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Iscomorphot 8/1,5x

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In diesem Artikel stelle ich euch den Iscomorphot 8/1,5x Anamorphot vor. Der Iscomorphot 8 wird oft auch als Baby Iscorama oder Baby Isco bezeichnet. Optisch kann er nicht ganz mit den größeren Modellen Iscorama 36, 42 oder 54 mithalten, aber dazu später mehr. 

Es gibt auch einen Isco Anamorphot, aber dies ist ein anderes Modell und sollte nicht mit dem Iscomorphot 8 verwechselt werden. 

Größe, Gewicht

Der Vorteile vom Baby Isco ist die geringe Größe. Andere Anamorphoten sind deutlich unhandlicher durch die Größe und das Gewicht. Man kann sich die Arbeit mit einem normalen Anamorphoten vorstellen so wie die Arbeit mit einem großen Zoomobjektiv. Der Anamorphot ist aber in der Regel schwerer. Bei Anamorphoten für Projektoren war das Gewicht und die Größe bei der Entwicklung nicht wirklich ein Kriterium, weil ja der Anamorphot bei der Filmvorführung am Projektor befestigt wird und dann nicht mehr bewegt wird. Daher war hier das Gewicht nicht so entscheidend. Wenn man aber anamorph filmen will, dann ist das Gewicht der kompletten Kamera mit Linsen schon entscheidend. 

Kleinere und leichtere Setups kann man länger tragen und man ist oft von der Setgröße nicht eingeschränkt, da man mit der Kamera auch in engen Stellen kommt. Es kommt natürlich auch immer darauf an, welches Budget man zur Verfügung hat. 

Noch ein paar Hardfacts. Das Iscorama 8 hat einen Frontdurchmesser von 39mm und wiegt ca. 150 Gramm. Der Tubus ist ca. 5,1cm lang. Man sieht schon, der Anamorphot ist sehr kompakt. Die hintere Linse hat einen Durchmesser von 24mm und ein Gewinde. Man kann sich also aus Step-Up Ringen einen Adapter bauen, ich würde dies aber nicht empfehlen. Da der Iscomorphot nicht die Ausrichtungsmechanik wie die größeren Modelle hat. Der Iscomorphot hat eine Markierung, die die korrekte Ausrichtung im Adapter anzeigt. Mit StepRingen muss man dann sehr genau austarieren, bis der Anamorphot richtig ausgerichtet ist, wenn es überhaupt funktioniert. Man verwendet besser eine Clamp. Wir empfehlen die Clamps von RedStan. 

Wir stellen in einem separaten Artikel noch unterschiedliche Clamps vor. 

Fokus

Das wunderbare an den Iscorama Anamorphoten ist das patentierte SingleFocus System. 

Wie schon in meinem großen Artikel Anamorph Filmen beschrieben, muss man bei einem SingleFocus-System nur den Anamorphoten fokussieren und nicht beide Optiken. Die TakingLense wird auf Unendlich gestellt und es kann losgehen. 

Der Iscormophot 8 hat eine Nahstellgrenze von 0,5m und man braucht nicht unbedingt Diopter für Close-Ups, da man schon sehr nah fokussieren kann. Wenn man allerdings im Makrobereich arbeiten will, dann soll man in einen oder zwei Diopter investieren. 

Optik

Das Iscomorphot kommt zwar aus der gleichen Schmiede wie die anderen Iscoramas, aber die Qualität der Gläser ist nicht auf so einem hohen Niveau. Das soll nicht heißen, dass der Iscormophot schlecht aussieht. Er ist einfach mit offener Blende nicht so scharf, wie die anderen Iscoramas. Erst ab Blende 4 – 5,6 wird das Material etwas neutraler. Ich muss aber noch unterschiedliche Linsenkombinationen ausprobieren. Die ersten Tests habe ich mit meinem Helios 44-2 gemacht und diese Linse ist ja an sich auch schon sehr weich. Mit meinem M42 Fujinon 50mm 1.4 sieht es bei Blende 3,5 etwas schärfer aus.

