die lichtfänger Interviews mit zwei Kameras

Interviews drehen – Tipps für Videointerviews (Update 2024)

In diesem Artikel erklären wir euch, wie man gute Interviews drehen kann. Wie so oft beim Film kann man nicht einfach so loslegen und ein Interview drehen. Also man kann schon – die Gefahr, dass es dann eher unprofessionell (oder sogar peinlich) wird, ist aber sehr hoch. Gerade wenn man nur sehr wenig Erfahrung beim Drehen von Interviews hat. Aus diesem Grund wollen wir euch in diesem Artikel Tipps zum Drehen von Interviews geben. Am Ende haben wir noch eine kleine Technikliste mit der ihr auch direkt loslegen könnt und eure ersten eigenen Interviews drehen könnt.

Inhaltsverzeichnis:

Update 2024

Ich habe diesen Artikel 2016 geschrieben und dann über die Jahr hin und wieder ein kleines Update gemacht. Im Oktober 2024 habe ich den Artikel jetzt grundlegend überarbeitet und neue Erkenntnisse und Informationen hinzugefügt. Obwohl sich in den letzten 8 Jahren die Landschaft der Unternehmensfilme sehr gewandelt hat (Stichwort: SocialMedia und Reels) ist dieser Artikel noch sehr aktuell.

Ihr braucht Bewegtbild

Jedem Unternehmen wurde gesagt, dass Bewegtbild die Zukunft ist und dass „alle“ Kunden nur noch bewegte Inhalte konsumieren. Plattformen wie Instagram und TikTok haben diesen Trend natürlich sehr schnell voran getrieben und Profile, die viele Reels produziert haben, wurden vom Algorithmus sehr bevorzugt. Die Unternehmen brauchten also Futter für SocialMedia. Diese Inhalte sollten dann am besten noch von den eigenen Mitarbeitern produziert werden. Die Technik ist ja mittlerweile so einfach, dass das sehr einfach möglich ist. Fast jedes Smartphone, der letzten vier Jahr kann heute Videos mit einer mehr als guten Qualität abliefern. Eine sehr gute Videoqualität entscheidet aber nicht unbedingt, ob man beim gedrehten Interview auch dranbleibt und mit der Person mitfühlen kann.

Konzeption von Interviews ist wichtig!

Den eigenen Mitarbeitern fehlt oft das konzeptionelle Know-How für das Drehen von Interviews. Technisch „hält man ja einfach nur die Kamera drauf“ (Bewusst sehr überspitzt formuliert), wer besonders professionell sein will, steckt dem Interviewpartner noch ein Mikrofon an und leuchtet irgendwie die Person aus. Aber wie entwickelt man überhaupt ein Interview? Wie stellt man die Fragen so, dass man nicht nur einsilbige Antworten bekommt? Mit welchen Fragen startet man überhaupt? Wohin schaut die Person? In diesem Artikel gehe ich speziell auf diese konzeptionellen Fragen ein, natürlich gebe ich euch auch ein paar Tipps zur Technik.

Warum überhaupt ein Interview drehen?

Information und Emotion

Viele Werbefilme, Imagefilme, Produktfilme und vor allem Recruitingfilme profitieren von Interviews oder kleinen Statements. Informationen und Emotionen können über Personen besser vermittelt werden, als über Texte.
Ein Off-Sprecher wirkt oft etwas distanzierter im Film. Er hat natürlich auch seine Vorteile (professionelle Betonung, stark emotionalisierte Stimme, etc.)
Wenn man aber authentischer kommunizieren will oder Experten zu Wort kommen lassen will, dann sollte man ein Interview drehen. Eine Kombination aus persönlichen Statements und Sprecher ist natürlich auch möglich.

In unserem Imagefilm für das Unternehmen Beiselen haben wir eine Kombination aus Sprecher und Interviews mit den Geschäftsführern gewählt.

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Der Sprecher macht eine Einführung zum Thema und die Geschäftsführer geben praktische Beispiele, wie Beiselen bestimmte Vorgänge handhabt oder ausführt. Im nächsten Beispiel geben die Mitarbeiter konkret ein Recruiting-Statement ab. Die sehr kurzen Statements passen bei diesem kurzen Recruitingfilm perfekt zum akzentuiertem und schnellem Schnitt. Der Film wurde bei Instagram ausgestrahlt und beworben.

