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DLF Laowa Probe Objektiv

LAOWA PROBE 24mm f14 Macro Objektiv – CineVersion

Heute stelle ich euch ein recht spezielles Weitwinkel-Macro Objektiv vor – die Laowa 24mm Probe Lens. Ein Schnorchel-Objektiv mit integrierter Beleuchtung. Das Objektiv wird auch als Probe-Lens bezeichnet. Das bedeutet, dass man es wie eine Sonde einsetzen kann. 

Inhaltsverzeichnis

Kurz-Zusammenfassung

Meine Kurz-Zusammenfassung zu dieser Optik lautet. Wenn ihr viele Produktfilme macht und vielleicht schon einen motorisierten Slider habt, dann könnt ihr euch die Optik ruhig kaufen. Wenn ihr aber noch nicht wisst, wie ihr die Optik einsetzen werdet, dann leiht euch zunächst die Optik zum testen.

Einführung

Die Probe-Lens macht natürlich erst einmal einen komischen Eindruck und sorgt oft für Gelächter bei Leuten, die sich nicht wirklich mit Filmemachen auskennen. Aber Schnorchel-Objektive wurden nicht erst mit der Probe-Lens erfunden. Ältere Kameraleute kennen diese Objektive natürlich. Oft verwendet man Schnorchel-Objektive bei Tierdokumentationen, zum Beispiel, wenn man in einen Ameisenhaufen reinschaut. Hier gibt es auch deutlich hochwertigere Objektive, bei denen man unterschiedliche Aufsätze (zum Beispiel Winkel-Spiegel) einsetzen kann. Laowa hat mit der ProbeLens nur einen günstigen Vertreter dieser Spezialobjektive auf den Markt gebracht und es nicht „das verrückteste Objektiv ever“ … .

DLF Laowa Probe Objektiv

Erster Eindruck

Die Laowa Probe Linse kommt direkt in einem hochwertigen Metallkoffer, sodass die Optik optimal geschützt ist. Zusätzlich bekommt man noch eine Stofftasche. Ich verwende diese aber nicht und nehme immer den Metallkoffer. Die Optik ist hier einfach deutlich besser geschützt. 

DLF Laowa Probe Objektiv
DLF Laowa Probe Objektiv

Die Optik hat ein Metallgehäuse, ein LED-Ringlicht und bei der Cine-Version auch noch Zahnkränze beim Blenden- und Schärfering. An der Seite bei der Optik gibt es auch noch einen USB-Anschluss, um das Ringlicht mit Storm zu versorgen. Der Schärfe- und Blendenring laufen sehr ruhig. Ich habe natürlich die EF-Version. Die Optik ist übrigens auch für Vollformatkameras geeignet. 

DLF Laowa Probe Objektiv
DLF Laowa Probe Objektiv
DLF Laowa Probe Objektiv
DLF Laowa Probe Objektiv

Laowa Probe Lens

Die Probe-Linse ist eine etwas untypische Makrolinse, man hat eine Vergrößerung von 2x und eine Nahstellgrenze von 2cm. Das Besondere ist aber der Weitwinkel von 24mm in Kombination mit der Bauform. Somit hat man einen weiteren Blickwinkel als bei den meisten Makroobjektiven, die ja oft eher im Telebereich liegen. Bei der Probe hat man dann natürlich die Vor- und Nachteile eines Weitwinkels. Bewegungen mit der Kamera werden zum Beispiel sehr stark wahrgenommen und durch die gewöhnungsbedürftige Baumform kann man besondere Kamerafahrten realisieren. Der Nachteil ist natürlich, dass man durch den Weitwinkel das Set nicht mehr so einfach verstecken kann. Besonders Lampen und Stative im Hintergrund sieht man sehr schnell. 

Das ist auch das größte Problem, was ich mit dieser besonderen Linse habe. Man arbeitet zwar im Makrobereich, braucht dennoch ein sehr gutes und aufgeräumtes Set. 

Einsatzbereich

Man kann die Linse natürlich für sehr viele Dinge einsetzen. Zum Beispiel im Naturdokumentations-Bereich, um Insekten sehr nahe zu filmen. Man kann aber auch in Flaschen hineinfahren oder auch in Bücher. Die Bauform eröffnet oft ganz neue Möglichkeiten. Der Schnorchel der Optik ist dann auch noch wasserdicht, so kann man auch Aufnahmen in Flüssigkeiten machen und hat somit auch nochmal einen speziellen Einsatzzweck. Durch das integrierte LED-Licht bekommt man dann auch noch die notwendige Belichtung für viele Szenarien. Das Frontallicht liefert zwar Licht, aber Licht aus der Kameraachse ist ja meistens nicht zu empfehlen. Ich habe das Licht eigentlich nie verwendet, ich finde, dass es einfach schrecklich aussieht. Stellt euch vor, dass ihr vor einer Person steht und mit dem integrierten Kamerablitz direkt auf Augenhöhe in das Gesicht blitzt. Sieht das gut aus? Wohl eher nicht. 

