DLF Casual Fotografie Guide

Zurück zur Casual Fotografie – Mein Weg zu einer neuen „Hobby-Fotokamera“

In diesem Artikel beschäftigen wir uns wieder mit Fotografie. Aber nicht unbedingt mit professionellen Fotojobs, sondern eher mit „Spaß-Fotografie“. In diesem Artikel möchte ich euch meinen Findungsprozess für eine neue Kamera erläutern. Es geht hier weniger um konkrete technische Details einer Kamera, sondern eher um das Gefühl, wenn man mit der Kamera unterwegs ist. 

Inhaltsverzeichnis:

Bye Bye Fotojobs

Seit ein paar Jahren bin ich ja nur noch professionell als Filmemacher unterwegs und mache keine Fotojobs mehr. DIE LICHTFÄNGER war am Anfang ein Film- und Fotounternehmen. Mein damaliger Geschäftspartner und ich haben nach einer Zeit aber gemerkt, dass es nicht unbedingt sinnvoll ist, beide Gewerke immer gleichzeitig zu machen. Wir haben uns dann aktiv für Film entschieden und Fotos weniger und weniger gemacht. Irgendwie waren die professionellen Fotojobs aber auch nichts mehr für mich. Ich habe meistens „nur“ Mitarbeiterfotos oder Eventfotos gemacht. Meiner Meinung nach die undankbarsten Fotojobs, die es gibt. Bei Mitarbeiterfotos muss man oft mit Leuten arbeiten, die überhaupt keine Fotos machen wollen. Man soll dann innerhalb von 5 Minuten ein gutes Bild machen. Das fühlt sich mehr wie Fließbandarbeit mit Clownerie an und darauf hatte ich keine Lust mehr. Bei Eventfotos ist man sehr von der Location und den dort herrschenden Bedingungen abhängig. Mit meinen fortschreitenden Kenntnissen in der Filmbeleuchtung hat sich auch mein Anspruch beim Licht verändert. Mich stört es, wenn man nicht unbedingt so viel Einfluss auf die bestehende Beleuchtung nehmen kann, daher mache ich auch keine Eventfotos mehr. Ich habe natürlich nichts gegen Mitarbeiter- oder Eventfotografie, es war einfach nicht die richtige Kategorie für mich. 

Die Fotografie ist natürlich nicht komplett aus meinem Alltag verschwunden. Ich mache immer noch sehr gerne Fotos, aber mittlerweile eher nur für mich oder sehr gute Freunde/Freundinnen. 

Keine „Immerdabei“ Kamera mehr

Als Fotokamera habe ich immer noch die gute alte Canon 5D MK3. Die Kamera liefert immer noch sehr gute Bilder und die ganzen neuen Features von einer modernen Vollformat DSLM brauche ich für meine Einsatzzwecke nicht wirklich. 

Aber jetzt kommt der Haken. Habe ja hier im Blog auch schon öfters darüber geschrieben, die 5D mit ein paar Optiken ist einfach zu schwer. Man muss hier meistens noch einmal ein extra Tasche schleppen. Ich habe auch schon probiert nur mit einer 35mm oder 50mm und der 5D loszuziehen, aber das ist mir so für zwischendurch und immer dabei auch noch zu schwer. Gerade im Urlaub oder auf Wanderungen ist die Kamera dann doch eigentlich immer in der Unterkunft oder im Auto geblieben. Schlussendlich habe ich die Kamera dann immer zu Hause gelassen und war nur noch mit dem Smartphone unterwegs. 

Kleiner Ausflug zur Fuji X-E2

Ein paar Jahre war ich dann ausschließlich mit dem iPhone 5 und iPhone 7 unterwegs. Aber irgendwie hat mich eine echte Fotokamera nie losgelassen. 2019 habe ich mich ja dann viel mit Fujis beschäftigt und die X-T3 und die X-T30 getestet. Für eine kleine Hobby-Kamera waren diese Modelle aber dann doch irgendwie zu teuer.

fuji x-t3 thumbnail
fujinon 18-55mm
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fuji X-T30 Testbilder

Habe mir dann für ein paar Monate eine Fuji X-E2 mit 27mm Optik geholt und auch viel mit der Kamera fotografiert. Ich war aber irgendwie immer mit dem Autofokus unzufrieden. Gerade bei einer Schnappschusskamera ist für mich der Autofokus sehr entscheidend. Für ruhige Bild wie Landschaftsaufnahmen oder abstrakte Fotos war die Fuji super, aber bei schnellen Bildern von Freunden und Familie war sie mir einfach zu langsam.

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Habe die Fuji dann schweren Herzens verkauft, an sich war ich mit dem Design und den Bildern (wenn sie scharf waren) sehr zufrieden. 

