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Anamorph Filmen

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Was haben der erste Alien, Blade Runner, The Prestige und Der Weiße Hai gemeinsam. Es sind natürlich alle großartige Filme.
Zunächst aber das Inhaltsverzeichnis zum Artikel, da dieser etwas länger ist:
Anamorph Filmen
Geschichte
Fake Breitbild
Echtes Cinemascope
Charakteristik
Nachteile
Unterschiedliche Linsen
Fokussierung
Beispiele
Beliebte Anamorphoten
Gute Quellen
Zusammenfassung

Anamorph Filmen

Aber in diesem Artikel geht es um anamorphe Optiken und alle genannten Filme wurden auf anamorphen Linsen gedreht. Dieser Artikel ist wieder etwas länger, ich hätte ihn auch aufteilen können, aber ich will, dass man alle Infos in einem Artikel bekommt. Es gibt auch wieder einige Fachbegriffe und ich werde nicht unbedingt alle erklären, aber eine schnelle Googlesuche hat noch keinem geschadet. Ich habe auch erst kürzlich angefangen, mich mit dem Thema „anamorph Filmen“ zu beschäftigen, natürlich habe ich noch nicht so viel Erfahrung mit unterschiedlichen anamorphen Systemen, aber ich möchte in diesem Artikel auch anderen Anfängern helfen.

Beim Filme machen, gibt es zwei große Gruppen von Objektiven, sphärische und anamorphe Linsen. Sphärische Linsen sind rund und anamorphe Linsen sind elliptisch. An sich ist das auch der auf den ersten Blick erkennbare Unterschied. Alles andere ist nur auf dem Videobild zu erkennen. Wenn man anamorph Filmen möchte, dann braucht man natürlich anamorphe Optiken. 

Geschichte

Anamorphe Bildgestaltung wurde nicht erst mit der Filmindustrie erfunden. Künstler experimentierten schon früher in der Malerei mit der Verzerrung von Bildern. Wenn man zum Beispiel ein verzerrungsfreies Bild auf einem Gewölbe anbringen will, muss man zunächst die Krümmung der Kuppel berechnen und sein Bild dementsprechend anpassen. Man kann sich vorstellen, wie aufwendig diese Art der Malerei ist. Aber nun zurück zum Thema. 

Naja, fast zurück zum Thema. Noch ein kleiner Exkurs in die frühe Geschichte der Filmindustrie. Es wurden zwei Methoden entwickelt, um im Kino ein Breitbild zu erhalten, Cinemascope und Cinerama. Beim Cinemascope handelt es sich um die bereits genannte Verwendung von anamorphen Optiken. Bei der Cinerama-Technik wurde das Bild gleichzeitig mit drei versetzten Kameras aufgezeichnet. Im Kino wurde der Film dann mit drei genau gleichen versetzten Projektoren wiedergegeben. Man sieht schon, warum sich diese Technik nicht durchsetzen konnte. 

Bei der anamorphen Technik brauchte man nur eine zusätzliche Linse für den Projektor und nicht gleich zwei zusätzliche Projektoren + Kameras + mehr Platz auf dem Set und im Projektionsraum. 

Fake Breitbild/Cinemascope

In den letzten Jahren lässt sich gerade im Internet ein Trend zum „gefakten Breitbild“ erkennen. Hierbei wird eine normales 16/9 Bild in der Kamera (z.B. in 1080p) aufgezeichnet und im Schnitt werden dann oben und unten am Bild Balken für den Breitbildlook hinzugefügt. Im szenischen Filmbereich ist dies schon lange so, aber mit dem Aufkommen der DSLRs zum Filmen wurde dieser Hype noch verstärkt. 

Keine Frage, die Filme sehen deutlich „cineastischer“ aus, aber trotzdem gilt, Breitbild macht noch keinen Filmlook. Außerdem verliert man natürlich durch das Beschneiden des Bildes Auflösung. Das Breitbild wird im Allgemeinen mittlerweile als Cinemascope bezeichnet.

