Fuji X-T30 – eine kleine DSLM zum Filmen

Fuji X-T30 – eine kleine DSLM zum Filmen

Heute stelle ich euch die FUJI X-T30 vor. Eine kleine DSLM zum Filmen und Fotografieren.

Inhaltsverzeichnis:
Einführung
Auspacken und erster Eindruck
Einsatzgebiet
Bedienung und Technik
Das Bild der Fuji X-T30
Fazit

Einführung

Ich habe mir die Kamera über ein Wochenende ausgeliehen, um ein bisschen auf der Hochzeit von meinem Bruder zu fotografieren. Es war auch ein anderer offizieller Fotograf da. Ich wollte aber auch nebenher gemütlich ein paar Bilder und machen und nicht gleich die große, schwere DSLR mitschleppen.

Ich suche ja schon länger eine kleine „immer dabei“ Knipse, weil ich wie gerade gesagt nicht immer die große 5D dabei haben kann und will. Beim lokalen Fotoladen meines Vertrauens habe ich mir dann die X-T30 mit Kitoptik (Amazon-Link) und der Fujinon 27mm f2,8 (Amazon-Link) geliehen.

Auspacken und erster Eindruck

Zur Verpackung kann ich leider nichts sagen, da man bei einem Leihgerät nicht unbedingt den Karton dazubekommt. Man braucht ihn ja auch nicht wirklich. Es wird ein normaler Pappkarton sein.

Aber zum ersten Eindruck kann ich etwas sagen. Die Fuji X-T30 ist wirklich sehr klein und ist nicht unbedingt für große Hände geeignet. Wer größere Hände hat, sollte sich den optionalen Handgriff (Amazon-Link) kaufen. Die Kamera wird dann natürlich wieder etwas größer.

fuji x-t30 front
fuji x-t30 side
fuji x-t30 top

Die Haptik ist aber sehr hochwertig. Es gibt schöne Drehrädchen und Kippschalter. Die Buttons fühlen sich auch hochwertig an. Mir gefällt die Optik der Fuji Kameras sehr. Der analoge Touch macht schon etwas her. Ich habe ja noch eine richtige alte Analoge Fuji und wenn man beide Kamera nebeneinander legt, dann ist die Ähnlichkeit schon sehr verblüffend.

fuji x-t30 vs. analoge fuji

Das Display lässt sich kippen, besonders hilfreich, wenn die Kamera sehr niedrig oder sehr hoch ist. Es gibt keinen typischen Klappmonitor. Aber ich bin ja kein Selfie-Filmer … Die Selfie- und VLOG-Generation muss dann wahrscheinlich eher zur Fuji X-T200 greifen.

fuji x-t30 flipscreen
fuji x-t30 flipscreen

Einsatzgebiet

Super im Urlaub

Durch die geringe Größe und das geringe Gewicht, kann man die Kamera wirklich immer dabei haben. Im Rucksack stört die Kamera nicht und wenn man sich bei den Optiken zurückhält, dann bleibt das Packmaß auch wirklich klein. Ich würde sagen, dass die Fuji X-T30 eine perfekte Urlaubskamera ist. Für die Leute, die im Urlaub mehr als ein Smartphone mitnehmen wollen. 

Passt in die Jackentasche

Bei der Hochzeit habe ich die Kamera einfach in der Jackentasche gehabt. Wenn man eine kleine Optik (wie das 18mm oder 29mm) hat, dann geht das auch. Bei größeren Optiken braucht man wahrscheinlich wieder eine kleine Fototasche oder größere Jackentaschen … . Wer aber größere Jackentaschen hat, der hat auch meistens größere Hände … wir drehen uns im Kreis. 

Es kommt auch immer etwas auf die eigene Arbeitsweise an. Wie benutzt man die Kamera? Macht man nur Fotos, macht man Fotos und Videos oder soll die Kamera eher nur zum Filmen eingesetzt werden.

Fotografieren mit der X-T30

Im reinen Fotomodus ist die Kamera für mich ein Traum. Ich kann entweder über das Display fotografieren (wenn die Kamera sehr hoch oder sehr niedrig ist) oder über den kleinen EVF. Musste mich aber auch an die Arbeit mit dem EVF gewöhnen, habe ja bis jetzt eigentlich immer nur mit einer DSLR beim Fotografieren gearbeitet. 