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Interviews für digitale Kommunikation und SocialMedia

Man kann Interviews natürlich nicht nur in Werbe- , Image- , Produkt- oder anderen Unternehmensfilmen verwenden. Auch SocialMedia (Facebook, Instagram, TikTok) Inhalte profitieren von der authentischen Kommunikation. So kann man aus den längeren Interviews, die man zum Beispiel für einen Imagefilm gedreht hat, noch kleinere Ausschnitte für SocialMedia erstellen. Hier sollte man aber darauf achten, dass die Ansprache auch zum bisherigen SocialMedia-Auftritt passt.

Man kann aber auch einen Blogartikel mit einem Interview verbessern. Man schreibt zum Beispiel über ein bestimmtes Thema und baut dann noch ein Experteninterview als Film im Blogartikel ein. Der Leser kann somit über mehrere Kanäle Informationen erhalten. Aus Interviews kann man auch wunderbar Podcasts erstellen. Hierfür muss man lediglich die Tonspur exportieren (natürlich braucht man noch ein Intro und Outro für den Podcast).
Wenn ihr erstmal ein Interview gedreht habt, dann könnt das aufgenommene Material für mehrere Dinge verwenden.

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Tipps zum Drehen von Interviews

Nervosität von unerfahrene Personen

Am häufigsten führt man Interviews mit Personen, die noch nicht viele oder keine Interviews vor der Kamera gegeben haben. Es gibt Naturtalente, die den Auftritt vor der Kamera sofort beherrschen, die meisten brauchen aber meistens eine Zeit, bis sie „auftauen“. Gerade Personen, die sehr gut vor Publikum sprechen, tun sich vor der Kamera oft schwer. Die Kamera ist ein neutrales Objekt und gibt einem nichts zurück. Hier kann es sinnvoll sein, dass die Person nicht direkt in die Kamera spricht und eher mit einer unsichtbaren dritten Person im Raum. Mehr dazu im Abschnitt zur Bildgestaltung bei Interviews.

Entspannte Atmosphäre am Set

Daher sollte man eine möglichst entspannte Atmosphäre auf dem Set schaffen. Etwas Smalltalk am Anfang hilft enorm. Wir bauen das Interviewsetup auch schon komplett auf, bevor unser Interviewpartner den Raum betritt. Nach unserer Erfahrung sind die Interviewpartner deutlich entspannter, wenn man sie in ein fertiges Interviewszenario bringt. Am besten nimmt man ein Double für den Interviewpartner und richtet die Kamera, das Licht und den Ton mit dieser Person ein. Hierfür braucht man natürlich mehrere Personen am Set, als Einzelkämpfer ist das nicht ganz so einfach, aber nicht unmöglich.
Wenn man allein unterwegs ist, muss man einfach alleine das Set aufbauen und mit sich selbst einleuchten, bevor der eigentliche Interviewpartner den Raum betritt. Hierfür sollte man die Aufbauzeit dann natürlich entsprechend länger einplanen.

Kleines Set

Manchmal kann es auch sinnvoll sein, das Set so klein wie möglich zu halten. Viele Personen sind meistens sehr eingeschüchtert von großen Kameras, viel Licht und einem Mikro, das direkt über ihnen hängt. Daher kann es sinnvoll sein, das Set so klein wie möglich zu halten. Da man heute auch mit spiegellosen Kameras filmen kann, ist es aber heute möglich mit kleinen Kameras eine ordentliche Bildqualität zu bekommen.

Beim Licht kann man auch versuchen, komplett auf künstliches Licht zu verzichten. Hierfür sollte man aber ein großes Fenster im Raum haben und dieses Fenster als Hauptlicht nutzen. Diese Interviews sollten dann aber nicht zu lange gehen, da sich das Licht durch die wandernde Sonne schnell ändern kann. Im Schnitt bekommt man hier dann Probleme, weil das Licht plötzlich springen kann. Die Lichtsetzung bei Interviews ist ein eigenes Thema, hier kann euch mein E-Book DLF Lichtschule oder meine Artikelserie weiterhelfen.

