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Filmen mit Spiegelreflex

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Update 2018 zum Thema Filmen mit Spiegelreflex

Mittlerweile haben wir Mitte 2018 und ich habe die Entscheidung getroffen, die Artikelserie Filmen mit Spiegelreflex zu erweitern. Der neue Artikel Kamera zum Filmen ist etwas weiter gefasst. Es werden die Vor- und Nachteile von den gängigen Kamerasystemen auf dem Markt erläutert.

Stand der Dinge 2016

2011 haben wir die Artikelserie „Filmen mit Spiegelreflex“ herausgebracht. In den letzten Jahren hat sich der Markt jedoch komplett geändert. Es gibt zwar noch die klassischen HDDslrs, aber die spiegellosen Kameras sind auf dem Vormarsch (z. B. die GH5S) und viele Experten sind der Meinung, dass die spiegellosen Kameras die DSLR auf lange Zeit verdrängen werden. Im professionellen Bereich werden fast nur noch Kameras mit großen Sensoren (C300, FS7, Amira) verwendet und der typische „5D-Film“ ist am Verschwinden. Man hat sich an dem Material einer DSLR satt gesehen. Viele identifizieren mit der niedrigen Tiefenschärfe immer noch den typischen „Kinolook“. Aber diesen „Look“ schaffen jetzt auch andere Kameras, es muss nicht mehr eine DSLR mit Vollformatsensor sein.

Wir können auch nicht abschätzen, was mit der klassischen HDDslr passiert. Die großen Hersteller Canon und Nikon setzen immer noch auf den Spiegel und bringen weiterhin neue Spiegelreflexkameras auf den Markt. Sony geht einen anderen Weg und treibt die Branche im Bereich spiegelloses System voran.

Filmen mit Spiegelreflex

In der überarbeiteten Artikelserie wollen wir einen Überblick über die neue Situation geben und ein paar neue Kameras vorstellen. Man darf aber nicht vergessen, dass einige grundlegende Prinzipien sich nicht ändern werden, ein Zoomobjektiv bleibt ein Zoomobjektiv, egal an welcher Kamera es verwendet wird und wenn man sich nicht mit Konzeption, Story, Bildgestaltung, Lichtgestaltung, etc beschäftigt, dann bringt einem auch die beste Kamera nichts. Es geht viel mehr um das Beherrschen der vorhandenen Technik, um das Beste herauszuholen.

Vorteile beim Filmen mit Spiegelreflex

Heute denkt kaum noch jemand an den klassischen Camcorder, warum auch? Jeder möchte ja heute den „Filmlook“ und viele assoziieren mit dem Filmlook immer noch Filmen mit offener Blende und das geht natürlich mit einer Spiegelreflex deutlich einfacher, da der zur Sensor deutlich größer als bei einem normalen Camcorder ist. Beim Filmen mit Spiegelreflex hat man noch einen weiteren Vorteil – Wechselobjektive. Bei einem Camcorder ist das Objektiv in der Regel fest und man kann es nicht wechseln, die Optik soll hier für möglichst viele Szenarien funktionieren und deckt daher meistens einen sehr hohen Brennweiten Bereich ab.
Mit Wechselobjektiven kann man deutlich gezielter Arbeiten und gerade eine Blende von f1,8 eröffnet oft ganz neue Möglichkeiten.
Für mich ist auch ein Vorteil, dass man mit einer Spiegelreflex das Zusammenspiel von ISO, Blende und Belichtungszeit beim Filmen deutlich besser lernt, natürlich wenn man nicht im Automatikmodus filmt. Bei einem Camcorder gibt es zwar auch oft einen manuellen Modus, aber irgendwie verlassen sich zu viele auf die Automatik und lassen die Kamera einfach machen.

Nachteile beim Filmen mit Spiegelreflex

Wo viel Licht, da ist auch viel Schatten.
Natürlich hat man beim Filmen mit Spiegelreflex nicht nur Vorteile. Gerade durch die Möglichkeit mit offener Blende zu arbeiten, filmen viele Leute nur noch so. Es gibt unzählige verwackelte Youtubevideos bei denen die Darsteller gefühlt jede halbe Sekunde in die Schärfe kommen und sogleich wieder in die Unschärfe verschwinden. Man kann es sich kaum anschauen. Man muss nicht immer mit einer Blende f1,4 filmen …
Ein weiterer Nachteil ist der fehlende Bildstabilisator. Viele Camcorder oder DSLM-Kameras haben einen integrierten Bildstabilisator, dadurch kann man besser aus der Hand filmen und hat kein Wackelkonzert. Bei vielen DSLRs leider immer noch Fehlanzeige. Es gibt natürlich stabilisierte Optiken.
Die Bodies von DSLRs sind auch nicht unbedingt zum Filmen geeignet, sie haben oft keine professionellen Anschlüsse (SDI, XLR, etc.), aber dazu schreibe ich mehr im Artikel Welche Kamera zum Filmen.

