DLF DJI RONIN RS2

DJI Ronin RS2 – Der Einhand-Gimbal mit kleinen Fehlern

Heute stelle ich euch die DJI Ronin RS2 in einem Review vor. Das Nachfolgemodell des sehr beliebten Ronin-S. In diesem Artikel möchte ich euch einen Überblick über den Gimbal geben und einige Funktionen näher erläutern. Ich gehe hier auch auf ein paar Designentscheidungen von DJI ein, die einem etwas verwirrt zurücklassen. 

Einführung

Ihr werdet es kaum glauben, aber ich hatte seit Mitte 2017 keinen Gimbal mehr. Mein letzter eigener Gimbal war der Ronin-M und diesen habe ich dann verkauft, da er einfach zu klein für meine Kameras war. Ich war auch nicht wirklich überzeugt von den kleineren Zweihand- und Einhand-Gimbals. Sie kamen mir immer wie eine Zwischenlösung vor. Für die meisten DSLMs ausreichend, sobald man aber eine etwas größere Kamera verwenden will, hat man nur Probleme. 

Natürlich habe ich auch die Videos gesehen, in denen Leute eine Canon C200 oder Ursa Mini auf dem Ronin-S balancieren. Hier laufen die Motoren aber meistens mit voller Leistung und verkürzen so die Lebenszeit enorm. Würde ich jetzt nicht empfehlen. 

Da ich ein großer Verfechter von Leihen bin, habe ich mir für die meisten Drehs einfach Gimbals ausgeliehen. In der Regel war das der Newton von Swedish-Chameleon (wird nicht mehr produziert), der Ronin-S von DJI oder der Weebill S von Zhiyun. 

Ich muss auch sagen, dass ich meistens lieber einen Dolly statt einem Gimbal einsetze. Die Fahrten sind einfach sauberer und man kann sich viel besser als Kameramann auf die Kadrage fokussieren. Natürlich braucht man bei der Arbeit mit einem Dolly wieder mehr Personal am Set.  

Entscheidung für den Ronin RS2

Anfang April 2021 habe ich mich dann doch wieder für einen eigenen Gimbal entschieden. 

Ich wollte hier ein möglichst vielseitiges System, das man auch noch erweitern kann. Der Gimbal sollte außerdem die Pocket4K mit Zubehör und schwerere Kameras leicht tragen können. Trotz einiger Nachteile (keine 15 mm Rods) habe ich mich für den RS2 von DJI entschieden. 

Auspacken und erster Eindruck

Die neue Verpackung ist in einem sehr schicken dunklen Blau gehalten und wirkt direkt professioneller. Außerdem merkt man sofort, dass die Box deutlich kleiner ist als noch beim Ronin-S. 

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DJI Ronin RS2 Pro Version

Beim Kauf habe ich mich für die Pro-Version mit RavenEye und Fokusmotor entschieden. Der Gimbal kommt hier in einem Softcase mit den entsprechenden Anleitungen. Auf das RavenEye und anderes Zubehör gehe ich in einem separaten Artikel noch ein. 

Softcase

Das Softcase ist wirklich sehr handlich und man kann den Gimbal so problemlos transportieren, oder in einen größeren Kamerakoffer packen. Das Softcase hat drei Fächer. Ein kleines Schubfach im Deckel und zwei größere Fächer für den Gimbal und das Zubehör. Im oberen Fach befindet sich das Zubehör und im unteren Fach der eigentliche Gimbal. 

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DLF DJI RONIN RS2

Den genauen Lieferumfang könnt ihr euch auf der Webseite von DJI anschauen. An sich ist alles dabei, was man braucht. Smartphone- und Monitorhalterung, Kabel, Standfuß und vieles mehr. Blackmagic Pocket4K/6K-Nutzern empfehle ich noch zusätzliche Gewichte (Amazon-Link), um die Pocket möglichst gut ausgleichen zu können. 

Orientierungshilfe im Case

Für mich ist eines der besten Features am Case ein kleines Bild im unteren Bereich, das einem zeigt, wie der Gimbal in das Case muss. Beim Ronin-S bin ich irgendwie dauernd durcheinander gekommen. Außerdem hat man hier noch ein kleines Klettverschluss-Band, um den Gimbal noch einmal besser zu sichern. 