Fotografieren und Filmen mit der Fuji X-T30

Beim Filmen muss man etwas aufpassen. Da die Kamera sehr leicht ist, verwackelt man Videoaufnahmen gerne mal. Man hat auch das typische Minizittern auf den Filmen. Hier kann ich empfehlen, ein kleines Stativ, ein Handstativ oder einen kleinen Gimbal zu verwenden. Oder man stützt die Kamera an einer Wand, Mauer, etc. ab. Am besten lest ihr euch meinen Artikel zu den Stativen und Gimbals durch. 

Filmen mit der Fuji X-T30

Kommen wir zum reinen Filmen mit der Fuji X-T30. Also praktisch für Kameraleute, die die Kamera als Kamera auf einem Set einsetzen wollen. Hier denke ich, dass die X-T30 nicht so gut geeignet ist. Auf dem Filmset muss man einfach zu viele Sachen (Cage, Rig, FollowFokus, Gimbal,etc.) anbauen um die Kamera drehfertig zu machen. Hier macht der kleine Body einfach keinen Sinn mehr. Wer die Kamera wirklich als A-Kamera verwenden will, sollte sich meiner Meinung nach die X-T3 anschauen, da man hier noch einmal eine bessere Bildqualität und mehr Einstellungsmöglichkeiten hat.

Aber als kleine B-Kamera macht die X-T30 durchaus Sinn. Man könnte eine X-T3 gerigged als A-Kamera verwendet und dann die X-T30 auf dem Gimbal. So kann man schnell zwischen unterschiedlichen Setups hin- und verwechseln. 

Bedienung und Technik

Kommen wir zur Bedienung. Man muss sich am Anfang etwas an die Bedienung über die Drehrädchen gewöhnen. Gerade, wenn man von einer Canon DSLM oder DSLR kommt. Oft habe ich mich gefragt, warum ich jetzt nicht mit der Belichtungszeit höher gehen kann, dann habe ich gemerkt, dass das Rädchen einfach zu niedrig eingestellt war. Man kann nämlich die Kamera nicht nur mit den oberen Rädchen steuern, sondern auch mit dem vorderen und hinteren Drehrad. Hört sich aber komplizierter an, als es ist. Besonders gut gefällt mir das Blendenrad an bestimmten Optiken, obwohl ich mich hier auch wieder etwas Umstellen musste, weil ich die Blende dann oft am Body verstellen wollte.

fuji x-t30 dials
fuji x-t30 dial left
fuji x-t30 dials right

Bei kleineren Optiken (ohne extra Blendenrad) muss man die Blende aber wie gewohnt am Body verstellen.

Kommen wir aber zu einem sehr nervigem Punkt bei der X-T30. Die Q-Taste – diese ist nämlich neben der Daumenablage positioniert und mir ist es sehr oft passiert dass ich die Taste aus Versehen gedrückt habe und mich gewundert habe, warum immer das Q-Menü aufpoppt. Oder die Kamera sich nicht richtig bedienen lässt. Der Druckpunkt der Q-Taste ich auch sehr schlecht. Am besten schaltet man das Q-Menü komplett ab.

fuji x-t30 q-button

Leider ist bei der Kamera das Speicherkartenfach neben dem Akku. Ich mag das nicht besonders, weil der Speicherkartenwechsel immer sehr fummelig ist.

fuji x-t30 battery

Kommen wir zur Technik. Die Fuji X-T30 hat einen 26 Megapixel X-Trans Sensor. Lest euch einfach mal den Unterschied zwischen normalen und X-Trans Sensoren durch. Die Farben aus der Fuji sind schon etwas Besonderes … kann man schwer beschreiben. Die Fotoauflösung ist maximal bei 6240 x 4160 und das reicht in der Regel. Meine alte 5D MK3 hat „nur“ 22 Megapixel. Mit einem APS-C Sensor hat man auch einen guten Kompromiss zwischen Vollformat und MFT. Früher dachte ich ja, dass man unbedingt einen Vollformatsensor braucht. Aber dem ist nicht so. Die meisten Cinema-Camcorder haben im Moment auch noch einen APS-C Sensor. Natürlich werden jetzt die Vollformat Cinema-Camcorder günstiger. Man darf aber nicht vergessen, dass man hierfür auch die Optiken braucht. Aber zurück zu unserer Fuji. 

fuji x-t30 sensor

Im Videomodus kann man 4K DCI mit maximal 30p und 200Mbps aufnehmen. In 1080p hat man sogar 120p mit 200Mbps. Als Codec steht leider nur H.264 zur Verfügung.

