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Welcher Gimbal zum Filmen

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In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit Gimbals und welchen Gimbal man zum Filmen kaufen kann. Aber zunächst erstmal das Inhaltsverzeichnis:
Einführung
Gimbal zum Filmen
Einhand-Gimbal
Zweihand-Gimbal
Gimbal Unterstützung
Steadycam-Gimbal-Kombination
Transformer-Gimbal
Einhand-Smartphone-Gimbal
Zusammenfassung

Einführung

Heute wollen wir die Kamera stabilisieren und möglichst wackelfreie Aufnahmen haben –
Wir brauchen also einen Dolly … oder die schlechtere Variante einen Gimbal.
Ich schreibe das bewusst so, weil viele Filmer den Gimbal genau wie einen Dolly einsetzen wollen, das gelingt meistens aber nur sehr selten. 

Dafür hat man mit eine Gimbal andere Vorteile:
– man kann ihn sehr schnell aufbauen (in der Regel … )
– man kann durch unwegsames Gelände laufen und hat einigermaßen stabile Aufnahmen
– man kann Shots machen, die mit einem Dolly oder Steadycam nicht möglich sind (Gimbal durchs Fenster geben)

Ich sehe es so, man muss jedes Stabilisierungstool, sei es Gimbal, Dolly, Steadycam oder Stativ (eine genauere Beschreibung von allem gibt es hier) als eigenständiges Tool mit Vor- und Nachteilen und mit einem eigenen Look sehen. Ich hatte schon mehrere Diskussionen mit Kollegen, die einen Gimbal und einen Dolly gleichsetzen, für mich ist es aber einen Unterschied. 

Welcher Gimbal zum Filmen

Jetzt kommen wir zum eigentlich Thema – Welchen Gimbal soll ich mir zum Filmen kaufen.
Hier kommt es zunächst etwas auf eure Kamera und eure persönlichen Vorlieben an.
Filmt ihr nur mit dem Smartphone, mit einer DSLM oder seit ihr mit einem Cinemacamcorder unterwegs?
Unterschiedliche Kamerasysteme brauchen unterschiedliche Gimbals. Habt ihr lieber zwei Hände am Gimbal oder dreht ihr lieber nur mit einer Hand und die andere Hand macht den Fokus?
All diese Fragen versuchen wir euch in diesem Artikel zu beantworten. 

Wisst ihr noch nicht mit welcher Kamera ihr filmen sollt?
Dann lest euch am besten unseren Artikel „Welche Kamera zum Filmen“ durch.

Einhand-Gimbal

Fangen wir mit den Einhand-Gimbals an, die gerade wieder eine kleine Renaissance erleben. Gefühlt waren sie die letzten zwei Jahre nicht so beliebt wie die Zweihand-Gimbals. Unser erster Gimbal war der Nebula 4000 Lite von Filmpower und wir haben diesen mit der Blackmagic Pocket Cinema Camera verwendet.

Ronin-S, etc.
Mit dem Erscheinen des Ronin-M sind viele dann auf einen Zweihand-Gimbal umgestiegen, gefühlt konnte man diese länger und ruhiger tragen.
Aber die Einhand-Gimbals haben sich weiterentwickelt und spätestens mit dem Ronin-S wieder die volle Beliebtheit bei den Filmern erlangt.
Durch die immer besser werdenden DSLM wie die GH5S brauchte man auch nicht mehr so starke Gimbals, die große Kameras tragen müssen. Den Ronin-S mit der GH5S kann man problemlos eine längere Zeit tragen und durch die praktischen ausklappbaren Füsse kann man ihn auch zwischen den Takes immer mal wieder abstellen. Ein früher Nachteil der Einhand-Gimbals wurde inzwischen auch beseitigt. Beim Nebula 4000 wurde durch den Motor der Roll-Achse oft der Monitor der Kamera verdeckt. Man musste immer über den Arm schauen oder unter den Arm durch um das Bild zu kadrieren. Durch die neuen Slant-Modelle ist dies nicht mehr der Fall. 

