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Sony A6300

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Im letzten Artikel haben wir euch noch vor dem Auflösungswahn gewarnt und jetzt stellen wir wieder eine 4K Kamera vor … die Welt ist einfach verrückt.
Wie bereits in mehreren Artikeln erwähnt, haben wir uns letztes Jahr für die Arbeit mit dem Ronin-M eine Sony A6300 geholt. Kurze Zeit später kam dann bereits auch schon der Nachfolger, die Sony A6500, heraus und wir haben uns schon etwas geärgert, aber wir haben die Kamera für mehrere Drehs gebraucht und leihen war keine Option. Daher war der Kauf in Ordnung. Es wird immer ein Nachfolgermodell geben und wenn man die ganze Zeit wartet, dann hat man überhaupt keine Kamera.

Mittlerweile konnten wir nun Erfahrungen mit der Kamera sammeln und so teile ich euch diese in diesem Artikel mit. Unser OGROD Video haben wir zum Beispiel mit der A6300 gefilmt.

Auspacken der Sony A6300

Wer noch keine APS-C Sony in der Hand gehabt hat und eher aus der DSLR-Welt kommt, wird beim Auspacken etwas über die Größe der Sony staunen. Das Ding ist wirklich klein und kompakt.

Die Kamera wird mit typischen Zubehör geliefert, eine Handschlaufe, ein Tragegurt, ein Akku, eine Augenmuschel, ein Micro USB-Kabel, ein Stromkabel und die Anleitung. Nicht übermässig viel, ein eigenes Ladergerät für den Akku muss man selbst dazu kaufen.

Erster Eindruck

Der Body macht einen hochwertigen Eindruck. Das Gehäuse ist aus einer robusten Magnesiumlegierung, ähnlich wie Teile der C300. Der Handgriff fühlt sich angenehm und sicher an. Das Display ist sehr groß und nimmt fast die komplette Rückseite der Kamera ein. Es lässt sich nach oben und unten klappen. Jedoch kann man es nicht umdrehen und sich selber damit filmen, hierfür wäre ein externer Monitor notwendig.

Der Sucher ist ok und geht dank Augensensor automatisch an, wenn man durch den Sucher der Kamera schaut. Da wir die Kamera hauptsächlich im Videomodus betreiben und daher kaum den Sucher verwenden, können wir nicht all zu viel über die Arbeit mit dem Sucher erzählen.
Die Knöpfe und Einstellrädchen fühlen sich fast alle auch sehr gut an, einzig der Recordknopf an der Seite der Kamera hat einen sehr schlechten Druckpunkt, dies ist aber ein allgemeines Sonyproblem. Bei der A7S stört dies genauso. Der Slot für die Speicherkarte befindet sich im Akkufach, also nicht direkt im Akkufach.Widerspruch Zugang erhält man aber über eine gemeinsame Klappe. Das Entfernen der SD-Karte ist etwas fummelig, ein seitliches Fach wäre hier eindeutig besser. Wenn die Kamera auf einem Stativ ist, dann ist der Speicherkartenwechsel sehr umständlich. Den Akku kann man ohne Probleme entfernen und wieder einsetzen.

Wir verwenden übrigens einen Cage von SmallRig für die Sony A6300.

Bedienung und Technik

Kommen wir zur Bedienung der Kamera. Das Menü der Kamera ist total unübersichtlich und auch sehr typisch für Sony. Bei der A6500 haben sie etwas nachgebessert, aber viel besser ist es nicht geworden. Die Kamera hat eine Vielzahl von Funktionen und Möglichkeiten und jede Funktion muss natürlich auch im Menü dargestellt werden. Leider erschließt sich nicht unbedingt die Sortierung von Sony. Wenn man eine bestimmte Funktion sucht, dann muss man sich oft durch alle Menüs und Untermenüs klicken. Um zum Beispiel die SD-Karte zu formatieren, muss man im letzten Tab auf der 5. Seite suchen. Warum ist sowas nicht auf der 1. Seite? Hier kann Sony auf jeden Fall noch einiges von Canon oder Blackmagic lernen. Wir haben uns an die Arbeit mit der Sony FS700 erinnert, hier war die Menüführung auch eher suboptimal. Wenn man sich mit der Kamera beschäftigt hat und genügend über die Menüstruktur geflucht hat, kommt man ganz gut mit der Kamera zurecht. In der Regel muss man ja beim Dreh nicht so viele Sachen im Menü einstellen. Ein CustomMenü wäre hier von Vorteil. Bei Canon kann man mit Hilfe von einem Custommenü für einen selber wichtige Funktion in einem Menüpunkt sammeln und hat somit immer schnell darauf Zugriff.

Was uns dagegen sehr gefällt ist die Möglichkeit, viele Knöpfe mit eigenen Funktionen zu belegen. Wir haben zum Beispiel die Funktion „Video starten“ auf den Knopf neben dem Auslöser gelegt, so kann man den etwas fummeligen Recordknopf an der Seit umgehen.
Die Akkulaufzeit ist ok, aber für einen Drehtag sollte man schon ca. 5 Akkus dabei haben und zur Not auch noch das Ladegerät. Wer ganz sicher gehen will, der nimmt einfach gleich 10 Akkus mit. Man fühlt sich etwas an die Zeit mir der akkufressenden BlackMagic Pocket erinnert. Es ist nicht ganz so schlimm, aber die Sony ist schon auch akkuhungrig.

