SmallHD 702 Touch – High-End 7 Zoll Fieldmonitor

Heute stelle ich euch den SmallHD 702 Touch Kameramonitor vor. Ein 7 Zoll Fieldmonitor für mehrere Kamerasysteme. Unter anderem kann man mit dem 702 Touch die RED KOMODO steuern (separate Software + Kabel notwendig). In diesem Artikel gebe ich euch meine Erfahrungen mit dem Monitor. 

Inhaltsverzeichnis

Warum habe ich mir den SmallHD 702 geholt?

Im ersten möchte ich euch kurz meine Beweggründe für den Kauf des 702 erläutern. Eventuell haben ja andere Kameraleute auch die gleichen Probleme, wie ich mit meinen bisherigen Monitoren und brauchen eine Lösung. 

7 Zoll statt 5 Zoll

Ich habe/hatte ja mehrere 5 Zoll Monitore (SmallHD Focus, Andycine 5 Zoll und früher noch den SmallHD 501) und war auch immer zufrieden mit der Größe. 5 Zoll reichen auch oft aus, wenn man direkt an der Kamera ist, z. B. wenn die Kamera auf dem Stativ oder auf der Schulter ist. Ich arbeite aber öfters auch mit dem DJI Ronin RS2 oder aus der Hand und hier ist der Monitor dann deutlich weiter von den Augen entfernt, hier sind mir 5 Zoll mittlerweile einfach zu klein. 

Mit einem 7 Zoll Monitor hat man aber einfach ein größeres Bild und das gefällt mir sehr. Mit einem größeren Bild kann man die Schärfe und die Bildgestaltung deutlich besser beurteilen. 

Generell sollte man sein Bild so groß wie möglich bereits auf dem Set anschauen. Zusätzlich zu einem 7 Zoll Kameramonitor habe ich oft noch einen 15 Zoll Regiemonitor am Set. Kann ich wirklich jedem empfehlen. Das geht natürlich nur bei größeren Sets, wenn man eine Videofunkstrecke zur Verfügung hat.

Unschärfe besser beurteilen

Mit einem größeren Monitor kann man nicht nur die Schärfe besser beurteilen, sondern auch die Unschärfe. Mit ist es mittlerweile schon öfters aufgefallen, dass mir der Hintergrund von vielen Bildern manchmal zu unscharf ist. 

Auf einem 5 Zoll Monitor sieht es gut aus, sobald man die Bilder dann aber an einem größeren Monitor (ab 15 Zoll) anschaut, merkt man, dass die Blende zu weit offen war. Teilweise hat man das Gefühl, dass sich die Darsteller dann nicht in der Location befinden, sondern eher wie eingefügt aussehen. Das sollte natürlich nicht passieren. 

Als ich angefangen hab, mit DSLRs zu filmen, habe ich viele Sachen komplett offen auf f1,4 oder f1,8 gedreht und war auch vom Look begeistert. Mittlerweile bewege ich mich aber eher bei f2,8 oder f4. So ändert sich eben auch der persönliche Geschmack. 

Mit einem 7 Zoll Monitor sieht man die Unschärfe natürlich noch nicht perfekt, aber man hat immerhin 2 Zoll mehr.

SmallHD mit der besten Benutzeroberfläche

Ich habe jetzt meinen PortKeys BM5 WR III ungefähr 1 Jahr mit der KOMODO und manchmal mit der BMPCC4K verwendet und war einfach nie mit der Bedienung zufrieden. Das OS von PortKeys fühlt sich einfach sehr veraltet an und ich habe den Monitor meistens komplett ohne PortKeys-Werkzeuge (FalseColor, Peaking, etc.) verwendet. Natürlich muss man bei einem Monitor nicht unbedingt alle Features verwenden, braucht man dann aber einen Monitor der eine Unmenge von Features hat oder reicht ein simpler Monitor aus? 

Mit der Pocket4K verwende ich ja hauptsächlich den SmallHD Focus und die Bedienung ist einfach um Welten besser. Hier verwende ich gerne den FalseColor oder das Peaking von SmallHD. Man kann auch einfach zwischen Seiten mit unterschiedlichen Werkzeugen hin- und herwischen. Der 702 Touch hat natürlich ein ähnliches OS, wie der Focus. Es ist übersichtlich und schnell. Wenn man von einem Focus, 501 oder 502 kommt, wird man sich sofort zurechtfinden. 

