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Anamorphic Mumps

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Wow – Das ist jetzt der 4. Artikel zum Thema Anamorph Filmen. Ich wollte ja eigentlich nur einen großen Artikel schreiben. Vielleicht füge ich bei Zeiten auch alle zu einem Artikel zusammen. Aber übersichtlicher ist es schon, wenn man mehrere Artikel hat und auch nach bestimmten Begriffen suchen kann.
Inhaltsverzeichnis:
Einführung
Geschichte
Weiterentwicklung durch Panavision
Vintage Anamorphoten
Korrektur von Anamorphic Mumps
Zusammenfassung

Einführung

In diesem Artikel geht es um Anamorphic Mumps. Hier gibt es wie bei den Anamorphic Clamps auch keinen griffigen deutschen Begriff. Man könnte die Anamorphic Mumps auch als ungewollte Verzerrung bei anamorphen Objektiven bezeichnen. Aber das hört sich schon etwas sperrig an. 

Ich bin auf das Phänomen aufmerksam geworden, weil ich bei meinem Iscomorphot 8 seltsame Portraits erhalten habe. Ich habe eine Close-Up gemacht und das Bild mit dem richtigen Squeezefaktor entzerrt und trotzdem sahen die Personen irgendwie zu breit auf den Bildern aus. Habe auch mit neutralen Personen gesprochen und ihnen die Bilder gezeigt und für alle sah die Person „zu dick“ aus. Ich habe dann einfach bei Google folgenden Suchbegriff eingeben „Anamorphic Lens people Look not right“. Manchmal muss man das Problem einfach beim Namen nennen und auch danach bei Google suchen, oft ist man ja nicht der erste der genau dieses Problem hat. So bin ich auf Anamorphic Mumps aufmerksam geworden. 

Geschichte

Die Anamorphic Mumps sind auch als Cinemascope Mumps bekannt. Zu Beginn der Anamorphzeit waren die anamorphen Objektive noch nicht so gut von der optischen Abbildungsleistung und es gab ein paar ungewollte Fehler. Das Problem war, dass die Objektive innerhalb der Linsen unterschiedliche Verzerrungsfaktoren hatten. Es konnte sein, dass das Objektiv an einer Stelle mit einem Faktor von 1,3x verzerrt und etwas weiter dann mit 1,5x. Besonders bei unterschiedlichen Schärfeentfernungen tritt dieser Effekt mal stärker und mal schwächer auf. Dieser Unterschied ist zwar nicht groß, aber es fällt im Bild auf. Gerade bei Personen war dieser Effekt eher unerwünscht, da das Gesicht bei CloseUps zu sehr in die Breite gezogen wurde. Einige Darsteller legten daher am Anfang der anamoprh Ära vertraglich fest, dass sie in keiner Close-Up mit einem anamorphen Objektiv in der Mitte gezeigt werden durften. 

Weiterentwicklung durch Panavision

Durch neue Produktionsverfahren und technische Lösungen konnte Panavision die Herstellung von anamorphen Objektiven enorm verbessern und die anamorphic Mumps bei anamorphen Objektiven eliminieren. 

Moderne anamorphe Optiken von HAWK haben kein Problem mit der unterschiedlichen Verzerrung. Für viele sind die Preise aber so utopisch, dass man kein eigenes Set anamorphen Linsen haben kann. Entweder man leiht sich dann diese Optiken projektweise oder man schaut nach günstigen Alternativen. 

Vintage Anamorphoten

Viele Filmen wollen heute mit der anamorphen Bildaufzeichnung anfangen und durch Adapter kann man auch viele alte Anamorphoten an modernen Kameras verwenden. Die alten Anamorphoten wurden aber teilweise noch nicht mit den neuen Produktionsverfahren von Panavision hergestellt und zeigen daher stark die unerwünschten Anamorphic Mumps. 

Korrektur von Anamorphic Mumps

Es gibt heute zwei Möglichkeiten mit Anamorphic Mumps umzugehen.
Vermeiden
Als erstes kann man sie, wie in den frühen Zeiten der anamorphen Bildaufzeichnung, vermeiden durch geschicktes Platzieren der Darsteller im Bild. Die Anamorphic Mumps treten oft in der Bildmitte auf, man kann also die Darsteller jeweils zur Seite des Bildes versetzen und so den Effekt umgehen. Durch die drittel Regel wird das Bild unter Umständen auch noch schöner von der Bildgestaltung, wenn man den Darsteller zur Seite bewegt. Symmetrische Bilder im Wes Anderson Style bei denen die Hauptperson in der Mitte des Bildes in einer Close-Up ist, fallen dann natürlich weg, wenn man die Anamorphic Mumps vermeiden will. 

Aber Vermeidung stellt einen immer vor mehr Probleme und man muss dann bei der Bildgestaltung diesen zusätzlichen Faktor berücksichtigen. 

Software
Die zweite Möglichkeit ist die Anamorphic Mumps per Software zu korrigieren. Es gibt für After Effects ein Plugin, mit dem man die Verzerrung für verschieden Bildbereiche anpassen kann. Das Plugin heißt einfach AMC (Anamorphic Mumps Correction) und wurde teilweise durch Tito Ferradans mitentwickelt. Man kann hier sehr genau die einzelnen Parameter für die Bildkorrektur einstellen, durch ein Skript wird dann der Rest des Bildes im Verhältnis angepasst. Der Nachteil bei einer Softwarekorrektur ist natürlich, dass man zusätzliche Zeit in der Postproduktion aufwenden muss. Mir ist es immer lieber, wenn man bestimmte Bildfehler schon in der Kamera vermeiden kann. Aber mit den alten Anamorphoten gibt es keine andere Möglichkeit. 

Zusammenfassung

Anamorphic Mumps sind ein störendes Element bei der anamorphen Aufzeichnung, aber wenn man von diesem Phänomen weiß, dann kann man damit auch umgehen. 

So, ich kann den Begriff Anamorphic Mumps nicht mehr hören und daher ist der Artikel jetzt zu Ende.