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Zeiss Contax Objektive zum Filmen

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Heute stelle ich euch die Zeiss Contax Objektive vor. Ich habe mich in letzter Zeit mit vielen Objektiven beschäftigt und bin schließlich bei den Zeiss hängen geblieben. Viele Infos habe ich von anderen Bloggern und aus Foren. Besonders das Reduser Forum hat mir sehr weitergeholfen. Ich versuche meine Erkenntnisse und Erfahrungen und meine Recherchen zu bündeln und in einem Artikel zusammenzufassen. Die Zeiss Contax Objektive wurden in den 70igern entwickelt und kamen 1975 auf den Markt, kurze Zeit später kam übrigens sofort die Antwort von Leica mit den Leica-R Objektiven. Die Contax haben noch eine längere Geschichte, aber ich hab mich hier nur für die Kurzfassung entschieden. 
Hier gibt es wie so oft zwei Lager: Zeiss und Leica, wie Canon und Nikon, etc.
Für die Zeiss Optiken spricht der etwas günstigere Preis. Bei Leica schwebt der Leica-Mythos immer noch über der Marke … daher sind diese Optiken deutlich teurer. Es gibt aber auch ein Paar Objektive von Leica die den Zeiss in Sachen Blende überlegen sind (bei gleicher Brennweite).
Aber noch kurz das Inhaltsverzeichnis zum Artikel:
Einführung
Allgemein
Zwei Versionen
Mein Einstieg in die Zeiss Contax Welt
Zeiss Contax Cine-Mod
Zusammenfassung

Einführung

Ich möchte kurz darauf eingehen, warum die Zeiss Contax heute immer noch relevant sind. Angefangen hat meine Leidenschaft von alten Objektiven beim Einstieg zum Filmen mit Spiegelreflex.

Vollformat
Die Contax Objektive wurden für Vollformatkameras entwickelt, man kann also auch mit den neuesten Kinokameras arbeiten, Super35 oder M43 funktioniert natürlich ohne Probleme.

Preis
Die neueren Zeiss ZF/ZE und CP2 Objektive basieren auf den Design der Contax. Die Contax bekommt man aber oft schon für die Hälfte oder ein Drittel und wenn man bedenkt, dass fast jede CP2 mehr als 2000€ kostet, dann sind die Contax fast ein Schnäppchen. 

T-Coating
Die Contax Zeiss haben noch das ältere T-Coating von Zeiss. Dieses Coating wurde auch bei den Optiken für Hasselblad oder bei den Zeiss Superspeeds verwendet. Das ältere Coating lässt mehr Flares auf den Sensor und viele Kameramänner lieben diesen organischen Look. Es sind nicht nur die Flares, die für den typischen Contax-Look sorgen, sondern im allgemeinen der Bildeindruck der Contax. 

CineMod
Bei den Contax Zeiss handelt es sich natürlich um Fotoobjektive. Wenn man mit den Objektiven Filmen möchte, dann bietet es sich an die Optiken zu CineModden. Die Contax Zeiss lassen sich gegenüber den neueren ZE/ZF deutlich einfacher umbauen. Viele Optiken haben sogar ca. 180° Fokusrotation, wenn man aus der Welt von Canon Autofocus Linsen kommt, dann wird einen dieser Fakt sehr freuen. Außerdem haben alle Optiken natürlich einen manuellen Blendenring. 

Riesige Auswahl an Objektiven
Zeiss hat sich nicht Lumpen lassen und eine enorme Anzahl von Contax Objektiven entwickelt. Für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel ist etwas dabei, oft kann man bei einer Brennweite zwischen 3 möglichen Blenden wählen (bei 85mm f1.2, f1.4, f2.8).

