DLF Videoequipment für den Anfang

VIDEOEQUIPMENT FÜR DEN ANFANG – Ein Guide zum Einstieg in die Videographie

Einführung

In dieser Einführung gehe ich sehr allgemein auf das Filmemachen und die Technik ein. Falls euch das nicht interessiert, könnt ihr natürlich direkt zum nächsten Kapitel springen. 

Ihr braucht nicht die neueste Technik

Diese Art von Artikel ist natürlich teilweise immer etwas abhängig vom Datum der Veröffentlichung, Kameratechnik entwickelt sich ja stetig weiter und teilweise sind bestimmte Kameramodelle nach einem halben Jahr schon veraltet. Man braucht natürlich nicht die neueste Technik, die es auf dem Markt gibt. Vor 10, 20 oder 100 Jahren, hat man ja auch schon Filme gemacht. Natürlich da noch mit anderer Technik, die stellenweise schwieriger zu bedienen war und schwerer zum Tragen.

Früher war die Technik noch eine Hürde und nur wenige konnten sich es leisten Filmemacher zu werden. Mittlerweile ist ja alles deutlich günstiger geworden, dadurch können viel mehr Leute in die Branche.

Unterschiedliche Entwicklungen bei der Technik

Das Problem mit der Technik habt ihr natürlich nicht nur bei der Kamera. Licht, Ton, Stative, Kamerastabilisierungssysteme (Gimbal, Steadycam, Dolly, usw.) und Software entwickeln sich natürlich auch weiter. Bei Stativen und Steadycams gibt es aber deutlich weniger bahnbrechende Innovationen. Gimbals werden natürlich auch immer besser, hier entwickelt sich die Software schnell weiter und dadurch wird auch die Stabilisierung besser. Man muss natürlich den Gimbal trotzdem weiterhin beherrschen, alles nimmt die Technik einem nicht ab. 

Beim Licht hat sich in den letzten Jahren auch sehr viel getan. Mit den COB-Leds bekommt man endlich auch hartes Licht. Hier bekommt man mittlerweile auch ordentlich Leistung (1200W LED) und kann HMIs ersetzen. Diese Hochleistungs-LEDs haben natürlich noch ihren Preis. Aber für 200€ bekommt man mittlerweile auch gute BiColor COB LEDs und kann zum Beispiel Interviews hervorragend ausleuchten. 

die lichtfänger Lichtspieler Fluter
DLF LED LICHT ZUM FILMEN COB LED
Schaut euch die Grundlagen an

Die ganze Theorie (Lichtsetzung, Kameraposition, gewählte Brennweite, Kamerabewegung) bleibt aber gleich, hier ändert sich kaum noch etwas. Was sich ändert, ist der Stil und Trends. 

Heute setzt man teilweise Licht anders und man führt die Kamera auch anders, aber wenn ihr jetzt mit dem Filmen anfangt, dann seid ihr ja in der Regel im aktuellen Trend. Oft muss man dann eher die älteren Sachen lernen.

Bei mir war es zum Beispiel so, es gab noch keine Gimbals, als ich mit dem Filmen angefangen habe. Kamerabewegungen waren daher nicht so einfach möglich. Man konnte zwar die Kamera aus der Hand führen, braucht hier aber sehr viel Übung für wackel freie Aufnahmen. Ich habe dann natürlich sehr viel mit dem Stativ gearbeitet und deswegen bin ich recht sicher mit Schwenks. Die Arbeit mit dem Gimbal musste ich mir erst erarbeiten und bin auf keinen Fall so sicher mit dem Gimbal, wie jemand der ausschließlich mit dem Gimbal arbeitet. 

Natürlich sollte man einen Film auch nicht unbedingt komplett mit dem Gimbal machen, eine bewegte Kamera hat einen ganzen andere Wirkung wie eine statische Kamera. 

Unpräzise Kamerarbeit

Das Problem mit der bewegten Kamera sehe ich bei vielen Anfängern, die Kamera wird bewegt, weil es einfach möglich ist. Man macht sich aber keine Gedanken, warum man die Kamera überhaupt bewegt. So bekommt man dann generische rastlose Filme ohne präzise Bildgestaltung. Beim Schnitt ist es leider oft ähnlich, hier wird teilweise wild hin- und her geschnitten, kein Bild kann wirken. 

Das ist natürlich auch etwas unserer kurzlebigen TikTok Zeit geschuldet. Natürlich muss man bei seinem Film (gerade wenn es eine Auftragsproduktion ist) auch die Zielgruppe berücksichtigen. Manchmal kann man seine Zielgruppe aber auch erziehen. 

Ok genug Boomer-Talk. 

Gedanken zum Anfang

Am Anfang müsst ihr euch natürlich Gedanken machen, welche Art von Filmen ihr machen wollt. Das ist natürlich überhaupt nicht einfach, weil man ja noch nichts gemacht hat. Die meisten werden auch mehr in diese Branche reinrutschen und am Anfang wahrscheinlich noch alles produzieren und sich nach einer Zeit erst spezialisieren. 

Welche Arten von Filmen gibt es überhaupt?

Eine unvollständige Liste:

  • Musikvideo
  • Werbung
  • Imagefilme
  • Produktfilme
  • szenische Filme
  • Dokumentationen
  • Macrofilme
  • experimentelle Filme
  • Hochzeitsfilme

Ich habe euch hier ein paar Beispiel von mir verlinkt, damit ihr ungefähr seht, was man in den unterschiedlichen Kategorien alles machen kann.

