DLF Peragos Tube 120 PIxel Thumb

VIBESTA PERAGOS 120 Pixel Tube – Alternative zu Astera Tubes?

Heute stelle ich euch die Vibesta Peragos Tube 120C Pixel (Link zum Shop von Teltec) vor. Ein sehr langer Name, aber die Lampen sind an sich ganz gut. Die Peragos Tubes sind RGB-LED-Röhren mit einer Länger von 120 cm. Ihr könnt Sie ungefähr mit den Astera Titan Tubes oder den Nanlite PavoTube 30C vergleichen. Der Unterschied liegt im Aufbaue der Lampen. Vibesta hat sich für ein modulares Design entschieden und so kann man bei den Peragos Tubes den Akku und die Bedieneinheit abnehmen. Die Vor- und Nachteile gibt es weiter unten. 

Inhaltsverzeichnis

Crowdfunding über Indiegogo

Ich habe die Tubes über Indiegogo unterstützt und habe die Tubes daher schon. Vibesta kommt gerade nicht wirklich mit der Lieferung nach und so warten immer noch sehr viele Unterstützer auf ihre Tubes. Ich habe mich für das größte Set entschieden, hier bekommt man vier Leuchten, ein Case, ein Netzteil, ein vierfach Akkuladegerät, vier Bodenstative und vier Halterungen und noch zwei Kabel.  

Auspacken und erster Eindruck der Peragos Tube

Was machen die Tubes und das Case für einen Eindruck? 

DLF Peragos Tube 120
Case

Schon beim Tragen des großen Pakets ist mir aufgefallen, dass es ganz schön schwer ist. Die vier Tubes mit Zubehör wiegen dann schon einiges. Man bekommt ein schönes Case aus einem etwas festeren Stoffgewebe, vergleichbar mit einer Kameratasche. Die Tasche hat aber leider nur einen Tragegriff und keine Rollen. Man muss die Tubes also immer sehr umständlich mit der Hand tragen. Am besten verwendet man einen Equipment-Transportwagen wie den RocknRoller R12 für den Transport. 

DLF Peragos Tube 120 Case
DLF Peragos Tube 120 Case

Das Case ist mit Trenner abgetrennt, die Tubes sind unten, und das Zubehör im oberen Bereich. Ein oder zwei zusätzliche Trenner wären aber noch sinnvoll gewesen, so könnte man die einzelnen Gestände noch einmal besser sortieren. Man hat aber sehr viel Platz für Zubehör im Case. Man kann also, wenn man noch zusätzliche Netzteile oder andere Sachen kauft, alles im Case verstauen. Es wird dadurch aber natürlich noch schwerer. 

Tubes

Wenn man die Tubes in die Hand nimmt, dann machen sie einen guten ersten Eindruck, alles wirkt gut verarbeitet. Sie sind auch deutlich größer, als ich erwartet habe. Ich habe ja schon öfters mit den Titan Tubes gearbeitet und die Peragos Tubes sind deutlich länger 120 cm statt ca. 100 cm. Die 0,6 cm mehr beim Durchmesser merkt man meiner Meinung nach auch deutlich. 

DLF Peragos Tube 120
DLF Peragos Tube 120
DLF Peragos Tube 120
DLF Peragos Tube 120
Bedieneinheit und Akkus

Bei der Bedieneinheit und den Akkus war ich zunächst etwas enttäuscht. Diese fühlen sich nämlich nicht wirklich hochwertig an, auch nicht wirklich billig, aber hier wäre meiner Meinung nach mehr gegangen. 

Die Buttons und das Bedienrad der Kontrolleinheit fühlen sich auch nicht sehr gut an, die Druckpunkte der Knöpfe sind auch gewöhnungsbedürftig. Ich schätze, dass das auch mit IP66 (wasserdicht) zu tun hat. Die Knöpfe der Asteras fühlen sich hier aber deutlich besser an, obwohl Sie „nur“ IP65 haben. 

