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BlackMagic Pocket – Teil 3 – Belichtung

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In den letzten beiden Artikeln über die BMPCC (Teil 1 und Teil 2) haben wir euch die Kamera vorgestellt und die allgemeine Funktionsweise und den Einsatzzweck erklärt. In diesem Artikel geht es jetzt speziell um die Belichtung der Kamera. Wie so oft beschrieben, verhält sich jede Kamera anders. Gerade wenn man mit flachen Bildprofilen (Canon C-Log, Sony SLog oder ArriLog) filmt, um noch möglichst viele Bildinformationen im Bild zu behalten, ist die Belichtung sehr schwierig und jeder Hersteller gibt andere Werte an. Am besten testet man die Kamera in den unterschiedlichsten Szenarien und Einstellungen und bildet sich selbst ein Urteil über das Filmmaterial. Der Bildschirm hilft oft nicht bei der Belichtung, da das Bild sehr flach ist. Es gibt von einigen Herstellern „View-Assist“ beim internen Bildschirm (es wird eine LUT über den Bildschirm per Software gelegt), aber oft reicht das nicht aus. Natürlich sollte man die Kontrollmonitore verwenden, aber gerade bei der Pocket ist das oft nicht so einfach. Wenn man zum Beispiel mit dem Nebula-4000 arbeiten will und das Gewicht nicht übermäßig erhöhen will, dann kann man fast keinen zusätzlichen Monitor mehr anbauen und die Pocket bietet als Kontrollmonitor nur ein Histogram. Das Histogram bringt uns leider keinen Mehrwert, da es nicht die tatsächliche Belichtung anzeigt, sondern die Belichtung vom Display abliest. Wenn man also mit View-Assist filmt, dann wird das Histogram verändert und man kann keine genaue Belichtung mehr machen.

Wir haben die BlackMagic Pocket im RAW und im ProRes-Modus getestet und können euch ein paar Tipps zur Belichtung in den unterschiedlichen Moden geben.

RAW
Die BlackMagic Pocket nimmt im RAW-Modus CinemaDNG Bilder auf. Mit Programmen wie Davinci Resolve, Adobe After Effects und Adobe Premiere kann man diese Bildsequenzen einfach direkt als Video bearbeiten. DaVinci Resolve hat den RAW-Workflow noch am besten integriert. Bei Premiere kann man die DNG erst seit Version CC 2014 ohne Probleme verwenden. Bei früheren Versionen müssen die DNGs erst umgewandelt werden.

Nun zur Belichtung. Im RAW-Modus hat die BMPCC eine Besonderheit, man kann den ASA/ISO komplett vernachlässigen. Man kann zwar während der Aufnahme die ISO verstellen und man sieht auch unterschiedliche Ergebnisse auf dem Bildschirm, aber in der Post merkt man, dass es keinen Unterschied gibt. Das hört sich zunächst sehr komisch an, in der Regel legt man ja die ISO vorher fest und entscheidet somit wie empfindlich der Sensor ist.

Wir haben vier Clips vom gleichen Motiv mit den unterschiedlichen ISO-Werten aufgenommen. Die Reihenfolge der Bilder ist immer ISO 200, ISO 400, ISO 800 und ISO 1600.

BMPCC-ISO-200

BMPCC-ISO-400

BMPCC-ISO-800

BMPCC-ISO-1600

Dann haben wir Belichtung der Bilder in der Post vereinheitlicht. Wir gehen vom Standard ISO-Wert 800 aus und gleichen die Übrigen an. Das bedeutet, dass man bei ISO 200 2 Stops, bei ISO 400 1 Stop hinzufügen muss und bei ISO 1600 einen 1 Stop abziehen muss. (Erklärung: Mit einem Stop meinen wir eine Blende, z. B. ist zwischen ISO100 und ISO 200 eine Blende Unterschied) Somit erhält man bei allen ISO-Werten das exakt gleiche Ergebnis.

BMPCC-ISO-200+2Stops

BMPCC-ISO-400+1Stop

BMPCC-ISO-800

BMPCC-ISO-1600-1Stop

Jetzt kann man natürlich sagen, klar, wenn ich bei ISO400 einen Stop hinzufüge, dann lande ich bei ISO 800. Aber warum ist dann die ISO vernachlässigbar? Wir haben die Clips mit einem Waveformmonitor in Davinci Resolve angeschaut und der Waveformmonitor zeigt exakt das gleiche Ergebnis, selbst das Rauschen verhält sich gleich. Die Bilder von DaVinci Resolve sind klickbar, so könnt ihr euch in voller Auflösung die Ergebnisse anschauen.

BMPCC-ISO-400-Waveform

BMPCC-ISO-800-Waveform

BMPCC-ISO-1600-Waveform

BMPCC-ISO-200-Waveform

Daraus können wir schließen, dass die ISO bei der BlackMagic Pocket im RAW -Modus nur ein berechneter Wert ist und keinen wirklichen Einfluss auf das RAW-Video hat. Im RAW-Modus hat die Pocket immer eine bestimmte Grundsensivität, wir gehen von ISO 800 aus, da ISO 800 laut Hersteller die native ISO des Sensors ist. Hier noch die Testbilder mit einer LUT aus DaVinci:

BMPCC-ISO-200+korrigiert

BMPCC-ISO-400+korrigiert

BMPCC-ISO-800+korrigiert

BMPCC-ISO-1600+korrigiert

Belichtung bei RAW
Wir belichten die BlackMagic Pocket nach einer gängigen Belichtungsmethode – ETTR.

ETTR bedeutet Exposure to the Right. Das heißt man stellt die Zebraanzeige bei der Pocket auf 100% und passt die Belichtung der Pocket (entweder über die Blende oder ND-Filter) so an, dass das Zebra gerade nicht angezeigt wird. Die Zebraanzeige zeigt eventuell überbelichtete Highlights an.

dielichtfaenger-bmpcc-1-06

Durch ETTR gibt man dem Sensor der BMPCC enorm viel Licht. Von vielen Kameramännern, wird auch genau dieses empfohlen. Das Sensorrauschen in den dunklen Bereichen wird somit minimiert.

BMPCC-Kontrasttest-200

BMPCC-Kontrasttest-400

BMPCC-Kontrasttest-800

BMPCC-Kontrasttest-1600

ProRes
Bei ProRes verhält sich die BlackMagic Pocket etwas anders. Wenn man hier die ISO verändert, dann verändert sich die Dynamik der Pocket. Bei ISO 800 (die native ISO der Pocket) ist der Dynamikumfang am höchsten. Bei ISO 200, 400 und 1600 verliert die Pocket etwas an Dynamik. Man sollte also versuchen die ISO bei 800 zu lassen und die Belichtung wieder über die Blende oder ND-Filter anpassen.

Belichtung bei ProRes
Wir belichten die Pocket im ProRes-Modus identisch zum RAW-Modus. Das heißt, wir verwenden wieder die ETTR-Methode und die Zebras auf 100%. Die Zebras sollten wieder nicht zu sehen sein.

Die BlackMagic Pocket verhält sich in beiden Modi ähnlich, man kann sich allgemein merken, dass die Pocket etwas mehr Licht braucht, als man denkt. Dies liegt wahrscheinlich auch an dem relativ kleinen Sensor. Aber mit der ETTR-Methode erhält man sehr gute Ergebnisse und so kann man aus der kleinen Kamera fantastische Bilder herausholen.

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