Mit der Laowa Probe arbeiten

Gewöhnungsbedürftige Maße der Optik

Bei der Arbeit mit der Optik muss man sehr aufpassen. Die Probe-Lens ist einfach immer länger als man denkt und besonders, wenn man die Kamera vom Stativ nimmt, um zum Beispiel die Position zu wechseln, eckt man öfters irgendwo an einem Licht an, weil man einfach öfters die Dimensionen der Optik vergisst. 

DLF Laowa Probe Objektiv
Bewusst mit der Optik arbeiten

Ich muss aber auch sagen, dass es nicht ganz einfach ist, mit der Optik gute Aufnahmen zu bekommen. Im Makrobereich sieht man natürlich jedes Zittern und jeden Wackler. Hier würde ich dringend empfehlen ein Stativ oder Slider zu verwenden, wenn man Schwenk, oder Kamerafahrten machen will. Natürlich kann man seine schlechte Kameraarbeit mit Slowmotion etwas vertuschen (was meint ihr, warum viele YouTuber nach immer mehr Slowmotion schreien – „Jaaaa, endlich kann die neue A7S MK3 120p in 4K …“). Was ist aber, wenn der Shot Echzeit erfordert?  

Zusätzlich ist es mit der Laowa Probe Lens auch nicht immer ganz einfach alle Aufnahmen scharf zu bekommen. Die Optik hat zwar eine Anfangsblende von f14, aber in diesem Makrobereich fliegt dann doch auch schnell was aus der Schärfe. Oft braucht man für bestimmte Shots drei Hände. Wenn man mit der Optik zuverlässig brauchbare Shots haben will, dann braucht man oft auch einen Motor für die Schärfe und einen motorisierten Slider. Hier hat man einfach die Sicherheit, dass die Kamera immer an dem Punkt ist, an dem man sie gerade braucht. Das macht die Arbeit mit der Linse auch sehr langsam, weil man oft viel Vorbereitungszeit mit der Optik braucht. Man denkt aber auch wieder viel mehr über die einzelne Aufnahme nach, bevor man einfach auf den Rec-Knopf drückt. 

Viel Licht notwendig

Die Optik braucht enorm viel Licht. Wenn man mit Sonnenlicht filmt, dann hat man in der Regel genug Licht zur Verfügung, aber im Studio kommt man schnell an die Grenzen der Lampen (besonders wenn man „nur“ mit schwächeren LED-Lampen arbeitet). Im Makrobereich kann man natürlich sehr nahe mit der Lichtquelle an das Objekt kommen. Das Set wird dadurch aber schwerer zugänglich, weil man mehrere C-Stands mit Extensions an eine bestimmte Stelle bringen muss. Bequem kann man so oft nicht mehr arbeiten. 

Daher braucht man bei dieser Optik sehr starke Lampen, die man dann etwas weiter aufstellen kann. 

Fazit

Spezielle Optik, aber nicht für jeden

Die Laowa Probe 24mm f14 (Amazon-Link) ist schon eine besondere Optik. Die Bauform, die LED und der wasserdichte Schnorchel eröffnen neue Möglichkeiten. 

Ich muss aber sagen, dass die Optik mein Fehlkauf Nr. 1 in den letzten Jahren war. Ich habe mich einfach zu sehr vom besonderen Look der Aufnahmen beim Kauf beeinflussen lassen. Die Aufnahmen von Laowa aus dem Werbefilm sind natürlich beeindruckend, aber bis jetzt habe ich nur 2-3 Filme gesehen, bei denen die Probe-Lens sinnvoll eingesetzt wurde. Bei vielen Filmen ist es einfach nur Effekthascherei, aber darum geht es ja leider oft bei vielen Filmen. 

Lieber leihen

Für mich ist die ProbeLens eigentlich ein typisches Leihobjektiv, dass man für spezielle Aufträge dazu bucht. Das ist natürlich nicht so einfach, wenn man in seiner eigenen Stadt keinen Verleih hat. 

Für meine Produkt- und Makrofilme benutze ich meine Canon 100mm immer noch lieber, wenn man hier noch Diopter verwendet, hat man wirklich ein universelles Makroobjektiv. 

Wenn ihr wirklich viele Produktfilme macht und einen motorisierten Slider habt, dann könnt ihr euch die Probe Lens mal anschauen, ich würde sie aber trotzdem zunächst erst Leihen, bevor ich sie kaufe. 

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die lichtfänger Josef Sälzle
Josef Sälzle // Gründer und Filmemacher

Hi, ich bin Josef, Kameramann und Filmemacher.
Ich schreibe in meinem DIE LICHTFÄNGER Blog über Kamera– , Lichttechnik und über alles was das Filmemachen angeht.
DIE LICHTFÄNGER machen Imagefilme, Werbefilme und Produktfilme. Bei Fragen könnt ihr mir gerne eine Mail schreiben.

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