Echtes Cinemascope/Breitbild

Echtes Cinemascope kann man nur mit einer anamorphen Linse aufnehmen. Das Bild wird verzerrt aufgenommen und in der Postproduktion muss das Bild dann wieder entzerrt werden, so erhält man ein echtes Cinemascope. Es kommt auch auf den Stauchungsfaktor an. Es gibt unterschiedlich starke anamorphe Optiken. Gängige Faktoren sind 1, 3, sowie 1,5, 1,7 und 2,0. 

Charakteristik

Es geht bei der Verwendung von anamorphen Optiken auch nicht nur um die Erzeugung des Breitbildes, dies ist ein angenehmer Nebeneffekt, man verliert keine Auflösung bei der Aufzeichnung. 

Anamorphe Optiken verändern das Bild durch ein elliptisches Bokeh, horizontale Lensflares und eine veränderte Tiefenschärfe. 

Elliptisches Bokeh
Durch die elliptische Linse werden Elemente, die nicht scharf sind, natürlich auch anders als bei sphärischen Linsen verzerrt. Ein bekanntes Beispiel sind Lichtquellen unscharf im Hintergrund. Die ovalen unscharfen Lichtquellen sieht man nicht so häufig und lässt das Material individueller wirken. 

Horizontale Flares
Eines der charakteristischsten Merkmale sind die horizontalen Lensflares. Bei einer normalen Linse tritt dieser Effekt nicht ein. Besonders für Sci-Fi Filme sind die anamorphen Flares sehr beliebt und wenn man sich wie J.J. Abrams fühlen möchte, dann wird man die anamorphen Flares lieben.

Veränderte Tiefenschärfe
Dieser Effekt ist am schwierigsten zu beschreiben. Durch die elliptische Optik wird nicht nur ein ovales Bokeh erzeugt, sondern auch die komplette Tiefenschärfe beeinflusst. Das Objekt, welches scharf ist, wird anders betont als bei sphärischen Linsen. Dieser Effekt kann auch mit dem nächsten Punkt zusammenhängen, aber leider weiß ich das nicht so genau. 

Gefühlt mehr Weitwinkel
Durch den Verzerrungsfaktor entsteht automatisch ein breites Bild, wenn man mit einem 50mm Objektiv unterwegs ist und der Anamorphot einen Faktor von 2x hat, dann hat man effektiv den Ausschnitt von einem 25mm Objektiv, jedoch mit dem Look eines 50mm Objektives. Die Blende wird dabei auch nicht verändert. Wenn man mit dem Canon 50mm 1.8 unterwegs ist und anamorph filmt, dann bleibt die Blende von 1.8, natürlich verliert man etwas Lichtstärke durch den Adapter, aber man hat effektiv den Look von einem 25mm Objektiv mit Blende 1.8.

Realistischeres Bildgefühl
Für mich ergibt sich aus dem Punkt „Gefühlt mehr Weitwinkel“ auch ein realistischeres Bild. Damit meine ich ein Bild, das eher unserem Sehvermögen entspricht. Wenn man genau darauf achtet, wie viel man sieht, dann merkt man, dass man fast 180° zur Seite sieht, wenn man nur gerade nach Vorne schaut. Natürlich sind die Inhalte, die am Rand des Sehfeldes sind, nicht mehr scharf, aber man nimmt etwas wahr. So ähnlich ist es bei anamorphen Bildern mit einem breiteren Seitenverhältnis. Vielleicht liegt hier auch der Grund für die Faszination an anamorpher Aufzeichnung. 

Nachteile

Man muss sich beim Drehen mit anamorphen Optiken aber auch auf Nachteile einstellen. Man kann nicht unbedingt näher als 1m fokussieren, aber auf die Fokussierung gehen wir später noch genauer ein. 

Viele Anamorphoten sind gerade bei offener Blende sehr milchig, daher muss man etwas abblenden, um die höchste Bildqualität zu bekommen. Das liegt natürlich auch oft am Alter der Linsen. Die Gläser werden mit der Zeit trüber.

Man sollte unbedingt mit einem Monitor, der Anamorphic DeSqueeze kann, drehen. Außer, wenn die Kamera dies bereits intern beherrscht (zum Beispiel die GH5). Durch die Verzerrung kann man das Bild nur schwer beurteilen, viele SmallHD-Modelle können aber anamorphes Material direkt entzerren. 

