DLF SIGMA 18-35mm f1.8

Sigma 18-35mm f1.8 – Das Creator-Zoom

Heute stelle ich euch das Sigma 18-35mm f1.8 aus der ART-Serie von Sigma vor. Das Objektiv ist schon eine Weile auf dem Markt und erfreut sich großer Beliebtheit unter Fotografen und Filmern. 

Inhaltsverzeichnis

Einführung

Das Sigma 18-35mm (Link zu Amazon) in Kombination mit einer APS-C Kamera oder MFT-Kamera mit Speedbooster (0,71x ohne Vignette, 0,64x mit Vignette) ist für viele die Killer-Kombination. Man kann ein paar wichtige Brennweiten (18mm, 24mm, 35mm) abdecken und hat eine durchgehende Blende von f1,8. Schon allein ein 18mm mit f1,8 zu haben ist ein Kriterium für diese Optik.

Ich habe viel mit der Optik gearbeitet (teilweise noch in meinem alten Job). Muss aber sagen, dass ich irgendwie nie so richtig warm werde mit der Optik. Ich erkläre euch am Ende dieses Artikels, was mich an der Optik so stört. 

Wie ihr wisst, arbeite ich erst einige Zeit mit einem Objektiv und kann dann eine bessere Einschätzung geben. 

Zitat Sigma: „Unsere Produktlinie ART steht für anspruchsvolle optische Leistung und hohe Ausdruckskraft und eignet sich für den besonderen künstlerischen Ausdruck.“

Das hört sich natürlich exzellent an, und ich schaue, ob das auch alles so passt. 

Dieses Sigma 18-35mm habe ich von meinem guten Freund und Kollegen Andreas Usenbenz (StudioSechzehn) ausgeliehen. Er hat die Optik jetzt auch ein paar Jahre im Einsatz.

DLF SIGMA 18-35mm f1.8

Auspacken und erster Eindruck

Das Objektiv kommt mit einer Sonnenblende und praktischen Tragetasche. (Bei den Canon L-Linsen ist ja immer nur ein Säckchen dabei.) Schlussendlich hat man die Objektive natürlich in einem Koffer oder Fotorucksack.

Das Objektiv ist allerdings größer und schwerer als erwartet, auf den Bildern wirkte es deutlich kleiner.

DLF SIGMA 18-35mm f1.8
DLF SIGMA 18-35mm f1.8

Nimmt man das Objektiv erst einmal in die Hand, bemerkt man, dass das Objektiv mit ca. 700g kein Leichtgewicht ist.  

Es hat ein Metallgehäuse und der Schärfe- und Zoomring haben einen breiten gummierten Rand. 

Beide Ringe lassen sich sauber drehen und liegen gut in der Hand. Insgesamt macht es einen hochwertigen Eindruck. Es besitzt eine Innenfokussierung und einen Innenzoom. Das heißt, dass die Optik immer eine feste Größe hat. Das ist besonders bei der Arbeit mit Gimbals ein Vorteil. 

DLF SIGMA 18-35mm f1.8

Insgesamt kann man sagen, dass sich das Objektiv sehr gut und hochwertig anfühlt.  

Abgrenzung Sigma DG und DS

Es gibt zwei Arten von Sigma Objektiven: DG und DS. Bei DG Objektiven handelt es sich um Objektive, die für Vollformat geeignet sind. Die Brennweitenangaben auf dem Objektiv müssen nicht umgerechnet werden, sondern entsprechen direkt den Angaben für Vollformat. 

DS-Objektive sind an sich nur für APS-C Sensoren geeignet.

Das Sigma 18-35mm ist ein DS Objektiv. Auf Vollformat gerechnet entspricht es also eher einem 27mm bis 52,5mm Objektiv.

Natürlich kann man DS Objektive auch mit Vollformatsensoren benutzen, allerdings nutzt man aber dann nicht die komplette Sensorfläche und hat Qualitätseinbußen. Zudem sieht man auch eine deutliche Vignette.

