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die lichtfänger Blackmagic Pocket Cinema Camera 4K

Verbesserungsbedarf bei der Blackmagic Pocket 4K

Mittlerweile habe ich die Blackmagic Pocket 4K über 1,5 Jahre im Einsatz und habe mit der Kamera sehr viele bezahlte Jobs, aber auch freie Projekte absolviert. Mittlerweile habe ich einen ganze guten Überblick über die Stärken und Schwächen der Kamera und möchte in diesem Artikel mal konkret auf die Schwächen eingehen und Verbesserungsbedarf aufzählen. 

Meine anderen Artikel zur Pocket gibt es hier:

Teil1, Teil2, Teil3, Teil4, Kurzfilm mit BMPCC4K

Inhaltsverzeichnis

  1. Stärken der Blackmagic Pocket 4K
  2. Verbesserungsbedarf bei der BMPCC4K

1. Stärken der Blackmagic Pocket 4K

Zunächst möchte ich aber kurz auf die Stärken der Kamera eingehen. Ich mag so komplett negative Artikel nicht. Man hat sich die Kamera auf Grund der positiven Eigenschaften geholt. 

Das Bild der Pocket 4K

Die Bilder, was aus dieser günstigen Kamera kommen, überzeugen mich auch heute noch. Mir gefällt einfach der Look von Blackmagic direkt aus der Kamera. Natürlich muss man immer im Hinterkopf behalten, dass die meisten Bilder aus der Kamera noch einmal durch die Farbkorrektur müssen. Natürlich kann man auch mit dem Videoprofil drehen, man verschenkt hier meiner Meinung nach aber Qualität. 

Und wie immer gilt – gutes Licht ist alles. Man kann natürlich mit der Pocket4K auch schlechte Bilder produzieren, wenn man überhaupt nicht aufs Licht achtet … das geht übrigens mit einer Arri Alexa auch. 

Slowmotion

Die Slowmotion mit 60fps bei 4K DCI und 120FPS in FullHD nutze ich sehr oft. Der starke Crop bei 120FPS stört mich auch gar nicht so. Ich arbeite bei 120FPS meistens im Macrobereich und kann daher meinen Bildausschnitt auch noch einmal genauer anpassen. 

Bedienung

Die Bedienung der Kamera ist einfach ein Traum. Das Menü ist einfach und übersichtlich, der Touchscreen reagiert sofort und durch die Funktionsbuttons kann man noch individuelle Funktionen schnell erreichen. Die Kamera lässt sich außerdem mit einem iPad oder einem speziellen Monitor über Bluetooth steuern. Somit kann man die Kamera auch bedienen, wenn sie mal schwer zu erreichen ist. 

DIE LICHTFÄNGER Verbesserungsbedarf bei der Pocket 4k
MFT-Mount

Ich muss ja schon sagen, dass ich generell von MFT-Kameras nicht so überzeugt war. Gerade die Lichtstärke hat mich etwas gestört. Hier ist man natürlich schon sehr verwöhnt von Vollformat. Aber bei MFT braucht man einfach noch lichtstärkere Optiken. 

Und man kann natürlich auch einen Speedbooster verwenden. Und durch den Speedbooster erweitert sich der Objektivpark plötzlich enorm. Man ist jetzt nicht mehr nur auf MFT-Optiken begrenzt, sondern kann eigentlich fast alles adaptieren. Auch große PL-Linsen.  Mittlerweile mache ich den Speedbooster fast nicht mehr weg von der Kamera. 

2. Verbesserungsbedarf bei der BMPCC4K

Kommen wir zu den eher negativen Seiten der Kamera. Blackmagic kann hier meiner Meinung nach noch nacharbeiten. Ob das passieren wird, steht natürlich in den Sternen. Blackmagic hatte ja schon Erfahrungsberichte mit der ersten BMPCC sammeln können und hat diese bei der BMPCC4K nicht umgesetzt. Dann kam die Pocket 6K und hier wurde auch noch nichts von den folgenden Punkten verbessert. 

Gerade die Akkulaufzeit wurde ja bei der ersten Pocket bemängelt und die Pocket4K ist hier auch nicht besser. Aber der 5 Zoll Bildschirm frisst halt einfach Strom. Ich muss ja sagen, dass ich die Kamera meistens über V-Mount betreibe oder im Studio mit dem Netzstecker. Habe wirklich selten Probleme mit der kurzen Akkulaufzeit. 

Formfaktor

Mit dem Formfaktor habe ich so meine Hassliebe. Einerseits liegt die Kamera wirklich wunderbar in der Hand. Durch den typischen Formfaktor einer DSLR mag ich Handkamera mit der Pocket4K sehr. Ich verwende ja den Smallrig-Cage und befestige rechts eine Handschlaufe. So liegt die Kamera wirklich sicher in der Hand. Wenn man jetzt noch eine V-Mount-Plate mit V-Mount verwenden, kann man die Kamera gegen die Brust pressen und hat somit noch einmal einen Haltepunkt. Man erreicht sehr einfach alle Schalter und Drehrädchen.