Jetzt haben wir die Unterschiede von anamorphen und spährischen Linsen erklärt und können euch jetzt noch unterschiedliche Arten von anamorphen Optiken vorstellen. 

Unterschiedliche Linsen

Man kann anamorphe Linsen grob in drei Kategorien einteilen: Anamorphoten, anamorphische Linsen und CineMorph-Adapter. 

Anamorphoten
Anamorphoten können erneut in zwei Kategorien eingeteilt werden: Anamorphoten für Projektoren und Anamorphoten für Kameras. Die Einteilung ist notwendig, da Anamorphoten für Projektoren einige Besonderheiten haben. Beide Varianten kann man meistens mit einer normalen digitalen Kamera verwenden. 

Anamorphoten für Projektoren
Diese anamorphen Objektive wurden speziell für die Projektoren, die den Film im Kino zeigen, entwickelt. Ihr erinnert euch, das verzerrt gefilmte Bild muss im Kino ja auch wieder entzerrt werden, daher hat man Projektions-Anamorphoten entwickelt. Für den normalen Filmer haben diese Optiken zwei Nachteile, sie sind sehr groß und dadurch schwer und die Nahstellegrenze beträgt meistens 1 m bis 3 m. Da die Kinoleinwand in der Regel mehrere Meter vom Projektor entfernt ist, brauchten diese Anamorphoten auch keine gute Nahstellgrenze. 

Beim Filmen mit einem Projektions-Anamorphoten hat man hier aber Probleme, da man ja oft näher ran will und so kürzer Fokussieren muss. Eine Abhilfe schaffen hier Diopter. Mit Diopetern kann man die Nahstellgrenze näher bekommen. Diopter gibt es als Schraubfilter oder Steckfilter. 

Ein weiterer Nachteil von Projektions-Anamorphoten sind die fehlenden Gewinde. Hier reicht mein Technikwissen nicht ganz aus, da ich mich nicht unbedingt mit der analogen Projektion von anamorphen Material beschäftigte. Bei vielen Projektoren werden die Linsen nicht aufgeschraubt sondern über eine Halterung vor den Projektor gestellt und fokussiert. 

Wenn man nun den anamorphen Adapter an einer normalen Kamera anbringen will, dann braucht man wieder einen Adapter, man spricht auch von einer anamorphen Clamp. Diese gibt es bei ebay oder online. Ein Hersteller ist zum Beispiel Vid-Atlantic.

Die Arbeit mit diesen riesigen Optiken ist etwas mühsam. Man braucht zunächst ein normales Objektiv auf der Kamera, die sogenannte TakingLense. Auf dieser Linse wird der Anamorphot aufgeschraubt oder befestigt. Dann muss der Anamorphot richtig ausgerichtet werden, sonst hat man ein falsch verzerrtes Bild. Man muss dann oft die TakingLense und den Anamorphoten fokussieren, um ein scharfes Bild zu bekommen, aber zum sogenannten DualFocus später mehr. 

Man muss sich sehr bewusst für bestimmte Kamerafahrten oder Kameraeinstellungen entscheiden, da ein Umbau sehr viel Zeit kosten kann. 

Wenn man es geschafft, sich mit den Nachteilen zu arrangieren, dann kann man natürlich sehr schöne Bilder kreieren und die Anamorphoten für Projektoren sind vergleichsweise günstig. Oft bekommt man schon eine gute Optik für ca. 300€. 

Anamorphoten für Kameras
Diese Anamorphoten wurden für „normale“ Kameras entwickelt. Je nach Alter natürlich nicht unbedingt für digitale Kameras. 

Bei diesen Anamorphoten muss man Sensor/Filmfläche unterscheiden. Viele Anamorphoten wurden für 8 mm, 16 mm oder 35 mm Film entwickelt, ähnlich wie normale Objektive auch. Wenn man den Anamorphoten mit einer digitalen Kamera verwendet, dann sollte man den Cropfaktor kennen, wenn man einen 8 mm Anamorphoten auf einer Vollformatkamera verwendet, dann ist der Anamorphot bei bestimmten Brennweiten zu klein, man sieht ihn durch das Objektiv (Vignettierung).
Wie beim Projektionsanamorphoten braucht man auch hier eine TakingLense.
Es gibt Apps, mit der man berechnen kann, ob die verwendete Objektive und Anamorphot-Kombi zusammenpassen. 