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DJI Ronin RS2 erster Eindruck

Schauen wir uns jetzt den Gimbal an. Man merkt sofort, dass DJI hier einige Verbesserungen vorgenommen hat und sich auch am größeren Ronin-2 (Amazon-Link) orientiert hat. Der Ronin RS2 hat nun sehr viel Carbon-Teile, die Akzentfarbe ist jetzt Rot. Die Kontakte werden mit kleinen flexiblen Abdeckungen geschützt. Hier muss man natürlich aufpassen, dass man diese nicht verliert. 

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Der Ronin RS2 kommt jetzt mit einem kleinen Touch-Display. Mit diesem steuert man den Gimbal. Komfortabler ist es natürlich mit der Ronin-App von DJI. 

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Den RONIN RS2 zusammenbauen

Jetzt bauen wir den Gimbal zusammen. 

Akku und Standfuß anschließen

Zunächst schraubt man den kleinen dreibeinigen Standfuß an den Akku. Dann steckt man den Akku in die untere Seite des Gimbals. Hier gibt es dann einen kleinen Feststellhebel, mit dem man den Akku sichern kann. Um den Akku zu entfernen, drückt man einfach auf den Knopf am Hebel und stellt den Hebel auf die Öffnen-Position. 

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Gimbal-Achsen entsperren

Ein weitere wichtige Neuerung beim Ronin RS2 sind die feststellbaren Achsen. Andere Hersteller haben diese Funktion schon etwas länger. Beim Ronin-S und anderen älteren DJI Gimbals hat diese Funktion aber immer gefehlt. 

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Alle Achsen werden mit einem kleinen Kippschalter gesperrt oder entsperrt. Wenn man den Gimbal aus dem Softcase nimmt, ist der Gimbal in der flachen Position gesperrt. So setzt man ihn auf den Akku und Standfuß. Jetzt kann man die Achsen entsperren. Ich empfehle euch aber zunächst nur die Roll- und Tilt-Achse zu entsperren. Die Pan-Achse könnt ihr gesperrt lassen. Alle Motoren sind übrigens beschriftet, so weiß man auch immer sofort welche Achse Probleme macht. 

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Dann faltet ihr den Gimbal auf und könnt dann auch gleich wieder beide Achsen sperren. So bleibt der Gimbal starr, wenn ihr dann den Schlitten mit Kamera einbaut. 

Kamera und Zubehör mit dem Gimbal verbinden

Ihr könnt mehrere Kameras mit dem Gimbal verbinden und so die Kamera direkt über den Gimbal steuern. Zum Beispiel könnt ihr dann die Aufnahme am Gimbal starten und müsst die Kamera nicht mehr berühren. Hier kommt es natürlich auf eure Kamera an, aber die meisten Modelle werden unterstützt. Auf der DJI-Seite gibt es noch eine Kompatibilitätsliste. 

Wenn ihr Zubehör wie das RavenEye oder den Fokusmotor von DJI (oder andere) habt, dann sollte ihr diese jetzt auch direkt anbauen und anschließen. 

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Kamera auf dem RONIN RS2 balancieren

Bevor ihr die Kamera auf dem Gimbal balanciert, sollten alle benötigten Teile an der Kamera und am Gimbal angeschlossen sein. Der Objektivdeckel muss auch weg. Ihr spart euch somit mehrmaliges Balancieren der Kamera. 

Kamera balancieren

Jetzt kommt eure Kamera ins Spiel. Egal ob kleine Kompaktkamera, Vollformat-DSLM oder kleinere Cinema-Kameras – der Ronin RS2 trägt eigentlich alles. Die Kamera wird wie bei jedem anderen Gimbal balanciert. Jede Achse einzeln. Bei der ersten Inbetriebnahme des Gimbals führt der Gimbal einen durch die einzelnen Schritte. Denkt wirklich daran, dass ihr dann alle Achsen entriegelt habt, der Gimbal schaltet sonst ab. 

Neuer Kameraschlitten mit Ausgleichsfunktion

DJI hat beim Kameraschlitten auch nachgebessert. Der Gimbal bietet jetzt ein Drehrädchen, um den Kameraschlitten genau zu justieren. Wenn die Kamera leicht nach Vorne kippt, dreht man das Rädchen etwas im Uhrzeigersinn. Die Kamera fährt jetzt zurück. Mit einem Feststellhebel wird die Kamera dann fixiert.

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Arca-Swiss-Befestigung

Die neue Platte für den RS2 hat nun auch noch zusätzlich eine Arca-Swiss-Befestigung. Die Arca-Swiss-Platte wird an der Kamera befestigt und dann zusammen auf der Ronin RS2 Platte fixiert. Hier kommt es etwas auf euere Vorliebe an. Wenn eure Kamera komplett geriggt ist, könnte es sinnvoll sein, eine zusätzliche RS2-Platte ohne Arca-Swiss zukaufen.