Auf der anderen Seite muss ich sagen, dass mir die Kamera einfach zu breit ist. Bei vielen Gimbals hat man einfach Probleme beim Balancieren und muss zusätzliche Gewichte verwenden oder irgendwelche speziellen Gimbalstativplatten. So etwas nervt mich enorm. An sich möchte ich eine Kamera, mit der man relativ schnell vom Stativ zur Handkamera und zum Gimbal wechseln kann. Mit einer geriggten Pocket4K ist dies nicht so schnell möglich.

Vielleicht brauche ich aber auch einfach wieder einen größeren Gimbal

Eine schmälere Pocketkamera

Ich würde mir eine etwas schmälere Pocket von Blackmagic wünschen. Das ist natürlich mit den Spezifikationen der Kamera nicht so einfach. Die Pocket4k hat ja ein 5 Zoll Display auf der Rückseite. Hierfür braucht man natürlich Platz. Daneben sind dann direkt die Bedienelemente und der Cardslot. Die Frage ist, ob man bei einem schmäleren Body am 5 Zoll Display festhalten kann. 

Z-Cam verfolgt ja einen etwas anderen Ansatz und hat als Kamerabody einen kleinen Würfel. Die Bedienelemente sind auf der oberen Seite und seitlich. Hinten kann man dann den Akku anbringen. Auf der oberen Seite hat man außerdem noch ein kleines Display. 

Das Design der Z-Cam gefällt mir eigentlich ganz gut. Das Display auf der oberen  Seite ist natürlich viel zu klein zur Bildbeurteilung. Bei der Z-Cam braucht man auf jeden Fall immer noch einen externen Monitor. 

Modulares Design

Blackmagic könnte hier evtl. einen ähnlichen Weg wie RED oder Z-Cam gehen und die Pocket modularer als kleinen Würfel aufbauen. Mit den VideoAssist Monitoren haben sie ja auch schon gute Monitore im Angebot. 

Auf der anderen Seite ist der ganz klare Vorteil der Pocket der große Monitor auf der Rückseite. Man kann die Kamera ohne weiteres Zubehör einfach verwenden. 

Abdeckung der Anschlüsse

Die Abdeckungen der Anschlüsse auf der linken Seite stören mich sehr bei der Pocket4K Kamera. Die kleinen Kunststoffabdeckungen sind einfach immer im Weg und man kann sie nicht einfach entfernen. Hatte die Kamera schon aufgeschraubt und geschaut, ob die Halterungen einfach herausgehen. Leider nein.

DIE LICHTFÄNGER Verbesserungsbedarf bei der Pocket 4k

Wenn man ein HDMI-Kabel, ein USB-C Kabel und ein 12V Kabel eingesteckt hat, dann ist es sehr schwer einzelne Kabel wieder zu entfernen. Die Abdeckungen gehen dann immer sehr im Weg um. Natürlich kann man die Abdeckungen einfach abschneiden. Man verliert aber dann den Staubschutz. Und für den Verkaufswert der Kamera ist dies wahrscheinlich auch nicht förderlich. 

Hier würde ich mir von Blackmagic einfach Klappen wünschen. Andere Hersteller haben die Anschlüsse auch mit Klappen abgedeckt. Besonders gut gefällt mir das Klappendesign der Fuji X-T3. Man kann die Klappe einfach durch einen Klickmechanismus entfernen und hat somit keinen Störfaktor mehr. 

Flipscreen

Dieser Flipscreen –  ich glaube jeder Filmemacher hat schon etwas zum nicht vorhandenen Flipscreen der Pocket 4K gesagt und ich muss auch sagen, dass der Flipscreen mir schon öfters gefehlt hat. 

Gerade, wenn man die Kamera sehr klein riggen will und keinen zusätzlichen Monitor verwenden möchte, fehlt der Flipscreen enorm. 

Tilta bietet ja mittlerweile ein Umbaukit für die Pocket4K und Pocket6K an. Hier kann man dann einen Flipscreen nachrüsten. Man verliert natürlich die Garantie und Gewährleistung auf die Kamera. Würde mir wünschen, dass Blackmagic die Tilta-Option in Erwägung zieht und die Kamera vielleicht direkt so anbietet. Ich brauche auch keinen Bildschirm, der komplett nach vorne drehbar ist (ich mache in der Regel keine Selfie-Youtube-Aufnahmen mit der Kamera). Ein Flipscreen, wie bei der Fuji X-T3 würde mir schon reichen. 

Fazit

Insgesamt bin ich immer noch sehr zufrieden mit der Blackmagic Pocket 4K (Amazon-Link) . Überlege auch gerade ob ich mir als zweite Kamera noch die Pocket 6K (Amazon-Link) zulege. Vielleicht berücksichtigt Blackmagic ja die Verbesserungsvorschläge an die Kamera (ich bin ja nicht der einzige der bestimmte Sachen bemängelt). Das Blackmagic System ist einfach super für mich. Kamera, BRAW und Software alles aus einem Haus und das auch noch bezahlbar. 

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die lichtfänger Josef Sälzle
Josef Sälzle // Gründer und Filmemacher

Hi, ich bin Josef, Kameramann und Filmemacher.
Ich schreibe in meinem DIE LICHTFÄNGER Blog über Kamera– , Lichttechnik und über alles was das Filmemachen angeht.
DIE LICHTFÄNGER machen Imagefilme, Werbefilme und Produktfilme. Bei Fragen könnt ihr mir gerne eine Mail schreiben.

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