Wir machen gleich noch ein paar Beispiele, an sich hört es sich alles komplizierter an als es ist. 

Noch ein kleiner Exkurs. Es gibt auch Back-Anamorphoten. Diese werden nicht vorne am Objektiv angebracht sondern hinten. Diese Adapter sind aber sehr selten und man sieht sie heute nicht mehr wirklich. 

Anamorphe Linsen
Bei richtigen anamorphen Linsen hat man nur eine Linse. Der Anamorphot und die sphärische Linse sind meistens fest miteinander verbunden und man fokussiert nur einmal, fast wie bei normalen sphärischen Linsen. Es gibt ein paar Hersteller, die noch richtige anamorphe Linsen in ihrem Programm haben, dazu zählen Zeiss, Hawk und Cooke. Die richtigen anamorphen Linsen sind natürlich der Königsweg, alle optischen Elemente sind genau aufeinander abgestimmt und man hat keine bösen Überraschungen. 

Der russische Hersteller LOMO hat hier eine Besonderheit entwickelt. Lomo produziert heute nicht mehr, war aber mal ein wichtiger Hersteller für Kinolinsen, heute sind die Linsen als Vintagelinsen noch sehr begehrt. 

Durch ein ausgeklügeltes System kann man den Anamorphoten von der normalen Linse entfernen und normal sphärisch arbeiten, wenn man anamorph drehen will, dann steckt man den Anamorphoten wieder auf die Linse und arbeitet anamorph weiter. Die Fokussierung ist nur einfach. 

CineMorph-Objektiv (FakeAnamorph)
Kommen wir zu den CineMorph-Objektiven. Es handelt sich hierbei mehr um eine Selbstbaulösung. Eine normale sphärische Linse wir mit ein paar anamorphen Elementen ausgestattet und man kann so zum Teil den anamorphen Look nachahmen. Zunächst wird aus einer dünnen Pappe und Plastik eine Ellipse ausgeschnitten. Diese Platte wird dann im Objektiv eingesetzt und soll für die elliptischen Bokehs sorgen. 

Dann kann man in der Platte noch einen dünnen Faden anbringen, der Faden soll die typischen horizontalen Flares erzeugen. Wer noch weitergehen will, der schraubt das Objektiv auseinander und malt den Tubus Innen blau oder lila an, die Flares werden dann diese Farbe annehmen. 

Es gibt auch Hersteller, bei denen man direkt die umgebauten Linsen bestellen kann. 

Es ist natürlich eine kostengünstige Methode, um den Look in etwa zu bekommen. Da die Linse dennoch nicht verändert wird, kann man kein richtiges anamorphes Bild aufzeichnen und hat somit auch nicht den „besonderen“ Look. 

Fokussierung

Wir haben das Thema Fokussierung ja bereits kurz angeschnitten. Bei der Fokussierung kann man wieder drei Kategorien unterscheiden: Single Focus, Focus Through und Dual Focus. Wir stellen euch kurz die einzelnen Systeme vor. 

Dual Focus
Dual Focus ist das aufwendigste System und an sich sind auch professionelle Adapter ein Dualfocus, oft haben die Hersteller aber einen Mechanismus gefunden, wie sie beide Optiken gleichzeitig fokussieren können. 

Da man zwei Optiken verwendet, den Anamorphoten und die TakingLense, muss man auch beide Optiken fokussieren. Bei statischen Aufnahmen oder bei Aufnahmen, bei denen der Abstand zum Objekt gleich bleibt, ist das nicht so ein Problem. Schwierig wird es erst bei Fokusverlagerungen, da beide Optiken gleichzeitig betätigt werden müssen. Im professionellen Einsatz ist dies aber meistens nicht praktikabel, weil man einfach zu viel Zeit verliert. 

Bei folgendem Bild haben wir die beiden Fokusringe hervorgehoben.

Die Lösung? Es gibt sogenannte Fokusadapter, mit denen man ein Dual Focus System in eine Single Focus umwandeln kann. Der Adapter wird vorne auf den Anamorphoten geschraubt und übernimmt die komplette Fokussierung.