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Ich bin hier auch nicht so Fan von der Arca-Swiss-Lösung, da diese nur mit einer Schraube an der Pocket4K fixiert werden kann. Die Platte kann sich dadurch wieder verdrehen.

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Die Arca-Swiss Halterung hat zwar 3 Schrauben, aber irgendwie passen die Abstände nicht zum Cage von Smallrig (SmallRig-Artikel). Ich bin mir nicht sicher, wer sich hier nicht an die richtigen Abstände gehalten hat.

Neue Kamera-Aufnahme

Nicht nur der Schlitten der Kamera wurde optimiert, sondern die komplette Kamera-Aufnahme. Die Anschlüsse für Strom befinden sich jetzt nicht mehr unter der Kamera, sondern seitlich. Es gibt auch eine praktische Abdeckung für die Anschlüsse. Unter der Kamera wird das optionale RavenEye Bildübertragungssystem befestigt. RavenEye ist bei der Pro-Combo dabei. 

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Gimbal kalibrieren

Sobald die Kamera balanciert ist und der Gimbal sein ok gibt, kann man den Gimbal noch einmal genauer Kalibrieren. Im Menü wählt man hier Autotune. Überprüft davor, ob der Gimbal auch sicher steht. Im Autotune-Modus kalibriert der Gimbal sich noch einmal genauer. 

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Gimbal mit der App verbinden

Wenn man den Gimbal noch einmal genauer einstellen will und hierfür ein größeres Display braucht, sollte den Gimbal mit dem Smartphone koppeln. Man lädt einfach die App und verbindet in der App den Gimbal mit dem Smartphone. Hier kann man auch noch mehr Einstellungen machen als am Gimbal selber. Obwohl man sagen muss, dass man am Gimbal schon sehr viel einstellen kann. Mit der App kann man aber zum Beispiel noch einmal genauer die Motoren-Parameter einstellen und wie schnell der Gimbal den eigenen Eingaben folgt.

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Bedienung

Jetzt können wir den Gimbal verwenden. Wenn ihr schon einmal mit einem Einhand-Gimbal gearbeitet habt, dann gibt es eigentlich keine Überraschungen für euch. Neulinge kommen an sich auch schnell zurecht. Ihr müsste einfach in den unterschiedlichen Modi den Gimbal verwenden und so herausfinden, welcher Modus für welchen Einsatzzweck passt. Ich arbeite zum Beispiel gerne im PF-Modus, hier wird die Tilt- und Roll-Achse gesperrt und der Gimbal folgt nur mit der Pan-Achse. Für Kranshots eignet sich dieser Modus. 

Gute Werksvoreinstellungen

Der RS2 ist in den Werkseinstellungen schon erstaunlich gut eingestellt. Mit der M-Taste könnt ihr zwischen unterschiedlichen Profilen wechseln. Die Profile könnt ihr in der App einstellen. Und wie bereits geschrieben, könnt ihr den Gimbal über die App noch einmal genauer justieren und so festlegen, wie schnell der Gimbal euren Befehlen folgen soll. 

Joystick, Drehrädchen und Touchscreen

Mit dem Joystick könnt ihr einige Bewegungen des Gimbals steuern. Je nach Modus wird hier ein- oder zwei Achsen gesteuert. Im Modus M1 steuert ihr zum Beispiel die Pan-Achse und die Tilt-Achse (wenn ihr natürlich bei den Standard-Einstellungen seid).

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Mit dem Drehrädchen an der vorderen Seite des Gimbals könnt ihr den optionalen DJI-Motor steuern (in der Pro-Combo ist der Motor dabei). 

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Über den Touchscreen könnt ihr wie gesagt den Gimbal einstellen oder den ActiveTrack-Mode starten. Für ActiveTrack braucht ihr aber das RavenEye. Mit ActiveTrack kann der Gimbal bestimmte Objekte oder Personen automatisch tracken. An sich kennt man diese Funktion schon vom Osmo Mobile 3. 

M-Programme

Mit der M-Taste könnt ihr unterschiedliche Programme durchschalten. Ihr könnt auch individuell festlegen, welcher Modus auf welchem M-Programm liegt. 