Die alten Iscomorphoten haben noch eine etwas nervige Besonderheit, das Bild wird unterschiedlich stark verzerrt. Es kann sein, dass in der Mitte des Bildes das Bild eher mit 1,6 verzerrt wird und die Ränder schwächer. Wenn man jetzt eine Person in die Mitte des Bildes platziert, dann wirkt die Person breiter, als sie in Wirklichkeit ist. Dieses Phänomen nennt man „Anamorphic Mumps“. Ich werde in einem gesonderten Artikel noch genauer auf die Anamorphic Mumps eingehen und auch erklären, wie man diese beseitigt. 

Man darf sich aber von den etwas soften Bildern nicht abschrecken lassen, gerade hier liegt der Reiz von anamorph zu Filmen. Die Bilder sind nicht so steril wie bei modernen Linsen. 

1,5x Verzerrung

Der Iscomorphot hat einen Verzerrungsfaktor von 1,5. Dies ist im soliden Mittelfeld, viele Anamorphoten haben 1,33. Es kommt natürlich auch immer auf die verwendete Kamera an, ein 4/3 Sensor verhält sich anders als ein 16/9 Sensor. 

Wir haben das Baby-Isco an einer GH5S getestet, einmal im normalen 16/9 Modus und im speziellen Anamorphic Mode der GH5S. Hier wird der 4/3 Sensor komplett verwendet. 

Im 16/9 Modus erhält man ein Seitenverhältnis von 2,8:1, im 4/3 Modus eher 2,35:1. Es kommt jetzt auf den persönlichen Geschmack und den Film an, welchen Modus man auswählt. 2,35:1 entspricht dem branchenüblichen Standard. 

Filmen mit dem Isomorphot 8

Wenn der Iscomorphot 8 austariert ist (Roter Pfeil zeigt nach Oben), kann man noch kurz mit einer Taschenlampe in das Objektiv leuchten und in der Kamera schauen, ob die Lensflares exakt horizontal verlaufen.

Danach kann es auch schon losgehen. Die Arbeit mit dem Iscomorphot 8 ist sehr einfach, man fokussiert einfach nur den Anamorphoten so, wie wenn man nur mit einer sphärischen Linse arbeiten würde. Bei einer Arbeitsblende ab f4 kann man die Schärfe auch einigermaßen gut beurteilen. Wenn man offenblendiger arbeitet sieht man, gerade im nahen Bereich, nicht sofort, was gerade scharf ist und was nicht. Ich habe bis jetzt fast ausschließlich mit 50mm Objektiven auf der GH5s mit Speedbooster Ultra gefilmt. Vignettierung sieht man nur, wenn man sehr stark abblendet. 

Ein anderes Thema sind ND-Filter, gerade im Filmbereich braucht man ND-Filter. Ich habe meinen Tiffen Variabel ND mit dem Iscomorphot verwendet und ich bin nicht ganz zufrieden mit der Handhabung. Wenn man den Filter stärker oder schwächer drehen will, dann dreht man meistens den Anamorphoten und verstellt dann die Schärfe. Man muss also den Anamorphoten festhalten und kann dann erst den Filter drehen. Das Iscomorphot 8 hat keinen eigenen Schärfering, sondern der komplette vordere Teil der Linse dreht sich beim Scharfstellen. Dieses Problem kann man mit einfachen ND-Filtern beheben, man muss dann allerdings immer die Filter durch An- und Abschrauben wechseln, oder man verwendet eine Mattebox mit Schiebefiltern.

Ich habe mit dem Tiffen ND-Filter auch Probleme bei den Farben. Bei folgenden Bildern sieht man deutlich eine Farbverschiebung.