Es gibt auch eine motorgesteuerte Lösung. Man verwendet hierbei zwei Motoren, einen für den Anamorphoten und einen für die TakingLense. Jetzt müssen beide Motoren aufeinander abgestimmt werden. Der Hersteller RapidoTechnology bietet diese Lösung zum Beispiel an.

Focus Through
Focus Through bedeutet, dass man durch den Anamorphoten durch fokussieren kann und zwar nur mit der TakingLense. Hier haben wir noch nicht genügend Erfahrungen gesammelt. Aber es könnte hier Probleme mit der Genauigkeit geben. Der Focus Through Anamorphot muss für eine Vielzahl von Linsen funktionieren und könnte daher nicht so genau sein. 

Single Focus
Beim Single Focus System wird nur der Anamorphot fokussiert und die Taking Lense auf Unendlich gestellt. Der Hersteller Iscorama hat diese Funktionsweise für ihre Linsen patentieren lassen . Es gibt anscheinend keine anderen SingleFocus-Lösungen, die auf demselben Prinzip funktionieren. 

Habe hier auf dem Bild wieder den Fokusring, der betätigt werden muss, markiert.

Fokusadapter
SLRMagic,FMLens und Rectilux haben Fokusmodule für anamorphe Linsen entwickelt. Das Fokusmodul wird einfach auf den Anamorphoten geschraubt und man fokussiert dann nur noch mit dem Fokusmodul. Das Fokusmodul macht natürlich nur bei DualFocus-System Sinn. Durch die zusätzlichen Linsen kann man die Fokussierung auf Unendlich verlieren, hier sollte man dann einfach ohne Fokusadapter arbeiten. 

Beispiele

Ich hatte einen Sankor 16-D Anamorphoten und habe diesen auf der C300 getestet. Leider haben wir vergessen ein paar gute Bilder vom Adapter auf den Kameras zu machen. Es gibt nur Bilder vom Handy, aber iPhoneography ist sowieso im Trend. 

Leider habe ich den Adapter auch nicht mehr, ich war nicht wirklich zufrieden mit der DualFocus-Lösung und habe mich dann entschieden, lieber in ein SingleFocus- oder FocusThrough-System zu investieren, ich habe jetzt einen Iscomorphoten bei ebay ersteigert und kann demnächst mehr darüber berichten.

Bei der C300 konnten wir mit dem Canon 85 mm filmen und hatten keine Vignette. Das 50 mm hat leicht vignettiert. 

Es gibt ein paar Linsen, die oft genutzt werden, einige gelten sogar als der heilige Gral der Anamorph-Objektive (mehr im Low-Budget Bereich).

Beliebte Anamorphoten

LOMO 2x Anamorph OCT18 und OCT 19
Die Lomo Anamorphoten haben wir ja bereits erwähnt. Die LOMO Linsen wurden als Objektiv-Paar entwickelt, der Anamorphot und eine passende TakingLense mit integriertem Single Focus System. Die Mount OCT18 und OCT19 sind von alten russischen Konvas Kameras und sind das russische Äquivalent zum ARRI PL Mount. Der OCT 19 Mount lässt sich deutlich besser adaptieren. OCT 18 kann man nur bei spiegellosen Systemen verwenden.

Leider sind die LOMOs sehr selten geworden, es gibt immer mal wieder ein Angebot bei Ebay, aber hier wird der Anamorphot für 10 000 € verkauft. 

Iscorama 36 1,5x
Das Iscorama gilt, wie oben angesprochen, als der heilige Gral der „günstigen“ Anamorphoten. Es ist im Vergleich zu anderen Anamorphoten klein und leicht. Durch das patentierte Focussystem von Iscorama kann man sehr einfach fokussieren. Wenn man sehr starke Flares haben möchte, dann sollte man darauf achten, dass man nicht die MC-Variante sucht. Hierbei handelt es sich um die MultiCoated Linse, die Flares reduziert. Leider ist sowohl die MC-Variante als auch der normale Anamorphot sehr selten geworden, es gibt ab und zu ein Exemplar bei Ebay. Man muss mit einem Kaufpreis von ca. 2800 € bis 3500 € rechnen.