DLF Peragos Tube 120 Bedieneinheit
DLF Peragos Tube 120 Bedieneinheit
DLF Peragos Tube 120 Bedieneinheit

Die Verriegelungsfunktion der Akkus und Kontrolleinheit ist auch nicht ganz zufriedenstellend. Beide werden auf die Tubes aufgesteckt und dann mit einem Ring festgezogen. Ich hätte mir hier ein bestätigendes Klicken gewünscht, dieses gibt es aber nur, wenn man den Ring ohne Akku oder Bedieneinheit dreht. 

DLF Peragos Tube 120 Akku
DLF Peragos Tube 120 Akku

Außerdem weiß man nie genau, in welche Richtung man die Akkus und die Bedieneinheit anbringen muss. Es gibt zwar einen kleinen Pfeil, der ist aber in dunklen Umgebungen kaum sichtbar. Vielleicht bringe ich hier etwas reflektierendes Tape an, damit man sofort weiß in welcher Richtung die Sachen aufgesteckt werden müssen. Hier sollte man natürlich darauf achten, dass man das Tape auf der Rückseite anbringt, damit man es nicht im Shot sieht. 

Zubehör

Schauen wir uns noch kurz das Zubehör an. Die Verbindungskabel, das Akkuladegerät und das Netzteil machen einen guten Eindruck. Es wirkt noch nicht wirklich hochwertig, aber ok.

DLF Peragos Tube 120 Kabel
DLF Peragos Tube 120 Ladegerät
DLF Peragos Tube 120 Ladegerät
DLF Peragos Tube 120 Netzteil
DLF Peragos Tube 120 Netzteil

Die Bodenstative dagegen sind ein Witz. Diese sind einfach nicht gut verarbeitet. Klar Vibesta kauft diese wahrscheinlich auch dazu, aber hier hätten sie einen anderen Hersteller wählen sollen. Bei mir sind in kürzester Zeit die Endkappen der Stativfüße abgefallen. Die Endkappen wurden mit einer Art Kleber (es klebt, aber auch nicht richtig, wirkt fast eher wie ein Schmierfett) befestigt. Nachdem die Endkappen aber abgefallen sind, hat sich der Kleber überall auf dem Stativ verteilt, teilweise habe ich mit der Hand aus Versehen rein gefasst und noch mehr Kleber überall verteilt. Einfach nur nervig. Ich habe die Bodenstativ dann komplett mit einer Drahtbürste gereinigt und die Stativfüsse mit Heißkleber festgeklebt, zusätzlich habe ich dann noch die klebenden Stativbeine mit Gaffertape abgeklebt. Hier könnte man sich mit besseren Bodenstativen viel Frust sparen. 

DLF Peragos Tube 120 Stand
DLF Peragos Tube 120 Stand
DLF Peragos Tube 120 Stand
Mein optionales Zubehör: Wireless Router RTX1

Ich habe mir noch zusätzlich den Wireless Router RTX1 für die Tubes dazu gekauft. Ich wollte die Lampen einfach noch über das Smartphone steuern. Die Tubes haben kein Bluetooth-Modul und man braucht unbedingt den Router, wenn man die Tubes über das Smartphone steuern will. Vibesta hat sich wie Astera für die deutlich bessere Verbindungsmöglichkeit WiFi bei den Tubes entschieden. Andere Hersteller bieten nur Bluetooth an und wer öfters mit Bluetooth auf dem Set gearbeitet hat, der versteht, warum sich die Premiumhersteller eher für Wifi entscheiden. 

DLF Peragos Tube 120 RTX1

Der Router macht einen guten Eindruck. Es ist einfach eine kleine Metallbox mit zwei Antennen an der Seite. Der Router hat einen Akku und kann so auch einige Zeit am Set ohne Stromversorgung laufen. Mittels Magnet auf der Rückseite kann man den Router auch an vielen Stativen oder anderen magnetischen Materialien anbringen. Bei mir lag der Magnet aber direkt in der Verpackung. Ich habe mich noch gewundert, was das ist. Dann habe ich die Aussparung auf der Rückseite des Routers gesehen und wie der Magnet angebracht wurde. Mit doppelseitigem Klebeband … ich dachte erneut, dass das ein Scherz ist. Warum verwendet man hier keinen guten Kleber? Hier erwarte ich von einem Premiumhersteller deutlich mehr. Ich habe den Magnet jetzt selber mit Sekundenkleber festgeklebt. 