Festbrennweiten:
15mm 3.5, 16mm 2.8 FISHEYE, 18mm f4, 21mm 2.8, 25mm 2.8, 28mm f2, 28mm 2.8, 35mm 1.4, 35mm 2.8, 45mm 2.8, 50mm 1.4, 50mm 1.7, 55mm 1.2, 60mm 2.8 Macro, 85mm 1.2, 85mm 1.4, 85mm 2.8, 100mm f2, 100mm 2.8 Macro, 100mm 3.5, 135mm f2, 135mm 2.8, 180mm 2.8, 200mm f2, 200mm 3.5, 200mm f4, 300mm 2.8, 300mm f4, 500mm 5.6, 500mm f8, 1000mm f5,6

Zoomobjektive:
28-85mm 3.3-f4, 35-70mm 3.3, 35-135mm 3.3-4.5, 80-200mm f4, 100-300mm 4.5-5.6, 40-80mm f4, 70-210mm 3.3

Allgemein

Ihr solltet nach den Original Contax schauen. Das Bajonett heißt C/Y und die Linie RTS. Die anderen Modelle (G, N, 645) lassen sich nicht ganz so gut auf EF adaptieren.
Da es sich um Fotolinsen handelt, gibt es das sogenannte FocusBreathing. Wenn man das Objektiv von Nah auf Fern stellt, dann ändert sich leicht der Bildausschnitt. Für Filmaufnahmen ist dies nicht ganz optimal, weil man ja nicht unbedingt nur durch die Fokusverlagerung die Einstellungsgröße verändern möchte. Aber das Focusbreathing hält sich bei den Contax Zeiss in Grenzen. Bei richtigen Cinelinsen ist diese optische Problem oft behoben.

Ein Nachteil der Zeiss Contax ist, dass es keine weitwinklingen Optiken mit einer großen Blende gibt. Das 18mm hat leider nur f4.0 und das 15mm f3.5.
Die Zeiss Contax Linsen wurden in Deutschland und in Japan gefertigt. Oft wird behauptet, dass die japanischen Linsen schlechter von der Qualität sind. Aber dies ist nicht der Fall. Zeiss hat sehr hohe Ansprüche an die Qualität und hat hier keine Abstriche gemacht. Das Zeiss Contax 21mm wurde sogar nur in Japan gefertigt. AE und MM Linsen wurden sowohl in Deutschland als auch in Japan gefertigt. 

Zwei Versionen

Es gibt grob gesagt zwei Versionen von den Zeiss Contax. Die etwas älteren AE-Modelle und die neueren MM-Modelle. Man erkennt die MM-Modelle an der Beschriftung der Blende. Bei MM ist die letzte Zahl grün. Die AE-Modelle wurden zwischen 1975 und 1984 gefertigt und die MM-Modelle von 1984 bis 2005. Ab 2005 hat Zeiss dann auf ZE/ZF umgestellt. 

Coatingwechsel
Besonders das Coating wurde beim Wechsel von AE auf MM verändert. Die älteren AE-Modelle flaren mehr und eher weiß. Die Mm-Modelle flaren nicht so schnell und wenn, dann mit dem typischen Lila Flares. 

Blendenänderung
Hier scheiden sich oft die Geister. Die AE Linsen haben eine bestimmte Anordnung der Blendenlammelen die eine besondere Form (Ninja-Stern) bei bestimmten Blendenwerten haben. Besondern wenn man Lichter unscharf im Hintergrund hat, sieht man dieses Ninja-Stern-Bokeh. Bei den MM-Objektiven wurde diese Eigenheit entfernt. Manchen Leuten gefällt das Ninja-Stern-Bokeh, machen nicht. Hier muss man selber für sich entscheiden ob es einem gefällt oder nicht. 

Mein Einstieg in die Zeiss Contax Welt

Ich habe entschlossen erst einmal mit drei Linsen anzufangen und habe mir das 18mm f4, das 28mm 2.8 und das 50mm 1.4 als AE-Version geholt. Ein 50mm ist ja fast schon Pflicht, obwohl ich sagen muss, dass ich mittlerweile lieber eher weinwinklig filme, dafür aber so offenblendig wie möglich. Man ist dadurch näher am Geschehen, hat aber immer noch eine schöne Unschärfe im Bild. Das 28mm f2.0 wäre natürlich besser gewesen, aber hier wollte ich das Budget noch nicht komplett überreizen, daher habe ich mich für das 28mm 2.8 entschieden. Das 35mm 1.4 war mir auch noch zu teuer. Zusätzlich wollte ich noch ein schönes Weitwinkel, daher habe ich mich für das 18mm f4 entschieden. Mit diesen drei Linsen hat man meiner Meinung nach einen guten Ausgangspunkt und kann erstmal damit arbeiten. 

