ZEISS ZF OBJEKTIVE ZUM FILMEN

ZEISS ZF OBJEKTIVE ZUM FILMEN

In diesem Artikel stelle ich euch die manuellen SLR Objektive Zeiss ZF vor. 

Inhaltsverzeichnis
Einführung
Manuelle Zeiss SLR Optiken
Eigenschaften der Zeiss ZF
Objektivpark
Zeiss Contax vs. Zeiss ZF

Zeiss zf

Einführung – Kleine Spielfilmproduktion als DOP

Aber zunächst eine Einführung, warum ich mir die Zeiss ZF Optiken überhaupt ausgeliehen habe. Im März drehe ich einen Spielfilm und wir arbeiten mit zwei Kameras. Die A-Kamera ist die Blackmagic URSA Mini 4,6K und die B-Kamera die Blackmagic Pocket 4K. Ich werde als DOP die A-Kamera führen und das Licht setzen. 

Wenn man mit zwei oder mehreren Kameras arbeitet, dann kann ich nur empfehlen, die gleichen Kameras oder wenigstens den gleichen Hersteller zu nehmen. Der Look passt dann einfach besser zueinander und man spart sich viel Aufwand in der Postproduktion. Klar, bei großen Spielfilmproduktionen werden oft unterschiedlichste Kameras eingesetzt, aber hier hat man auch ein anderes Budget und mehr Manpower, um die unterschiedlichen Kameras dann gleich aussehen zu lassen. 

Aber nicht nur die Kamera bestimmt den Look des Bildes, sondern eigentlich viel mehr die Optiken. Hier sollte man noch mehr darauf achten, dass man die gleichen Optiken oder den gleichen Hersteller verwendet. 

Mit den Zeiss Contax drehen

Für mich war relativ schnell klar, dass ich den Film wieder mit meinen Zeiss Contax drehen will. Ich mag einfach den Look dieser Optiken. Für zwei Kameras habe ich aber deutlich zu wenig Optiken, daher musste ich mich noch um einen weiteren Satz kümmern. 

Da wir bei dieser Produktion kein großes Budget haben, konnten wir keine zusätzlichen Optiken von einem großen Verleih ausleihen. Daher habe ich meinen befreundeten Hannes (DP von Landrauschen) die Zeiss ZF Optiken geliehen. Bei Landrauschen haben wir auch den Großteil des Films mit diesen Optiken gedreht. 

Manuelle Zeiss SLR

Es gibt unterschiedliche Versionen von den manuellen SLR Linsen von Zeiss. Für jeden Mount eine eigene Version. Die Mounts kann man nicht tauschen, adaptieren geht natürlich.

Versionen
  • ZF (F-Bajonett)
  • ZE (EF-Bajonett
  • ZK (K-Bajonett)
  • ZS (M42 Schraubgewinde)

Eigenschaften der Zeiss ZF

Die Optiken haben ein robustes Gehäuse aus Metall und sind somit optimal für professionelles Arbeiten ausgelegt. Moderne Optiken sind oft aus Kunststoff und dadurch nicht so belastbar. Aber bis jetzt hat mich noch keine „normale“ Plastikoptik im Stich gelassen. Ich mag Metall aber irgendwie lieber, fühlt sich wertiger an. 

Wie gerade schon geschrieben ist die ZF-Version für den Nikon-Mount, ich brauche aber für die URSA und Blackmagic Pocket den EF-Mount. Hierfür gibt es natürlich einige Adapter. Die meisten Adapter sind etwas minderwertig, sodass die Optik leicht im Mount wackelt. Wie ihr wisst, hasse ich das und man kann so nicht arbeiten. 

Leider reicht das Budget nicht mehr für die fest verschraubten Leitax EF-Mounts und so muss ich leider auf die billigen Adapter zurückgreifen und versuchen diese so fest wie möglich zu bekommen. Man kann hier mit Papertape arbeiten und die Adapter etwas auspolstern. 

Fokussierung beim Nikon Mount

Viele wissen ja, dass Nikon Objektive in die andere Richtung fokussieren. Wenn man von Oben auf die Optik schaut und den Fokus im Uhrzeigersinn dreht, stellt man auf Nah. Bei Canon stellt man auf Unendlich. Wenn man ohne Follow Fokus arbeitet, dann muss man sich etwas an die umgedrehte Fokussierung gewöhnen. Mit Follow Fokus gefällt mir diese Drehrichtung aber besser. Das habe ich ja auch schon in meinem Artikel zum Follow Fokus erläutert. Wenn man nämlich den FollowFokus (der am Rig befestigt ist) von sich weg dreht (von der Seite betrachtet gegen den Uhrzeigersinn) dann geht der Fokus auf Unendlich. Das kann man sich leicht merken. 

Bei Canon Optiken ist dies wieder umgedreht und man muss umdenken. 