Schärfe ziehen
Außerdem haben die Hersteller endlich eingesehen, dass man bei einem Gimbal fast immer ein motorisierter FollowFocus notwendig ist um die Schärfe zu ziehen. Bei unserem Nebula war dies noch nicht möglich und so mussten wir bei der Blackmagic Pocket auf starke Einstellungveränderungen (Totale –> Close) verzichten. Natürlich waren damals die motorisierten FollowFocus-Systeme auch noch nicht so günstig. Später haben wir dann mit der Sony A6300 und dem Autofokus gearbeitet. Hier musste man sich aber auf den Autofokus der Kamera verlassen und wie ihr wisst, ist dies nicht immer optimal. Der DJI Ronin-S kann über eine Verbindung zur Kamera bestimmte Objektive scharf stellen. Bis jetzt funktioniert es nur mit MFT-Optiken. Daher ist die GH5 und die GH5S in Kombination mit dem Ronin-S so beliebt. Die Steuerung über das Fokusrad funktioniert an sich auch problemlos. Der Fokus springt schnell an und über den Ausklapp-Monitor der GH5 kann man die Schärfe auch einigermaßen beurteilen. 

Andere Hersteller wie Zhiyun gehen hier auf einen mechanischen FollowFocus mit dem Vorteil, dass man mehrere Objektivsysteme fokussieren kann. Natürlich wiegt der Motor auch wieder etwas mehr. 

Einhandgimbals in Kombination mit DSLM
Die meisten werden eine DSLM, DSLR oder eine Kompaktkamera mit einem Einhand-Gimbal verwenden. Es gibt aber auch Filmer, die schon eine C200 oder die Ursa Mini Pro auf dem Ronin-S verwenden. Ich halte dies für nicht sinnvoll. Der Gimbal arbeitet dann meistens am Limit der Belastungsgrenze und die Motoren laufen immer mit voller Leistung. Hier wird die Lebensdauer meiner Meinung nach sehr beansprucht. Außerdem kann man diese Kombination kaum noch länger aus einer Hand halten und muss wieder einen zweiten Arm an den Gimbal bauen. Einen leichten Cinemacamcorder (FS5) oder Cinemacamera (Terra 4K) mit einer leichten Optik kann man schon eher auf einem Einhand-Gimbal verwenden. Und wenn es doch zu schwer wird, dann kann man den Gimbal noch mit einem SteadyArm unterstützen, aber dazu mehr im Punkt Gimbal-Unterstützung.

Im Moment würde ich bei den Einhand-Gimbals wahrscheinlich den DJI Ronin-S oder den Zhiyun Crane-2 empfehlen. Ich mach an sich auch die Produkte von Tilta, konnte aber den Einhand-Gimbal von Tilta noch nicht testen.
Der Ronin-S ist ein guter Gimbal zum Filmen, dabei beschränkt sich das Filmen nicht nur auf „Realzeitaufnahmen“, man kann auch sehr gute Hyperlapses mit dem Gimbal machen.

Einhand-Gimbal Vorteile
– für kleine Kompaktkameras bis mittelschwere DSLM/DSLRs
– man kann in engeren Räumen arbeiten
– durch geringer Gesamtgewicht, kann man länger damit arbeiten
– praktische Abstellmöglichkeiten durch integrierte Füsse
– oft ein integrierter FollowFocus

Einhand-Gimbal Nachteile
– an sich nur für kleinere Kameras
– weniger für EasyRig geeignet

Einhand-Gimbal Beispiele
– Filmpower Nebula 4100 Slant
– DJI Ronin-S
– Came-TV Came Single
– Tiltamax Gravity G2
– Zhiyun Crane
– Zhiyun Crane 2
– Zhiyun Crane-M
– Feiyu Tech AK4000
– Feiyu Tech AK2000
– Feiyu Tech a Series

Zweihand-Gimbal

Jetzt nehmen wir den zweiten Arm dazu und befassen und mit Zweihand-Gimbals. Wie bereits erwähnt haben die Zweihand-Gimbals vor ein paar Jahren die Einhand-Gimbals fast komplett ersetzt. Erst seit kurzem sind meiner Meinung nach die Einhand-Gimbals wieder beliebter.

Mehr Power
Zweihand-Gimbals haben den Vorteil, dass man mehr Gewicht tragen kann, da das Gewicht auf beide Arme verteilt wird. Somit sind Zweihand-Gimbals meistens eher für größere Kameras ausgelegt. Durch die zusätzliche horizontale Stange für die Griffe hat man auch die Möglichkeit mehr Zubehör am Gimbal zu befestigen. Gerade ein Monitor macht hier Sinn. Bei den Einhand-Gimbals kann man oft nur schwer einen Monitor problemlos anbringen. Es geht schon, aber man hat dann keine optimale Gewichtsverteilung. Bei einem Einhand-Gimbal bilden die Kamera und der Gimbal eine Gewichtsachse, die im optimal Fall genau nach Unten zeigt. Wenn man jetzt noch einen Monitor an der Seite anbringt, so verschiebt sich das Gewicht in eine Richtung. Diese Verschiebung muss man dauernd mit dem Arm, der den Gimbal hält, ausgleichen. Man ermüdet wieder schneller. 

