera macht einen soliden Eindruck und ist ungefähr so groß wie eine Kompaktkamera. Sie hat ein Metallgehäuse mit jeweils einem Stativgewinde an der Ober- und Unterseite. Die Knöpfe auf der oberen Seite (Start/Stop, Play, Vor und Zurück) machen einen sehr hochwertigen Eindruck und haben einen angenehmen Druckpunkt. Das Steuerkreuz auf der Rückseite hat leider nicht so eine hohe Qualität. Die Druckpunkte sind etwas schwammig und die Knöpfe bewegen sich leicht hin und her und fühlen sich etwas billig an. Im Allgemeinen macht die BlackMagic Pocket einen soliden Eindruck.

Der Begriff Pocket Camera ist etwas missverständlich, mit einem kleinen Objektiv (Panasonic 14mm Pancake) oder ohne Objektiv passt die Kamera wirklich in die Jackentasche. Wenn man jedoch ein etwas hochwertigeres Objektiv (12mm oder 17mm) an der Kamera hat, dann passt die Kamera nicht mehr so einfach in jede Tasche.

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Bedienung und Technik
Die BlackMagic Pocket ist eine reine Filmkamera, sie kann also keine Fotos machen. Dies kommt einem zunächst etwas komisch vor, weil ja jede DSLR beides kann. Wir kennen ja die Nachteile beim Filmen mit DSLR und 2015 hat sich hier noch nicht viel geändert. BlackMagic geht hier einen anderen Weg. Sie bieten eine reine Filmkamera an und versuchen, diese so gut wie möglich zu machen. Wer also eine gute Kombilösung aus Foto- und Video sucht, wird mit der BMPCC nicht glücklich. Außerdem fehlen der Kamera fast alle Automatiken. Es gibt keine Belichtungskorrektur (P, TV, AV) oder Autofocus. Lediglich Push-to-Focus und Push-Iris stehen zur Verfügung. Hier sieht man, dass die Kamera sich nicht für Gelegenheitsfilmer eignet.

Die BMPCC nimmt ProRes und Raw in 1080p auf. Im ProRes-Modus kann man zwischen verschiedenen Qualitätsstufen wählen (ProRes 422HQ, ProRes 422, ProRes LT und ProRes Proxy). Wir verwenden derzeit meistens ProRes 422, da es für uns in der Nachbearbeitung in Kombination mit der Canon C300 am effektivsten ist. Den Raw-Modus konnten wir noch nicht ausgiebig testen. Gibt aber auf den ersten Blick schöne Ergebnisse, die sich in einem Color Grading Programm wie DaVinci Resolve oder Adobe After Effects noch weiter anpassen lassen.

Die Kamera verwendet einen Super 16mm Sensor (12,48mm x 7,02mm) und hat einen aktiven MFT-Anschluss. Beim Cropfaktor muss man etwas aufpassen, da der Sensor kleiner als ein Micro4/3 ist, ist der Cropfaktor nicht 2 sondern ca. 2,8. Bei der Objektivauswahl ist man nicht eingeschränkt und man kann viele MFT-Objektive von Olympus, Panasonic, Voigtländer, etc. auswählen. Um noch mehr Objektive zur Auswahl zu haben, kann man einen Speedbooster verwenden. Metabones stellt einen Speedbooster speziell für die BMPCC her. Dieser reduziert den Cropfaktor auf 1,6, somit hat man eher eine Kamera mit einem APS-C Chip und man bekommt durch die Verringerung der Brennweite eine Blende. Natürlich kann man auch alte analoge Objektive an die Kamera adaptieren. Wir verwenden mehrere M42 Objektive und sind mit der Qualität sehr zufrieden. Über einen einfachen Adapter kann man diese alten Schätze an die BMPCC adaptieren.
Die Bedienung der Kamera ist sehr einfach und erinnert an die Bedienung eines iPhones. Alles ist selbsterklärend. Man merkt jedoch, dass das Menü der BlackMagic Pocket eher auf Touchscreens ausgelegt ist. Alle BlackMagic Kameras teilen sich dasselbe Bedienmenü, die größeren Kameras haben aber alle einen Touchscreen. So muss man zum Beispiel bei der Pocket sechsmal klicken, bis man beim Menüpunkt ISO ist, fünfmal für den Weißabgleich. Beim Touchscreen braucht man 3 Klicks weniger. Es wäre schön, wenn man die ISO auf Buttons am Gehäuse legen könnte, zum Beispiel die Vor- und Zurückbuttons auf der Oberseite der BMPCC. Einen Vorteil hat die einheitliche Menüstruktur aller BlackMagic Kameras, wenn man sich mit einer Kamera auskennt, ist der Wechsel auf eine andere Kamera aus dem Hause BlackMagic kein Problem.

Seit der neuesten Firmwareversion steht dem Benutzer Focuspeaking und ein Histogramm zur Verfügung. Das Peaking funktioniert sehr gut und man kann dadurch besser die Schärfe beurteilen. Der Monitor der BlackMagic ist leider nicht sehr genau und man tut sich oft schwer, die Schärfe richtig einzustellen. Bei Sonnenlicht braucht man unbedingt eine Abschattung für den Bildschirm. Mit Hilfe des Histograms kann man ungefähr die Belichtung beurteilen. Ein Waveform-Monitor wäre deutlich besser, aber wenigstens hat man ein Histogram.

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Die BMPCC zeichnet auf SD-Karten auf, mit einer 64GB Karte kann man ca. 20min 1080p ProRes aufnehmen. In raw nur noch ca. 10 Minuten. Die Kamera wird mit einem Standard EN-EL20 Akku betrieben. Die Akkulaufzeit ist aber leider nicht sehr gut. Der Akku hält maximal 30 Minuten, eher nur 20. Man sollte also immer genügend Akkus und ein Ladegerät dabei haben. Zum Glück sind die Akkus nicht sehr teuer. Die Akkulaufzeit ist einer der großen Nachteile der BMPCC.

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Zu den Anschlüssen. Die BMPCC hat je einen Klinkenanschluss für Mikrofon und Kopfhörer, einen Micro-HDMI, einen Stromanschluss und einen LANC-Anschluss. In Teil 2 schauen wir uns das Bild der Pocket näher an und geben euch ein Fazit.

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