Deswegen empfehle ich auch oft bei einem Fokussystem zu bleiben, um möglichst nicht durcheinander zu kommen – heißt entweder dreht man nur mit Nikon oder mit allen anderen. 

Bei unserem Spielfilm werden wir notgedrungen aber zwei Fokussierungen einsetzen müssen. Aber man kann die Problematik etwas mit dem Nucleus Nano umgehen und sich das Handwheel genau so einstellen wie man es gerade braucht. Man kann sowohl mit dem Zeiss Contax als auch mit Zeiss ZF in die gewohnte Richtung fokussieren. 

Manuelle Blende und Fokussierung

Wie gerade schon geschrieben haben die ZF-Optiken eine manuelle Fokussierung. Der Fokusweg ist je nach Optik mal länger und mal kürzer. In der Regel hat man aber mindestens 90° Fokusweg. Das ist schon einmal sehr gut fürs Schärfeziehen. Ich habe überhaupt keine Lust mehr mit Autofokusoptiken bei szenischen Projekten zu arbeiten. Man ist einfach so viel genauer mit manuellen Optiken. Bei Autofokus Optiken hat man nur weniger Millimeter zum Schärfeziehen … das nervt sehr. 

Die Blende hat harte Klicks, was normal bei Fotooptiken ist. Natürlich könnte man die Blende noch entklicken. Ich muss mal mit Hannes darüber sprechen. 

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Ninja-Star-Bokeh

In meinem Zeiss Contax Artikel habe ich euch ja vom Ninja-Star-Bokeh berichtet. Die älteren Zeiss Contax AE haben dieses Bokeh. Die Zeiss ZF Objektive haben nicht diese Blendenanordnung und daher auch keine Ninja-Star-Bokeh

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T-Coating 

Die Zeiss ZF Optiken haben das bekannte T-Coating von Zeiss. Das T-Coating wurde bereits bei den Zeiss Contax AE verwendet und bei den MM Modellen etwas verbessert. Die ZFs flaren etwas weniger, als die Contax Zeiss. Aber der Unterschied ist kein großes Problem für mich. Wenn man bewusst auf Flares achtet oder vermeidet, dann sehen beide Optiken gleich aus. 

Zeiss zf
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Objektivpark

Beim Wechsel von Contax zu den manuellen SLR hat Zeiss ein paar Optiken gestrichen, so gibt es zum Beispiel keine 18mm F4 mehr, dafür kam eine 35mm f2 hinzu. 

Komischerweise findet man auf der Webseite von Zeiss keine Optiken, die länger als 85mm sind. Obwohl es auch eine 135mm gibt. Aber vielleicht werden die Teleoptiken nicht mehr aktiv hergestellt. Das weiß ich leider nicht. 

Zeiss Contax vs. Zeiss ZF

Kommen wir zum spannenden Teil – der Look. Wie sehen die Zeiss ZF Optiken aus. Man hat den typischen etwas kühleren Zeiss Look. Offenblendig ist die 50mm f1,4 schon sehr bloomig und weich. Wenn man etwas abblendet werden die Optiken sehr scharf, aber noch nicht unangenehm. 

Beim Vergleich mit den Contax Zeiss sehe ich fast keinen Unterschied und das freut mich sehr, weil man dann wunderbar zwischen beiden Optiken hin- und her schneiden kann und keinen Unterschied sehen wird. Ich würde sogar sagen, dass mein Contax 50mm f1,4 sogar etwas schärfer als die neuere ZF 50mm f1,4 ist. Wohlgemerkt bei f1,4. Ich lege nicht besonders viel Wert auf ultrascharfe Optiken, aber interessant finde ich es schon. 

Es handelt sich ja um den gleichen Hersteller und da erwartet man auch, dass die Optiken sich ähneln. Es liegen aber dann doch schon einige Jahre zwischen den Optiken. Da freut es mich, dass man bei Zeiss auch über mehrere Jahre an einem bestimmen Look festhält und sich nicht an aktuelle Einmal-Trends hält.  

Habe bei den folgenden Bildern wieder  die volle Auflösung hinterlegt. Dann könnt ihr euch den Look der Optiken ganz genau anschauen. Aufgenommen mit einer BMPCC4K mit den 50mm auf f1,4.

Zeiss ZF f1,4
Zeiss Contax f1,4
Zeiss ZF
Zeiss Contax

Fazit

So das wars erstmal zum Vergleich von den Contax Zeiss und den Zeiss ZF. Nach dem Spielfilmdreh kann ich dann noch mehr zur Verwendung der Optiken sagen. In den nächsten Tagen werde ich bei Optiken noch ausgiebig testen und auch ein paar Testdrehs machen. 

Zeiss zf
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die lichtfänger Josef Sälzle

Hi, ich bin Josef und schreibe bei die lichtfänger über Kamera– , Lichttechnik und über alles was das Filmemachen angeht. Bei Fragen könnt ihr mir gerne eine Mail schreiben.