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Kleine versteckte Features

Silent Mode
Mit dem Silent Mode könnt ihr alle Töne vom Gimbal abschalten. Wischt auf dem Display vom rechten Rand nach links. Der erste Punkt ist Silent Mode

Horizont Kalibrieren
Ab und zu kann es vorkommen, dass der Gimbal den Horizont nicht waagrecht hat und sich nach einer Zeit leicht verschiebt. Hier kann es sinnvoll sein, den Horizont einfach neuzukalibrieren. Ihr findet diese Option in den Settings – More und Calibrate Horizon.

Push Mode Tilt
Bei aktiviertem Push Mode könnt ihr die Kamera manuell in eine bestimmte Position bringen, der Gimbal bleibt dann an dieser Position und stabilisiert weiter. So kann man kurz in die Bildgestaltung eingreifen, ohne dass man den Gimbal dabei beschädigt. Wischt auf dem Display vom rechten Rand nach links. Der zweite Punkt ist Push Mode. In diesem Menü findet ihr dann die jeweiligen Achsen. 

Nützliche Shortcuts (bei Werkseinstellungen)
Jetzt habe ich noch ein paar nützliche Tastenkombinationen (Shortcuts) für euch:

  • 1x Power Taste drücken = Bildschirm sperren/entsperren 
  • 1x Power Taste drücken = Sleep Mode an/aus
  • 1x vorderen Taste (über Drehrad) drücken und halten = Gimbal sperren
  • 2x vorderen Taste drücken = Gimbal zentrieren
  • 3x vorderen Taste drücken = Selfie Mode
  • Record Taste halb durchdrücken = Kamera fokussieren (natürlich nur mit AF-Optiken und wenn Kamera mit Gimbal verbunden ist)
  • Record Taste drücken = Start/Stop der Aufnahme
  • M Taste drücken = zwischen 3 Benutzerprofilen wechseln
  • M Taste drücken und halten = Sportmodus (Gimbal reagiert sehr schnell auf Eingaben)
  • M Taste drücken und halten = Sport-Modus
  • M Taste drücken und halten und dann 2x auf die vordere Taste drücken = Sport-Modus dauerhaft aktiv
  • M Taste drücken, halten und vordere Taste 1x drücken = Auto Kalibrierung
  • 2x M Taste = PortraitMode
  • 3x M Taste = 3D Roll 360

Probleme mit dem RONIN RS2

Ich habe den Gimbal schon ein paar Wochen im Einsatz und mir sind schon einige Probleme aufgefallen. Der Ronin RS2 ist leider nicht der glorreiche Gimbal, der alle Probleme löst. Viel mehr muss man sich wieder etwas mit komischen Entscheidung von DJI herumschlagen. 

DJI hält sich nicht an Branchenstandards

Schon vor dem Kauf ist mir aufgefallen, dass sich DJI beim Fokusmotor an keine Branchenstandards hält. Der Fokusmotor wird nämlich über einen 12 mm Rod am Gimbal befestigt. Branchenstandard ist 15 mm oder 19 mm. Im DJI-Forum rechtfertigt DJI diese Entscheidung damit, dass sie möglichst viel Gewicht beim RS2 einsparen wollten. Meiner Meinung nach totaler Quatsch! Mit 15mm Carbon Rods hat man auch nicht unbedingt mehr Gewicht.

DJI wirbt ja auf der anderen Seite damit, dass sie eine Kooperation mit Tilta eingegangen sind und unter anderem den Nucleus-N unterstützen. Der Nucleus-N Motor wird mit 15 mm befestigt. 

Nucleus-N lässt sich nicht über Ronin RS2 steuern

Trotz der Kooperation mit Tilta kann man den Nucleus-N nicht mit dem Ronin RS2 direkt steuern. Man kann zwar den Motor über den Ronin RS2 mit Strom versorgen, mehr aber auch nicht. Leider bekommt man auch nur ca. 5V auf den Motor. 

Hier verspielt DJI meiner Meinung nach eine Menge Potential. Natürlich möchte sie ja wahrscheinlich eher ihre eigenen Fokusmotoren verkaufen, aber warum wirbt man dann so stark mit der Kooperation mit Tilta und dem Nucleus-N? 

Wenn ihr bereits den Nucleus-N habt, dann reicht euch evtl. die normale Version vom Ronin RS2, also nicht die Pro-Combo. Ihr habt dann natürlich auch kein RavenEye. Ihr könnt dann das Handwheel vom Nucleus-N am Ronin RS2 über das Natorail anschließen und so die Schärfe ziehen. Für mich fühlt sich diese Art der Fokussierung aber nicht sehr komfortabel an. 