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Bei allen Arten macht man natürlich Filme, aber die notwendige Technik unterscheidet sich stark. Wenn man ausschließlich Eventfilme (dazu zählen auch Hochzeitsfilme) macht, dann braucht man wahrscheinlich weniger Lichtequipment, wie bei Werbefilmen. Ich schreibe auch bewusst „weniger“ und nicht kein Lichtequipment. 

Tonequipment braucht ihr zum Beispiel auch eher bei Imagefilmen, Dokumentationen und szenischen Filmen und weniger bei Musikvideos. 

Ein gutes Stativ ist bei mir aber zum Beispiel bei jeder Produktion dabei. Selbst wenn keine Schüsse vom Stativ geplant sind. 

Dann müsst ihr euch natürlich noch überlegen, ob ihr lieber mit Zoomobjektiven oder Festbrennweiten arbeiten wollt. Ich habe beides gemacht. Am Anfang meiner Filmkarriere habe ich viel mit Camcordern (festverbautes Zoomsobjektiv) gearbeitet, später bin ich dann auf die ersten DSLRs (mit denen man Filmen konnte) und Vintage-Festbrennweiten umgestiegen. Mit mehr Geld habe ich dann in bessere Foto-Zoomoptiken investiert und habe hier sehr viele Filme produziert. Mittlerweile habe ich aber fast alle Zoomoptiken wieder verkauft und bin wieder bei Vintage-Festbrennweiten gelandet. 

Ich leihe mir aber bei passenden Produktionen noch Cinemalinsen dazu. 

Zum Thema Objektive und Objektivauswahl habe ich auch mehrere Artikel geschrieben:

DLF Cinelinse zum Filmen

Macht aber aus dem Thema keine Wissenschaft. Ihr könnt euch monatelang mit Kameras, Objektiven und Zubehör beschäftigen und habt dann aber noch keinen einzigen Film produziert. Schaut einfach an, was ihr an Budget zur Verfügung habt und investiert möglichst gleichmäßig. Das heißt, verpulvert euer komplettes Budget nicht in eine Vollformatkamera mit einer Optik. Sondern schaut eher, wo ihr euch noch Licht und ein Stativ leisten könnt. 

DSLM oder Cinema Camera für den Anfang?

Wenn ihr am Anfang nur ein sehr begrenztes Budget für die Kamera und die Optik zur Verfügung habt, wovon wir jetzt hier ausgehen (Beispiel max. 1000€), dann wird es wahrscheinlich eher auf eine günstigere DSLM mit Vintage-Optik herauslaufen. Damit lässt sich natürlich schon eine Menge machen. 

die lichtfänger Kamera zum Filmen

Wahrscheinlich habt ihr bei eurer Recherche aber auch schon von Cinema Cameras gelesen und dass ihr unbedingt eine Blackmagic Pocket 4K braucht, weil es einfach die beste Kamera in dieser Kategorie (Cinema Cameras) und Preissegment ist. Die Pocket4K (und allgemein die Kameras von Blackmagic) haben ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, ein gebrauchte Pocket4K kostet aber immer noch knapp 1000€ und ihr braucht ja auch noch eine Optik, Speicherkarten, Akkus usw.

Lasst euch hier nicht einreden, dass ihr unbedingt eine Cinema Camera braucht. Wenn das Budget knapp ist, dann reicht eine einfache DSLM oder sogar Kompaktkamera aus. 

Zu Cinema Cameras habe ich auch einen Artikel geschrieben. 

Braucht man eine Vollformatkamera?

Vollformat/FullFrame oder Large Format ist das Buzzword der letzten Jahre. Jeder YouTuber erklärt einem, dass man unbedingt eine Vollformatkamera braucht, weil der Vollformatlook ja so besonders ist. Die Hersteller sagen das gleiche und wollen einem die neueste Vollformatkamera, die gerade erst erschienen ist, verkaufen. 

Natürlich wollen die Hersteller euch die neueste Technik verkaufen und mit Vollformatkameras lässt sich auch ganz gut Geld verdienen. Die Vollformat-Kameras und die dazu passenden Optiken sind teurer als Crop-Kameras.

Lasst euch davon aber nicht einschüchtern, ihr braucht keine Vollformatkamera. Ich produziere seit Jahren meine Filme mit MFT-Kameras (Blackmagic Pocket 4K), APS-C Kameras (Canon DSLRs, Canon C300, RED KOMODO). Ich habe natürlich noch eine Vollformat-DSLR (5D MK3), verwende diese aber nur noch für Fotos. 

Wenn ihr natürlich einen ganz bestimmen Bildstil haben wollt, zum Beispiel 35mm f1,2. Dann wird es mit ASP-C schwerer, diesen Look zu bekommen. Bei APS-C bräuchtet ihr nämlich eine 24mm f0,95 Linse, wenn ihr den „35mm f1,2 auf Vollformat Look“ haben wollt. 