Wie Anfang schon geschrieben, nimmt das Display fast die komplette Rückseite ein. Die Schärfe lässt sich einigermaßen beurteilen, mit einem externen Monitor geht es noch besser.

Sensor, Auflösung

Die Sony A6300 hat einen APS-C Sensor und damit einen Cropfaktor von ca. 1,6. Wer sich die Leistung vom Sensor genauer anschauen will, der sollte sich den Test von slashcam.de anschauen, hier bekommt man wirklich alle technischen Details. Wir wollen euch die Kamera vorstellen und unsere Arbeitsweise mit der Kamera erläutern.

Folgende Auflösungen und Aufnahmemodi stehen zur Verfügung:
4K als XAVC S mit 25p (60Mbit und 100mbit)
1080p als XAVC s mit 25p und 50p (50mbit) und 100p (100mbit und 60mbit)

Es gibt noch AVCHD und MP4 als Aufnahmeformate mit zahlreichen FPS-Kombinationen. Alle wollen wir hier nicht nennen. Die meisten werden sowieso nur in XAVC S aufzeichnen. Bei 100p wird nicht der komplette Sensor ausgelesen, die Kamera cropt mit einem Faktor von ca. 2,2. Der größte Nachteil der A6300 ist der Rolling Shutter. Im FullHD-Modus ist er noch zu verkraften, sobald man aber die Kamera auf 4K stellt ist der Rolling Shutter sehr störend. In 4K sollte man hektische Aufnahmen möglichst vermeiden.

Wir haben euch wieder ein paar Bilder in voller Auflösung angehängt. So könnt ihr das Bild der Kamera beurteilen:

Sony A6300

Sony A6300

Sony A6300

Sony A6300

Autofokus

Ein Grund, warum wir uns auch für die Sony A6300 entschieden haben, ist der Autofokus. Wenn man die Kamera auf einem Gimbal verwendet, dann kann man nicht mehr gut den Fokus ziehen. Man braucht also entweder einen Wireless FollowFocus oder einen guten Autofokus. Wir haben uns für den Autofokus entschieden. Wir haben euch ein kurzes Autofokus Beispielvideo hochgeladen. Bei Zeiten wird dieses noch erweitert, damit ihr euch ein besseres Bild vom Autofokus machen könnt.

In einem separaten Artikel gehen wir noch einmal genauer auf die unterschiedlichen Autofokussysteme, die derzeit auf dem Markt sind, ein. Aber kurz gesagt, der Autofokus der A6300 ist in Ordnung. Man darf hier keiner Wunder erwarten, aber für die Arbeit mit Weitwinkel auf dem Gimbal passt der Autofokus. Man sollte sich allerdings eine Weile mit dem System beschäftigen und unterschiedliche Szenarien (Dolly In, Dolly Out, Follow, etc.) durchspielen und schauen wie der Autofokus reagiert. Entscheidend sind auch die Lichtverhältnisse. Im Lowlightbereich ist der Autofokus nicht mehr so präzise und man sieht dann des öfteren Fokussprünge oder das typische Pumpen. Die Gesichtserkennung klappt in der Regel gut, wenn das Subjekt direkt zur Kamera gedreht ist. Mit Gesichtern von der Seite (im Profil) kommt die Gesichtserkennungssoftware nicht so gut zurecht.

Bild und Bildprofile

Das Bild der Sony A6300 ist in 1080p super und in 4K auch gut. Leider stört, wie bereits geschrieben, der sehr ausgeprägte RollingShutter in 4K. Eine genauere Beschreibung und einen eher technischer Test gibt es wieder bei Slashcam.  Wir filmen keine Testcharts ab, um das Bild der Kamera rein technisch zu beurteilen. Wir verwenden die Kamera einfach bei einem realen Dreh (oder davor bei einem Testdreh) und können uns dann ein besseres Urteil bilden. Das soll nicht heißen, dass technische Test wie bei Slashcam schlecht sind. Es entspricht nur nicht mehr unbedingt unserer Herangehensweise an Kameratests.

Sonytypisch stehen zahlreiche Bildprofile zur Verfügung. Das wichtigste Feature für Filmer ist allerdings die Möglichkeit, in SLOG2 zu filmen, um den größtmöglichen Dynamikumfang zu haben. Hier muss man im Hinterkopf behalten, dass man SLOG2 generell 1 bis 2 Blenden überbelichten sollte, da sonst, grob gesagt, die Schatten zu viel rauschen. Wie schon so oft geschrieben, gefällt uns das Sonybild im Allgemeinen nicht so. Aber das ist wirklich Geschmackssache.

Fazit

Wenn man mit der Kamera ein paar Mal gedreht hat, dann kommt man einigermaßen mit den Funktionen zurecht. Oft muss man auch nicht viel einstellen. Blende, Shutter und ISO kann man gut auf dem Gehäuse einstellen. Man kann auch den Tasten individuelle Funktionen zuweisen. Die kleine Sony A6300 ist eine gute Kamera und man kann sie vielseitig einsetzen. Gerade die 100p Slowmotion ist ein nettes Feature. Die Möglichkeit, in 4K aufzunehmen, wird, (trotz des kürzlich erschienenen Artikels) immer wichtiger bei uns. Selbst wenn man nur in HD den Film mastert, lohnt es sich, in 4K einige Shots aufzunehmen. Man hat einfach ein paar mehr Möglichkeiten in der Post.