Authentische Ausagen

Nicht auswendig lernen
Wir lassen unsere Interviewpartner die Statements nicht auswendig lernen. Wenn man in einem Film ein Interview anschaut, dann merkt man in der Regel sehr schnell, ob diese Aussagen frei gesagt oder auswendig gelernt wurden. Der Tonfall und die Melodie der Sprache sind nicht so vielfältig bei auswendig gelernten Sachen. Oft wird der Text einfach nur „herunter gebetet“.
Vielfalt der Sprache erhalten
Sprache kann aber viel mehr, sie kann laut, leise, dynamisch oder mit vielen Pausen sein. Diese Facetten sollte man der Sprache nicht rauben. Wir führen ein normales Gespräch und lenken die Fragen so, dass unser Interviewpartner die gewünschten Antworten selbst vor der Kamera formuliert. Wenn man es mit den eigenen Worten sagt, dann wirkt es authentischer. Dies hat zur Folge, dass man deutlich mehr Filmmaterial sammelt und später im Schnitt die passenden Aussagen auswählen muss. Kleiner Tipp: Man kann sich während dem Dreh aufschreiben, wann eine potentielle gute Aussage gemacht wurde. Hierfür einfach kurz den Timecode der Kamera aufschreiben.

Frage in die Antwort

Je nach Form des Interviews ist es von Vorteil, wenn der Interviewte die Frage in die Antwort mit einbaut. Da man so auf die Fragestellung des Interviewers verzichten kann. Man braucht die Frage auch nicht als Text einzublenden. Die Frage in der Antwort wirkt viel harmonischer, man muss den Interviewpartner aber darauf hinweisen.

Beispiel1: Frage nicht in Antwort
Interviewer: „Sind sie zufrieden mit der Entwicklung Ihres Unternehmens im letzten Jahr. “
Interviewte: „Ja“

Beispiel 2: Frage in Antwort

Interviewer: „Sind sie zufrieden mit der Entwicklung Ihres Unternehmens im letzten Jahr. “
Interviewte: „Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung im letzten Jahr, wir konnten uns bei Folgenden Punkten verbessern.“

Hier kann man als geübter Interviewer auch nachfragen einbauen und so die Antworten noch konkretisieren.

Einsilbige Personen

Es kommt natürlich auch vor, dass man eher wortkarge Interviewpartner hat. Die Person ist Experte in seinem Feld und kann auch sehr viel darüber berichten, vor der Kamera ist er oder sie aber eher schüchtern. Man sollte natürlich die oben genannten Tipps (entspannte Atmosphäre, Frage in die Antwort, etc.) beachten.
Manchmal hilft es aber auch zwei Fragen auf einmal zu stellen und so den Interviewpartner etwas aus der Reserve zu locken. Gerade wenn man sich an bestimmte Ereignisse im Leben erinnert sprudeln plötzlich die Gedanken und man kann deutlich mehr zu etwas sagen.

Beispiel 1: Eine Frage
Interviewer: Wann gelang Ihnen der Durchbruch bei Produkt A?

Beispiel 2: Zwei oder mehr Fragen
Interviewer: Wann gelang Ihnen der Durchbruch bei Produkt A und wie haben Sie sich dabei gefühlt? Wer war noch dabei?

Stille abwarten

Man sollte als Interviewer auch nicht sofort nach der Antwort die nächste Frage stellen. Manchmal hilft es auch einfach nichts zu sagen. Oft fällt dem Interviewten noch etwas gutes ein.

Wiederholende Aussagen

Wir haben ja schon angesprochen, dass viele Interviewpartner nicht in Interviews geübt sind. Hier haben wir oft festgestellt, dass der Interviewpartner denkt, er müsse möglichst viel sagen. Hierdurch entstehen Aussagen, die sich oft um sich selber drehen:

Beispiel: Das Produkt A ist sehr gut. Es hat Merkmal 1, 2 und 3 und dadurch ist es sehr gut.

Diese Dopplung stört im Gespräch nicht, im Schnitt aber mehr. Wenn man diese Aussage zum Beispiel etwas kürzen möchte, dann geht dies nicht. Da der Interviewpartner nie mit der Stimme nach Unten geht und so ein natürliche Gesprächspause hat. Als Interviewer sollt man sich diese Antworten merken und eventuell später im Interview hier noch einmal nachhaken.
Teilweise kann man diese Dopplung im Schnitte entfernen, wenn der Teil danach noch sinnmäßig dazu passt. Wenn ein ganz neues Thema behandelt wird, dann kann man diese Dopplung oft nicht mehr im Schnitt entfernen.