Meiner Meinung nach sind das aber sehr spezielle Anforderungen, die man nur sehr selten braucht. Es gibt 24mm 1,4 Linsen für APS-C und so habt ihr dann nicht mehr ganz diese Unschärfe. Aber die Frage ist, ob ihr diese krasse Unschärfe beim Filmen überhaupt einsetzen könnt. Bei einem Shot (wenn sich das Subjekt) nicht so viel bewegt, ist es wahrscheinlich ok. Aber einen ganzen Film mit Blende f1,2 drehen und danach anschauen ist eher eine Qual. Die Darsteller bewegen sich ja und sind bei f1,2 eigentlich nie richtig scharf, so etwas funktioniert nur teilweise. 

Man kann sich hier natürlich auch tot diskutieren. Aber meiner Meinung nach braucht ihr für den Anfang keine Vollformatkamera. 

Welches Kamerasystem zum Filmen?

Jetzt müsst ihr euch natürlich für einen Hersteller entscheiden. Über die Wahl der richtigen Kamera habe ich bereits mehrere Artikel und ein E-Book geschrieben (Filmen mit DSLM & DSLR).

Kleine Zusammenfassung:

  • bei Canon, Sony, Panasonic, Fuji und Nikon könnt ihr eigentlich nichts falsch machen
  • ihr bekommt bei allen solide Kamerasystem mit ordentlich Auswahl
  • bei fast jedem Hersteller könnt ihr euch zwischen Vollformat und Crop-Sensor-Kameras entscheiden
  • Sony, Canon und Nikon haben 35mm-Vollformat und APS-C im Sortiment, Panasonic Vollformat und MFT-Sensoren, und Fuji Mittelformat und APS-C Sensoren
Ein Kamerasystem kaufen: Beispiel Sony

Schauen wir uns jetzt konkret den Kauf einer Kamera an. Ich habe hier Sony als Hersteller ausgewählt, das Gleiche funktioniert natürlich auch bei Canon, Panasonic und Fuji. Hier kommt es etwas auf eure persönlichen Bedürfnisse an. Ihr solltet die Kamera vor dem Kauf einmal in die Hand genommen haben. Wie kommt ihr mit der Bedienung zurecht? Wollt ihr vielleicht mehr Drehrädchen, oder lieber nur einen Touchscreen? 

Bei den Beispielen habe ich bewusst auch nicht die neuesten Modelle ausgewählt. 

APS-C Kamera – Sony A6500

Schauen wir uns die Sony A6500 an. Ich hatte selber eine Zeit lang die Sony A6300 und habe auch einen Artikel über die Kamera geschrieben. 

Bei der 6500 bekommt ihr eine APS-C Kamera mit stabilisiertem Sensor. Ihr könnt mit der Kamera 4K Aufnahmen machen und habt sogar 100fps für Slowmotion in FullHD. Die 6000er Serie von Sony ist sehr klein und handlich. 

Alternative zur Sony a6500 – die Sony ZV-1

Ich habe euch hier noch die Sony ZV-1 aufgeführt, preislich liegt diese ungefähr bei einer gebrauchten A6500, die Kameras unterscheiden sich aber. Die ZV-1 ist eine premium Kompaktkamera mit einem festverbautem Objektiv. Ihr könnt somit keine Wechselobjektive verwenden, müsst dann aber natürlich auch nicht in Optiken investieren und könnt das freie Budget für andere Dinge verwenden. Die ZV-1 wird von Sony als VLOGGER-Kamera verkauft. Sie hat aber leider einen kleinen Nachteil – es gibt keinen Kopfhörerausgang. Ich fühle mich hier etwas an die Anfänge der DSLRs zurückerinnert, hier hatte man oft auch keinen Kopfhörerausgang und konnte somit nicht den Ton abhören. Warum Sony das heute noch macht, versteht keiner. Der Kollege Markus von makeengo hat hier aber ein paar Tipps zum Thema: Fehlender Kopfhörerausgang der ZV-1.

Wenn ihr zusätzlich einen Gimbal haben wollt, dann braucht ihr auch keine großen Gimbal, der Ronin RSC reicht hier zum Beispiel völlig aus. 

Kamera

Sony A6500€ – ca. 500€ (Link zu Ebay)

Objektiv für die Sony A6500

Festbrennweite (Links zu Amazon)

Zoomobjektive (Amazon-Links)

Vintage Festbrennweite (Links zu ebay)

Contax Zeiss und Canon FD – Preis variiert je nach Brennweite – Preise von Vintage Optiken gehen aber gerade eher hoch.

Zubehör für die Sony A6500

Ihr braucht natürlich nicht nur die Kamera und Optiken, sondern auch noch Speicherkarten, Akkus und evtl. ein Cage-System. 

Speicherkarte (Link zu Amazon)

Ihr braucht nicht unbedingt UHS 2 Karten, wenn ihr aber mal eine bessere Kamera mit 4K 50p wollt, dann könnt ihr die Speicherkarten weiterverwenden. 

Akkus

Cage + Rig

Filter

Wenn ihr natürlich alles jetzt zusammenrechnen, dann kommen wir auf eine Summe von ca. 3700€ (habe jetzt auch alle Optiken mit reingenommen, ihr braucht natürlich nicht alle). Jetzt müsst ihr eben schauen, womit ihr arbeiten wollt. Vielleicht holt ihr euch auch nur eine Festbrennweite und eine Zoomoptik, zum Beispiel das Sigma 18-35mm und die Sony 50mm. Dann könnt ihr einen großen Brennweitenbereich abdecken und habt alle Optiken mit einer Lichtstärke von f1,8. Hier kommt ihr dann auf einen Gesamtpreis von ca. 2100€. Bei den Speicherkarten könnt ihr natürlich noch sparen und die etwas langsameren nehmen. 