Erweiterbarkeit

Die neuen Monitore von SmallHD sind zum Teil erweiterbar. Wenn man zum Beispiel den Monitor über einen V-Mount/Gold-Mount betreiben will, kann man sich eine entsprechen Rückplatte für den Monitor zulegen. 

Außerdem kann man ein Teradek-Rückteil (Sender oder Empfänger) mit dem 702 Touch verwenden und hat somit direkt einen kabellosen Regie- oder Focuspullermonitor. 

Für mich nutzlose Wi-Fi Funktion beim PortKeys

Ich habe mich für den PortKeys Monitor entschieden, weil man mit diesem Monitor die KOMODO per Wi-Fi steuern kann. Am Anfang habe ich diese Funktion auch oft verwendet. Leider muss man den Monitor über das 2,4GHz Wi-Fi mit der KOMODO verbinden, dadurch verliert man das Livebild auf dem Smartphone. Für ein Livebild braucht man die 5GHz. 

Wenn ihr das Smartphone nicht unbedingt für das Livebild braucht, dann ist die Wi-Fi Funktion vom PortKeys sehr gut. Man kann die wichtigsten Funktionen der Kamera steuern und das ist ja oft die Hauptsache.

Überblick über den Monitor

Der SmallHD 702 Touch hat ein 1080p Display mit einer maximalen Helligkeit von 1500nits und einem 8bit Farbdisplay. Man bekommt also etwas weniger Helligkeit als beim Portkeys BM5 WR. 

Das Bild beim SmallHD wird aber mit 10bit verarbeitet. 

Für das Videosignal stehen SDI und HDMI zur Verfügung. Man bekommt einen SDI-Eingang und SDI-Ausgang sowie HDMI-Eingang und HDMI Ausgang.  Man kann also eine HDMI-Funkstrecke (z. B. EagleEye) mit dem SmallHD 702 Touch verwenden. Zusätzlich zu den Videoschnittstellen hat man einen Stromanschluss, einen MiniUSB Anschluss und einen Klinkenanschluss. 

1/4 Zoll-Gewinde gibt es an der linken und rechten Seite, sowie an der Rückseite. Alle Gewindeanschlüsse haben noch eine Lockin-Pin-Funktion. An der oberen Seite hat man noch den SD-Kartenslot (für Firmware-Updates und die Übertragung von LUTs) und den Ein/Aus-Schalter. Zusätzliche Funktionstasten hat der 702 nicht.

Strom bekommt der Monitor entweder über variable Rückplatte oder über einen Netzanschluss. Bei der Rückplatte kann man zwischen Sony L-Akkus, V-Mount oder Gold-Mount wechseln. Hierfür braucht man natürlich die passenden Rückplatten.

Auspacken und erster Eindruck

Der Monitor kommt ohne Transportkoffer. Das ist sehr schade beim stolzen Preis von ca. 1750€. Ansonsten hält sich der Lieferumfang auch sehr in Grenzen. Man bekommt noch ein Säuberungstuch, einen Bildschirmschutz und eine 8GB SD-Karte. 

Wenn man den Monitor auspackt, dann macht er einen sehr guten Eindruck. Einzig die Glasfläche vom Display ist eine große Angriffsfläche. Bei vielen anderen Monitoren wird das Display ja vom Rahmen eingefasst und ist somit etwas geschützt. Beim SmallHD Monitor geht das Glas bis zum Rand. Hier sollte man meiner Meinung nach unbedingt die mitgelieferte Schutzfolie verwenden. Bei unseren Smartphones hat ja inzwischen auch jeder eine Schutzfolie. Man kann natürlich noch einen Cage für den Monitor kaufen, der Monitor wird dadurch natürlich etwas größer und schwerer. 

Der 7 Zoll Monitor ist auch deutlich dicker als man denkt. Wir sind ja mittlerweile sehr dünne Smartphone und Tablets gewohnt und so ist man erst einmal von der Dicke des Monitors überrascht.

Stromverbrauch

Der Monitor verbraucht ca. 18W mit voller Helligkeit und allen Werkzeugen eingeschaltet. Mit einem Sony NPF750 könnt ihr den Monitor als ca. 2h mit Strom versorgen. Der Monitor kann ja über zwei NP-F Akkus mit Strom versorgt werden und hält somit dann ca. 4h. Wenn ihr den Monitor nicht mit voller Helligkeit betreibt, halten euch die Akkus natürlich länger.

Verarbeitung und Bedienung

Der Monitor ist sehr hochwertig verarbeitet und verträgt das harte Leben am Set. Ich hatte ja bereits andere SmallHD Monitor im Einsatz und hier gab es nie Probleme mit der Belastbarkeit. Der Monitor leitet die entstehende Hitze über das Metallgehäuse ab und kann daher etwas wärmer werden. 