Aktiver stiller Zuhörer sein

Also Interviewer sollte man aktiv Zuhören und so dem Interviewpartner vermitteln, dass man anwesend ist und das Gesagte aufnimmt und verarbeitet. Dabei sollte man aber möglichst eigene zustimmende Laute vermeiden. Ich erlebe es oft, dass ungeübte Interviewer zustimmend nickend und währenddessen noch „Mhm“ oder „Aha“ sagen. Das hört man natürlich auf dem Ton und es ist teilweise nicht so einfach, diese Äußerungen im Schnitt herauszuschneiden. Sehr gute gerichtete Mikrofone können das natürlich etwas herausfiltern, aber trotzdem hört man oft noch den Interviewer.
Bei der Zustimmung kann man also Nicken, aber ohne Geräusche.

Bildgestaltung bei Interviews

Zur offenen Seite schauen lassen

In unserem Artikel Bildgestaltung bei Interviews gehen wir noch genauer auf die Bildgestaltung ein. Ein Tipp ist, den Interviewten leicht zu einer Bildseite schauen zu lassen, als würde er mit einer Person sprechen, die nicht zu sehen ist. Grade bei längeren Interviews kann man diese Technik verwenden. Der Zuschauer bekommt so den Eindruck als würde er gerade ein Gespräch zwischen zwei Personen anschauen.

Interviews drehen - Bildgestaltung
Direkt in die Kamera schauen lassen

Bei bestimmten Situationen macht es aber auch Sinn den Interviewpartner direkt in die Kamera schauen zu lassen. So wird der Zuschauer direkt angesprochen. Bei Call-to-Action Statements (direkter Aufruf) macht dies besonders Sinn.

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Exkurs: Mit einem Teleprompter arbeiten

Ich bekomme oft auch die Frage gestellt, ob man bei Interviews nicht einfach mit einem Teleprompter arbeiten kann. Kurz Antwort: Ja, kann man, wenn man es geübt hat. Ich werde zu diesem Thema auch noch einen separaten Artikel machen und die Vor- und Nachteile von Telepromptern erörtern. Die Arbeit mit einem Teleprompter stellt man sich sehr einfach vor, aber in der Praxis ist es dann nicht mehr so einfach, weil man gleichzeitig lesen und präsent sein muss. Ungeübte Personen werden wie bei auswendig gelernten Texten vor dem Teleprompter oft zu Robotern, die einfach nur stumpf den Text vorlesen. Anfängern würde ich daher nicht unbedingt die Arbeit mit einem Teleprompter empfehlen.

Zwei Kameras

Unsere Arbeitsweise

Wir drehen bei unseren Interviews mit zwei Kameras. Ab und zu können es auch drei sein, aber wir bleiben bei diesem Beispiel bei zwei. Mit zwei Kameras hat man mehr Spielraum in der Nachbearbeitung. Eine Kamera fängt die Szenerie in der Totalen ein und die andere Kamera die Nahaufnahmen. Bei wichtigen Aussagen, kann man dann auf die Nahaufnahme schneiden und so den Zuschauer noch einmal mehr fesseln.

Platzierung von zwei Kameras im Raum

Die Platzierung von zwei Kameras ist auch entscheidend. Früher habe ich die Close-Up meistens etwas seitlicher gestellt als die Totale und das sehe ich auch immernoch bei sehr vielen anderen Filmen. Mittlerweile setze ich die Close-Up aber näher zur Eyeline (Sichtlinie des Interviewpartners zum Interviewer). Bei näheren Einstellungsgrößen möchte man möglichst beide Augen sehen, wenn die Close-Up seitlicher platziert ist, kann es sein, dass ein Auge mehr verschwindet.


Exkurs 4k

Exkurs zum Thema Interviews mit 4K Kameras. Ein oft angesprochener Vorteil von 4K ist, dass man digital ohne Verlust in das Bild hineinzoomen kann und somit den Bildausschnitt in der Postproduktion ohne Probleme ändern kann. Das funktioniert natürlich nur, wenn man mit 4K-Material auf einer 1080p-Timeline arbeitet. Das Material muss einfach eine höhere Auflösung als die Auflösung der Timeline haben. Trotz 4K verwenden wir immer noch zwei Kameras und zwar aus dem einfachen Grund der Perspektive. Mit einer Kamera hat man nur eine Perspektive und wenn man jetzt digital hineinzoomt, dann ändert sich nur die Einstellungsgröße, die Richtung bleibt die selbe. Für uns fühlt sich dieser Schnitt wie ein JumpCut an. Der Betrachter wird hier sehr auf den Schnitt aufmerksam gemacht.