Vollformatkamera kaufen: Sony A7S2

Ich habe im Moment eine Sony A7S als Leihkamera und möchte sie als Immerdabei-Kamera etablieren. Natürlich ist eine Vollformatkamera hier auch nicht unbedingt notwendig, aber konnte die A7S kostenlos unbegrenzt leihen und da sagt man natürlich nicht nein. 

Was natürlich sofort auffällt. Vollformatkameras sind nicht mehr sehr viel größer als die APS-C Kameras. Damals zu DSLR-Zeiten waren die Unterschiede noch deutlicher. 

Bei der Sony A7S2 bekommt ihr natürlich eine sehr gute Vollformatkamera mit stabilisiertem Sensor, ihr könnt auch 4K Video aufzeichnen und 100fps Slowmotion in FullHD. Also die gleichen Spezifikationen wie bei der A6500. Der Vollformatsensor ist durch die Bauform natürlich lichtstärker, durch die größeren Sensel. 

Kamera (Link zu ebay)

Objektiv für die Sony A7S2

Festbrennweite (Links zu Amazon)

Zoom (Links zu Amazon)

Vintage Festbrennweite (Links zu Ebay)

  • Die alten Contax Zeiss und Canon FD sind ja für 35mm Analogfilmkameras geeignet, dadurch natürlich auch für digitale Vollformatkameras.

Zubehör für die Sony A7S2sony

Ihr braucht natürlich nicht nur die Kamera und Optiken, sondern auch noch Speicherkarten, Akkus und evtl. ein Cage-System. 

Speicherkarte (Links zu Amazon)

Ihr braucht nicht unbedingt UHS 2 Karten, wenn ihr aber mal eine bessere Kamera mit 4K 50p wollt, dann könnt ihr die Speicherkarten weiterverwenden. 

Akkus (Links zu Amazon)

Cage + Rig (Links zu Amazon)

Filter (Links zu Amazon)

Wenn wir jetzt alles zusammenrechnen (ich wähle jetzt wieder eine Festbrennweite 50mm f1,2 und ein Zoom 24-70 f2,8 aus), dann kommen wir auf eine Summe von ca. 7500€. Natürlich könnten wir auch  günstigere Festbrennweiten und Zooms auswählen, aber warum hole ich mir dann überhaupt eine Vollformatkamera? Das ist eben das Problem mit Vollformat, man zahlt hier einfach den größeren Sensor. 

Jetzt haben wir uns zwei Systeme von Sony angeschaut und ihr müsst selbst für euch entscheiden, in welches System ihr investieren wollt. Ihr könnt natürlich den Preis der Kamera noch einmal drücken, wenn ihr ein noch älteres Modell auswählt. Ihr bekommt ältere DSLRs bereits für 200€

Stabilisierungssystem zum Filmen

Schauen wir uns als Nächstes das Stabilisierungssystem an. Natürlich könnt ihr mit vielen Kameras (gerade wenn sie einen stabilisierten Sensor – IBIS – haben) auch viele Aufnahmen aus der Hand machen. Ich würde mich aber generell nicht darauf verlassen. Teilweise sehen diese IBIS-Aufnahmen auch komisch aus und der Sensor kann natürlich nicht alle Wackler ausgleichen. Hierbei können auch unreparierbare Bildfehler entstehen. 

Für mich ist ein stabilisierter Sensor auch überhaupt kein Kaufkriterium.

Stativ zum Filmen

Wie ich vorhin schon geschrieben habe, ist für mich ein gutes Videostativ essenziell. Hier sollte man meiner Meinung nach auch deutlich mehr Geld ausgeben, weil man ein Stativ natürlich viel länger hat als eine Kamera. Zumindest ist es bei mir so. 

Ich verstehe natürlich, dass man am Anfang nicht unbedingt 3000€ in ein Stativ investieren kann, aber man sollte auch nicht unbedingt nur 50€ investieren. Ein gedämpfter Videokopf ist ein Muss für das Filmen. 

In meinem Artikel Stative zum Filmen stelle ich euch unterschiedliche Systeme vor und gehe auf die Vor- und Nachteile ein. 

DLF Tipps zur Arbeit mit dem Stativ
Gimbal zum Filmen 

Mit einem Gimbal könnt ihr noch mehr Bewegung in eure Aufnahmen bringen. Das Gewicht von eurer Kamera + Optik + Zubehör entscheidet, welchen Gimbal ihr braucht. Mit einer kleineren APS-C Kamera könnt ihr natürlich auch einen kleineren Gimbal verwenden. 

In meinem Artikel Welchen Gimbal zum Filmen stelle ich euch auch wieder die unterschiedlichen Systeme, sowie Vor- und Nachteile der einzelnen Systeme vor. 

DLF DJI RONIN RS2
Ein Stabilisierungssystem kaufen: Beispiel Stativ und Gimbal

Schauen wir uns jetzt wieder zwei konkrete Beispiel an. Nehmen wir an, dass wir uns für die Sony A6500 entschieden haben. Jetzt brauchen wir noch ein Stativ und einen Gimbal.

