bebob COCO-MODO

bebop COCO-MODO – Akkuadapterplatte für die RED KOMODO

In diesem Artikel stelle ich euch die bebob COCO-MODO-V für die RED KOMODO vor. Mit der KOMODO bekommt ihr ja eine kleine modulare 6K Cinema Camera. Ich habe ja bereits die Adapterplatte von Tilta, war aber nicht mehr so mit der Formfaktor zufrieden, dazu gleich mehr. Hier erfahrt ihr mehr über die bebob Adapterplatte für die KOMODO.  

Inhaltsangabe

Einführung

Die KOMODO kommt ja direkt mit einer Canon BP Akkuaufnahme am Gehäuse. Das ist für eine Kinokamera schon etwas Besonderes, weil viele andere Hersteller und RED selber bis jetzt eigentlich keine Akkuaufnahme direkt am Gehäuse verbaut haben. Man musste hier immer eine V-Mount oder Gold-Mount Modul kaufen und an der Kamera befestigen. Erst mit der neuen KOMODO und bei der V-Raptor hat man jetzt die Möglichkeit BP-Akkus (KOMODO) oder Mini V-Mounts (V-Raptor) direkt an der Kamera zu verwenden. 

Ein Vorteil besteht darin, dass man die Kamera direkt ohne weitere Stromversorgung verwenden kann. Vorausgesetzt natürlich, dass man den passenden Akku hat. Bei der KOMODO trägt diese Akkuaufnahme auch nicht weiter beim Gehäuse auf. Die Akkus verschwinden nicht im Gehäuse wie bei der Blackmagic Pocket 4K oder 6K, sondern werden hinten angesteckt. Der Formfaktor wird dadurch natürlich etwas größer mit den Akkus. Wenn man die Kamera aber anders über Strom und ohne Akkus versorgt, bleibt die Kamera schön klein. 

Ein Nachteil ist natürlich, dass man an einen bestimmten Akkutyp oder Adapterplattentyp gebunden ist. Bei den älteren DSMC2 konnte man das Akkumodul frei wählen. 

Übersicht über die bebob COCO-MODO

Die COCO-MODO gibt euch unterschiedliche Anschlüsse für Strom an der Adapterplatte. Auf der oberen Seite habt ihr einen D-Tap-Anschluss von bebob.

Bei diesem D-Tap Anschlussdesign könnt ihr das D-Tap Kabel in zwei Richtungen einstecken.

DLF bebob coco-modo

An der linken Seite habt ihr einen 5V USB-A Port und einen Kippschalter.

DLF bebob coco-modo

An der rechten Seite habt ihr zwei 12V 2 Pin Lemo und einen 2Pin 10V-17V Lemo (DC-IN).

DLF bebob coco-modo

Hinten habt ihr dann die V-Mount Aufnahme.

DLF bebob coco-modo

Die V-Mount Akkus werden von rechts in die Platte gesteckt. Gerade bei den Akkus von bebob ist das sehr gut, weil diese die Akkuanzeige auf der linken Seite haben. Die Akkuanzeige zeigt somit nach oben und ist einfach ablesbar.

DLF bebob coco-modo

bebob COCO-MODO-V anschließen

Die Platte lässt sich relativ problemlos bei der KOMODO anschließen. Man schließt die Platte wie den Canon BP Akku an, nur eben bei beiden Akku-Aufnahmen der KOMODO. 

DLF bebob coco-modo
DLF bebob coco-modo
DLF bebob coco-modo

Dann muss man nur noch das Kabel mit dem DC-Anschluss der KOMODO verbinden. Die Platte sitzt fest an der KOMODO, aber nicht ganz so fest wie die Advanced Power Distribution Plate von Tilta. Das hat mich sogar etwas überrascht, weil sehr viele gesagt haben, dass die Platte von bebob sehr fest ohne Spiel an der KOMODO sitzt. Bei der COCO-MODO ist etwas Spiel aber gar nicht so schlimm, weil die Platte ja keine Kontakte an der Rückseite hat und die Kamera über den DC-IN mit Strom versorgt. 