Bedienung über Touchscreen und Gesten

Die Bedienung des SmallHD 702 Touch ist an sich sehr einfach. 

Wie bei vielen anderen Touchscreen Monitoren navigiert man über Tippen und Wischen durch die Menüs und Optionen. Der Monitor reagiert schnell und genau, ähnlich wie ein aktuelles Smartphone. Warum reagiert der Touchscreen meiner RED KOMODO eigentlich nicht so schnell und präzise? 

Funktionen und Helligkeit

Bei den Funktionen hat man bei SmallHD alles, was man so für den Drehalltag braucht. Standardfunktionen wie

Peaking, Waveform, FalseColor, FrameGuides, AnamorphicSqueeze, Zebra, Vectorscope, etc., sind natürlich vorhanden. Darüberhinaus bekommt man auch die Möglichkeit Kameras (RED, ARRI, SONY) über den Monitor zu steuern.

Mit 1500nits ist der Monitor deutlich heller als die früheren Modelle. Bei sehr starker Umgebungshelligkeit braucht man aber immer noch eine Sonnenblende (die natürlich nicht im Lieferumfang enthalten ist).

Kameras mit dem SmallHD 702 Touch bedienen

Wie gerade schon geschrieben, kann man unterschiedliche Kameras mit dem SmallHD bedienen. Hierfür braucht man aber noch ein zusätzliches, kostenpflichtiges Software-Update. Das Software-Update kostet ca. 500€. Das klingt natürlich erst einmal sehr viel.

Die Hersteller lassen sich die Lizenzgebühren für die Software wahrscheinlich gut bezahlen und SmallHD muss hier ja auch noch Entwicklungsarbeit investieren. Ob das jetzt 500€ Wert ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. 

Die Kameras werden aber nicht drahtlos wie beim PortKeys gesteuert. Bei der Bestellung eines Software-Updates bekommt man auch noch das passende Kamerakabel dazu geliefert. 

Wenn man aber erstmal das Software-Update hat, dann ist die Bedienung der Kamera sehr einfach und kein Vergleich zu anderen Herstellern. Der Monitor funktioniert dann wie ein Monitor vom Kamerahersteller selber. 

Fazit

Der SmallHD 702 Touch war für mich eine sinnvolle Investition. Ich empfehle ja immer: „Investiert einmal richtig und spart euch dann Probleme.“

Beim PortKeys BM5 WR habe ich gedacht, dass ich bereits richtig investiert hatte. Aber nach einem Jahr mit dem Monitor war ich einfach nicht komplett überzeugt. Ich hatte mir einige Erfahrungsberichte über den Monitor durchgelesen und Videos angeschaut, aber die Arbeit mit dem Monitor ist dann doch immer etwas anders. Oft kann man Technik wirklich erst nach ein paar Monaten bewerten. 

Investiert einfach in den Branchenstandard. Es gibt zwar immer mal wieder neue Hersteller auf dem Markt, aber oft sind die ersten Produkte einfach noch nicht so ausgereift wie beim Branchenführer. SmallHD ist seit über 10 Jahren in der Branche und diese Erfahrung merkt man den Produkten einfach an.

Da ich bereits länger mit dem SmallHD Focus in Kombination mit der Pocket4K arbeite, weiß ich, dass die Monitore von SmallHD wirklich sehr gut sind und auch lange halten. Die Arbeit mit dem SmallHD 702 Touch fühlt sich ähnlich an und ich muss mich weniger um den Monitor kümmern und kann mich deutlich besser auf das Bild konzentrieren. 

*es handelt sich um Amazon-, EBay-, SmallRig oder Thomann-Affiliate Links.
Das bedeutet, ich bekomme eine Miniprovision, wenn jemand etwas kauft,
das Produkt wird dadurch nicht teurer.

die lichtfänger Josef Sälzle
Josef Sälzle // DIE LICHTFÄNGER Gründer und Filmemacher

Hi, ich bin Josef, Kameramann und Filmemacher.
Ich schreibe in meinem DIE LICHTFÄNGER Blog über Kamera– ,
Lichttechnik und über alles was das Filmemachen angeht.
Mit meiner Filmproduktion DIE LICHTFÄNGER mache ich Filme für Unternehmen sowie für Selbstständige. Bei Fragen könnt ihr mir gerne eine Mail schreiben.

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