Beim Gimbal würde ich den DJI Ronin RSC 2 (Amazon-Link) empfehlen. Ich verwende den DJI Ronin RS2 und bin zufrieden mit dem Gimbal. Ihr braucht aber nicht so viel Traglast mit der kleineren Kamera und könnt somit auch den kleineren, günstigeren Gimbal nehmen. Natürlich gibt es hier auch andere Hersteller, aber mit DJI fährt man in der Regel nicht ganz schlecht. 

Gimbal (Amazon-Link)

Beim Stativ habe ich ja bereits geschrieben, dass man eher mehr investieren sollte. Ein Sachtler Stativ ACE gibt es bereits ab ca. 700€. Aber ich bin kein Fan vom ACE-System. Ich würde ich eher auf einen FSB-Kopf oder Aktiv-Kopf gehen. Der FSB ist etwas älter, aber immer noch sehr gut. Bei einem Sachtler-Stativ muss man aber schon mit ca. 1000€ rechnen (geht natürlich auch mehr, aber ein FSB4 gibt es bereits am 1000€).

Sachtler (Ebay-Link)

Ich weiß, die wenigsten werden sich ein Sachtler Stativ für den Anfang kaufen und dann eher in ein Manfrotto Stativ mit ca. 500€ investieren. Die Manfrotto-Stative gehen einem dann sehr lange auf die Nerven und irgendwann wird man dann doch in ein Sachtler investieren. 

Ok ok, holt euch für die Nicht-Sachtler-Zeit einfach ein günstiges Stativ von SmallRig oder einem anderen Hersteller. Präzise Schwenks sind nicht unbedingt möglich, aber oft muss die Kamera ja einfach nur stabil auf dem Stativ stehen. Zum Beispiel bei Interviews. 

Licht zum Filmen

Das Licht ist für mich essenziell, ihr könnt mit Licht euren Filmen unterschiedliche Stimmungen geben. Jetzt kommt es natürlich darauf an, welche Art von Filmen ihr drehen wollt. Habe ich ja bereits am Anfang schon geschrieben, bei Eventfilmen braucht ihr einfach selber deutlich weniger Licht. Hier werdet ihr wahrscheinlich schon mit einer kleinen LED, die ihr bei Bedarf verwenden könnt, auskommen. 

Interviews ausleuchten

Wenn ihr mit Licht arbeitet, dann müsst ihr sehr oft Interviews und Statements ausleuchten. Gerade bei Imagefilmen oder anderen Unternehmensfilmen muss oft ein gewisser Inhalt von einer Person vermittelt werden. 

Für diese Statements braucht ihr natürlich Licht. Hier arbeitet man mittlerweile fast nur noch mit LEDs. Welche Vor- und Nachteile LEDs haben, lest ihr euch am besten im folgenden Artikel durch:
Welche LED zum Filmen

Mehr zum Thema Interviews filmen gibt es in diesem Artikel: Interviews drehen.

DIE LICHTFÄNGER BEHIND THE SCENES

Ich gebe euch jetzt noch eine kleine Licht-Liste. Ich habe hier bewusst nur Technik von Aputure ausgewählt, weil ich hier die meiste Erfahrung habe. Es gibt natürlich noch andere Hersteller, die ähnliche Lampen im Sortiment haben, zum Beispiel Godox oder Neewer. Ich habe auch bewusst immer die Bi-Color Varianten herausgesucht. Bei Bi-Color LEDs könnt ihr die Farbtemperatur der Lampe meistens von ca. 2800K – 5000K einstellen. Ihr könnt auch somit an das vorhandene Raumlicht anpassen oder bewusst mit Farbkontrasten arbeiten. 

Equipment zum Ausleuchten von Interviews (Links zu Thomann)

Hartes LED-Licht

Weiches LED-Licht

Lichtformer

Lichtstative

evtl. Akkus für LEDs

  • NP-F – ca. 50€
Räume ausleuchten und mit der Sonne arbeiten

Komplette Räume könnt ihr wahrscheinlich am Anfang nur mit der Sonne ausleuchten. Hier könnt ihr euch natürlich auch Hilfe von Apps holen. Mit der App Sunseeker könnt ihr den Sonnenstand im Raum zu jeder Tageszeit anschauen und so den Dreh optimal planen. Die Sonne könnt ihr mit Hilfe von Reflektoren umlenken und so euer Subjekt ausleuchten. Hier braucht man aber in der Regel eine Person, die einem hilft und den Reflektor hält. Ihr könnt den Reflektor natürlich auch auf einem Stativ platzieren, wenn die Sonne dann aber wandert, müsst ihr den Reflektor neu justieren.

Reflektoren (Amazon-Links)

Mit etwas mehr Budget könnt ihr dann natürlich auch wieder in stärkere Lampen investieren und so auch mal komplette Räume ausleuchten. Hier gibt es natürlich auch wieder mehrere Hersteller, in meiner Liste habe ich jetzt wieder die Lampen von Aputure.

Harte COB-LED mit mehr Leistung

Weiche LED mit mehr Leistung

Guten Ton aufnehmen – Bei Bedarf

Es gibt ja noch den Bereich Ton beim Film. Natürlich ist der Ton nicht bei jeder Filmart wichtig. Gerade bei den angesprochenen Interviews und Statements muss man die Personen aber gut verstehen können. Hierfür braucht ihr gute Mikrofone (oder überhaupt erstmal externe Mikrofone). Der Ton ist bei dieser Filmart wirklich essenziell. 