Belichtungszeit
Ein Nachteil beim Filmen mit Spiegelreflex ist der fehlende ND-Filter. Viele Camcorder und Cinemacamcorder haben ND-Filter (Graufilter). Diese braucht man um mit seiner Belichtungszeit bei der doppelten Bildrate bleiben zu können. Das heißt, wenn man mit 25fps filmt, dann sollte die Belichtungszeit bei 1/50 liegen. Man spricht auch von einem 180° Shutter. Dieser Look hat sich seit über 100 Jahren in unser Gedächtnis eingebrannt, Bewegungen sehen flüssig aus, aber nicht zu flüssig. In meinem Artikel Kameracheck erkläre ich euch noch mehr Kameraeinstellungen und in meinem Artikel zu ND-Filter gehe ich etwas näher auf die Problematik mit kurzen Belichtungszeiten beim Filmen ein. Den fehlenden ND-Filter sollte man im Hinterkopf behalten, man sollte beim Filmen mit Spiegelreflex einfach immer einen ND-Filter dabei haben.

Die Artikel setzen ein filmtechnisches Grundverständnis voraus. Begriffe wie Brennweite, Blende, Belichtung etc. sollten klar sein. Bei Fragen könnt ihr uns natürlich trotzdem gerne ein E-Mail schreiben.

Übersicht zur Artikelserie: Filmen mit Spiegelreflex

Teil 1: Welcher Sensor?
Welche Sensorgrößen gibt es und was sind die Unterschiede? In diesem Artikel gehen wir auf die unterschiedlichen Sensorformate ein, von M43 bis Vollformat. Natürlich ist die BlackMagic Pocket auch dabei.

Teil 2: Welche Kamera?
Unterschiedliche Kameras für unterschiedliche Einsatzzwecke. Ihr wollte wissen, welche Kamera ihr euch zulegen sollt? In diesem Artikel geben wir euch einen Überblick über unterschiedliche Systeme.

Teil 3: Welches Objektiv?
Zoom oder Festbrennweite, die Qual der Wahl. Für atemberaubende Bilder braucht man ein Objektiv an der Kamera. In diesem Artikel zeigen wir euch ein paar Modelle.

Teil 4: Audio
Wie nimmt man hochwertigen Ton auf? Ein guter Ton ist entscheidend für einen guten Film. In diesem Artikel zeigen wir euch unterschiedliche Mikrofone und erklären euch die Vor- und Nachteile

Teil 5: Licht
Licht ins Dunkle bringen. Ohne Licht macht die beste Kamera kein Bild. Mit Licht kann man dem Film Stimmung geben. In diesem Artikel stellen wir euch unterschiedliche Lampen und Beleuchtungsmethoden vor.

Teil 6: Stative und Stabilisierungssysteme
Ein fester oder nicht fester Stand. In diesem Artikel stellen wir Stative und andere Stabilisierungssysteme vor.

Teil 7: Herausforderungen und Einschränkungen
Was ist Moiré und Rolling Shutter und was kann ich dagegen tun? Leider hat das Filmen mit Spiegelreflex auch einige Nachteile. In diesem Artikel zeigen wir euch die Einschränkungen und wie ihr diese umgehen könnt.

Teil 8: Literatur, Blogs, Foren und Videos
Noch mehr Infos aus der Welt der HDDslr. Ihr wollte noch mehr lesen? In diesem Artikel gibt es sehr viele zusätzliche Informationen.

Es kommen sehr oft neue Kameras mit neue Funktionen, Einstellungsmöglichkeiten, Stärken und Schwächen auf den Markt. Wir können leider nicht alle Kameras in unserer Serie besprechen oder vorstellen.

Das Erbe der HDDslr
Filmen mit Spiegelreflex ist nichts Neues mehr. Was ist aus der HDDslr-Revolution entstanden?

HDDslr Generation Zwei und neue Kamerasysteme
Filmen mit Spiegelreflex der zweiten Generation. Welche neuen Kameras gibt es?

Welche Kamera zum Filmen
Welche Kamera soll ich mir zum Filmen kaufen. In diesem Artikel stellen wir euch unterschiedliche Kamerasysteme vor und erläutern die Vor- und Nachteile.
Filmen mit Spiegelreflex war gestern.

Zusammenfassung zu Filmen mit Spiegelreflex

Wenn ihr bewusster Filmen und auch mal mit offener Blende arbeiten wollt, dann führt fast kein Weg an einer DSLR vorbei. Ich sage bewusst fast, weil es mittlerweile genügend Alternative gibt.
Eigentlich sollte man sagen, wenn mit offener Blende arbeiten wollte, dann holt euch eine Kamera mit einem etwas größeren Sensor (etwa ab Micro4/3). Wenn man sich jetzt wieder die Blackmagic Pocket Cinema Camera ins Gedächtnis holt, dann sieht man, dass man nicht unbedingt einen Vollformatsensor für cineastische Aufnahmen braucht.