DLF bebob coco-modo
DLF bebob coco-modo

bebob COCO-MODO-V verwenden

Wenn man jetzt einen V-Mount Akku anschließt, leuchtet die kleine LED bei der KOMODO neben dem DC-IN. Ihr könnt jetzt eure Kamera anschalten und verwenden. 

DLF bebob coco-modo

Wenn ihr Zubehör verwenden wollt, dann solltet ihr dieses nun mit der Platte verbinden. Achtet aber bitte immer auf die korrekte Anschlussprozedur beim SDI-Anschluss. Die COCO-MODO hat einen kleinen Kippschalter an der linken Seite. Auf „Ein“ wird das Zubehör mit Strom versorgt. 

Zubehör mit der COCO-MODO betreiben

Tilta Nucleus-N über die Tilta COCO-MODO betreiben

Ich verwende zum Beispiel meinen Tilta Nucleus-N Fokusmotor und Fokuswheel mit der COCO-MODO. Das Fokuswheel verbinde ich über USB mit der Platte. Den Fokusmotor verbinde ich über D-Tap mit der Platte. Im Gegensatz zur Platte von Tilta hat die COCO-MODO keine weiteren IO-Anschlüsse (ihr müsst mit LEMO, D-TAP und USB auskommen). Wenn ihr jetzt die Kamera über den Nucleus-N starten wollt, braucht ihr noch einen RS-Fisherpin-Anschluss. Ich habe ja das kleine TopRail mit RS-Anschluss. Hier kann man dann den Fokusmotor einstecken und so die Kamera über das Fokuswheel starten und stoppen.  

Monitor mit Strom versorgen

Man kann jetzt noch, wenn man will, den Monitor über die Platte oder V-Mount-Akku mit Strom versorgen. Es kommt hier natürlich darauf an, welchen Monitor ihr verwendet. Ich verwende im Moment den SMALLHD 702 Touch mit der KOMODO. Ich habe einen NP-F auf D-TAP Dummy und versorge so den Monitor mit Strom. 

Vorteile der COCO-MODO

Mit der COCO-MODO könnt ihr nicht nur Zubehör mit Strom versorgen, sondern auch die Akkus hotswappen. 

Der EXT-Anschluss der Platte bleibt frei und so könnt ihr zum Beispiel das Camera-Control Kabel von SmallHD verwenden. 

Mit dem kleinen Kippschalter könnt ihr den Strom von allen Ausgängen gleichzeitig kappen, die Kamera bleibt aber weiterhin mit Strom versorgt. 

Der V-Mount wird von rechts eingesteckt und der V-Mount-Entriegelungshebel ist auch auf der rechten Seite und blockiert keine Anschlüsse. 

Bei der Platte von Tilta kann man den EXT-Anschluss nur mit der horizontalen V-Mount-Adapterplatte verwenden. Der Entriegelungshebel befindet sich aber unten und stößt eigentlich am Camera-Control Kabel an. Das gefällt mir überhaupt nicht, weil man den Akku nur sehr schwer und mit viel Fingerspitzengefühl entriegeln muss. Das war auch ein Grund, warum ich mir die COCO-MODO geholt hab. 

Nachteile der COCO-MODO

Ein sehr großer Nachteil der COCO-MODO ist der Verlust der internen Akkuanzeigen. Die Platte wird ja über DC-IN mit der Kamera verbunden und über diesen Eingang kann keine Batterieanzeige übertragen werden. Hier musste ich mich auch erst daran gewöhnen, weil die Akkuanzeige mit der Tilta-Platte schon ziemlich praktisch war. Zum Glück habt ihr direkt am V-Mount noch eine Akkuanzeige, wenn der Akku fast leer ist, geht diese auch automatisch an und blinkt. So habt ihr den Akkustand auch mal schnell im Blick. Dann müsst ihr natürlich schnell beim Wechsel sein. Wenn ihr natürlich mit  größeren Akkus (ab 98Wh) arbeitet, dann hält die Kamera oft ein paar Stunden. 

Ein weiterer Nachteil ist, dass ihr mit der Adapterplatte von bebob euer Zubehör nur mit Strom versorgen könnt, ihr bekommt keine weiteren IO-Erweiterungsanschlüsse. Das ist ein kleiner Rückschritt für mich, weil ich natürlich den Timecode-Anschluss der Tilta-Platte oft genutzt habe. 