Fotografieren mit dem Iscomorphot 8

Man kann natürlich mit den meisten Anamorphoten auch fotografieren. Mit SingleFocus-Modellen macht man sich das Leben natürlich einfacher. Aber DualFocus ist auch möglich, es geht sogar besser als im Filmbereich, weil man ja nur einen Moment festhalten möchte. Gerade bei Portraits kann man mit DualFocus arbeiten, im Sportbereich nicht.

Es kommt natürlich auch auf die Kamera an, die GH5s kann im Videomodus ein anamorphes Bild entstauchen, im Fotomodus ist dies nicht möglich. Man sieht also nur ein verzerrtes Bild. Bei einer DSLR sieht man, wenn man durch den Sucher schaut auch nur ein verzerrtes Bild, da es sich ja um einen optischen Sucher handelt. 

Man muss sich bei der Bildgestaltung dann das Bild breiter vorstellen, mit etwas Übung hat man dies aber schnell raus. 

Iscomorphot 8 entstauchen (desqueeze)

Beim Entstauchen des anamorphen Materials muss ich noch etwas mit der Mathematik kämpfen.
Ich habe bei meinen Testaufnahmen abwechselnd im 4/3 und im 16/9 Modus der GH5s gefilmt. Im 4/3 Modus hat man eine Auflösung von 3328×2496 und im 16/9 Modus 4096×2160.

4:3 Modus

16:9 Modus

Bei 4/3 muss man dann die horizontale Auflösung von 3328 Pixeln mal 1,5 nehmen und kommt dann auf einen Wert von 4992. Das Material stretche ich dann auf der Timeline (quadratische Pixel) in der vertikalen auf 150%. Es sieht für mich richtig aus. Man kommt im 4:3 Modus dann bei einem 1,5x DeSqueeze auf eine Seitenverhältnis von 2:1 und ist somit etwas breiter als 16:9. An sich wäre ein 2x Anamorphot für die GH5 im 4:3 Modus besser.
Im 16/9 Modus mache ich das Gleiche und komme auf eine horizontale Auflösung von 6144. Das 16/9 anamorph Material wird dann in der horizontalen wieder um den Faktor 1,5 gedehnt. Das 16/9 Material sieht aber für meinen Geschmack zu breit aus. Wenn ich eher nach meinem Geschmack gehen würde, dann würde ich die Auflösung nur auf 5500 in der Breite machen und nur mit dem Faktor 1,35 dehnen. 

Natürlich spielt der bereits genannte Anamorphic Mumps Effekt auch hier eine Rolle. Ich muss einfach noch weitere Einstellungen und Entfernungen mit dem Anamorphoten testen. 

An sich sollte man sich schon an die korrekten DeSqueeze Werte halten.

Am besten erstellt man mit einem Zeichenprogramm unterschiedliche Kreise, Ellipsen und Quadrate auf einem Blatt Papier und filmt diese dann mit unterschiedlichen Entfernungen zur Kamera ab. Ich erkläre euch kurz, welche Zeichnungen man auf dem Papier brauchen kann:
Man legt einen Kreis an und dupliziert diesen dann, dann verzerrt man den Kreis horizontal mit unterschiedlichen Faktoren (zum Beispiel 1,3, 1,5 und 2,0).
Wenn man das gefilmte Material jetzt betrachtet, kann man etwas mit den Verzerrungen im Schnittprogramm spielen und schauen, was mit den Kreisen bei unterschiedlichen Verzerrungswerten passiert.
Vielleicht stimmt der auf der Linse angegebene Verzerrungswert nicht ganz und daher ergibt sich eine Ungenauigkeit. 

Fazit

Die Arbeit mit dem Iscomorphot macht Spaß, man filmt wie mit einer sphärischen Linse und muss sich fast um nichts kümmern beim Filmen. Einzig das Entzerren in der Postproduktion ist am Anfang etwas mühselig und man muss viel Herumprobieren, aber das macht ja auch den Reiz dieser Optiken aus. 

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