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Filmen mit Spiegelreflex: Teil 6 Stative und Stabilisierungssysteme

In diesem Kapitel von meiner Artikelserie Filmen mit DSLR geht es jetzt um Stative und andere Stabilisierungssysteme. Gerade bei Stativen empfehle ich euch, dass ihr etwas mehr investiert. Ein gutes Stativ hält euch eure komplette Karriere.

Warum braucht man Stative und Stabilisierungssysteme beim Filmen mit DSLR?

HDDslrs sind primär Fotoapparate. Die Ergonomie und die Handhabung sind auf Fotografie ausgerichtet. Videokameras sind für Video optimiert. Sie haben meistens einen richtigen Sucher (Okular), einen guten Bildstabilisator (Mittlerweile hat fast jede DSLM auch einen internen Bildstabilisator am Sensor) und viele andere Features, die das Filmen erleichtern. Bei einer Spiegelreflex muss man auf viel Komfort verzichten, man wird aber oft durch die schöneren Aufnahmen belohnt. Am deutlichsten sieht man, dass man mit einem Fotoapparat filmt, wenn man aus der Hand filmt. Jedes Zittern und jeder Wackler werden nun sichtbar. Die DSLRs sind einfach zu leicht, sodass jedes Zittern aus der Hand direkt auf den Kamerabody übertragen wird. Die Videos erinnern dann eher an schlechte Urlaubsfilme. Stative und andere Stabilisierungssystem wie Schwebestative oder Schulterstützen können Abhilfe schaffen. Aber welches Stativ braucht man für einen Dslr?

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Ich habe die Artikelserie Filmen mit Spiegelreflex überarbeitet. Das ganze Thema Filmen mit DSLR & DSLM habe ich in ein Ebook gepackt und noch um einige weitere Themen erweitert. Mehr zum Ebook Filmen mit DSLR & DSLM gibt es hier.

STATIVE

Stativarten

Es gibt unterschiedliche Stative, zunächst kann man zwischen Foto- und Videostativen unterscheiden. Die meisten Fotografen haben ein gutes Fotostativ. Beim Filmen stellt man aber schnell fest, dass diese Stative für Fotografie ausgelegt sind. Beim Fotografieren ist die Kamera in einer Position, beim Filmen kommen aber Kamerabewegungen hinzu. Schwenken (Pan) und Neigen (Tilt) sollen möglichst ruhig und gleichmäßig sein, daher verwendet man bei Videostativen Fluidköpfe. Diese sind für Kamerabewegungen optimiert.

Dreibeinstativ (Tripod)

Dreibeinstative haben, wie der Name schon sagt, drei Standfüße. Sie stehen sehr stabil auf dem Boden und können durch sogenannte Bodenspinnen noch stabilisiert werden. Tripods eignen sich sehr gut, wenn die Kamera nicht oft bewegt werden soll und präzise Schwenks nötig sind. Gerade bei etwas längeren Interviews verwendet man oft Dreibeinstative.

die lichtfänger Filmen mit Spiegelreflex Stativ
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Wie wählt man ein Stativ zum Filmen aus?

Bei der Auswahl eines Stativs sollte man darauf achten für welches Gewicht das Stativ ausgelegt ist. Sehr große Stative können Kameras mit 100kg tragen. DSLRs sind klein und sehr leicht, daher können auch kleinere Stative verwendet werden. Wir verwenden zur Zeit ein Sachtler FSB4 und ein Sachtler FSB6. Der FSB4 ist für 0-4kg ausgelegt. Die Zahl 0 ist hier sehr wichtig. Viele Videoköpfe beginnen bei 1kg. Eine Dslr ohne Zubehör wiegt meistens nur 500g. Die Dslr wäre bei einem 1-4kg Kopf nicht mehr optimal unterstützt. Leider geben viele Hersteller nur die maximale Belastbarkeit an. Hier lohnt es sich, das Stativ vorher mit der eigenen Kamera im Fachhandel auszuprobieren. Falls die eigene Kamera etwas zu leicht ist, kann man die Kamera auch in einen Cage packen und somit das Gewicht etwas erhöhen. Am Cage kann man dann noch einen Griff und einen Tophandle anbringen.