DLF Peragos Tube 120 RTX1
DLF Peragos Tube 120 RTX1
DLF Peragos Tube 120 RTX1
DLF Peragos Tube 120 RTX1

Tubes aufstellen oder befestigen

Bevor wir die Tubes einschalten und damit leuchten, müssen wir die Tubes natürlich noch sicher am Set platzieren. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen kann man die Tubes mit den mitgelieferten Bodenstativ einfach auf den Boden stellen. Die etwas minderwertigen Bodenstative habe ich ja schon erwähnt. Aber sie tun, was sie sollen. Leider stehen die Tubes nicht unbedingt gerade. Die 120er Tube mit Akku und Bedieneinheit hat eine Gesamtlänge von ca. 160 cm. An der Bedieneinheit kann man einen Zapfen über einen 1/4 Zollanschluss anschrauben. Auf diesem Zapfen liegt dann natürlich ein sehr starker Hebel an. Die Tubes neigen sich daher sehr. Die Tubes stehen nicht gerade sicher auf dem Boden, hier würde ich generell immer einen Sandsack verwenden (sollte man ja sowieso immer, wenn man mit Lichtern arbeitet). 

An der Rückseite der Tubes befindet sich ein Aluprofil, dieses dient zum einen der passiven Kühlung und zum anderen kann man hier noch eine Halterung für die Tubes befestigen. Diese Halterung kann man auch entlang des Aluprofils verschieben.

DLF Peragos Tube 120 Aluprofil
DLF Peragos Tube 120 Halterung
DLF Peragos Tube 120 Halterung

Diese Halterung kann man auch entlang des Aluprofils verschieben. Die Halterung bietet 1/4 und 3/8 Zoll Anschlüsse. Hier kann man dann zum Beispiel einen Zapfen anschrauben und dann die Lampe an einem Griphead befestigen. Mit Akku und Bedieneinheit angeschlossen, wirkt die Befestigung über das Aluprofil für mich aber nicht wirklich sicher, außerdem ist es etwas schwieriger die Lampe bei der Länge auszubalancieren. Wenn die Lampe an einer Extension mit C-Stand hängt, ist es aber von Vorteil, wenn die Lampe ausbalanciert ist. 

Es gibt auch eine spezielle Zapfenaufnahme von Vibesta, aber diese ist im Moment, soweit ich weiß, noch nicht verfügbar. Wie viele anderes Accessoires für die Lampen. Eventuell bringt ja Vibesta noch eine Art Wingplate + Halteklammer wie von Astera auf den Markt. Wäre meiner Meinung nach die sicherere Variante der Befestigung. 

Bedienung der Peragos Pixel Tubes

Zunächst muss man die Bedieneinheit der Tube mit der Tube verbinden. Dann kann man die Tube entweder über den Akku (Akku auf der anderen Seite aufstecken) oder das Netzteil betreiben. Mit dem Kippschalter schaltet man die Tube ein, nach einer kurzen Bootzeit ist die Tube einsatzbereit. Das Menü ist recht einfach gestaltet, mit dem Drehrad kann man sich durch das Menü bewegen. Wenn man das Drehrad drückt, kommt man tiefer ins Menü oder bestätigt eine Auswahl. 

Leider gibt es hier wieder einen kleinen Dämpfer bei der Bedienung, das Drehrad registriert nämlich nicht sofort alle Eingaben. Manchmal wechselt man die Menüpunkte erst nach ein paar mal Drehen und den Drehknopf zum Bestätigen muss man auch öfters mal drücken. Dieses Phänomen kenne ich bereits von meinen Yongnue RGB LEDs. Bei den Yongnuo ist das aber erst nach ein paar Monaten Benutzung aufgetreten und die Yongnuo kosten natürlich nur ein Bruchteil von den Peragos Tubes. Hier muss der Hersteller wirklich nachbessern. 