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iPhone 13 Pro

Ende 2021 habe ich mich dann entschlossen mein altes iPhone 7 auszutauschen. An sich war ich auch mit dem iPhone 7 sehr zufrieden, es konnte alles, was ich wollte. Habe auch öfters das Display und den Akku gewechselt. Das Telefon war aber nach ca. 5 Jahren Benutzung einfach durch. Ich hab mir dann gedacht „Jetzt kauf einfach mal das neueste iPhone auf dem Markt, das hält dann auch wieder ewig“. Damals war das 13Pro neu auf dem Markt und so habe ich mir 13Pro mit 256GB Speicher geholt. Ich habe auch wieder deutlich mehr Spaß zu fotografieren, die Ultrawide Linse vom iPhone sieht mega aus und sonst passt auch alles. Aber irgendwie hat die Smartphone-Fotografie für mich nicht so viel Charme und Magie.

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Es geht alles so super schnell und die Bilder sehen teilweise (je nach Licht) auch super aus. Sobald man natürlich etwas schwierigere Lichtverhältnisse (hoher Kontrast oder wenig Licht) hat, fallen die Bilder deutlich schneller auseinander. Die heftige interne Optimierung fällt mir auch stellenweise negativ auf. Die Fotos aus dem iPhone sehen auch irgendwie alle gleich aus.

Ein weiteres Problem von den Smartphone-Bildern ist die Auflösung, auf dem Smartphone und kleineren Displays sehen die Bilder sehr gut aus. Sobald man sie aber auf dem 27“ iMac anschaut und größer ausdruckt, sieht man die ganzen Fehler und Bildoptimierungsversuche der Software.

Mein Wunsch nach einer kleinen Fotokamera ist wieder da.

Recherche nach einer geeigneten Kompaktkamera oder doch Vollformat?

Meine Recherche nach einer Kompaktknipse geht wieder los. Ich überlege mir hier meistens erst, was ich ausgeben will. Meistens starte ich bei sehr günstigen Modellen. 

Irgendwie bin ich dann bei der Recherche auf alte CCD Kompaktkameras gestoßen und fand den Look interessant. Ich habe diese Art von Kamera aber dann wieder verworfen, weil ich dann doch eher ein neutraleres Bild haben wollte. Die alten CCD Kameras sehen dann doch sehr nach 2000er aus. Das muss nicht unbedingt schlecht sein, als zusätzliche Kamera bei einem Retro-Shooting kann ich mir so etwas sehr gut vorstellen. 

Die Recherche geht weiter. Ich komme auf das Lumix-System von Panasonic. Meine BMPCC4K hat ja auch einen MFT-Sensor und hier bin ich ja sehr zufrieden mit. Irgendwie ist mir der Crop-Faktor beim Fotografieren aber dann doch zu viel bei MFT. Bei der Pocket 4K verwende ich ja auch immer einen Speedbooster. Für die Lumix müsste ich dann wieder neue Optiken kaufen oder auch einen Speedbooster. Dann wird das System natürlich auch wieder größer. 

Kurzzeitig habe ich mir dann die Vollformatkameras von Sony angeschaut. Ich habe mir dann kurzfristig eine A7s von einem guten Freund ausgeliehen und geschaut, ob mir das System taugt. Die A7S ist an sich klein und handlich. Aber ich werde so gar nicht warm mit der Kamera. Es hat mich sehr an die Arbeit mit der A6300 erinnert. Die Bilder sind top, aber die Bedienung ist sehr umständlich. Das war meiner Meinung nach schon immer das Problem von Sony Kameras – man hat einfach keinen Spaß, mit den Kameras zu arbeiten. Da ist mir das exzellente Bild auch egal. 

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Sony hat in den letzten Jahren sehr am Bedienkonzept ihrer Kameras gearbeitet und mittlerweile sollen die Menüs halbwegs brauchbar sein. Ich werde aber einfach nicht warm mit diesen Kameras. 

An der A7S stört mich auch irgendwie der Vollformatsensor, gerade die erste A7S ist dadurch sehr langsam, weil der Autofokus hier noch nicht wirklich ausgereift war. Da waren die APS-C Modelle von Sony schon deutlich besser. Eine aktuelle Kamera aus der A-Serie ist mir aber viel zu teuer und hier müsste ich ja dann auch wieder in andere Optiken investieren. Ich brauche auch schon lange keine Vollformatkamera mehr. Damals zu den 5D Zeiten war eine Vollformat DSLR noch das Maß aller Dinge. Die heutigen APS-C Kameras sind aber so gut, dass ich oft keinen Sinn in Vollformat sehe. Klar, der Onkel auf der Hochzeit mit seiner Vollformatkamera und 70-200mm Zoom erklärt euch natürlich, warum man nur mit diesem Setup richtige Fotos machen kann. Zurück zum Thema. 