Bei Musikvideos, ab und zu bei Werbefilmen und teilweise auch bei anderen Filmarten kann der Ton auch mal vernachlässigt werden. Oft braucht man dann keinen guten Setton, weil der Film erst im Nachhinein vertont wird, sei es durch Musik oder eine Sprecherstimme. 

In diesem Abschnitt soll es aber um den Ton gehen und so schauen wir uns jetzt eher die Filme an, bei denen man beim Dreh einen guten Ton aufzeichnen will. 

Guter Ton bei Interviews

Wenn ihr guten Ton bei Interviews haben wollt, dann müsst ihr das Mikrofon so nah wie möglich an die interviewte Person bringen. Das geht in der Regel nur mit einem externen Mikrofon. Die internen Mikrofone der meisten Kameras sind einfach zu schlecht und eignen sich nur für einen Referenzton (wird in der Regel zum Synchronisieren mit dem guten Ton verwendet). 

Mit einem externen Mikrofon wie dem Deity V-Mic D3 habt ihr schon einmal einen etwas besseren Ton. Wenn sich die sprechende Tonquelle (in der Regel ein Mensch) dann maximal 1m von der Kamera befindet, hört es sich auch noch einigermaßen ok an. Wenn ihr aber ein weiter mit der Kamera vom Subjekt weg seid, weil ihr zum Beispiel keine Close-Up mehr machen wollt, sondern eher eine Halbnahe, dann wird der Ton wieder deutlich schlechter werden. 

Hier könnt ihr entweder das Deity V-Mic D3 an einer Tonangel und die Tonangel dann an einem Stativ befestigen oder ihr verwendet ein Lavalier-Mikrofon. Beide Methoden haben Vor- und Nachteile. Bei einem Lavalier-Mikrofon muss die Person erst verkabelt werden und zwar so, dass das Mikrofon nicht an der Kleidung reibt. 

DLF 4 Tipps für einen besseren Ton

Lavaliermikrofon (Links zu Amazon und Thomann)

Externes Mikrofon (Links zu Amazon und Thomann)

Zubehör (Links zu Amazon und Thomann)

Der Ton sollte in diesen eher günstigen Szenarien direkt in die Kamera gespeist werden. Die Vorverstärker der günstigeren DSLRs oder DSLMs sind zwar nicht so gut, aber der Ton ist schon einmal besser als der rein intern aufgenommene Ton. Mit mehr Budget könnt ihr dann noch in einen Fieldrecorder investieren. Sobald ihr natürlich den Ton und das Bild mit zwei getrennten Systemen aufnehmt, müsst ihr den Ton und das Bild in der Post wieder synchronisieren. Die einfachste und günstigste Möglichkeit ist die gute alte Filmklappe. 

Mit mehr Budget könnt ihr euch natürlich direkt bei den Drehtagen noch jemanden für den Ton dazubuchen. Er/Sie sollte natürlich eigenes Equipment mitbringen, so braucht ihr euch nicht mehr um den Ton kümmern. 

Filmequipment transportieren

Jetzt haben wir eine Menge Equipment angeschafft. Dieses Equipment muss man dann natürlich auch transportieren. Hier gibt es natürlich auch wieder unterschiedliche Systeme – Hartschalenkoffer, Rucksäcke, Eurokisten, Equipmenttransportwagen. Für alle Ansprüche ist etwas dabei.

Ich bin Fan von Trolleys, man kann sie einfach durch die Gegen rollen oder zur Not auch als Rucksack tragen. Ich verwende zwei Trolleys von ThinkTank. Ich habe die Trolleys nach Kameras sortiert. In einem Trolley ist meine Blackmagic Pocket 4K mit Zubehör und im anderen Trolley meine RED KOMODO mit Zubehör. Meine Optiken transportiere ich in einem PeliCase. Viel Zubehör für das Licht ist in den praktischen Eurokisten. Diese kann man stapeln. 

Alles zusammen packe ich dann auf meine RockNRoller Equipmenttransportwagen. Bei einem  Equipmenttransportwagen sollte ihr auf möglichst große Rollen achten. Ihr werdet sicher auch mal auf nicht befestigten Straßen oder noch schlimmer Kopfsteinpflaster unterwegs sein. Hier braucht ihr einfach große, geländegängige Rollen. 

DLF RocknRollerR12 RT

Meine Devise ist, so wenig wie möglich tragen. Drehtage sind anstrengend und man muss beim Film sowieso schon sehr viel Equipment herumtragen. Daher sollte man sich die Trage-Einheiten möglichst kräfteschonend gestalten. Packt so viel Equipment wie möglich auf rollbare Wägen oder in rollbare Cases. 

Ich habe euch in der Liste oft zwei Varianten ausgewählt, eine teureres Produkt und ein günstigeres Produkt. Beim ThinkTank Airport Security muss ich aber ganz klar sagen, dass sich die Investition gelohnt hat. Habe den Trolly 2013 gekauft und funktioniert noch ohne Probleme und das Teil hat schon einiges mitgemacht. Beim Schutz von Equipment würde ich nicht unbedingt sparen.

