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DIE LICHTFÄNGER Pixapro LED100D

Pixapro LED100D MK2 – Alternative zur Aputure120d

Heute stelle ich euch die Pixapro LED100D MK2 vor. Eine günstige Alternative zur Aputure 120D MK2 und Godox VL200 200w.

Inhaltsverzeichnis

Einführung

Weiterentwicklung der LEDs

Wie die meisten wissen, war ich kein großer Fan von LEDs beim Filmen. Die Lichtqualität war schlecht und von der Leistung braucht man gar nicht sprechen. Oft hatte man weniger als bei 500W Kunstlicht. 

Mittlerweile hat sich der Markt aber rasant weiterentwickelt und wir haben jetzt LEDs mit ordentlicher Leistung und vor allem mit schönen Farben.

Für Interviews und kleine Räume sind LEDs hervorragend. Wenn man aber große Räume mit sehr weichem Licht ausleuchten will, dann braucht man meiner Meinung nach immer noch HMIs. Man kann zwar mit immer höheren ISO problemlos drehen, aber will man das auch? Durch die höhere Empfindlichkeit hat man nicht nur Vorteile. Das Bildrauschen nimmt natürlich zu. Aber ich spreche mehr vom zusätzlichen Spill (ungewolltes Streulicht). Wir hatten das Problem mit dem ungewollten Spill ganz konkret bei dem Spielfilm Landrauschen. Wir haben mit der Sony A7s in SLOG gedreht und hier ist die niedrigste ISO 3200. Unsere Hauptdarstellerin hat ab und zu ein pinke Perücke getragen. Bei einem Gespräch hat sich das Pink der Perücke im Gesicht der Gesprächspartnerin gezeigt. Das Gesicht wurde auch deutlich pinker. Und hier tut man sich sehr schwer, das in der Farbkorrektur wieder herauszubekommen.

Es macht schon auch Sinn, wenn die native ISO des Sensors unter ISO1000 ist. Aber viele YouTuber werden euch erzählen, dass man ohne Probleme mit ISO 6400 drehen kann. Probiert es einfach selber für euch aus. Kommen wir wieder zum Thema LEDs zum Filmen.

Akkubetrieb

Ein großer Vorteil von LEDs ist aber die geringe Batterieleistung, die nötig ist. Man kann LEDs wunderbar mit V-Mounts oder NP-F Akkus betreiben. Wenn man jetzt noch Rollstative auf dem Set verwendet, hat man die optimale Kombination. Es liegen einfach keine Kabel mehr auf dem Set und die Lampen können schnell von einem Ort zum anderen geschoben werden. Gerade bei Unternehmensfilmen ist Schnelligkeit von Vorteil. 

Man sollte hier aber auf die notwendige Spannung achten. Viele LEDs brauchen eine Spannung von 22-24 Volt und ein Standard V-Mount Akku gibt nur ungefähr 15 Volt.

Kleine LEDs

Kleine LEDs kann man leicht auf dem Set verstecken oder sogar als Practicals integrieren. Zum Beispiel kann man bei eine Autoszene die LED oben bei der Sonnenblende verstecken und somit den Fahrer beleuchten. Oder man legt sie direkt hinter das Lenkrad (Achtung: Auf die Sicherheit beim Fahren aufpassen. Lieber das Auto stehen lassen und dann so drehen).

Natürlich gibt es hier auch schon lange Lösungen von Kinoflo. Aber die LEDs sind dann doch noch kleiner und vor allem kann man sie lange mit einem Akku betreiben. 

So, das waren jetzt noch einmal ein paar Vorteil zur Arbeit mit LED Lampen beim Filmen. 

LED100D MK2

Jetzt stelle ich euch endlich die Pixapro LED100D MK2 (Amazon-Link) vor. Der Name allein verspricht ja schon der heilige Gral zu sein. Mark 2 klingt ja immer gut.

DIE LICHTFÄNGER Pixapro LED100D
Hochleistungs-LED

Die LED100D ist keine Panellampe mit mehreren LEDs, sondern hat eine Hochleistungs-LED. Hier hat man den Vorteil, dass man nur einen einzigen Schatten hat. Ihr erinnert euch an meinen Artikel über die Walimex LED 312 und die mehrfach Schatten. Das nervt mich am meisten bei LEDs, mit der LED100D keine Problem mehr. 

DIE LICHTFÄNGER Pixapro LED100D
Nur Dauerstrom

Leider handelt es sich bei der D-Variante um die Lampe mit normalen Netzbetrieb. Man kann die Lampe also zunächst nicht mit einem Akku betreiben. Natürlich kann man sich eine Lösung bauen, man muss das Kaltstromkabel ja nur bei einem passenden Netzteil mit Akku anschließen. 

Lichtleistung

Die Lichtleistung kann man ungefähr mit einer Arri T1 mit CTB-Folie vergleichen. Man sollte aber nicht vergessen, dass man die Lampe wahrscheinlich kaum ohne Lichtformer oder Diffusor verwendet wird. Daher geht hier nochmal einiges an Licht verloren. 