Bei zwei Kameras ändert man immer etwas die Perspektive und wenn man jetzt noch in der Bewegung schneidet, bleibt der Schnitt etwas subtiler. Wenn man mit der zweiten Kamera jetzt noch die Position und den Bildausschnitt beim Dreh ändert, dann kann man hier viele spannende Close-Ups einfangen. Mit einer Kamera ist dies nicht so einfach möglich. Wenn es wirklich schnell gehen muss, dann kann man nur mit einer 4K-Kamera ein Interview drehen. Im Newsbereich wird dies wahrscheinlich eine gängige Methode werden. Unsere Interviews sind aber nie ein „Schnellschuss“, sondern genauer geplant (eine bestimmte Location, eine bestimmte Person, etc.), daher werden wir selten auf die zweite Kamera verzichten.

die lichtfänger Interviews mit zwei Kameras

Interviews mit BRoll (Schnittbilder) verbessern

Man sollte zusätzlich zum Interview noch Schnittbilder die sogenannte BRoll aufnehmen. Diese Schnittbilder kann man zusätzlich zum Interview einblenden und so den Schnitt etwas auflockern. Man kann zur Aussage passende Situationen schneiden oder auch Details von den Händen (Gestik) zeigen. Wenn man mit zwei Kameras arbeitet und gleichzeitig noch BRoll von der Person aufnehmen will, dann muss man wohl oder übel eine Perspektive öfters verlassen. Wir lassen in der Regel die Totale fest und die Close-Up kann frei gewählt werden. Wenn wir mit drei Kameras arbeiten, dann kann eine Kamera komplett für BRoll verwendet werden. BRoll ist ein wichtiger Bestandteil von Interviews, kostet aber natürlich zusätzlich Zeit und Ressourcen.

die lichtfänger Interviews drehen BROLL

Welche Kamera und Technik für Interviews

Jetzt geben wir euch noch ein paar Tipps zur Technik. Ihr müsst nicht genau die erwähnte Kamera kaufen. Es ist mehr eine grobe Empfehlung in welche Richtung ihr recherchieren könnt. Technikempfehlungen sind mittlerweile sehr schwierig geworden, weil sich die Kameras so schnell weiterentwickeln. Es kann also sein, dass diese Empfehlungen in diesem Artikel schon veraltet sind, wenn ihr den Artikel lest. Ich habe auch einen Artikel allgemein zum Einstieg in die Videographie geschrieben.

Schnellstart

Ihr wollt am liebsten sofort mit dem Drehen von Interviews anfangen? Wenn ihr ein Smartphone habt, dann könnt ihr das auch machen. Das einzige was ich aber noch zusätzlich empfehlen würde ist ein gutes Mikrofon und evtl. ein Stativ. Man will ja die interviewte Person auch gut verstehen. Mit dem Rode Wireless Go II (Amazon-Link) könnt ihr Interviews mit dem Smartphone aufnehmen und habt dabei auch noch guten Ton. Achtung, ihr braucht auch das richtige Kabel für euer Smartphone.
Lest euch am besten noch die Artikel zur Smartphonefotografie durch. Es geht zwar mehr ums Fotografieren mit dem Smartphone, aber einige Punkte kann man auch fürs Filmen verwenden.  Mit einem Aufnahmegerät wie dem Zoom H4N (Amazon-Link) ist man etwas flexibler, was den Ton angeht. Zum Beispiel kann man das Aufnahmegerät an einer Tonangel (Amazon-Link) festmachen und hat so eine sehr einfache Lösung für externen Ton.
Dann noch vor der Kamera in die Hände klatschen (oder eine richtige Klappe machen), damit man 
später den Ton vom Smartphone und vom Aufnahmegerät synchronisieren kann.

 

Interview Technik für Einsteiger

Ihr wollt nicht sofort anfangen, sondern könnt noch etwas Zeit in die Recherche investieren? Ihr braucht nicht sofort die größte und beste Kamera. Eine kleine DSLM oder DSLR reicht für den Anfang. Lest euch am besten noch meinen Artikel Welche Kamera zum Filmen durch um alle Vor- und Nachteile beim Filmen mit DSLR und DSLM zu kennen. Der bereits genannte Artikel „Einstieg in die Videographie“ hilft euch auch weiter. 