Auf der Bedieneinheit hat man zusätzlich zu den Menü- und Data-Button auch noch zwei Buttons für Favoriten. Hier kann man oft benutze Einstellungen abspeichern. 

Bedienung über die App

Die Tubes lassen sich natürlich über die Knöpfe und Bedienrad (wenn alle Eingaben erkannt werden) bedienen. Wenn man aber richtig aufwendige Lichtsetups und Lichtwechsel machen will, dann braucht man die App RTX Master. Wenn man den Wifi-Router verwendet und sich damit verbunden hat, dann kann man in der App die einzelnen Tubes auswählen und über das Smartphone steuern. Hier kommt es natürlich auf den DMX-Channel an. Entweder lässt man alle Tubes auf dem gleichen Channel laufen (dann bedient man alle Tubes zusammen) oder man verwendet unterschiedliche Channels. So kann man die Tubes auch einzeln steuern. Man kann in der App natürlich auch Gruppen erstellen und so wieder alle Tubes bedienen. 

Die App wird im Moment auch noch entwickelt. So wie ich es verstanden habe, kann man noch nicht alles mit der App. Einige Funktionen werden noch nachgeliefert. Bis jetzt habe ich aber noch nichts vermisst. Ab und zu haben sich die Tubes nicht richtig verbunden oder haben einen bestimmten Effekt nicht erkannt, aber dann gab es wieder ein App-Update und diese Fehler wurden behoben.

Lichtmodi

Im CCT-Mode kann man den Weißabgleich (2400K – 13000K), die Intensität und den Green/Magenta Shift einstellen. Das wird für viele Nutzer auch schon ausreichend sein. 

Im EXT-Mode hat man noch mehr Spielraum beim Weißabgleich und kann zwischen 1500K und 30000K wählen.

Im HSI-Mode kann man die unterschiedlichen Farben auswählen. Über HUE steuert man hier die Farbe und über SAT die Sättigung der Farbe. Natürlich kann man auch noch die Helligkeit der Farbe einstellen. 

Im FILTER-Mode kann man unterschiedliche Farbfolien simulieren. 

Im X,Y Coordinate-Mode kann man die X- und Y-Koordinaten einer Lampe eingeben. 

Der RGBT-Mode lässt einen die RGB-Werte und den Weiß-Wert einstellen. Keine Ahnung warum der Mode RGBT heißt und nicht RGBW. 

Im EFFECTS-Mode kann man nun die ganzen Effekte wie Feuerwerk, TV, oder Schweißen einstellen. 

Der STATICCOLOR-Mode hat einige voreingestellte oft genutzte Presets wie 3200K, 5600K oder reines Grün, Blau, Pink etc. 

In den Settings kann man die Tube dann noch einmal genauer einstellen. Hier legt man den DMX-Channel fest und kann den Boost-Mode ein und ausschalten. Wenn man den Boost-Mode einschaltet, dann läuft die Tube mit maximaler Leistung. Verbrennt euch hier nicht die Finger, wenn die Tube eine Weile auf 100 % im Boost-Mode läuft, dann wird sie schon recht heiß. Ich habe mittlerweile den Boost-Mode eher aus und verwende die maximale Laufzeit. Ich erkläre später genauer, wie das funktioniert. 

EFFECTS-MODE COLORCHASE

Der Effects-Mode hat natürlich eine Vielzahl von Effekten. Man bekommt:

  • Party
  • Cop Car
  • Candle Light
  • Club Light
  • Monitor
  • Multi-Flash
  • Fireworks
  • Light Strobe
  • Fire
  • Television
  • Paparazzi
  • Color Chase
  • Welding
  • Fluorescent
  • Lightning
  • Clouds

Die Effekte sind verständlich und einfach anpassbar. Ich möchte euch noch kurz den Color Chase Effekt etwas genauer vorstellen, da man hier die einzelnen Pixel der Lampe animieren kann. Hierbei kann man nicht nur die Geschwindigkeit, Richtung und Stärke einstellen, sondern auch, wieviele Pixel man verwenden will und in welche Richtung das Licht laufen soll. Folgende Parameter kann man einstellen:

