Loading...

Musik auf den Film anpassen

Home / Allgemein / Musik auf den Film anpassen

Die Musik ist ein wichtiger Bestandteil von unseren Filmen. Mit ihr bekommen die Filme eine weitere Dimension und der Zuschauer kann so noch besser in die Stimmung des Films eintauchen. Mit Musik kann man Spannung erzeugen, schaut euch einfach den ersten Teil von unserem UZIN Ripper Film an, ohne die Musik wäre er nur halb so spannend.

Musik kann unterschiedliche Emotionen auslösen. Die Frage ist, welche Emotion soll der Film vermitteln?
Nachdem diese Frage beantwortet ist, muss man sich auf die Musiksuche begeben oder man lässt die Musik produzieren, aber dazu später mehr.

Musiksuche im Internet

Creative Commons
Die richtige Musik für den Film zu finden, kann ein längerer Prozess sein. Dank des Internets hat man mehrere Möglichkeiten mit der Suche zu beginnen. Zunächst kann man Musik mit der Creative Commons Lizenz suchen. Diese Musik ist in der Regel kostenlos, man muss aber den Interpreten nennen. Es gibt viele Creative Commons Lizenzen und man sollte genau nachlesen für was ein spezielles Musikstück eingesetzt werden darf, manche schließen die kommerzielle Nutzung aus. Typische Plattformen für Creative Commons Musikstücke sind CC-Mixter oder Jamendo. Einige kostenlose Stücke lassen sich auch im Vimeo Music Store finden. Wir müssen aber sagen, dass bei der gesamten Creative Commons Musik auch sehr viel „Schrott“ dabei ist. Man muss es leider so drastisch sagen. Nach guter Musik sucht man eine Weile, man investiert praktisch seine Zeit für ein kostenloses Lied.

Stockmusik
Eine weitere Quelle für Musik sind Stockmusikseiten. Man kann sich diese so ähnlich vorstellen wie Istockphoto, nur für Musik. Auf diesen Seiten kann man vorproduzierte Musik kaufen. Die Preise sind von der Lizenz abhängig. Musik für TV oder Kino ist teurer als nur für das Internet. Musicbed und Audiojungle sind Beispiele für Stockmusikseiten. Uns ist aufgefallen, dass man auf Stockmusikseiten deutlich schneller die passende Musik finde kann. Es macht also wirklich einen Unterschied, ob die Musik kostenlos ist, oder ob man etwas dafür bezahlen muss. Das soll nicht heißen, dass kostenlose Musik keine hohe Qualität haben kann. Aber bei den kostenlosen Angeboten kann einfach jeder seine Musik hochladen, egal wie gut oder wie schlecht die Musik ist, hier kontrolliert niemand nach. Man kann auch einfach nur 4 Minuten Rauschen aufnehmen und es hochladen. Bei Stockmusikseiten gibt es eine Art Qualitätsfilter, ähnlich wie bei den Stockseiten für Fotos. Oft wird die produzierte Musik noch gegengehört, bevor sie auf der Seite erscheint. Oder man muss sich bei der Stockseite mit seiner Musik bewerben um überhaupt seine Musik auf der Seite verkaufen zu dürfen.

Musik auf den Film anpassen

Wenn man nun die passende Musik hat, dann muss sie auf den Film angepasst werden. Natürlich könnte man einfach die Musik unter den Film legen, aber hier ist man meistens noch nicht fertig. In der Regel ist die Musik entweder zu kurz oder zu lange für den Film. Wenn die Musik zu lang ist, dann könnte man sie einfach am Ende ausfaden. Wir würden dies jedoch nicht empfehlen. Es geht zwar schnell, man vergibt aber sehr viel Potential. Ein guter Film hat eine Einleitung, einen Hauptteil und einen Schluss. Bei der Musik ist das ähnlich, perfekt wäre jetzt, wenn die Musik ihren Höhepunkt genau beim Höhepunkt des Films hat. Die Musik muss also angepasst werden. Man ist hier natürlich etwas in einem Zwiespalt, der Musiker hat sich in der Regel bei der Länge des Stücks etwas gedacht und wir schneiden munter darin herum. Aber die Musik muss sich hier etwas unterordnen, genau wie sich die Bilder der Story unterordnen müssen. Erst wenn alle Bestandteile genau zueinander passen, entsteht etwas Größeres.