Fazit

Die COCO-MODO ist ein solide V-Mount Adapterplatte, mit der ihr eure KOMODO und weiteres Zubehör mit Strom versorgen könnt. Leider bietet sie euch keine IO-Erweiterungen. Hier braucht ihr dann wieder ein weiteres Zubehörteil. Die Akkus sitzen dafür sehr fest in der Platte und die Platte selbst sitzt auch solide an der KOMODO. 

Der EXT-Anschluss der Kamera bleibt frei und wenn ihr die Adapterplatte verwenden, stört der V-Mount-Entriegelunshebel die Anschlüsse auch nicht. 

Leider muss man auch bei einer Cinema Camera teilweise Abstriche machen. Eine Allzweck-Adapterplatte habe ich bis jetzt nur von Mutiny gesehen und hier bin ich mir noch nicht ganz sicher, ob diese so optimal ist. Ich würde ja gerne noch mehrere Adapterplatten testen, aber einfach auf gut Glück die Adapterplatten kaufen geht dann doch etwas ins Geld. Oft gibt es diese Platten nur bei Händlern, die ausschließlich an Gewerbetreibende verkaufen. Hier ist es mit der Rückgabe von Equipment dann nicht mehr ganz so einfach. 

Ich verstehe dieses Prozedere natürlich, man ist durch Amazon so verwöhnt, dass man einfach wahllos irgendwelche Dinge kauft und sie dann nach ein paar Tage gebraucht zurückschickt. Dem Händler entsteht dadurch natürlich ein Verlust. 

Ich würde sagen, wenn ihr einen SmallHD-Monitor mit Camera-Control nutzen wollt, dann holt euch eher die COCO-MODO. 

Wenn ihr dagegen einen Standard-SDI-Monitor ohne Camera-Control verwendet, dann könnt ihr euch auch gut die Tilta Advanced Power Distribution Platte holen. 

Es gibt noch eine Zwischenlösung. Die Platte von Tilta hat ja noch 4-Pin CTRL. Es gibt ein 5Pin auf 4Pin Kabel von SMALLHD. So könnt ihr einen SmallHD Monitor mit Camera Control (dann eben auf den 4Pin von der Tilta Platte) mit der Tilta Platte verwenden. Bei mir hat diese Lösung leider nicht funktioniert, ich weiß auch noch nicht so genau warum. Habe den Support von Tilta bereits angeschrieben, aber bis man hier Antwort bekommt, geht etwas Zeit ins Land. 

Ein Nachteil hat die 5Pin auf 4Pin Lösung aber, das 4Pin Kabel steht dann zur rechten Seite heraus. Das gefällt mir persönlich nicht so. Man bräuchte hier eigentlich wieder einen gewinkelten Stecker. 

Ein 5Pin (SmallHD) auf einen gewinkelten 9Pin (KOMODO) Stecker wäre auch noch eine Lösung, wenn man die Tilta Platte mit dem Camera Control Kabel verbinden will. Habe ich bis jetzt aber noch nicht gefunden. 

DLF bebob coco-modo
DLF bebob coco-modo
DLF bebob coco-modo

*es handelt sich um Amazon-, EBay-, SmallRig oder Thomann-Affiliate Links.
Das bedeutet, ich bekomme eine Miniprovision, wenn jemand etwas kauft,
das Produkt wird dadurch nicht teurer.

die lichtfänger Josef Sälzle
Josef Sälzle // DIE LICHTFÄNGER Gründer und Filmemacher

Hi, ich bin Josef, Kameramann und Filmemacher.
Ich schreibe in meinem DIE LICHTFÄNGER Blog über Kamera– ,
Lichttechnik und über alles was das Filmemachen angeht.
Mit meiner Filmproduktion DIE LICHTFÄNGER mache ich Filme für Unternehmen sowie für Selbstständige. Bei Fragen könnt ihr mir gerne eine Mail schreiben.

Wenn euch der Artikel gefallen hat, dann abonniert doch einfach den RSS Feed

Wenn ihr den Blog unterstützen wollt, dann könnt ihr mir auch eine Spende machen. Mehr Infos gibt es hier: Jetzt den DIE LICHTFÄNGER BLOG unterstützen.