Außerdem sollte man im Hinterkopf behalten, welches Zubehör man sich noch anschaffen will. Kamera + FollowFocus + Monitor können auch schnell die maximale Belastbarkeit ausreizen. Ein überladenerer Stativkopf kann schnell gefährlich werden, weil dann die Kamera schnell nach Vorne oder Hinten kippen kann, wenn sie nicht optimal ausbalanciert ist.

Ein Einsteiger-Stativ ist zum Beispiel das Manfrotto 501 im Set oder das Sachtler ACE M. Wenn ihr euch speziell für Dreibeinstativ interessiert, dann schaut euch mal unseren Artikel Stative zum Filmen an. Und hier noch ein paar Tipps zur Arbeit mit dem Stativ.

Einbeinstativ (Monopod)

Einbeinstative sind schnell und unkompliziert einsetzbar. Mit Einbeinstativen lassen sich unerwünschte Vertikalwackler vermeiden. Wenn man nur wenig Platz hat und den Eindruck erwecken will, dass man aus der Hand filmt, dann kann man sehr gut einen Monopod verwenden. Ein gutes Einbeinstativ ist der Manfrotto Monopod entweder mit 701 oder 501 Videokopf. Natürlich kann man auch andere Stativköpfe auf dem Manfrotto Monopod verwenden.
Achtung: Einbeinstative niemals einfach stehen lassen. Wenn man gewohnt ist, mit einem Dreibeinstativ zu arbeiten, dann vergisst man oft, dass Einbeinstative einfacher leichter umfallen können.
Unser Artikel zum Manfrotto 561 Einbeinstativ.

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SCHULTERSTATIVE

Wann braucht man ein Schulterrig?

Schulterstützen kann man einsetzen, wenn die DSLR-Kamera wie eine große Schulterkamera verwendet werden soll. Mit einer Schulterstütze hat man die größte Bewegungsfreiheit und man kann auch mal einem Schauspieler auf Schritt und Tritt folgen. Bei Schulterstützen ist vor allem wichtig, dass sie richtig ausbalanciert sind. Größere Systeme bieten die Möglichkeit, ein Gegengewicht zur Kamera anzubringen.

Beispiele für Schulterstützen

Low-Budget Schulterstützen bekommt man bereits für knapp 100€. Ich persönlich würde euch dieses Schulterstativ aber nicht empfehlen. Es ist einfach zu günstig produziert. Hab von mehreren Kollegen auch schon gehört, dass schnell mal eine Feststellschraube abbricht. Investiert lieber etwas mehr und seit dann sicher, dass eure Kamera optimal unterstützt wird. Am anderen Ende der Preisscheere bietet Zacuto hochwertige Supportsysteme mit vielen Erweiterungsmöglichkeiten für Dslrs an. Wenn man längere Drehs hat, dann ist eine Schulterstütze mit Gegengewicht auf jeden Fall zu empfehlen. Man sollte hier jedoch den Preis im Auge behalten. Schaut euch mal die Schulterstützen von SmallRig an, hier bekommt ihr wirklich viel für euer Geld.

die lichtfänger schulterstativ

KAMERAKRAN

Mit einem Kamerakran kann man so genannte Kranfahrten machen. Man kann zum Beispiel seine Szene bodennah beginnen und dann mit einem vertikalen Kranfahrt auf Augenhöhe enden. Der Kran besteht aus einem Fuss, meistens ein starkes Stativ und dem Ausleger. Die Kamera wird auf dem Ausleger befestigt und durch ein Gegengewicht ausgeglichen. Da die Kamera mit einem Gegengewicht ausbalanciert ist, kann man den Kran sehr einfach bewegen und muss nicht gegen das Gewicht der Kamera selber ankämpfen. Man kann zusätzlich noch Rollen am Stativ anbringen und so den Kran deutlich einfacher auf dem Set bewegen, dies gilt aber nur bei glatten Böden. Überkopfaufnahmen sind mit dem Kran auch kein Problem, die Höhe wird dabei von der Höhe des Krans festgelegt.