  • Speed
  • Dimming
  • Color Mode: Single/Multi
  • Color Number
  • Mode: Fade/Pulsing
  • Total Pixels
  • Move Pixel
  • Position
  • Direction: Left/Right
  • Offset

Lichtleistung und Farben

Bei 2 m Abstand auf 100 % Leistung 5500K (Akkulaufzeit auf 1h gestellt) bekommt man ca. 230 Lux. Das ist in einem hellen Raum ok. Gegen Gegenlicht kommt man hier natürlich nicht wirklich an. Man muss hier aber auch einfach seine Lampen kennen und wissen, wie man mit den Einschränkungen arbeitet. Im Boost-Mode bekommt man bei 2m Abstand 740Lux

Schauen wir uns jetzt mal das Licht und die Helligkeit der Tubes an, man möchte mit den Tubes ja leuchten und sich nicht nur durch Menüs klicken. Die Tubes geben ein schönes gleichmässiges Licht ab. Besonders in den Farb-Modi.

DLF Peragos Tube 120 Farbe
DLF Peragos Tube 120 Farbe

Teilweise sehe ich aber ein paar Farbungenauigkeiten im CCT-Mode auf der Tube.

DLF Peragos Tube 120 Qualitaet
DLF Peragos Tube 120 Qualitaet

Wenn man sich in einem dunklen Raum befindet, dann reichen oft sehr niedrige Intensitäten der Tubes. Ich habe ein Interview mit einer Tube, die auf 2 % Leistung lief, ausgeleuchtet. Das Set war nicht komplett dunkel, aber es war schon beeindruckend, wieviel Power die Tubes noch in Reserve haben. 

Bei Tageslichtsets kommt man natürlich schnell an die Grenzen der Tubes. Aber wir haben hier auch einfach nur 80W LEDs. Wenn man gegen Tageslicht ankommen will, dann braucht man ja eher 200-500W LEDs. 

Akkulaufzeit der Tubes

Im Menüpunkt Settings gibt es nämlich unter dem Boost-Mode noch die maximale Laufzeit. Hier kann man einstellen, wie lange man die Lampe am Stück verwenden will. Wenn man zum Beispiel 2h Laufzeit einstellt, dann regelt die Lampe automatisch die maximal verfügbare Helligkeit. Man kann dann einfach die Lampe nicht heller einstellen, man bekommt man relativ genau 2h Akkulaufzeit. So kann man mit den Lampen sehr gut arbeiten. Oft hat man an einem Drehtag ja eine Mittagspause und kann dann die Akkus zum Laden bringen. 

Im Boost-Mode sind die Lampen für mich nur mit Netzteil sinnvoll und nutzbar, leider habe ich nur ein Netzteil bei dem 4er-Set bekommen. 

Schauen wir uns jetzt noch die Akkulaufzeit der Peragos Tubes an. Hier liegt meiner Meinung nach auch das größte Problem der Lampen, denn die Akkus halten nicht unbedingt sehr lange. Wenn man die Lampen im Boost-Mode mit 100 % Helligkeit verwendet, dann hat man eine Akkulaufzeit von ca. 20 Minuten. Hier war ich auch zunächst etwas geschockt, aber die Akkus haben einfach nicht so viel Kapazität, ca. 2500maH für eine 80W Lampe. 

Für mich war das erst einmal ein komplettes NoGo und ich wollte die Lampen eigentlich direkt wieder verkaufen, dann habe ich mich aber etwas mehr mit unterschiedlichen Einstellungen der Lampen beschäftigt und bin zum Entschluss gekommen, die Lampen erst einmal zu behalten und zu verwenden. 

Einsatzgebiet

Wo kann man die Peragos Tubes einsetzen? Für mich haben sich mehrere Einsatzzwecke herauskristallisiert, hier verhält es sich auch ähnlich wie bei den Astera Titan Tubes. Obwohl ich sagen muss, dass die Titan Tubes, meiner Meinung nach, noch vielseitiger sind. 