Trolleys

Rucksack

Hartschalenkoffer

Kisten

Equipmenttranportwagen

Filmmaterial bearbeiten- Schnitt

Jetzt haben wir den Drehtag hinter uns und müssen das gefilmte Material sichern, schneiden und veröffentlichen. Dafür brauchen wir natürlich noch einen Computer. 

Notebook oder Desktoprechner

Es hängt etwas von eurer Arbeitsweise ab, ob ihr eher einen Desktoprechner oder ein Notebook braucht. Wenn ihr eher ein digitaler Nomade seit und überall arbeitet, ist natürlich ein Notebook sinnvoller. Wenn ihr einen festen Arbeitsplatz haben wollt, dann ist natürlich ein Desktoprechner besser, weil ihr einfach nicht die Mobilität braucht. Bei einem Notebook zahlt ihr im Verhältnis etwas mehr, weil man hier einfach mehr Technik auf kleineren Raum verbauen muss. 

Ein All-In-One Desktoprechner hat in der Regel einen größeren Bildschirm. Das braucht ihr beim Schneiden auch unbedingt. Bei einem Notebook muss man dagegen oft einen externen, größeren Bildschirm dazu kaufen. Dafür habt ihr dann direkt zwei Bildschirme, was beim Schneiden auch gut ist.

Ich bin seit über 15 Jahren mit den Rechnern von Apple unterwegs, daher kann ich euch auch nur in diesem Bereich meine Erfahrungen teilen. Wenn ihr auch ein Apple Notebook haben wollt, dann holt euch das Macbook Air M2, oder das Macbook Pro M1Pro. Mit diesen Rechnern seit ihr derzeit gut ausgestattet. 

Notebook

Desktop

Welche Software für den Filmschnitt?

Es gibt natürlich mehrere Schnittprogramme auf dem Markt mit unterschiedlichsten Funktionsumfängen, von Adobe Premiere über Sony Vegas zu Avid, FinalCut Pro oder DaVinci Resolve und natürlich die ganzen OpenSource Schnittprogramme und die Schnittprogramme, die mit dem Betriebssystem kommen.

Meine Empfehlung für ein Schnittprogramm ist ganz klar DaVinci Resolve. Es gibt hier zwei Versionen, eine kostenlose Lite-Version und eine kostenpflichtige Studio-Version. Blackmagic macht es aber nicht wie Adobe und ihr zahlt für die Software nur einmal. Die kostenlose Lite-Version wird den meisten aber für den Anfang vollkommen ausreichen.

Ich habe einen kostenlosen Online-Blog-Kurs für DaVinci Resolve erstellt. Hier lernt ihr die Grundlagen von Resolve.

DLF Videoequipment für den Anfang

Weiteres Zubehör – Speicherplatz, Archivierung

Neben dem Computer braucht ihr natürlich noch weiteres Zubehör, die Speicherkarten haben wir bei der Kamera ja schon aufgeführt. Für die Speicherkarten braucht ihr übrigens auch einen guten Workflow. Also welche Karte ist schon voll? Welche kann formatiert werden? Habe schon von vielen Kollegen gehört, dass versehentlich Daten gelöscht wurden, weil man nicht genau wusste, ob das Material jetzt schon gelöscht wurde oder nicht.

Mir ist es auch einmal passiert, dass ich eine SD-Karte versehentlich gelöscht habe. Hier sollte man dann auch Ruhe bewahren und mit Datenwiederherstellungssoftware arbeiten. Oft kann man nämlich die kompletten Daten wiederherstellen. 

Falls ihr eine Karte versehentlich gelöscht habt, dann nehmt auf keinen Fall weiteres Material mit der Karte auf. Wenn ihr die Karte einfach nicht benutzt und dann mit Datenwiederherstellungssoftware arbeitet, wird ein Großteil der Daten noch vorhanden sein (ohne Gewähr).

Ihr braucht natürlich noch Festplatten um das Material zu sichern und zum Schneiden. Ihr braucht natürlich nicht nur Schneidefestplatten, sondern auch Festplatten für die Archivierung. Irgendwann könnt ihr euch dann noch überlegen, ob man in ein NAS investiert. Auf jeden Fall braucht ihr auch einen Workflow für euer Archiv. 

die lichtfänger Datensicherung

Festplatte zum Schneiden 

Festplatte zum Archivieren

Es gibt natürlich noch mehr Equipment, das ihr für einen Film brauchen könnt. Ich mache jetzt noch eine unsortierte, grobe Aufzählung. Kopfhörer, Adapterkabel, Adapter, Klebeband, Klammern, weitere Taschen, weitere Filter, FollowFocus, etc. 

Muss man das ganze Equipment kaufen?

Wenn ihr jetzt das ganze Equipment zusammenrechnet, seht ihr, dass da schon eine gute Summe zusammenkommt. Braucht man jetzt diese Summe, um mit dem Filmen zu starten? 

Nein, natürlich nicht. Wie bei jedem Business wachst ihr natürlich auch langsam in die Sache rein. Außer ihr habt einen Investor und könnt alles sofort kaufen. 

Man fängt oft nur mit einer Kamera, einer Optik und einem Rechner an. So war es bei mir zumindest. Nach und nach legt man sich dann neue Technik zu. Verkauft alte Dinge, die man nicht mehr braucht und arbeitet sich so von Job zu Job. Natürlich ist dieser Weg sehr mühsam und oft braucht man einen langen Atem. 