Hello Fuji

Dann kam mir ein Geistesblitz. Warum will ich eigentlich eine Kamera mit Wechselobjektiven? Irgendwie war das so eingebrannt in mein Gehirn – Als Fotograf muss man natürlich mit Wechselobjektiven arbeiten, alles andere ist ja Hobby. Ich will ja aber eine kleine Hobby-Kamera. So bin ich auf die X100 Reihe von Fuji gekommen. Ich hatte die X100 schon vor Jahren mal im Auge gehabt, aber dann irgendwie wieder aus den Augen verloren. Die Recherche nach einer geeigneten X100 geht los. Brauch ich unbedingt das neueste Modell oder reicht eine ältere? Nach ein paar Wochen Recherche war mir klar, dass ich eine X100V haben will. Das Klappdisplay ist für so Hobbykram einfach gut. Man kann schnell mal auch bodennahe Aufnahmen machen und muss sich nicht gleich auf den Boden legen. 

Fuji XE3

Ich war mir eigentlich schon sicher, dass ich mir die X100V holen will. Ich wollte aber noch sicherer sein und habe mir für einen Kurztrip nach Kaufbeuren die Fuji X-E3 mir 23mm f1,4 von meinem guten Freund Andreas ausgeliehen. Ich wollte so nah wie möglich an den Look der X100V kommen, daher auch die 23mm. Beim Tagestrip habe ich dann auch noch darauf geachtet, dass ich die meisten Bilder mit f2,0 mache, weil die X100V ja „nur“ f2,0 hat.

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Hello Fuji?

Das einzige Problem an der Fuji X100V ist, dass man sie derzeit kaum bekommt. Bei sämtlichen Onlineshops und Fotoläden ist die Kamera nicht erhältlich. Die Nachfrage nach der X100V ist einfach zu hoch und Fuji kommt mit der Produktion nicht hinterher. Zum Teil liegt das auch an der schwierigen Situation derzeit, viele Teile sind einfach nicht verfügbar und haben sehr lange Wartezeiten. So bleibt einem nur noch der Gebrauchtmarkt. Auf dem Gebrauchtmarkt zahlt man im Moment aber eigentlich den Neupreis und das sehe ich nicht so ganz ein. Klar, Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis, aber irgendwie möchte ich keine gebrauchte Kamera für 1600€ kaufen, wenn der Neupreis bei 1500€ liegt. 

Und jetzt?

Jetzt warte ich einfach, bis die Fuji verfügbar ist oder ich ein interessantes Angebot für eine gebrauchte X100V finde. Ich habe die letzten Jahre ohne Immerdabei-Kamera ausgehalten, was sind dann schon ein paar Monate? 

Was könnt ihr jetzt aus diesem Artikel mitnehmen? Man sieht ganz gut, dass ich auch etwas länger brauche, wenn ich mich für eine konkrete Kamera entscheiden muss. Ich lese mir hier natürlich für die Recherche auch viele Blogartikel durch und schaue das eine oder andere YouTube-Video. Ich muss aber sagen, dass ich bei dieser Art von Recherche eher Blogartikel lese, weil ich das Gefühl habe, dass man schriftlich oft die besseren Erfahrungen bekommt. In einem Video kann man natürlich sehr gut die Bedienung der unterschiedlichen Kameras zeigen und die Qualität der Fotos. Aber das Gefühl kommt oft nur im geschriebenen Wort rüber. Kann natürlich sein, dass ich die falschen YouTube-Videos zu den unterschiedlichen Kameras gesehen habe.

Ich habe natürlich ganz bestimmte Vorstellungen an eine Kamera und hier unterscheide ich mich natürlich zu einem Anfänger. Ich weiß, was ich brauche und was ich mit einer bestimmten Kamera machen kann. Diese Erfahrung muss man sich natürlich auch erstmal erarbeiten.

*es handelt sich um Amazon-, EBay-, SmallRig oder Thomann-Affiliate Links.
Das bedeutet, ich bekomme eine Miniprovision, wenn jemand etwas kauft,
das Produkt wird dadurch nicht teurer.

die lichtfänger Josef Sälzle
Josef Sälzle // DIE LICHTFÄNGER Gründer und Filmemacher

Hi, ich bin Josef, Kameramann und Filmemacher.
Ich schreibe in meinem DIE LICHTFÄNGER Blog über Kamera– ,
Lichttechnik und über alles was das Filmemachen angeht.
Mit meiner Filmproduktion DIE LICHTFÄNGER mache ich Filme für Unternehmen sowie für Selbstständige. Bei Fragen könnt ihr mir gerne eine Mail schreiben.

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