Tubes bei Interviews

Man kann die Peragos Tubes natürlich zum Ausleuchten von Interviews verwenden. Durch das sehr weiche Licht braucht man auch nicht mehr unbedingt eine Softbox. Die Lichtquelle ist aber sehr klein und das ist nicht immer optimal für eine schöne Ausleuchtung bei Interviews, außerdem hat man natürlich auch sehr prägnante Eyelights (eine Linie). Ich würde euch empfehlen die Tubes noch einmal durch einen etwas größeren Diffusor zu leuchten oder in ein Softbox zu investieren, wenn eine für die Peragos Tube verfügbar ist. 

Bei Interviews hat man ja in der Regel auch Strom zur Verfügung und hier kann man dann auch mal mit dem Boost-Mode arbeiten. Im Akkumodus sollten die Interviews nicht all zulange gehen, wenn man viel Lichtleistung braucht. 

Oberlicht und Backlight

Durch das geringe Gewicht und die kleinen Durchmesser, kann man die Lampen sehr gut an die Decke basteln und so ein Oberlicht darstellen oder mit der Lampe ein Spitzlicht geben. Durch die Länge der Lampe mit Akku und Bedieneinheit ist man in engen Gängen natürlich etwas eingeschränkter. Es gibt hier auch ein optionales Kit zum seitlichen Anbringen des Akkus und Bedieneinheit, das ist aber im Moment auch nicht verfügbar, soweit ich weiß. Hier gefällt mir das Design der Asteras auch besser, man hat einfach alles in einer Röhre. 

Effekt- und Musikvideoleuchte

Als Effektleuchte spielt die Peragos Tube natürlich ihre Karten voll aus, es stehen ja sehr viele unterschiedliche Effekte zur Verfügung und man kann die Pixel der Lampe auch noch programmieren. Dadurch kann man auch ein Lauflicht kreieren, wenn man zum Beispiel eine Autofahrt simulieren will. 

In Musikvideos werden die Asteras ja schon seit Jahren verwendet. Es sieht ja schon gut aus, wenn mehrere RGB-Tubes im Hintergrund stehen, aber sind wir mal ehrlich, das ist nicht mehr wirklich innovativ. Aber die Peragos Tubes kann man natürlich auch in den Hintergrund stellen und davor cool tanzen. Hier gefallen mir die Astera Tubes aber auch besser, weil sie einfach cleaner aussehen. Bei den Peragos Tubes hängt ja immer noch die schwarze Bedieneinheit und der schwarze Akku dran. Das macht die Lampe einfach etwas wuchtiger. 

Tubes als „richtiges“ Keylight

Ich habe auch versucht, die Tubes als ordentliches Keylight für szenische Aufnahmen zu verwenden. Ich leuchte gerne über die Fenster, sodass das Set möglichst frei ist. Das funktioniert natürlich mit weichen Lampen mit der Leistung nicht unbedingt. Hier eignen sich die Tubes also nicht. Man muss also näher ran mit den Tubes, hier sieht man dann natürlich sehr schnell die Charakteristik der Lampe (sehr prägnante Augenlichter). Hier wünsche ich mir wirklich eine Softbox für die Röhren. 

Durch die Weichheit verteilt sich das Licht natürlich auch direkt auf dem Set, hier muss man das Licht mit Flags etwas eingrenzen. Mit Grids könnte man den Abstrahlwinkel auch noch besser einstellen. Laut Vibesta arbeitet man bereits mit DOPChoice und möchte auch Grids für die Tubes herausbringen. 

Meine Vor- und Nachteile zu den Tubes

Schauen wir uns jetzt noch die Vor- und Nachteile der Peragos Tubes an.