Größere Kameras und mehr Zubehör
Außerdem ist der Schlitten für die Kamera größer als bei Einhand-Gimbals, man möchte ja schließlich auch größere Kameras verwenden. Durch den größeren Schlitten hat man aber auch so mehr Platz und kann mehr Zubehör (Motor für FollowFocus) an der Kamera verwenden. Gerade, wenn man eine Kinokamera verwendet, hat man nicht unbedingt einen verlässlichen Autofokus und braucht somit zwingend einen motorisierten FollowFocus.
Mit dem Nucleus System von Tilta kann man auch die Haltegriffe für den Gimbal mit einem FollowFocus kombinieren. So kann man beide Hände immer am Gimbal haben und kann trotzdem noch die Schärfe ziehen. Oft holt man sich aber noch einen FocusPuller.
Der Kameramann kann sich dann genau auf den Gimbal und das Bild konzentrieren und muss nicht noch auf die Schärfe achten. Natürlich braucht man dann wahrscheinlich noch eine Videofunktstrecke, damit der FocusPuller auch die Schärfe auf einem Monitor beurteilen kann. Ihr merkt schon, die Möglichkeit immer mehr Zubehör an den Gimbal anbringen zu können macht das ganze System nicht unbedingt leicht. Ein Zweihand-Gimbal mit Kamera und Zubehör kann schnell insgesamt mehr als 10Kg wiegen und so lange kann man 10Kg auch nicht mit gestreckten Armen vor sich her tragen. 

Viele werden sagen „da darf man sich nicht so anstellen und man muss einfach die Zähne zusammenbeißen“. Totaler Quatsch, wenn ihr mich fragt. Ich habe keine Lust meinen Rücken in meinem Job kaputt zu machen und mich auch noch cool dabei zu fühlen und wer ein bisschen Grips hat, wird das genauso sehen. Sorry, wenn ich hier etwas ausfallend werden, aber mir geht dieses Alphatierverhalten auf Drehs (und nicht nur auf Drehs) ziemlich auf die Nerven. Zum Glück gibt es Hersteller, die auch daran gedacht haben und einem das Leben einfacher machen wollen. Im nächsten Punkt gehe ich dann näher auf die Gimbal-Unterstützung ein.

Gimbal-Ring
Ein Vorteil von einem Zweihand-Gimbal ist auch, dass man einen Gimbal-Ring verwenden kann. DJI hat mit dem Ronin-2 und Freefly mit dem Movi-Pro diesen Ring eingeführt. Vorher musste man immer den Gimbalstand (C-Stand mit Gimbalhalterung) immer in der Nähe haben, damit der Kameramann den Gimbal auch mal abstellen kann. Mit dem Ring kann man den Gimbal einfach immer auf den Boden stellen. Natürlich nur, wenn der Boden eben ist und hier muss man wirklich aufpassen, habe es schon öfters erlebt, dass der Gimbal mit Ring kippt und dann umfällt, da er zu schnell auf dem Boden abgesetzt wurde.

Ein konkrete Empfehlung für einen Zweihand-Gimbal  zu geben ist etwas schwierig, weil man ja wie bereits angesprochen das Kameragewicht im Hinterkopf behalten muss. Bei leichteren Kameras würde ich im Moment den Ronin-M oder MX empfehlen. Obwohl die Gimbals schon etwas älter sind, kann man sich in der Regel auf die DJI Sachen verlassen und man kann die Ronin relativ schnell auf einen Ring-Gimbal umbauen. Bei schwereren Kameras würde ich im Moment eher den Movi Pro empfehlen. Der Ronin-2 ist mir zu schwer. Habe den Ronin-2 mit der C200 einen Tag getestet und das Gewicht war einfach abartig.