SLR Magic Anamorphot 2x oder 1,33
Der Objektivhersteller SLR Magic hat auch Anamorphoten im Angebot. Zum einen gibt es ein Modell für 16/9 Sensoren und ein Modell für 4/3 Sensoren. Die Anamorphoten sind relativ neu im Markt im Vergleich zu den Modellen aus den 60igern und haben daher auch nicht unbedingt diesen Vintagelook. Sie wirken etwas klinischer. 

Für ca. 1600 € kann man sich einen Adapter inkl. Rangfinder zulegen. Beim Punkt Fokussierung haben wir ja bereits die Funktion des Rangefinders erklärt. Er macht aus einem DualFocus-System eine SingleFocus-Lösung.

Kowa Anamorphic-35 1.75x Lens
Kowa Linsen gibt es in mehreren Varianten, oft werden sie auch unter der Marke Bell&Howell verkauft. Hierbei werden aber immer die gleichen Linsen verwendet, lediglich der Tubus ändert sich. Von den optischen Eigenschaften sind die Kowas ähnlich gut wie die Iscoramas. Leider fehlt das patentierte Singlefocus-System. Daher muss man beim Kowa beide Linsen fokussieren. Man kann natürlich wieder einen Rangefinder verwendet und umgeht somit den DualFocus. Kowa Anamorphen bekommt man ab ca. 2000 €, je nach Modell. 

Moment Anamorphic Lens
Kürzlich habe ich meine Moment Anamorphic Lens erhalten. Ich hatte diesen kleinen Smartphone-Anamorphoten bei Kickstarter unterstützt und jetzt endlich bekommen. Die Verzerrung bei der Moment Anamorphic Lens liegt bei 1,33x, sie ist also ein eher schwacher Anamorphotisch (was die Verzerrung angeht), auf dem iPhone bekommt man trotzdem ein Seitenverhältnis von 2,40:1. Ich habe auch einen ausführlicheren Artikel zur Moment Anamorphic Lens geschrieben.

Gute Quellen

Wenn man sich einmal mit dem Thema Anamorphot beschäftigt hat, dann kommt man nicht so leicht davon los. Man durchsucht Foren oder Blogs und hält bei Ebay Ausschau nach guten Angeboten. 

Man stolpert aber immer wieder über die gleichen Personen und Foren. Ein wichtiges Forum ist wahrscheinlich das Forum von eoshd. Hier gibt es viele Anamorph-Enthusiasten und Andrew Reid hat ja auch schon selber ein E-Book zum Thema Anamorph filmen erstellt. 

Ein weiterer wichtiger Blog ist tferradans.com, Tito testet eine Vielzahl von Anamorphoten und macht immer ein Video darüber und zeigt den Anamorphoten in Aktion. Er stellt auch einen Anamorphic-Rechner und Diopter-Rechner auf seiner Seite zur Verfügung. Hier kann man schnell bestimmte Cropfaktoren und Stretchfaktoren durchrechnen lassen und sieht dann welche Optiken man nutzen kann. 

Es gibt auch noch die Seite Vintage Lenses for Video, hier werden auch viele Optiken gezeigt und getestet, der Fokus liegt aber nicht unbedingt auf anamorphen Linsen. 

Zusammenfassung

Einmal echtes Cinemascope und man möchte nie mehr zurück. So heißt es zumindest. Wer seinen Bildern einen besonderen Touch geben will, der sollte sich Anamorphe Bildaufzeichnung mal anschauen. Man muss sicher aber schon etwas mit dem Thema auseinandersetzen und am besten den Gebrauchtmarkt gut beobachten. Ich habe damals bei dem Sankor ein gutes Schnäppchen gemacht, oft sind die Anamorphoten aber maßlos überteuert. Mit ein wenige Geduld kann man dann auch anamorph Filmen. 

Einen guten Einstieg kann man mit Anamorphoten für Smartphones machen. Der Hersteller Moondoglabs bietet für unterschiedliche Smartphones einen kleinen anamorphen Adapter an. 

Ich habe selber den Anamorphoten von Moment Lense bei Kickstarter unterstützt und warte nun nur noch auf die Lieferung.