Einsatzzweck

Das Sigma 18-35mm ist ein Allroundzoom mit ein paar Einschränkungen im Telebereich. Durch den Weitwinkel von 18mm kann man es sehr gut für Totalen und Landschaftsaufnahmen verwenden. Aber auch weitwinklige Portraits sind mit dem Objektiv möglich. Mit der durchgehenden Blende von f1.8 verliert man keine Lichtstärke und kann, wenn man möchte, auch in einem Shot zoomen, ohne die ISO anpassen zu müssen. Diesen Vorteil haben natürlich alle Zooms mit einer durchgehenden Blende, das ist nicht nur beim Sigma so. 

Ich empfehle natürlich, nicht wahllos mit einem Zoom hin und her zu zoomen, sondern sich bewusst für eine bestimmte Brennweite zu entscheiden. 

Lichtstark mit f1,8

Außerdem kann man durch die Blende von f1.8 Bilder bei geringem Licht machen. Lichtstarke Weitwinkelobjektive sind eher rar, hier schließt das Sigma 18-35mm auf jeden Fall eine Marktlücke. 

Das Objektiv hat natürlich ein paar Einschränkungen. Im Telebereich fehlen einem oft ein paar Millimeter Brennweite, 18-50mm wären nett gewesen, aber ob sich dann die durchgehende Blende von f1.8 hätte realisieren lassen, ist eine andere Frage. Vor allem wahrscheinlich nicht zu dem Preis und nicht mit den Maßen des Gehäuses.

Es kommt natürlich auf die persönliche Arbeitsweise an, derzeit bin ich wieder mehr Fan von weinwinkligeren Aufnahmen und so stört mich der fehlende Telebereich weniger. Wenn man natürlich ausschließlich Portraits ab 50mm bis 100mm machen möchte, sollte sich das Sigma 18-35mm nicht zulegen.

Für euch könnte aber das Sigma 50-100mm f1,8 einen Blick wert sein. 

Sigma 18-35mm f1,8 an der BMPCC4K mit 0,64x Speedbooster

Ich habe euch hier jetzt noch einige Testbilder mit dem Sigma 18-35mm an der Blackmagic Pocket 4K mit 0,64x Speedbooster gemacht.

DLF SIGMA 18-35mm f1.8

Wie ihr seht, kann man die Optik erst ab ca. 21mm mit dieser Kombination verwenden.

DLF SIGMA 18-35mm Beispielbild
DLF SIGMA 18-35mm Beispielbild
DLF SIGMA 18-35mm Beispielbild
DLF SIGMA 18-35mm Beispielbild
DLF SIGMA 18-35mm Beispielbild
DLF SIGMA 18-35mm Beispielbild
DLF SIGMA 18-35mm Beispielbild
DLF SIGMA 18-35mm Beispielbild
DLF SIGMA 18-35mm Beispielbild

Hier noch zwei Bilder an der Nahstellgrenze der Optik

DLF SIGMA 18-35mm Beispielbild
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Jetzt habe ich noch ein kurzes Video für euch.

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Sigma 18-35mm f1,8 an der RED KOMODO

An der KOMODO funktioniert die Optik natürlich auch.

DLF SIGMA 18-35mm f1.8

Bei 18mm gibt es eine ganz leichte Vignette, weil der Sensor der KOMODO ja etwas größer als ein klassischer Super35-Sensor ist.

DLF SIGMA 18-35mm Beispielbild
DLF SIGMA 18-35mm Beispielbild
DLF SIGMA 18-35mm Beispielbild
DLF SIGMA 18-35mm Beispielbild

Hier noch Bilder an der Nahstellgrenze der Optik

DLF SIGMA 18-35mm Beispielbild
DLF SIGMA 18-35mm Beispielbild
DLF SIGMA 18-35mm Beispielbild
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Pocket4K vs. KOMODO

Vergleich auch mal das Pocket4K Video mit dem KOMODO Video. Was fällt euch auf? Bei beiden Videos habe ich etwas die Belichtung und den Kontrast angepasst. Bei der KOMODO habe ich zusätzlich noch den Weißabgleich angepasst. Ich finde zum Beispiel interessant, dass bei der Pocket4K die Rottöne deutlich gesättigter sind wie bei der KOMODO. Das Licht hat sich zwischen beiden Aufnahmen leicht verändert.