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WEITERE STABILISIERUNGSSYSTEME

Schwebestativ

Schwebestative ermöglichen dem Kameramann, sich frei zu bewegen. Sie gleichen dabei alle Erschütterungen und Wackler aus. Der Kameramann hält die Kamera nur indirekt. Über Gewichte gleicht das Schwebestativ die Bewegungen aus. Man braucht etwas Zeit, bis das Schwebestativ richtig eingestellt ist und vor allem bis man damit richtig umgehen kann. Bei längeren Drehs oder größeren Kameras verwendet man Schwebestative mit Weste. Das Gewicht der Kamera kann dann vom ganzen Körper und nicht nur vom Arm getragen werden. Kleine Schwebestative gibt es von Manfrotto oder Glidecam. Bei den Schwebestativen hat sich übrigens der Gattungsbegriff Steadycam durchgesetzt. Steadycam ist ein Hersteller von Schwebestativen.

Handstativ

Handstative können eingesetzt werden, wenn man schnell Aufnahmen aus der Hand machen will (Run and Gun Style). Sie sind schnell einsatzfähig, bieten aber am wenigsten Support für die Kamera. Ohne das zusätzliche Gegengewicht auf der Schulter kann die Kamera nach ein paar Stunden Dreh sehr schwer werden. Eine preisgünstige Variante bietet Jag35 mit dem News-Runner an. Zacuto bietet mit dem Striker und dem Target Shooter hochwertigere Varianten an.

Spezialstativ “Frosch”

Mit einem Froschstativ (Hi-Hat) kann man sehr gut Aufnahmen, wie der Name schon sagt, aus der Froschperspektive machen. Der Stativkopf wird dabei auf einem sehr niedrigen Stativ angebracht. Somit hat die Kamera noch Bewegungsfreiheit für Schwenks.

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Sandsack “Beanbag”

Wenn ein Froschstativ immer noch nicht niedrig genug ist, dann kann man einen Bohnensack verwenden. Für solche niedrigen Aufnahmen sollte man am besten einen externen Monitor oder eine Kamera mit Ausklapp-LCD verwenden. So hat man einen guten und vor allem komfortablen Blick auf das Bild.

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GIMBALS

Was ist ein Gimbal?

Seit Kurzem sind Gyrostabilisierte Handstative erschwinglich geworden, diese werden oft auch als Gimbals bezeichnet. Eine Gimbal ist im ungefähr eine elektronische Steadycam. Die Kamera wir auf dem Gimbal befestigt und schon einmal ausbalanciert. Wenn man sich jetzt bewegt, dann gleichen Motoren des Gimbal Kamerawackler aus.

Beispiele für Gimbal

Das Movi M10 von Freeflysystems war eines der ersten Systeme auf dem Markt und wird fast komplett aus Carbon gefertigt. Dadurch ist der Gimbal sehr leicht und man kann das System inkl. Kamera sehr lange in der Hand halten. Weitere Systeme in verschiedenen Preisklassen z. B. von DJI (Ronin) oder Swedish Chamäleon (SW: Newton) sind auf dem Markt erhältlich. Wir verwenden einen DJI Ronin M. Kürzlich sind auch günstigere Modelle auf den Markt gekommen und Hersteller wie Filmpower und Came-TV machen den etablierten Marken Konkurrenz. Die Produkte sind von der Funktionsweise ausgereift, sind jedoch nicht ganz so hochwertig verarbeitet und manchmal macht man mit dem Kundenservice von Came-TV schlechte Erfahrungen.
Wir verwenden mit der BlackMagic Pocket den Nebula 4000 Lite. Diese Kombination ist sehr leicht und so kann man den Gimbal inkl. Kamera sehr lange tragen ohne zu Ermüden.

Wir haben übrigens einen ausführlichen Guide über Gimbals geschrieben: Welchen Gimbal zum Filmen

In Teil 7 werden wir auf die Herausforderungen und Einschränkungen beim Filmen mit Dslrs eingehen.
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*es handelt sich um Amazon-, EBay-, SmallRig oder Thomann-Affiliate Links.
Das bedeutet, ich bekomme eine Miniprovision, wenn jemand etwas kauft,
das Produkt wird dadurch nicht teurer.

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Josef Sälzle // DIE LICHTFÄNGER Gründer und Filmemacher

Hi, ich bin Josef, Kameramann und Filmemacher.
Ich schreibe in meinem DIE LICHTFÄNGER Blog über Kamera– ,
Lichttechnik und über alles was das Filmemachen angeht.
Mit meiner Filmproduktion DIE LICHTFÄNGER mache ich Filme für Unternehmen & andere Selbstständige. Bei Fragen könnt ihr mir gerne eine Mail schreiben.

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