Vorteile der Peragos Tube

  • Akku austauschbar, auch wenn er nur wenig Leistung hat
  • höhere Leistung als vergleichbare RGB-Tubes (vgl. Asteras, Nanlite)
  • erweiterbar mit vielen Accessoires  (leider nur wenige verfügbar)

Nachteile der Peragos Tube

  • Abstriche bei der Qualität
  • meiner Meinung nach zu teuer, gerade einmal 100 € weniger als die Astera Titan Tube
  • neuer Hersteller auf dem Markt, dadurch noch nicht viel Zubehör von Drittherstellern

Zusammenfassung und Fazit

Ich bin etwas hin- und hergerissen bei den Peragos Tubes. Einerseits bekommt man wirklich große RGB-LED-Röhren mit ordentlich Leistung und einem sehr schönen Licht. Anderseits muss man sich mit den Kinderkrankheiten und der mangelnden Qualität der Bedieneinheit auf dem Dreh herumschlagen.

An sich bin ich ja Fan von modularen Sachen und die Möglichkeit, die Akkus zu tauschen oder die Bedieneinheit anders anzubringen gefällt mir vom Prinzip schon sehr gut. Die Umsetzung finde ich aber noch nicht wirklich gelungen. Im Moment bringt mir das modulare Design nichts, hier müsste ich erst wieder in weiteres Zubehör investieren. Dadurch steigt der Preis pro Tube natürlich wieder. 

Im Neupreis sind die Peragos Tubes auch nur 100 € günstiger als die Asteras. Daher muss man die Peragos Tubes auch eher mit den Asteras vergleichen, wir befinden also eher im Premiumanbietersegment. Hier erwarte ich dann aber auch eine hohe Qualität. Diese gibt es bei den Peragostubes nicht unbedingt, bei der Lichtqualität ja, beim Gehäuse und der Bedienung eher nein. Hier lasse ich mir aber gern noch überraschen. 

Durch die Indiegogo-Kampagne hab ich nur ca. 330 € netto pro Tube gezahlt. Das ist für mich auch noch ok, für die momentane Qualität.

Im Moment würde ich sagen, dass ihr euch lieber Asteras holen solltet, da bekommt ihr einfach ein ausgereiftes System und man hat hier einfach auch wieder den Industriestandard. Voraussetzung ist natürlich, dass ihr das Budget dafür habt. Wenn ihr nicht so viel Budget habt, dann würde ich persönlicher eher in günstigere LEDs investieren und mir bei Bedarf die Asteras für einen Dreh leihen. In ein paar Monaten könnte das natürlich anders aussehen, wenn Vibesta mehr Zubehör ausliefert. 

Crowdfunding für neue Technik

Ich finde es ok, dass viele Hersteller mittlerweile Crowdfunding-Kampagnen machen, wenn sie neue Produkte entwickeln und herausbringen wollen. Man spart sich dadurch viel Forschung und Entwicklung und kann diese Ersparnis an die Konsumenten weitergeben (wäre schön, wenn das die Hersteller so machen). Bei der Entwicklung kann man dann die zukünftigen Nutzer auch noch einbeziehen und das Produkt sehr gut auf die Nutzer anpassen. Aputure macht das auch seit Jahren so. 

Aber bei dieser Art der Produktentwicklung muss auch die Kommunikation stimmen und hier habe ich mich öfters mal etwas alleingelassen gefühlt. Am Anfang wurde kommuniziert, dass die Tubes November 2020 bei den Unterstützern ankommen sollen. Schlussendlich habe ich sie im Mai 2021 erhalten. Und andere warten immer noch. 

*es handelt sich um Amazon-, EBay- oder SmallRig-Affiliate Links.
Das bedeutet, ich bekomme eine Miniprovision, wenn jemand etwas kauft,
das Produkt wird dadurch nicht teurer.

die lichtfänger Josef Sälzle
Josef Sälzle // DIE LICHTFÄNGER Gründer und Filmemacher

Hi, ich bin Josef, Kameramann und Filmemacher.
Ich schreibe in meinem DIE LICHTFÄNGER Blog über Kamera– ,
Lichttechnik und über alles was das Filmemachen angeht.
DIE LICHTFÄNGER machen Imagefilme, Werbefilme und Produktfilme.
Bei Fragen könnt ihr mir gerne eine Mail schreiben.

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