Den Autofokus habe ich nur im Fotomodus gut testen können und hier hat alles so funktioniert wie es soll. Ich hatte die Kamera ja nur übers Wochenende ausgeliehen und habe mir meistens Fotos gemacht. Man kann sich die Fokusfelder verschieben. Auch auf Wunsch per Touch. War aber von der Touchfunktion nicht so überzeugt. 

Das Bild der Fuji X-T30

Die Fuji X-T30 hat mich wirklich bei der Bildqualität überrascht, sowohl im Foto- als auch im Videomodus. Folgende Bilder habe ich direkt nach dem Ausleihen gemacht. Hab die Kamera einfach auf Manuell und RAW gestellt und geschaut was passiert.

fuji X-T30 Testbilder
fuji X-T30 Testbilder
fuji X-T30 Testbilder
fuji X-T30 Testbilder
fuji X-T30 Testbilder
fuji X-T30 Testbilder
fuji X-T30 Testbilder
fuji X-T30 Testbilder
fuji X-T30 Testbilder

Ich würde sagen, die Videoqualität hat mich mehr überrascht. Schon cool, was aus so einer kleinen DSLM herauskommt. Das 4K Bild sieht sehr gut aus. Obwohl ich natürlich von meiner BMPCC4K sehr verwöhnt bin, kann die Fuji mithalten. Es kommt natürlich immer darauf an, was man mit dem Material vorhat. Krasse Farbkorrekturen und Gradings sind natürlich eher mit ProRes möglich als mit h.264.

Folgende Videos habe ich mit der Fuji X-T30 gemacht … im Fuji X-T30 Artikel macht das durchaus Sinn. Das Material wurde in F-Log aufgenommen und in DaVinci habe ich dann die Fuji F-Log to Eterna LUT auf das Material gelegt. Sonst habe ich nichts mehr verändert.

Aber wie gesagt, wer noch eine besser Qualität beim Filmen haben möchte, der sollte sich die X-T3 anschauen.

Für den Urlaub und kleine Events würde mir die X-T30 aber vollkommen ausreichen. Man hat sogar das F-LOG Profil und kann somit auch ein flacheres Bild aufnehmen. Dann kann man natürlich eine schöne primäre oder sekundäre Farbkorrektur machen. Aber aufpassen bei H.264 hat man nicht so viel Spielraum wie bei ProRes.

Fazit

Mir hat das Wochenende mit der Fuji X-T30 (Amazon-Link) sehr gefallen. Man muss sich etwas auf die andere Bedienung einlassen, aber nach ein paar Wochen ist man dann wahrscheinlich drin. Man kann die Bedienung der Kamera natürlich noch individuell anpassen und bestimmte Funktionen auf Tasten legen. Hier habe ich nur bedingt Erfahrungen sammeln können. Ich habe erst einmal alles auf der Standardbelegung gelassen.

Wer die Kamera hauptsächlich zum Filmen nehmen will und die maximale Qualität braucht, der sollte lieber gleich zur X-T3 greifen. Hier gehts auch direkt zum Artikel über die Fuji X-T3.

Tilta Tiltaing Mini Matte Box – eine günstige Clamp-On Matte BoxTilta Mini Matte Boxfuji x-t3 thumbnailFuji X-T3 – Powerhouse DSLM zum Filmen
die lichtfänger Josef Sälzle

Hi, ich bin Josef und schreibe bei die lichtfänger über Kamera– , Lichttechnik und über alles was das Filmemachen angeht. Bei Fragen könnt ihr mir gerne eine Mail schreiben.