Bei beiden Kameras war der Weißabgleich auf 5600K gestellt, die KOMODO war hier aber deutlich kühler wie die Pocket4K. Bei der KOMODO habe ich deswegen den Weißabgleich auf ca. 6400K gelegt.

Mir gefallen beide Bilder eigentlich ganz gut. Die Pocket4K hat etwas warmes an sich. Ich mag bei der KOMODO aber den schöneren Kontrast und die angenehmeren Hauttöne. Natürlich kann man beide Kameras in der Farbkorrektur ungefähr aneinander angleichen, falls man mit beiden Kameras gleichzeitig drehen möchte.

Ich kann immer wieder empfehlen eure Kameras und Optiken ausgiebigst zu testen. Schaut euch unterschiedliche Belichtungen und Kontrastverhältnisse an. Was gefällt euch?

Zusammenfassung

Sigma hat mit dem 18-35mm f1.8 (Link zu Amazon) eine Marktlücke geschlossen. Dabei wurde nicht auf hochwertige Verarbeitung und gute Bildleistung verzichtet und das alles noch zu einem fairen Preis.

Zoom bleibt Zoom

Natürlich habt ihr beim Sigma 18-35mm alle Vor- und Nachteile einer Zoomoptik. Ihr müsst euch immer bewusst sein, welche Brennweite ihr einsetzt und in welchem Abstand ihr euch zum Subjekt befindet. Weitere Vor- und Nachteile von Zoomoptiken gibt es in meinem Artikel „Welches Objektiv zum Filmen“.

Dieses Sigma 18-35mm ist übrigens sein Cine-Zoom, Zoomfahrten während der Aufnahme sind somit deutlich schwieriger zu realisieren. Die Cine-Version hat noch Zahnkränze, hier kann man dann einen Motor anschließen und die Zoomfahrt über eine Steuerung (zum Beispiel ARRI WCU-4 oder Nucleus-M) bedienen.

Für mich nicht die optimale Optik

Irgendwie werde ich nicht so richtig warm mit der Sigma 18-35mm. Auf dem Einhand-Gimbal ist sie mir oft zu schwer und zu groß, was das Stabilisieren erschwert. 

Teilweise fehlen mir auch einfach ein paar Millimeter an jedem Ende. Ich mag Aufnahmen mit 12mm oder 16mm, wenn es besonders spektakulär aussehen soll. Ich mag aber auch 40mm für bestimmte Einstellungsgrößen. Beides kann das Sigma 18-35mm natürlich nicht. Hier braucht man dann doch wieder weitere Optiken und muss dann auch wieder wechseln. Hier arbeite ich einfach direkt mit den entsprechenden Festbrennweiten und spare so etwas Gewicht am Rig.

Auf dem Stativ und Handheld ist die Optik aber durchaus zu gebrauchen. Gerade wenn man mit einem EasyRig arbeitet, spart man sich oft den einen oder anderen Objektitausch. 

Was man natürlich auch nicht vernachlässigen darf, ist der einheitliche Look bei den unterschiedlichen Brennweiten. Wenn man nicht unbedingt mit Cinema Linsen unterwegs ist, sondern „noch“ mit Fotolinsen oder Vintage-Linsen, dann haben diese Objektive oft einen leicht unterschiedlichen Look. Das muss man dann wieder alles in der Post korrigieren. Mit einem Zoom hat man hier natürlich einen einheitlichen Look. 

*es handelt sich um Fotokoch-, Amazon-, EBay-, SmallRig oder Thomann-Affiliate Links.
Das bedeutet, ich bekomme eine Miniprovision, wenn jemand etwas kauft,
das Produkt wird dadurch nicht teurer.

Josef Sälzle DIE LICHTFÄNGER

Hi, ich bin Josef, Kameramann und Filmemacher.
Ich schreibe in meinem DIE LICHTFÄNGER Blog über die Theorie des Filmemachens, schaue mir die Technik an
und gebe euch Tutorials zu unterschiedlichsten Themen.

Mit meiner Filmproduktion DIE LICHTFÄNGER mache ich Filme für Unternehmen sowie für Selbstständige. Bei Fragen könnt ihr mir gerne eine Mail schreiben.

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