Filmequipment leihen

Je nach Region könnte ihr aber auch ohne große Equipmentinvestitionen auskommen. Wenn ihr einen Filmverleih in der Stadt habt, könnt ihr auch einen Großteil eurer Technik für jeden Job ausleihen. Ihr habt somit deutlich weniger Investitionsaufwand und könnt je nach Job immer die passende Technik mieten. Zum Thema Kaufen vs. Leihen habe ich auch schon einen Artikel geschrieben. 

Alles Leihen ist nicht ganz so einfach. Gerade am Anfang, wenn die Budgets noch sehr klein sind, ist nicht mehr viel für das Leihen von Technik übrig. Ihr könnt natürlich sagen, dass ihr überhaupt nichts verdient und alles in die geliehene Technik steckt. Dann muss der Job natürlich so gut sein, dass ihr durch diesen einen Job viele weitere Jobs an Land zieht. Am Anfang auch eher unwahrscheinlich. Daher ist es sinnvoll einen kleinen Grundstock an Equipment selbst zu haben und je nach Bedarf noch zusätzliche Technik zu leihen. 

In den größeren Städten ist das eine gängige Methode. Bei mir zum Beispiel ist es nicht ganz so einfach, weil wir keinen richtigen Verleih in der Stadt haben. 

Fazit und Ausblick

Mit dem Filmen anfangen passiert bei den meisten, die ich kenne, nicht geplant. Viele rutschen einfach so in die Branche und oft kann man seinen Weg ja überhaupt nicht planen. 

Technik löst nicht unbedingt Probleme

Wenn es sich aber abzeichnet, dass Filmemachen eine Karriere für euch sein könnte, dann überlegt euch vor jedem Kauf, ob ihr ein bestimmtes Teil wirklich braucht. Teilweise ist Equipment natürlich essenziell (eine Kamera), oft ist der Kauf von Equipment aber nur eine Ausrede für schlechte Vorbereitung oder zu wenig mit dem Thema beschäftigt. Man kennt es ja „wenn ich das und das gehabt hätte, dann wäre der Dreh ganz anders gelaufen“. Die Frage ist aber „warum ist der Dreh so gelaufen, wie er gelaufen ist?“ Hätte man die Probleme vielleicht vorher schon anders lösen können. Warum glaubt man, dass man mit Equipment viele Probleme lösen kann?

Weniger ist oft mehr

Ich spreche hier aus Erfahrung. Ich habe selbst auch oft Equipment gekauft, weil ich gedacht habe, dass meine Filme dadurch besser werden. Ich erinnere mich hier gerne an meine Anfangszeiten zurück. Am Anfang hatte ich nur eine Canon 550D, ein Stativ und ein paar Vintage-Optiken. Damit habe ich den Großteil meiner Filme gemacht. Ich habe viel mit natürlichem Licht gearbeitet, meistens bei Abendsonne. Das lief auch sehr gut. Mit dem verdienten Geld habe ich in Equipment investiert, die großen Anschaffungen waren die C300, Canon L-Optiken, Tonangel, Recorder, etc.

Die Filme wurden aber nicht besser. Das FullHD sah besser aus, aber die Lichtsetzung wurde nicht besser, das Grading wurde auch nicht besser und oft hatten die Filme sogar weniger Charme. Es war einfach alles zu glatt. Diese typischen Imagefilme, die man ja oft sieht. 

DLF Videoequipment für den Anfang

Meine Lösung? Ich habe einen Großteil der Sachen wieder verkauft und viel mehr Zeit in das Lernen von Lichtsetzen und Farbkorrektur investiert. Die Konzeption von einem Film ist natürlich auch entscheidend. Hier habe ich gelernt, dass man viel mehr mit anderen Filmemachern zusammenarbeiten muss.

DLF Videoequipment für den Anfang

Mittlerweile investiere ich auch noch in Technik, aber ich überlege mir viel genauer, was ich brauche und was nicht. YouTube macht es einem auch nicht einfacher dabei. Man sieht ja dauernd die neue Technik und welche Filme die Leute damit machen. Aber es wird oft nur auf die Technik reduziert und man sieht den Aufwand und die Erfahrung der Macher:innen dahinter nicht. 

Jetzt bin ich etwas abgeschweift beim Thema Technik. Wie so oft ist Filmemachen einfach ein langer Lernprozess, der bei der Technik beginnen kann. 

*es handelt sich um Amazon-, EBay-, SmallRig oder Thomann-Affiliate Links.
Das bedeutet, ich bekomme eine Miniprovision, wenn jemand etwas kauft,
das Produkt wird dadurch nicht teurer.

die lichtfänger Josef Sälzle
Josef Sälzle // DIE LICHTFÄNGER Gründer und Filmemacher

Hi, ich bin Josef, Kameramann und Filmemacher.
Ich schreibe in meinem DIE LICHTFÄNGER Blog über Kamera– ,
Lichttechnik und über alles was das Filmemachen angeht.
Mit meiner Filmproduktion DIE LICHTFÄNGER mache ich Filme für Unternehmen sowie für Selbstständige. Bei Fragen könnt ihr mir gerne eine Mail schreiben.

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