Wenn man die Lampe ohne Diffusor verwendet, dann sollte man sie nicht unbedingt direkt auf das Objekt richten. Besonders nicht, wenn es such um einen Lebewesen handelt, da die Lampe wirklich sehr hell ist. Dies gilt aber generell für alle sehr hellen Lampen. Ohne Diffusor kann man die Lampe direkt an die Decke strahlen lassen und bekommt somit ein Grundlicht im Raum. Mit einer weiteren Lampe kann man dann das eigentliche Hauptlicht festlegen.

Verarbeitung

Schauen wir uns die Verarbeitung der Lampe an. Die LED100D hat ein stabiles Metallgehäuse mit einigen Plastikelementen. An sich ist das komplette Gehäuse ein Kühlkörper für die LED. Im Betrieb wird das Gehäuse auch warm. Die Lampe hat einen Lüfter, der hörbar ist.

Der Bowens-Mount macht einen soliden Eindruck und hält die unterschiedlichen Lichtformer gut fest. Manchmal ist es etwas schwierig den Lichtformer abzunehmen, aber ich glaube, dass liegt mehr am Mount an sich.

Bedienung

Die Lampe wird hinten am Gehäuse bedient. Es gibt auch einen optionalen Funksender um die Lampe kabellos zu bedienen. Die Lampe hat einen Ein/Aus-Schalter und Drehrad. Beim Drehrad kann man die Helligkeit und den Funkkanal einstellen.

DIE LICHTFÄNGER Pixapro LED100D
Kein Bi-Color

Bei der 100D MK2 handelt es sich um eine reine Tageslichtlampe. Wenn man eine BiColor-Lampe braucht, dann sollte man zur 100B greifen. 

Lichtformer

Man kann die Pixapro LED100D im Set mit einer Octobox + Grid kaufen. Ich würde dieses Set auch empfehlen, weil man hier ein sehr schöne Licht bekommt. Die Qualität der Octobox entspricht dem Preis. Man kann hier keinen mega hochwertigen Lichtformer erwarten, aber er tut was er soll.
Das schöne an der Lampe ist aber, dass sie einen Bowens-Mount hat. Hier kann man also von anderen Herstellern höhenwertigere Lichtformer mit Bowens-Mount kaufen und mit der Pixapro LED verwenden.

Man kann die Lampe somit unterschiedlich verwenden. Zum Beispiel mit Octobox als Hauptlicht, oder mit Stripbox als Spitzlicht.

Der mitgelieferte Standard-Reflektor ist auch ok. Andere Hersteller haben hier deutlich bessere Reflektoren, die das Licht der LED noch einmal mehr nach Vorne reflektieren. Hier merkt man dann doch schon sehr den Preis. 

DIE LICHTFÄNGER Pixapro LED100D
DIE LICHTFÄNGER Pixapro LED100D

Filmen mit der LED100D MK2

Die Arbeit mit der Pixapro LED100D ist relativ einfach. Man schließt die Lampe an, schließt den gewünschten Reflektor (Standard, Octabox, Stripbox) an und richtet die Lampe auf das Objekt, das man be- und erleuchten will. 

Der Lüfter der Lampe ist relativ laut. Das darf man nicht vergessen. Ich habe aber auch schon Interviews mit der Lampe gedreht und habe das Lüftergeräusch nicht als sehr störend empfunden. 

Interviews drehen - Bildgestaltung
DIE LICHTFÄNGER Pixapro LED100D
DIE LICHTFÄNGER Pixapro LED100D

Fazit

Die Pixapro LED100D macht was sie soll. Ich verwende die LED mittlerweile bei sehr vielen Jobs. Gerade bei „kleineren“ Interviews oder bei meinen Macroaufnahmen nehme ich die LED mit der Octobox. Bei szenischen Drehs leuchte ich eher Close-Ups mit der Lampe aus. Für komplette Räume ist die Lampe nicht wirklich geeignet.

Man darf für den Preis auch noch keine Wunder erwarten. LED-Lampen werden zwar immer billiger, aber wer mehr Features möchte, der muss zu Godox oder Aputure (Amazon-Link) greifen. 

Wer eine einfach 100W LED mit Bowens-Mount braucht, der kann mit der Pixapro nicht viel falsch machen. Ich würde aber schon empfehlen, dass man sich die Bi-Color-Variante holt, man ist hier einfach etwas flexibler. 

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die lichtfänger Josef Sälzle
Josef Sälzle // Gründer und Filmemacher

Hi, ich bin Josef, Kameramann und Filmemacher.
Ich schreibe in meinem DIE LICHTFÄNGER Blog über Kamera– , Lichttechnik und über alles was das Filmemachen angeht.
DIE LICHTFÄNGER machen Imagefilme, Werbefilme und Produktfilme. Bei Fragen könnt ihr mir gerne eine Mail schreiben.

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