Musik kürzen
Wenn das Musikstück zu lang ist, muss es gekürzt werden. Am besten sucht man sich zwei ähnliche Bereiche im Lied, das könnte zum Beispiel der Refrain sein. Der erste Refrain könnte in der Mitte sein und der zwei am Ende. Dann schneidet man das Stück beim am Ende beim Refrain und legt es unter die erste Hälfte. Mit Hilfe der Waveformwellen kann man die Stücke jetzt genau anordnen, die Wellen sollten genau gleich aussehen. Nun wurde das Lied um ein Stück verkürzt. Man braucht etwas Erfahrung, um die benötige Länge, die gekürzt werden muss, einzuschätzen. Meistens muss zusätzlich der Schnitt auch noch angepasst werden, damit die Musik wirklich genau darauf passt. Aber mit etwas Übung hat man den Bogen schnell raus.

Viele Stockmusikseiten bieten übrigens Lieder in unterschiedlichen Längen an, wenn man das Lied gekauft hat, kann man auf die unterschiedlichen Versionen zu greifen. Meistens gibt es drei Varianten. Eine 30-Sekunden-Version, eine 1-Minuten-Version und das Lied im Original mit ca. 3 Minuten. Wenn unser Film nun 50 Sekunden ist, dann wählen wir die 1-Minuten-Version und kürzen das Lied noch etwas.

Musik verlängern
Wenn die Musik zu kurz für den Film ist, dann geht man ähnlich vor. Nur diesmal muss man sich überlegen, dass man einen bestimmten Teil des Stückes verdoppeln möchte, das könnte zum Beispiel wieder der Refrain sein, oder ein bestimmter Teil der Melodie. Beim Verlängern der Musik muss man aufpassen, dass man es nicht übertreibt, natürlich kann man den gleichen Teil mehrmals hintereinander schneiden und so das Stück sehr viel länger machen. Aber man läuft Gefahr, dass es sich schnell monoton anhört. Mit etwas Geschick kann man aber unterschiedliche Teile des Liedes doppeln und so etwas mehr Luft zum Schneiden bekommen.

Man kann die Musik noch auf eine andere Art kürzen ohne dass es der Zuschauer merkt. Bei Filmen mit Interviews fahren wir die Lautstärke der Musik etwas zurück, damit man das Gesprochene besser hören kann. Diese Teile eignen sich sehr gut, um die Musik zu kürzen oder zu verlängern. Da man den Übergang nicht so gut hören kann, muss man auch nicht so genau arbeiten. Wir empfehlen jedoch trotzdem den Übergang schön zu machen, da sich sonst der Rhythmus ändern könnte. Man sollte einfach im gleichen Takt bleiben.

Individuelle Musik

Die beste Option für den Film ist natürlich, ein Musikstück produzieren zu lassen. Mit einem Sounddesigner kann man die Stimmung der Musik viel genauer steuern und ihm auch erklären, was man sich selber vorgestellt hat. Er kann wiederum seinen Input geben und so den Film mit der Musik auf ein ganz anderes Niveau heben. Natürlich ist dies auch meistens die teuerste Variante. Wir versuchen nicht, unsere Filme so günstig wie möglich zu halten, aber oft gibt das Budget einen eigenen Sounddesigner einfach nicht her. Man muss hier auch das Verhältnis sehen, bei einem Eventfilm, der wahrscheinlich einen Monat Relevanz hat, reicht meistens auch die etwas günstigere Stockmusik. Bei einem Imagefilm, der für die nächsten zwei Jahre die Werte des Unternehmens verdeutlichen soll, sollte man auf jeden Fall die Musik individuell produzieren lassen.

Wie stark produzierte Musik sein kann, zeigt folgendes Video. Zusammen mit dem Komponisten Maciej Kulesza haben wir diesen audiovisuellen Experimentalfilm erstellt.

Wie ihr seht ist Musik für uns ein wichtiges Thema. Wir investieren sehr viel Zeit in die Musiksuche und in das Anpassen, aber der fertige Film wird dadurch sehr viel hochwertiger und kann die Botschaft viel besser vermitteln.

Comments(0)

Leave a Comment