Kamera:
Ihr braucht nicht unbedingt eine Vollformatkamera zum Drehen von Interviews. Ich könnt auch mit einer Panasonic GH5 oder Sony A6300/A6400 empfehlen. Man bekommt diese Kameras auch schon gebraucht. Das übrige Budget würde ich eher in Licht- und Tonequipment investieren. Als Zubehör für die Kamera würde ich noch ein Netzteil kaufen (falls bei der Kamera keines dabei ist). Interviews gehen manchmal auch länger und gerade wenn man in 4K dreht, ist der Stromverbrauch bei den DSLMs etwas höher. Mit einer Netzanschluss braucht man sich dann keine Sorgen machen, dass die Kamera einfach ausgeht.

Objektive:
Bei den Objektiven würde ich evtl. sogar auf die jeweiligen Kitobjektive setzen. In der Regel empfehle ich ja eher Objektive mit einer durchgehenden Blende, aber zum anfangen reicht meiner Meinung das Kit. In der Regel haben diese Objektive auch einen Bildstabilisator und so kann man zur Not auch Interviews aus der Hand drehen. Würde ich aber generell nicht empfehlen. Wenn ihr mehr über Objektive zum Filmen lernen wollt, dann empfehle ich euch diesen Artikel: Welches Objektiv zum Filmen?

Licht:
Beim Licht würde ich auf eine günstige LED setzen. Mittlerweile sind LEDs deutlich besser geworden und haben nicht mehr die niedrige Lichtqualität wie früher. Klar kann man eine LED für 100€ nicht mit einer für 500€ vergleichen, aber für den Einstieg reicht es. Wenn ihr mehr über LEDs zum Filmen lesen wollt, dann habe ich folgenden Übersichtsartikel hierzu geschrieben: Welche LED zum Filmen? 

Ton:
Den Ton darf man auf keinen Fall vergessen. Früher habe ich hier auch eher kabelgebundene Varianten empfohlen, weil es bei den Funkmodellen oft Störungen gab, aber mittlerweile sin die Funklösungen so gut und verlässlich, dass ich jetzt eher kabellose System empfehle. Beim Rode Wireless Go 2 kann man auch den Ton intern auf dem Sender aufzeichnen lassen und hat somit direkt ein Backup, falls es bei der Übertragung auf den Empfänger mal ein Funkproblem gab. Ich muss aber sagen, dass ich bis jetzt noch keine Funkprobleme mit den Rode Wireless Go 2 hatte und diese Mikrofone sind bei mir seit mehreren Jahren im Dauereinsatz.

Technikliste (Amazon-Links):

Panasonic GH5 inkl. 12-60mm Objektiv
Sony A6300 inkl. 16-50mm Objektiv
2x Neewer LED inkl. Lichtstative 
Rode Wireless Go 2
Rode Wireless Go 2 – Set (2 Sender und 2 Lavs)
Verlängerungskabel für Klinke
Günstiges Videostativ

Lichtsetzung bei Interviews

Die Lichtsetzung ist bei Interviews natürlich auch ein entscheidender Faktor und trägt maßgeblich zur Stimmung bei. Im folgenden Video möchte ich euch an einem konkreten Beispiel meine Herangewehensweise bei der Lichtsetzung für Interviews zeigen.

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Weitere Informationen

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Weitere Informationen

Dies waren ein paar Tipps zum Drehen von Interviews. Im nächsten Artikel gehen wir dann genauer auf den Schnitt von Interviews ein.

Interviews drehen ist eine eigene Kunst. Wenn du deine Interview-Aufnahmen auf das nächste Level bringen willst — Licht, Ton, Bildgestaltung schau dir meinen Videokurs „Filmen mit DSLM“ an. Konkrete Setups, praxisnah erklärt.

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Weitere Artikel zum Lesen

*es handelt sich um Fotokoch-, Amazon-, EBay-, SmallRig oder Thomann-Affiliate Links.
Das bedeutet, ich bekomme eine Miniprovision, wenn jemand etwas kauft,
das Produkt wird dadurch nicht teurer.

Josef Sälzle DIE LICHTFÄNGER

Hi, ich bin Josef, Kameramann und Filmemacher.
Ich schreibe in meinem DIE LICHTFÄNGER Blog über die Theorie des Filmemachens,
schaue mir die Technik an und gebe euch Tutorials zu unterschiedlichsten Themen.

Ich möchte betonen, dass meine Artikel kostenlos sind und ich auf meinem Blog ausschließlich
Werbung für meine eigenen Produkte mache. Wenn ihr mich und meinen kostenlosen Blog
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Mit meiner Filmproduktion DIE LICHTFÄNGER mache ich Filme
für Unternehmen sowie für Selbstständige.
Bei Fragen könnt ihr mir gerne eine Mail schreiben.

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