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Lichtmesser

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Heute stellen wir euch ein kleinen Helfer im Filmalltag vor, den Lichtmesser.

Für was muss man Licht überhaupt messen? Licht hat unterschiedliche Stärken. Keiner wird bezweifeln, dass die Sonne heller ist als eine Kerze. Wir können aber nicht genau sagen um wie viel. Hier kommt der Lichtmesser ins Spiel. 

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Unsere Kameras haben meistens schon einen eingebauten Belichtungsmesser. Und in der Tat ist der Lichtmesser im digitalen Zeitalter etwas eingestaubt. Zu Analogzeiten hat man nicht direkt das Bild auf dem Bildschirm gesehen, mit einem Lichtmesser konnte man das Bild deutlich besser belichten und hat später beim Entwickeln keine Überraschungen erlebt. Trotz der digitalen Technik haben Lichtmesser aber immer noch ihre Daseinsberechtigung.

 

Zunächst müssen wir zwei unterschiedliche Messmethoden kurz erläutern. Es gibt „Reflective“- und „Incident“ -Lichtmesser.

Reflective
Beim Reflective Lichtmesser wird das Licht von der Kameraposition gemessen. Dies ist der Belichtungsmesser, der direkt in der Kamera verbaut ist. Licht strahlt auf unser Objekt, wird vom Objekt reflektiert und gelangt so in das Objektiv und auf unseren Sensor. Hier liegt auch schon ein Nachteil, das gesamte Licht wird in der Kamera gemessen. Der Lichtmesser gibt einen Durchschnittswert. Wenn man zum Beispiel drei Lichtquellen hat, dann bekommt man ein Messergebnis von allen drei Lichtquellen. Man kann hier einzelne Lichter nicht so genau steuern. Dafür bekommt man deutlich schneller ein Ergebnis. In normalen und sehr kontrollierten Lichtsituation kann man mit dieser Methode sehr gute Ergebnisse erzielen. In Extremsituationen versagt diese Messmethode aber leider oft. Ein Beispiel hierfür sind Filmaufnahmen im Schnee. Hier misst der Lichtmesser einen sehr hellen Wert und gibt daher dunklere Blendenwerte an. Das Bild wird unterbelichtet.

Incident
Ein Incident Lichtmesser misst das Licht direkt am Objekt und wird in Richtung der Lichtquelle gehalten. Das Licht ist also noch nicht auf dem Objekt und kann somit die Werte nicht verfälschen. Man kann jede Lichtquelle einzeln messen und bekommt dadurch ein deutlich genaueres Ergebnis. Wenn man zum Beispiel möchte, dass das Spitzlicht um zwei Blenden heller ist, als das Hauptlicht, dann kann man beide getrennt voneinander messen und dann das Spitzlicht dementsprechend anpassen. Gerade wenn man an unterschiedlichen Orten, immer die gleiche Lichtcharakteristik haben möchte, ist der Incident-Lichtmesser der perfekte Begleiter.

Die meisten modernen Lichtmesser unterstützen unterschiedliche Modi. Man kann den ISO- und Shutterwert einstellen und sich die nötige Blende angeben lassen oder man wählt die Blende und Belichtungszeit und lässt sich die ISO angeben. Gerade beim Filmen, haben wir ja in der Regel die Belichtungszeit und die ISO fest (Belichtungszeit wegen 180°-Shutter-Regel und ISO wegen Rauschen), wenn wir jetzt über den Belichtungsmesser eine 1,4 Blende beim Hauptlicht angezeigt bekommen, dann wissen wir, dass unsere Lichtleistung etwas zu gering ist. Wenn wir natürlich eine 1.4 Blende wollen, dann liegen wir genau richtig.

Im letzten Teil unseres Artikel stellen wir euch noch kurz zwei unterschiedliche Lichtmesser vor. Wir verwenden zwei Lichtmesser. Einen Sekonik Modellnummer und das Lumu fürs iPhone. Beide haben ihre Stärken und Schwächen.

Sekonic L-478D
Der Sekonic L-478D Lichtmesser ist ein professioneler Lichtmesser mit vielen Funktionen. Man kann Lichtmessungen speichern und somit Kontraste ausrechnen. Es können Kameraprofile geladen werden, damit kann man den Kontrastumfang der Kamera besser einschätzen.

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Die Kalotte kann eingefahren werden, damit man kein Streulicht abbekommt, dadurch werden die Messergebnisse genauer. Der Sekonic Lichtmesser hat aber auch seinen Preis (ca. 400€) und man muss ein zusätzliches größeres Gerät mitnehmen.

Lumu
Das Lumu ist ein kleiner ansteckbarer Lichtmesser für das iPhone, über die Lumu-App stehen einem unterschiedliche Funktionen zur Verfügung.

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Wie beim Sekonik kann man unterschiedliche Programme auswählen und kann so unterschiedliche Messergebnisse erhalten. Das Lumu ist sehr klein und man kann es immer dabei haben, außerdem braucht es keinen Strom und wird über das iPhone betrieben. Die Kalotte kann nicht eingefahren werden, es kann also sein, dass die Messergebnisse durch Streulicht etwas verfälscht werden. Das Lumu kann auch keine Kameraprofile verwenden, hierdurch können die Ergebnisse auch etwas ungenau werden. Für eine durchschnittlich gute Messung reicht das Lumu aber sehr gut aus. Das Lumu kostet ca. 150€ und ist über den Lumushop bestellbar.

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Ein Lichtmesser kann einem viel Ärger bei einer Filmproduktion ersparen und sollte in keiner Kameratasche fehlen. Man kann mit einem günstigen Modell einsteigen und wenn man merkt, dass man etwas mehr benötigt, dann kann man zu einem professionellerem Lichtmesser von Seconic greifen. Wir geben hier eine klare Kaufempfehlung für den kleinen Lumu.

Weitere Tipps zum Filmen gibt es hier:
Tipps zum Filmen: 3-Shots
Tipps zum Filmen: Richtig Schwenken
Tipps zum Filmen: Kamera-Check
Tipps zum Filmen: ND-Filter
Tipps zum Filmen: NLE-Projektorganisation

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