Zweihand-Gimbal Vorteile
– für größere und schwerere Kameras geeignet
– man kann mehr Zubehör an der Kamera und am Gimbal verwenden

Zweihand-Gimbal Nachteile
– wird schnell sehr schwer, dadurch stärkere Beanspruchung für Kameramann
– größere Maße, dadurch an engen Drehorten eingeschränkter

Zweihand-Gimbal Beispiele
– Filmpower Nebula 4500 Slant
– Came-Prodigy
– Tiltamax Gravity 3-Axis
– DJI Ronin-MX
– DJI Ronin-M
– DJI Ronin
– DJI Ronin-2
– Movi MS
– Movi Pro

Gimbal Unterstützung

Kommen wir zur Gimbal-Unterstützung. Habe ja gerade schon erwähnt, dass es bei den Zweihand-Gimbals Mode geworden ist, diese mit jedem Gewicht immer ohne Unterstützung zu tragen. So muss der Rücken das ganze Gewicht tragen. Bei kurzen Takes und wenn man den Gimbal nur kurz am Tag braucht, ist das ja ok. So kann man sehr schnell und agil mit dem Gimbal arbeiten (der Gimbal-Ninja arbeitet auch meistens so). Wenn man aber lange und präzise Gimbal-Fahrten habe möchte und den Gimbaloperator den ganzen Tag fit haben will, dann macht es durchaus Sinn den Gimbal zu unterstützen. Es gibt natürlich Spezialisten für Gimbalarbeit, so wie es auch Steadycam-Operator gibt, die sich nur auf Steadycam spezialisiert haben. Diese Spezialisten können natürlich länger ohne Gimbal-Unterstützung arbeiten, da sie deutlich trainierter sind. In der der Regel sind die Filmer (gerade im Low-Budget-Bereich) aber eher Allrounder, die die Kamera mal auf dem Stativ, mal auf dem Gimbal und mal aus der Hand verwenden. 

Easyrig und mehr
Ok – genug zur Philosophie und ran an die Praxis. Jeder, der eine Steadycam verwendet, wird meistens auch eine Weste mit Steadyarm verwenden.
Es gibt ähnliche Systeme für Gimbals. Die meisten werden das EasyRig aus Schweden kennen. Der Begriff EasyRig hat sich mittlerweile auch als Gattungsbegriff für Westen mit Galgen durchgesetzt. EasyRig kämpft auch mit vielen Nachmacherprodukten, die einen nur einen Bruchteil kosten, aber nicht unbedingt die gleich Qualität und Sicherheit gewährleisten. Bei einem EasyRig trägt der Operator eine Weste mit einem Galgen. In dem Galgen läuft ein Seil, dass über eine Federsystem im Rücken auf Spannung gehalten wird. Am vorderen Ende des Galgens ist eine Kameraaufhängung angebracht. So kann die Kamera oder der Gimbal mit Kamera am Galgen aufgehängt werden. Das Gewicht liegt so mit nicht mehr auf den Armen, sondern wird komplett über den Galgen auf den Oberkörper verteilt.
Der Armor Man 2.0 von Tilta funktioniert nach einem ähnlichen System. Beim Armor Man 2.0 habt man aber keinen Galgen, sondern zwei Arme für den Gimbal – wie bei einem Exoskelett. Die Arme werden über Federn gespannt und man trägt so den Gimbal. 

Ich habe beide Systeme verwendet und muss sagen, dass mir das Prinzip vom EasyRig besser gefällt. Mit dem EasyRig kann man immer noch bodennahe Aufnahmen machen, da man das Zugseil sehr weit nach Unten ziehen kann. Der Armor Man 2.0 ist hier etwas eingeschränkt. Außerdem habe ich mit dem EasyRig schneller bessere Ergebnisse erzielt. Der Armor Man 2.0 hat sich irgendwie immer etwas klobig angefühlt und die Unterstützung war nie so gut wie bei EasyRig, schon nach kurzem Tragen habe ich beim Armor Man 2.0 einen starken Schmerz auf der Hüfte gefühlt. Habe auch unterschiedliche Einstellungen verwendet, aber der Schmerz kam immer nach ca. 10 Minuten. Das EasyRig habe ich oft den ganzen Tag ohne Probleme getragen. Natürlich merkt man es am Abend, dass man den ganzen Tag eine schwere Kamera getragen hat, aber man ist einfach normal erschöpft. Schmerzen hatte ich aber keine.
Ich würde den Armor Man 2.0 jetzt noch nicht komplett abschreiben, ich hatte das Gerät nur leihweise und konnte es daher nicht über mehrere Wochen testen. 

Das EasyRig und der Armor Man 2.0 sind eher für Zweihand-Gimbals. Es gibt aber auch Systeme für Einhand-Gimbals.