DJI-Fokusmotor hat sehr viel Kraft

Der Fokusmotor von DJI hat sehr viel Kraft und an sich ist das auch gut. Da man auch sehr stark gedämpfte Linsen verwenden kann. Man kann aber die Kraft des Motors nicht reduzieren. Bei Cinelinsen mit Zahnringen und harten Stops ist das in der Regel kein Problem. Bei DIY-Cinelinsen kann es aber zu Problemen kommen. Ich habe ja schon über meine selbstgedruckten Zahnkränzen für meine Contax Zeiss berichtet. Diese sitzen sehr fest auf dem Schärfering. Der Fokusmotor vom RS2 hat aber so viel Kraft, dass die Ringe nach dem harten Stop weitergeschoben werden können. So kann man natürlich keine automatische Kalibrierung des Fokusmotors machen. Eine Behelfslösung ist die manuelle Kalibrierung über Start- und Endpunkt. 

DJI-Fokusmotor verschiebt Kamera

Ein weiteres Problem gibt es noch mit dem sehr starken Fokusmotor. Bei mir wackelt die Kamera immer leicht, wenn man den Fokus schnell hin- und herwechselt. Hier fehlt es einfach an Festigkeit. Hier könnte eine andere Kameraplatte schon Abhilfe schaffen.

Fazit

Auf der einen Seite ein durchdachtes System

Kommen wir zu meinem Fazit zum Ronin RS2. Der Gimbal macht wirklich einen sehr guten Eindruck. Das neue Case, die feststellbaren Achsen und die einfach Bedienung machen wirklich Spaß. Alles sieht sehr durchdacht aus. Wenn man mit einem recht simplen Kamerasystem (DSLM mit Autofokus) unterwegs ist und oft nur als Solo-Filmemacher Aufträge abwickelt und dann auch wirklich nur den Autofokus verwendet, dann ist der Ronin RS2 wirklich ein gutes System.
Mir kommt es auch so vor, als hätte DJI den RS2 nur für DSLMs konstruiert und im Nachhinein einfach noch andere Kamerasystem hinzugefügt. Aber nicht darüber nachgedacht.

Auf der anderen Seite viele kleine Fehler und Ungereimtheiten

Sobald man aber unterschiedliche Kamerasetups (Gimbal, Handheld, Stativ) und viele Umbauten hat, ist der Ronin RS2 schon nicht mehr so universell einsetzbar. Durch die fehlenden Branchenstandards muss man öfters die Kamera umbauen, das kostet Zeit.
Darüberhinaus wackelt einfach noch sehr viel am Gimbal. Der Motor lässt sich nicht so gut festschrauben, die Arca-Swiss-Platte ist bei mir nicht durch zwei Schrauben verdrehsicher.

DJI grenzt den Ronin RS2 ganz klar vom Ronin 2 ab. Beim Ronin 2 hat man die typischen Branchenstandards. Hier wäre es schön von DJI gewesen, wenn man den RS2 wirklich als kleinen Bruder vom Ronin 2 konzipiert hätte. 

Weitere Artikel über den RS2

Ich wollte eigentlich nur einen Artikel über den DJI Ronin RS2 schreiben, habe aber bei der Arbeit mit dem Gimbal, beim Testen und beim Schreiben gemerkt, dass es noch viele Fragezeichen bei mir selber gibt. In weiteren Artikeln werde ich noch genauer auf diese eingehen und mich auch noch einmal genauer mit den Problemen beschäftigen. Diese Problemliste werde ich auch an DJI schicken.

DJI Ronin RS2 Raveneye

DJI Ronin RS2 3D-Fokussystem

BMPCC4K auf dem Ronin RS2 stabilisieren

*es handelt sich um Amazon-, EBay-, SmallRig oder Thomann-Affiliate Links.
Das bedeutet, ich bekomme eine Miniprovision, wenn jemand etwas kauft,
das Produkt wird dadurch nicht teurer.

die lichtfänger Josef Sälzle
Josef Sälzle // DIE LICHTFÄNGER Gründer und Filmemacher

Hi, ich bin Josef, Kameramann und Filmemacher.
Ich schreibe in meinem DIE LICHTFÄNGER Blog über Kamera– ,
Lichttechnik und über alles was das Filmemachen angeht.
DIE LICHTFÄNGER machen Imagefilme, Werbefilme und Produktfilme.
Bei Fragen könnt ihr mir gerne eine Mail schreiben.

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