Zeiss Contax Cine-Mod

Kommen wir zum Thema Cine-Modding. In der Regel gibt es drei Modifikationen von Fotolinsen.  Ich gehe in den einzelnen Artikeln zu den Objektiven (die ich hoffentlich zeitnah erstellen kann) näher auf die einzelnen Schritte ein. 

1. Blende entklicken
Fotografen brauchen pro Bild nur eine Blende. Daher kann man die Blende am Objektiv „einrasten“ lassen. Beim Filmen sieht das etwas anders aus, oft möchte man während dem Shot die Blende leicht korrigieren. Wenn man zum Beispiel aus einem dunklen Raum ins freie Tritt, muss/kann man die Blende anpassen. Damit die Übergänge von den Blenden nicht ruckartig sind, sollte man eine stufenlose Blende haben. Wenn man nun die Einraststufen von der Blende entfern, dann nennt man das Deklicken.

2. Einheitliche Fronten
Im Filmbetrieb geht es sehr oft um Effizienz. So will man oft Umbauzeiten minimieren. Daher sind Cinelinsen oft gleich groß und oft auch gleich schwer (Gimbalbetrieb) und haben die Schärferinge auf gleicher Höhe. Fotografen ist dies in der Regel egal. Sie haben kein großes Rig mit Follow Focus oder eine Mattebox. Naja zur Sache, man kann die Fronten der Objektive alle auf eine Größe bringen. Ein gängiger Standard ist 80mm. Ich habe mir einheitliche Objektivdeckel von Robin von Filamentworld drucken lassen. Noch ein Hinweis, das 18mm hat keine Filtergewinde, hier muss ich mir noch etwas einfallen lassen. 

3. Zahnkranz
Beim Cine-Mod dürfen natürlich Zahnkränze für den FollowFocus nicht fehlen. Wie bereits gesagt, sollten die Zahnkränze wenn möglich immer auf einer Höhe sein. Es gibt wechselbare Zahnkränze von verschiedenen Herstellern. Ich würde aber einen durchgehenden Zahnkranz aus dem 3D-Drucker empfehlen, der einfach immer auf der Optik bleibt. 

4. EF-Adapter
Ich will die Objektive hauptsächlich mit EF-Bajonett verwenden, da man von EF auch gut auf andere Bajonette adaptieren kann. Es gibt sehr günstige CY/EF Adapter ab ca. 10€. Leider haben die Optiken hier leichtes Spiel im Adapter und wackeln etwas. Das hat mich enorm gestört, aber ich wusste sowieso schon durch meine Recherchen, dass die besten Mountadapter von Leitax kommen. David, der Chef von Leitax beantwortet Fragen und kann sehr gut beraten. Er versendet schnell und der Mountadapter ist einfach perfekt. 

Einziger Nachteil, man muss am Objektiv rumschrauben. Der Contax-Mount muss entfernt werden und wird durch einen festen EF-Mount ersetzt. Der EF-Mount wird auch wieder verschraubt und sitzt dadurch sehr fest. Wenn man den Mount selber wechseln möchte, dann muss man sich natürlich trauen das Objektiv aufzuschrauben. Aber es zahlreiche Anleitungen und am Ende sind es auch nur ein paar Schrauben. Leider sind die Schrauben oft sehr sehr sehr fest angezogen und man muss wirklich aufpassen, dass man den Schraubenkopf nicht kaputt macht. Die Schrauben der 18mm habe ich nicht herausbekommen und ich wollte dann Schlimmeres vermeiden. Beim 50mm und beim 28mm hatte ich keine Probleme. 

Zusammenfassung

Mit den Zeiss Contax könnt ihr euch ein günstiges, aber hochwertiges Objektivset mit Cinelinsen-Eigenschaften zusammenstellen, bei einem vergleichsweise niedrigem Budget. Ihr habt eine große Auswahl an Objektiven und könnt beliebig viele erweitern. Durch die Cine-Mods könnte ihr die Zeiss Contax fit zum Filmen machen. In ein paar weiteren Artikeln werde ich euch noch konkret die einzelnen Linsen vorstellen.