An sich ist ja ein Einhand-Gimbal auch nur eine elektronische Steadycam. Mit einem spezieller Aufnahme kann man somit auch normale Steadycam-Westen und Steady-Arme mit einem Einhand-Gimbal verwenden. 

Gimbal Unterstützung Beispiele
– EasyRig
– Armor Man 2.0

Steadycam-Gimbal-Kombination

Es gibt auch spezielle Steadycam-Gimbal-Kombinationen. Das Sachtler Artemis—Maxima-System ist ein Beispiel hierfür. Der Operator trägt eine normale Steadycam mit Weste. An der Steadycam ist aber noch ein Gimbal angebracht. 

Transformer-Gimbal

Es gibt auch klappbare Gimbals. Oft werden diese als Transformer-Gimbals bezeichnet.
Man kann diese Gimbals auf unterschiedliche Weise verwenden. Durch Umschrauben und Umklappen von
bestimmten Teilen verwandelt der Gimbal sich in unterschiedliche andere Gimbals (Zweihand-Gimbal, Krangimbal, etc.). Dieses Konzept eröffnet einem mehrere Einsatzszenarien. Diese Herangehensweise finde ich an sich spannend, weil man so den Gimbal immer optimal anpassen kann. 

Transformer-Gimbal-Beispiele
– Zhiyun Weebil Lab
– Gudson Moza Air X
– Came-TV Prophet

Einhand-Smartphone-Gimbal

Um diesen Gimbal-Artikel vollständig zu halten, muss man auch noch kurz die Gimbals für Smartphone erwähnen. Durch die immer besser werdenden Kameras in den neuen Smartphone kann man viele Videojobs auch mit dem Smartphone erledigen. In unserem Artikel „Welche Kamera zum Filmen“ sind wir ja schon kurz auf die Vorteile beim Filmen mit einem Smartphone eingegangen. An sich sind fast alle Smartphone-Gimbals auch Einhand-Gimbal. Ein Zweihand-Gimbal macht auch nicht unbedingt Sinn, weil ein Smartphone nicht viel wiegt und man sich somit das zusätzliche Gewicht von einem Zweihand-Gimbal sparen kann. Ich werd mir demnächst noch einen Smartphone-Gimbal zulegen und kann euch dann besser meine Erfahrungen mitteilen. Bis jetzt hatte ich die Smartphone-Gimbals immer nur kurz in der Hand und hab damit rumgespielt. 

Einhand-Smartphone-Gimbal Vorteile
– klein und leicht
– günstig in der Anschaffung

Einhand-Smartphone-Gimbal Nachteile
– zusätzliches Gerät, dass man dabei hat

Einhand-Smartphone-Gimbal Beispiele
– DJI OSMO Mobile 2
– DJI OSMO+

Zusammenfassung

So ich hoffe, dass ihr jetzt einen Überblick über Gimbals habt und so besser entscheiden könnt, welchen Gimbal ist zum Filmen kaufen sollt. Ich kann nur empfehlen, sich unterschiedliche Systeme auszuleihen oder bei Kollegen anzuschauen und dann erst eine Entscheidung zu treffen.
Folgende Fragen sollte man für sich selber mit „Ja“ beantworten können, nicht unbedingt alle gleichzeitig:
– kann ich den Gimbal einfach aufbauen?
– kann ich den Gimbal einfach justieren?
– kann ich den Gimbal auf meine Arbeitsweise anpassen?
– kann ich evtl. mehrere Kameras mit dem Gimbal verwenden?
– komme ich gut mit der Gimbal-Software zurecht?
– kann ich den Gimbal einfach kalibrieren?
– ist der Gimbal zuverlässig?
– kann man vielleicht direkt einen Ersatzgimbal kaufen?

Wenn ich mit einem Gimbal schnell zurecht komme und ich mich auf den Gimbal verlassen kann, dann macht das die Arbeit deutlich einfacher. Habe es schon sehr oft erlebt, dass der Gimbal genau auf einem Dreh den Geist aufgibt, weil er entweder nicht richtig kalibriert wurde, oder weil man ihn nicht so verwenden konnte, wie man es vorhatte. Hier macht es dann Sinn einen Gimbal von einem der größeren Hersteller zu haben, man bekommt hier einfach Ersatzteile oder Austauschgeräte. Bei einem Gimbal „Marke-Eigenbau“ hat man immer das Risiko, dass plötzlich überhaupt nichts mehr funktioniert.